Rosenheim – Am Samstag, 29. August, beginnt das Rosenheimer Herbstfest 2026. Bei den Fahrgeschäften setzt der Wirtschaftliche Verband als Veranstalter heuer besonders auf Bekanntes: Mehrere Klassiker kehren auf die Loretowiese zurück oder präsentieren sich in neuer Aufmachung. Allen voran sorgt der „Rotor“ für nostalgische Gefühle. Eigentlich sollte das Kult-Fahrgeschäft schon im vergangenen Jahr nach langer Pause wieder nach Rosenheim kommen – doch ein Unfall bei der Anreise machte den Plan zunichte.
Der Rotor kommt zurück
Nun klappt es tatsächlich: Der „Rotor“ kommt wieder zum Rosenheimer Herbstfest. Für viele, vor allem ältere Rosenheimer, dürfte damit auch ein Stück persönliche Herbstfest-Erinnerung zurückkehren.
Der Ablauf des Kult-Fahrgeschäfts ist dabei bis heute ungewöhnlich: Die Besucher stellen sich mit dem Rücken an die Innenwand einer großen, aufrecht stehenden Trommel. Diese beginnt sich zu drehen. Durch die dabei entstehende Fliehkraft werden die Fahrgäste so stark gegen die Wand gedrückt, dass sie dort haften bleiben. Dann senkt sich der Boden unter ihren Füßen ab – und die Menschen scheinen plötzlich frei an der Wand zu schweben.
Auch für Zuschauer ist das Spektakel interessant, denn der Rotor war von jeher Fahrgeschäft und Show zugleich. Von oben lässt sich beobachten, wie die Fahrgäste in der rotierenden Trommel ordentlich durchgeschüttelt werden.
Die Geschichte des Rotors reicht weit zurück. Der Ingenieur Ernst Walter Hoffmeister meldete die Anlage 1948 zum Patent an. 1949 feierte der erste „Rotor“ seine Premiere auf dem Münchner Oktoberfest.
Für Rosenheim war die Rückkehr eigentlich schon für das Herbstfest 2025 geplant. Doch auf dem Weg zur Loretowiese kam es zu einem Verkehrsunfall. Das Fahrgeschäft wurde dabei beschädigt und konnte nicht rechtzeitig aufgebaut werden. Der Wirtschaftliche Verband musste kurzfristig Ersatz für die frei gewordene Fläche finden. Damals übernahmen die „Gaudi Greif Alm“ von Stefan Stey und die „Würstl Prinzessin“ von Anna-Maria Fahrenschon den Platz (wir berichteten).
Auch andere Klassiker feiern Comeback
Nicht nur der Rotor weckt in diesem Jahr Erinnerungen an frühere Herbstfeste. Auch der „Froschflug“ ist wieder mit dabei – allerdings in einem neuen Gewand von Emilio Bügler.
Das Spielgeschäft dürfte vielen Rