Rathaus, Rosenheim, ca, 1885

Rathaus, Rosenheim, ca, 1885

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in die Zeit um ca. 1885. Auf der historischen Aufnahme zu sehen ist das Rosenheimer Rathaus.

Am gestrigen Sonntagabend (22.3.2026)  wurde mit der Oberbürgermeisterstichwahl wieder einmal Geschichte geschrieben in dem altehrwürdigen Gebäude in der Königstraße 24. Es hat aber in der Vergangenheit schon viel mehr erlebt. Ursprünglich war es der Rosenheimer Bahnhof. Erst seit dieser im Jahr 1878 verlegt wurde, wird es als Rathaus genutzt.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Bildtext: Karin Wunsam)

Rosenheimer Stadtspiel 2026: „Hoch hinaus oder Die Weltverbesserer“ startet in die Probenphase

Rosenheimer Stadtspiel 2026: „Hoch hinaus oder Die Weltverbesserer“ startet in die Probenphase

Rosenheim – Die Proben laufen, das Rollenbuch liegt bereit – und die Rosenheimer können sich auf eine Zeitreise ins Jahr 1787 freuen. Worum geht es beim Stadtspiel 2026?

Das neue Rosenheimer Stadtspiel, wieder realisiert vom Theater Rosenheim als Open-Air-Theater auf dem Ludwigsplatz, trägt den Titel „Hoch Hinaus oder Die Weltverbesserer“. Das Rollenbuch stammt erneut aus der Feder von Horst Rankl, der Rosenheimer Geschichte unterhaltsam erzählt – mit einem Schuss Fiktion, damit die Zuschauer bestens unterhalten werden.

Und darum geht es in dem neuen Stück: Einige Bürger gründen die „Rosenheimer Akademie“, um die kleine Welt ihres kurfürstlichen Markts zu verbessern – ganz im Geist der aufkommenden Aufklärung. Doch ihr geheimer Plan sorgt bald für großes Aufsehen in der Stadt.
Um ihre Pläne geheim zu halten, gilt das Gebot des Schweigens, auch gegenüber den Ehefrauen. Kein Wunder, dass sich die Angetrauten über das merkwürdige Verhalten ihrer Männer beschweren und unter der Bevölkerung das Gerede zunimmt.

Das Aufsehen zieht schließlich die Aufmerksamkeit des Hofs in München auf sich. Butzmander, städtische Ordnungskräfte, tauchen auf und greifen die Akademiker tätlich an. Zudem werden Spione des Münchner Hofs nach Rosenheim entsandt, die Bürger befragen – selbst der Hohe Herr Pfleger wird dazu verpflichtet. Rosenheim wird damit zum zweiten Mal Schauplatz einer Gerichtsverhandlung, deren Urteil mit Spannung erwartet wird.

Kleiner Jux mit großer Wirkung

Aus einem kleinen Jux entsteht eine kaum zu glaubende Posse, die in Rosenheim für große Heiterkeit sorgt. Unter der Regie von Jogi Gaschke wird die turbulente Geschichte nun für die Bühne vorbereitet und Stück für Stück lebendig.

Die Premiere ist für Freitag, 26. Juni 2026 geplant. Anschließend stehen neun weitere Spieltermine auf dem Ludwigsplatz auf dem Programm. Karten sind ab 1. April 2026 über YesTicket oder das Ticketzentrum Rosenheim erhältlich. Weitere Infos findet Ihr hier.
(Quelle Artikel: Karin Wunsam / Info Theater Rosenheim / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)

„Frühling in Rosenheim“ lockt Besucher – aber eine beliebte Attraktion fehlt

„Frühling in Rosenheim“ lockt Besucher – aber eine beliebte Attraktion fehlt

Rosenheim – Die Aktion „Frühling in Rosenheim“ lockt wieder Besucher an den Ludwigsplatz – doch in diesem Jahr ist eine Attraktion nicht dabei: Das 24 Meter hohe Riesenrad, das in den vergangenen Jahren von oben einen Blick auf die Rosenheimer Innenstadt bot, wurde 2026 nicht aufgebaut.

Eröffnet wurde die Veranstaltung am vergangenen Freitag (20. März 2026). Seit ihrem Start im Jahr 2022 hat sich „Frühling in Rosenheim“ zu einem festen Programmpunkt im Terminkalender der Stadt entwickelt. Schausteller aus der Region bieten Unterhaltung in Form verschiedener Buden und Imbissstände. Für Nervenkitzel sorgt ein Schießwagen, der zu Zielübungen einlädt. Außerdem können Besucher Pfeilwerfen ausprobieren oder eine Runde auf dem Kinderkarussell drehen. Wer Hunger bekommt, wird an der Brotzeithütte fündig – dort gibt es herzhafte Brotzeiten.

Die Aktion ist bis Ostermontag, 6. April, geöffnet und lädt Familien, Freunde und alle Besucher zu einem bunten Frühlingsausflug mitten in der Stadt ein
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Josefa Staudhammer)

Erster Holzturm mit Rutsche steht: neuer Kinderspielplatz im Rosenheimer Salingarten nimmt Gestalt an

Erster Holzturm mit Rutsche steht: neuer Kinderspielplatz im Rosenheimer Salingarten nimmt Gestalt an

Rosenheim – Der Salingarten in Rosenheim bekommt ein neues Gesicht – und erste sichtbare Spuren sind bereits zu erkennen. Ein Holzturm mit Rutsche steht schon, die Umrisse des künftigen Spielbereichs werden sichtbar.

Mit dem symbolischen Spatenstich.  Anfang März begann die Umsetzung es Projekts (wir berichteten)
Die bislang vor allem aus Rasenflächen, Baumreihen und einzelnen Sitzgelegenheiten bestehende Grünanlage soll durch den neuen Spielplatz deutlich an Aufenthaltsqualität gewinnen. Geplant sind unter anderem eine Kletterpyramide, Türme mit Röhrenrutschen sowie ein Wasser- und Matschbereich, der an heißen Tagen für Abkühlung sorgt. Der Spielplatz ist der erste konkrete Schritt einer umfassenderen Neugestaltung des Salingartens und soll ein sichtbares Zeichen für die Familienfreundlichkeit der Stadt setzen.

Die Entscheidung für die Aufwertung des Areals war bereits im Frühjahr 2025 gefallen. Ein zentrales Anliegen der Stadträte war es, eine attraktive Spielfläche für Kinder zu schaffen. „Wo Kinder spielen, Eltern verweilen und Menschen sich begegnen, entsteht soziale Kontrolle ganz selbstverständlich“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Stadt. Durch die Belebung des Areals soll auch das Sicherheitsgefühl gestärkt werden.
(Quelle: Pressemitteilung Stadt Rosenheim / Beitragsbild: Josefa Staudhammer)

Stichwahlergebnisse im Landkreis Rosenheim: CSU erlebt herbe Verluste

Stichwahlergebnisse im Landkreis Rosenheim: CSU erlebt herbe Verluste

Landkreis Rosenheim / Region – Die Oberbürgermeister-Wahl in Rosenheim (wir berichteten) war nur der Auftakt eines aus Sicht der CSU schlechten Abends. Nachdem Amtsinhaber Andreas März abgewählt wurde, setzte sich der Trend im Landkreis fort: Auch in vielen weiteren Stichwahlen konnten CSU-Kandidaten nicht überzeugen.

Ein kleiner Lichtblick war die Wiederwahl von Landrat Otto Lederer (CSU). Allerdings fiel sein Sieg gegen Sepp Hofer (Freie Wähler) äußerst knapp aus: nur sieben Prozent trennten die beiden Kandidaten (58,4 % zu 51,4 %).

Anderswo gab es deutliche Niederlagen für die CSU: In Bad Aibling muss Amtsinhaber Stephan Schlier (CSU) seinen Chefsessel für Kirsten Hieble-Fritz (FW/ÜWG) räumen. Auch in Kolbermoor, Raubling, Brannenburg, Rimsting, Bergen und Töging konnte die CSU ihre Kandidaten nicht durchsetzen.

Übersicht der Stichwahlergebnisse im Landkreis Rosenheim:
  • Landratswahl Rosenheim: Otto Lederer (CSU) 58,4 % ✅ – Sepp Hofer (FW Bayern) 44,5 %
  • Oberbürgermeister Rosenheim: Abuzar Erdogan (SPD) 53,4 % ✅ – Andreas März (CSU) 45,4 %
  • Kolbermoor: Thomas Rothmayer (Parteifreie) 78,1 % ✅ – Leonhard Sedlbauer (CSU) 21,9 %
  • Mühldorf: Claudia Hungerhaber (SPD) 61,1 % ✅ – Michael Hetzl (FW/Unabhängige Mühldorfer) 53,5 %
  • Rimsting: Christian Moser (ÜWG Rimsting) 52,9 % ✅ – Thomas Schuster (CSU) 47,1 %
  • Bad Aibling: Kirsten Hieble-Fritz (FW/ÜWG) 52,3 % ✅ – Stephan Schlier (CSU) 47,9 %
  • Brannenburg: Christian Zwecksktätter (Junges Dorf) 55,6 % ✅ – Hubert Estner (CSU) 44,4 %
  • Waldkraiburg: Emil Kirchmeier (CSU) 60,2 % ✅ – Robert Plötzsch (ÜWG) 39,8 %
  • Bergen: Andreas Schultes (FW/ÜWG Bergen-Gernhauptem-Holzhausen) 54,4 % ✅ – Josef Gehmacher (CSU/Bergener Bürgerunion) 45,6 %
  • Raubling: Franziska Pfaffenhuber (FW/ÜWG Raubling) 61,6 % ✅ – Michael Linnerer (CSU) 38,4 %
  • Töging: Marco Harrer (SPD) 56,0 % ✅ – Daniel Blaschke (CSU) 44,0 %
  • Ruhpolding: Justus Pfeiffer (CSU/ÜWG Ruhpolding) 50,5 % ✅ – Xaver Utzinger (FW Bayern/Freie Wähler Ruhpolding) 49,5 %

Fazit:
Die Stichwahlen zeigen ein durchwachsenes Bild für die CSU im Landkreis Rosenheim: Während Landrat Lederer seinen Posten knapp verteidigen konnte, mussten die Kandidaten der CSU neben der Stadt Rosenheim auch in mehreren Gemeinden Niederlagen einstecken. In einigen Orten profitierten die SPD, die Freien Wähler und lokale ÜWG-Kandidaten von der Stimmung im Wahlvolk.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Kommentar: Ein Wahlabend, der Rosenheim verändert hat

Kommentar: Ein Wahlabend, der Rosenheim verändert hat

Rosenheim – Ein Wahlabend, der Rosenheim verändert hat – das war gestern deutlich spürbar. Ehrlich gesagt: Nach der enormen Unterstützung und den vielen positiven Kommentaren zu Abuzar Erdogan auf Social Media hat mich das Ergebnis nicht völlig überrascht. Dennoch überkam mich beim Blick auf die endgültigen Zahlen ein Moment der Verwunderung – und vermutlich ging es Andreas März ähnlich.
Der Artikel zum Kommentar: 
Ich erinnere mich an einen seiner letzten politischen Termine eine Woche vor der Stichwahl beim Kreisfischereiverein Rosenheim. Schon dort wirkte er nachdenklicher, in sich gekehrter als sonst. Als ich nach Hause fuhr, sagte ich zu meiner Familie: „Ich glaube, er macht sich Sorgen vor der Wahl.“

Kurz nach 19 Uhr am Sonntagabend kam dann die Gewissheit: Andreas März ist nach sechs Jahren im Amt abgewählt. Die Stille, als er vor die Medien trat, die sichtbare Traurigkeit bei seinen Anhängern und Parteifreunden auf der einen Seite – und die große Freude bei Abuzar Erdogan und seinen Unterstützern auf der anderen. Was sie in diesen ersten Minuten einte, war eine gewisse Sprachlosigkeit darüber, was gerade geschehen war: Nach über 60 Jahren CSU an der Spitze sitzt nun erstmals wieder ein Sozialdemokrat im Chefsessel des Rosenheimer Rathauses.

Wie kam es dazu? Professionelle Wahlanalysten mögen andere Erklärungen haben, für mich war entscheidend: Erdogans Talent, sich öffentlich zu präsentieren und volksnah zu wirken. Wer heute Wähler gewinnen will, kommt an Social Media nicht vorbei – und dort hatte Erdogan klar die Nase vorn. Täglich neue Fotos, Videos, Botschaften, Kritik am Amtsinhaber, dazu öffentliche Herausforderungen – all das erzeugte Aufmerksamkeit und zeigte Wirkung. Bei Andreas März blieb es auf Social Media deutlich stiller und sachlicher.

Hinzu kamen die teils sehr kreativen Wahlkampfaktionen: Während März mit prominenter Unterstützung kostenlos Döner verteilte, lud Erdogan zu einer Kneipentour durch Rosenheims Nachtleben ein. Letzteres wurde auf Social Media deutlich positiver aufgenommen, die Döner-Aktion stieß teilweise auf Kritik – insbesondere gerade bei den konservativen Stammwählern der CSU.

Doch auch andere Faktoren spielten eine Rolle. Viele Wähler äußern seit Jahren, sie sähen kaum Unterschiede zwischen den Parteien oder hätten das Gefühl, dass ohnehin immer das Gleiche herauskommt. Das erklärt vielleicht die noch niedrigere Wahlbeteiligung von nur 45,5 Prozent – eine weitere mögliche Ursache für das Ergebnis. Manche Rosenheimer nutzten die Wahl zudem, um symbolisch eine „Watschn“ an die CSU zu verteilen.

Für die CSU war also einiges nicht optimal gelaufen. Profiteur ist die SPD, allen voran Abuzar Erdogan, der nun die kommenden sechs Jahre das Rathaus leiten wird. Aber leicht wird es auch für ihn nicht: Visionen zu teilen ist einfach, sie zu halten, eine ganz andere Herausforderung.

Und eines hat dieser geschichtsträchtige Wahlabend deutlich gezeigt: Die Sicherheit, dass amtierende Stadtoberhäupter quasi automatisch wiedergewählt werden, ist endgültig vorbei.
(Quelle: Kommentar Karin Wunsam / Beitragsbild: Fotomontage Karin Wunsam)

Rosenheim erlebt Wahlabend mit Paukenschlag: März abgewählt – Erdogan schreibt Geschichte

Rosenheim erlebt Wahlabend mit Paukenschlag: März abgewählt – Erdogan schreibt Geschichte

Rosenheim  – Es ist kurz nach 19 Uhr im Rosenheimer Rathaus, als aus ersten Zahlen Gewissheit wird: Diese Stadt hat sich entschieden – und zwar anders, als viele erwartet hatten. Ein Wahlabend, der leise beginnt und mit einem politischen Umbruch endet.

Die Spannung liegt spürbar in der Luft an diesem Sonntagabend im Rathaus. Gespräche laufen gedämpft, immer wieder richten sich die Blicke nach vorne auf die große Leinwand. Dort erscheinen nach und nach die Ergebnisse der Stichwahl.

Zwei Wochen lang hatte sich dieser Moment aufgebaut. Ein intensiver Wahlkampf zwischen Amtsinhaber Andreas März (CSU) und Herausforderer Abuzar Erdogan (SPD), der im Ton zunehmend schärfer geworden war – besonders auf Seiten Erdogans. In den sozialen Netzwerken hatte sich bereits abgezeichnet, dass sich hier etwas zusammenbraut.

Doch wie groß diese Dynamik tatsächlich ist, zeigt sich erst jetzt.

Zu Beginn der Auszählung liegt März vorne. Kein Grund für Jubel, aber auch kein Anlass zur Sorge. Noch ist alles offen.

Dann beginnen die Zahlen zu kippen.

Erst langsam, dann immer deutlicher. Mit jedem neuen Stimmbezirk verändert sich das Bild. Gespräche verstummen, Blicke werden länger, ernster. Die Leinwand wird zum Taktgeber eines Abends, der sich Stück für Stück zuspitzt.

Als kurz nach 19 Uhr das Ergebnis feststeht, wird es still. Ungewöhnlich still für einen Wahlabend.

Selbst erfahrene Medienvertreter schauen sich an, manche schütteln ungläubig den Kopf. „Damit hätte ich nicht gerechnet“, ist immer wieder zu hören.

In den Reihen der CSU breitet sich Fassungslosigkeit aus. Betretene Gesichter, feuchte Augen, vereinzelt fließen Tränen.

Dann tritt Andreas März vor die Kameras.

Andreas März tritt vor die Kameras. Foto: Innpuls.me

Gefasst, aber sichtlich traurig tritt Andreas März kurz gegen 19 Uhr vor die Medien, als klar ist, dass seine Ära als Rosenheimer Oberbürgermeister endet. Fotos: Josefa Staudhammer

Die Zahlen sind eindeutig: 46,6 Prozent für ihn, 53,3 Prozent für Abuzar Erdogan. In Stimmen ausgedrückt: 9.829 zu 11.283 – ein Rückstand von 1.454 Stimmen.

„Die Enttäuschung ist groß. Wir haben in den vergangenen sechs Jahren gute Arbeit geleistet. Aber es ist uns offensichtlich nicht gelungen, diese Botschaften rüberzubringen“, sagt März.

Und ergänzt: „Mein Herausforderer hat es offensichtlich geschafft, mehr Menschen für sich zu gewinnen.“

Die Worte sind gefasst, fast nüchtern – doch sie fallen sichtbar schwer. Nach einem kurzen Statement verlässt März den Saal. Ohne Zögern, ohne Umwege.

Die Stille bleibt noch einen Moment länger.

Denn was sich hier gerade vollzieht, ist eine Zäsur: Nach 65 Jahren wird wieder ein Sozialdemokrat Oberbürgermeister in Rosenheim.

Und dann schlägt die Stimmung um.

Nur wenige Augenblicke später tritt Abuzar Erdogan vor die Kameras. Hinter ihm drängen sich Unterstützer, Parteifreunde, Wegbegleiter. Jetzt ist Bewegung im Raum, Stimmen werden lauter, erste Glückwünsche werden ausgetauscht.

„Ich bin überwältigt und sprachlos“, sagt Erdogan.

Er habe in den vergangenen zwei Wochen viel Zuspruch erlebt, aber mit diesem Ausgang habe er nicht gerechnet. „Ich konnte es überhaupt nicht einschätzen.“

Der Kommentar zum Artikel: 
Zwischen Angriff und Aufmerksamkeit: Der Wahlkampf

Der Weg zu diesem Ergebnis war intensiv.

In den zwei Wochen zwischen erstem Wahlgang und Stichwahl zogen beide Kandidaten noch einmal alle Register. Andreas März setzte auf klassische Präsenz – und prominente Unterstützung: Gemeinsam mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder verteilte er kostenlos Döner.

Abuzar Erdogan ging einen anderen Weg. Er suchte die direkte Nähe zu den Bürgern, lud zur Kneipentour ein – und war vor allem eines: ständig präsent.

Vor allem in den sozialen Medien. Täglich neue Bilder, neue Videos, klare Botschaften. Dazu auch immer wieder scharfe Angriffe auf seinen Kontrahenten. Mehrfach forderte er März öffentlich zu Duellen heraus – ohne Erfolg.

Ob genau diese Strategie am Ende den Ausschlag gegeben hat, bleibt offen.

Auffällig ist auch die Wahlbeteiligung: Mit 45,5 Prozent lag sie deutlich unter der ersten Runde (53,3 Prozent). Welche Wähler am Ende zu Hause geblieben sind – und wem das genutzt oder geschadet hat – lässt sich nur schwer beantworten.

Und jetzt? Ein politischer Neustart

Für Abuzar Erdogan beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt. Der bisherige Syndikusrechtsanwalt und Leiter der Rechtsabteilung bei der meine Volksbank Raiffeisenbank übernimmt die Verantwortung im Rosenheimer Rathaus.

Doch einfach wird der Start nicht.

Im Stadtrat gibt es keine klare Mehrheit, auch wenn die SPD einen Sitz hinzugewinnen konnte. Viele Gespräche werden nötig sein, um tragfähige Entscheidungen zu treffen.

Und auch für Andreas März ist die politische Bühne noch nicht ganz verlassen. In seiner letzten Woche im Amt stehen mehrere Ausschusssitzungen und eine Stadtratssitzung an. Entscheidungen, die noch unter seiner Verantwortung fallen.

Was danach kommt, ist offen.

Für beide.

Was bleibt, ist dieser Abend.

Ein Abend, an dem sich die Stimmung langsam drehte. An dem aus Zahlen Emotionen wurden. Und an dem Rosenheim gezeigt hat, dass politische Gewissheiten manchmal nur bis zur nächsten Auszählung gelten.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)

In Kürze steht fest: Rosenheim wählt zwischen März und Erdogan

In Kürze steht fest: Rosenheim wählt zwischen März und Erdogan

Rosenheim – Im Rosenheimer Rathaus steigt die Spannung: Innpuls.me berichtet live von der Oberbürgermeister-Stichwahl. Die Wahllokale schließen um 18 Uhr – jetzt entscheidet sich, ob Amtsinhaber Andreas März (CSU) eine weitere Amtszeit erhält oder Herausforderer Abuzar Erdogan (SPD) das Rathaus übernimmt.

 

Liveticker:

19: Uhr  Da passt der Begriff „Paukenschlag“ mal wirklich: Die politische Sensation ist perfekt. Abuzar Erdogan wird der neue Rosenheimer Oberbürgemeister .Betretene Gesicher. 

18.54 Uhr: 66 von 68 Stimmbezirken sind ausgezählt – und noch immer ist Abuzar Erdogan von der SPD vor dem amtierenden Oberbürgmeister März. Eine Überraschung bahnt sich an.

18.50 Uhr: Wieder mal ein Blick in ein Rosenheimer Stadtteil: Die Kastenau hätte auf alle Fälle Andreas März (CSU) gewählt. Dort ist fertig ausgezählt – März hat 58 Prozent der Stimmen erhalten. Abuzar Erdogan ist auf 42 Prozent gekommen.

18.45 Uhr: 65 Jahre stellte die CSU in der Stadt Rosenheim den Oberbürgermeister. Nun könnte sich das ändern. Abuzar Erdogan führt immer noch. Zuletzt war mit Josef Sebald bis 1960 ein SPD-Mann an der Spitze.

18.35 Uhr: Es könnte tatsächlich zu einem politischen Paukenschlag in Rosenheim kommen: Ausgezählt 63 von 68 Stimmbezirken – und Abuzar Erdogan (SPD) führt immer noch – aktuell mit 52,9 Prozent. Andreas März (CSU) liegt mit 47,1 Prozent dahinter.

18.53 Uhr: Es zeichnet sich eine schlechte Wahlbeteiligung ab. 61 von 68 Stimmbezirken sind ausgezählt – und die Wahlbeteiligung liegt bei 37,9 Prozent.

18.31 Uhr: Blick in ein anderes Rosenheimer Stadtteil – auch Pang ist fertig ausgezählt. Da führt Andreas März (CSU) mit 56 Prozent. Abuzar Erdogan (SPD) kommt auf 44 Prozent.

18.28 Uhr: Aising ist fertig ausgezählt – Da führt Erdogan Abuzsar (SPD) mit 53,4 Prozent vor Andreas März (CSU) mit 46,6 Prozent.

18.25 Uhr: : Es bleibt eng. Andreas März aktuell bei 47,6 Prozent und Erdogan Abuzar bei 52,4 Prozent.

18.20 Uhr: Interessantes Detail,. Es gibt auch bereits wieder 22 ungültige Wahlzettel. 🤔

18.19 Uhr: Das Bild hat sich gedreht: Ausgezählt sind jetzt 21 von 68. Und nun führt Erdogan Abuzar (SPD) mit 53,5 Prozent vor Andreas März (CSU) mit 46,5 Prohzent.

17.50 Uhr: Zahlreiche Medien sind vor Ort, um die Ergebnisse direkt zu verfolgen.

18.13 Uhr: Jetzt ausgezählt: 4 von 68 – und Andreas März weiter vorn.

18.11 Uhr: Das erste Ergebnis ist da – und damit schaut es erst mal gut aus für den amtierenden Oberbürgermeister Andreas März. Er bekommt 59,3 Prozent. Erdogan Abuzar kommt auf 40,7 Prozent. Aber es ist auch erst das erste Wahllokal. 

Blick in Foyer. Foto: Innpuls.me

18.10 Uhr: Nach und nach treffen jetzt im Rosenheimer Rathaus mehr und mehr Politiker ein. Gerade eben eingetroffen ist jetzt die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin Daniela Ludwig.

18.08 Uhr: Die Wahlbeteiligung bei den Kommunalwahlen am 8. März 2026 lag bei 53, 2 Prozent. Spannend heute darum auch die Frage, ob es diesmal mehr oder gar noch weniger Rosenheimer werden, die von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben.

OB-Wahl 2026. Foto: Josefa Staudhammer

Das Warten auf die ersten Ergebnisse beginnt. 

18.00 Uhr: Nichts mehr geht in den Wahllokalen – und damit wandert der Blick von jetzt an auf die Leinwand im großen Rathaussaal., wo dann die Ergebnisse nach und nach eintreffen. Es gibt 68 Stimmbezirke, Wahlberichtig sind 46.777 Personen

17.55 Uhr:  Der amtierende Oberbürgermeister Andreas März kam bei den Kommunalwahlen vor 2 Wochen auf 39,1 Prozent. Abuzar Erdogan bekam 26,6 Prozent.

OB-Wahl MÄrz 2026 live vom Rathaus. Fotos: Innpuls.me
Die Wahllokale schließen erst  um 18 Uhr. aber im großen Rathaussaal im Rosenheimer Rathaus ist schon ganz schön was los. Fotos: Josefa Staudhammer
Frühlingsmarkt in Rosenheim: Sonne, volle Straßen und ein bunter Mix aus Angeboten

Frühlingsmarkt in Rosenheim: Sonne, volle Straßen und ein bunter Mix aus Angeboten

Rosenheim – Wer am heutigen Sonntag (22.3.2026)  durch die Rosenheimer Innenstadt unterwegs ist, merkt schnell: Der Frühlingsmarkt zieht die Menschen an. Seit dem Start um 9 Uhr füllen sich die Straßen zunehmend, am frühen Nachmittag gegen 14 Uhr herrscht reger Betrieb zwischen Ludwigsplatz, Mittertor und Fußgängerzone.
Frühlingsmarkt in Rosenheim März 2026. Fotos: Josefa Staudhammer
Stellenweise ist ein Durchkommen nur noch schwer möglich. Fotos: Josefa Staudhammer
Der Markt erstreckt sich quer durch die Innenstadt bis in die Münchener Straße und Richtung Bahnhofstraße.  Besucher schlendern, bleiben stehen, schauen, probieren – vielerorts bilden sich kleine Menschentrauben vor besonders gefragten Angeboten.

Breites Angebot – mit stärkerem regionalem Bezug

Das Sortiment zeigt sich gewohnt vielfältig: Haushaltswaren, Dekoartikel, Schmuck, Spielzeug und Mode wechseln sich mit kulinarischen Spezialitäten ab. Auffällig ist in diesem Jahr die stärkere Präsenz regionaler Anbieter, die ihre Produkte direkt vor Ort präsentieren.

Auch das gastronomische Angebot fällt umfangreicher aus als in den vergangenen Jahren. Zusätzliche Imbissstände sorgen dafür, dass Besucher zwischen süßen und herzhaften Speisen wählen können – entsprechend gut genutzt werden die Möglichkeiten.

Verkaufsoffener Sonntag bringt zusätzliche Besucher

Parallel zum Markt haben seit 12 Uhr zahlreiche Geschäfte in der Innenstadt geöffnet. Noch bis 17 Uhr können Besucher den Marktbesuch mit einem Einkaufsbummel verbinden. Auch hier zeigt sich eine hohe Frequenz, viele nutzen die Kombination aus Markt und offenem Einzelhandel.

Frühlingshafte Bedingungen begünstigen den Andrang

Für zusätzlichen Zulauf sorgt das Wetter: Strahlender Sonnenschein und milde Temperaturen schaffen angenehme Bedingungen für einen längeren Aufenthalt im Freien. Auch die Gastronomen profitierten – Cafès und Restaurants mit Sitzplätzen in de Sonne waren durchgehend voll belegt.
Der Frühlingsmarkt läuft noch bis 18 Uhr.
(Quelle: Artikel Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos: Josefa Staudhammer)

Ski-Saison2025/26 neigt sich dem Ende zu – Alpen Plus zufrieden mit Nachfrage

Ski-Saison2025/26 neigt sich dem Ende zu – Alpen Plus zufrieden mit Nachfrage

München und Region – Die Wintersaison 2025/26 neigt sich dem Ende zu, und die Alpen Plus Skigebiete blicken auf erfolgreiche Monate zurück. Während Sudelfeld bereits am heutigen Sonntag (22.3.2026) die Lifte stilllegt, halten Spitzingsee und Brauneck die Pisten noch für einige Wochen geöffnet. Trotz der frühen Winterferien und wechselhaften Wetterbedingungen konnten die Skigebiete durchgehend Betrieb anbieten und viele Besucher anlocken.

Betriebszeiten im Überblick
  • Sudelfeld: Saisonende am Sonntag, 22. März 2026
  • Spitzingsee: Lifte noch bis Sonntag, 29. März 2026 geöffnet
  • Brauneck: Zwei Lifte in Betrieb, Öffnung abhängig von Pistenverhältnissen; Kabinenbahn bis Ostermontag, 6. April; Wallbergbahn startet am Karfreitag, 3. April
    Saisonbilanz 2025/26

Die Skigebiete Sudelfeld, Spitzingsee und Brauneck verzeichnen eine positive Bilanz. Dank kalter Temperaturen und reichlich Schneefall im November konnte die Saison früh starten, durchgehend von Anfang Dezember bis Mitte März betrieben werden und viele Skifahrer begeistern.
„Mit dem Betrieb bis Mitte März haben wir unser Hauptziel erreicht. Sobald in den Tälern und in der Stadt der Frühling Einzug hält, sinkt die Nachfrage erfahrungsgemäß deutlich“, erklärt Egid Stadler, Geschäftsführer der Bergbahnen Sudelfeld.

Positiver Effekt durch frühe Faschingsferien

„Besonders positiv wirkten sich die frühen Faschingsferien aus, in denen das Wetter winterlich blieb. Sehr gut angenommen wurde zudem der ‚Mittwochskracher‘, der teilweise Besucherzahlen auf Wochenendniveau brachte“, ergänzt Antonia Asenstorfer, Geschäftsführerin der Brauneck- und Wallbergbahnen sowie der Alpenbahnen Spitzingsee.
Am Wallberg war in dieser Saison kein Rodelbetrieb ins Tal möglich, da die Schneedecke im unteren Bereich nicht ausreichte. Lediglich eine Teilstrecke zwischen Wallbergkircherl und Wallbergsattel war zeitweise geöffnet.

Den tagesaktuellen Anlagenbericht sowie weitere Informationen zu allen Gebieten finden Interessierte unter www.alpenplus.com.
(Quelle: Pressemitteilung Alpen Plus / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)
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Friedensdemo durch Rosenheimer Innenstadt – rund 150 Teilnehmer, starke Polizeipräsenz

Friedensdemo durch Rosenheimer Innenstadt – rund 150 Teilnehmer, starke Polizeipräsenz

Rosenheim – Am gestrigen Samstag (21.3.2026) zog ein Demonstrationszug unter dem Motto „Für den Frieden“ durch die Rosenheimer Innenstadt. Die Veranstaltung startete um 14 Uhr auf dem Max-Josefs-Platz und wurde von der Friedensinitiative Rosenheim organisiert.

Ziel der Initiative ist es, ein Zeichen für Frieden zu setzen und das Bewusstsein für gewaltfreie Konfliktlösungen zu stärken. Die Gruppe wurde am 11. März 2025 von Veronika Herwegh, Peggy Galic und Major a. D. Florian D. Pfaff gegründet. In ihrer Gründungspressemitteilung hieß es, die Initiative wolle „Hass, Hetze und Feindbilder, die Kriege fördern, bekämpfen und stattdessen Völkerverständigung, Interessenausgleich und Diplomatie unterstützen“ (wir berichteten).

Rund 150 Teilnehmer zogen durch die Rosenheimer Innenstadt. Foto: Gisela Schreiner

Rund 150 Teilnehmer zogen durch die Rosenheimer Innenstadt. Foto: Gisela Schreiner

Teilnahme und Ablauf

Bei der Kundgebung sprachen unter anderem Peggy Galic sowie zwei junge Mädchen am Mikrofon und plädierten für friedliche Lösungen in Konflikten. Während bei der Gründungskundgebung im März 2025 noch über 500 Teilnehmer gezählt wurden, lag die Zahl der Teilnehmer diesmal bei rund 150. Die Polizei war mit einer hohen Präsenz vor Ort, der Demonstrationszug verlief ruhig und ohne Zwischenfälle.
(Quelle: Artikel Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos: Gisela Schreiner)

Heilig-Geist-Straße, Rosenheim, 1962

Heilig-Geist-Straße, Rosenheim, 1962

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1962. Auf der historischen Aufnahme zu sehen ist die Heilig-Geist-Straße in Rosenheim.

Die drei alten Häuser gibt es längst nicht mehr – ebenso den Baumbestand daneben. Gegenüber steht heute ein Parkhaus.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Bildtext: Karin Wunsam)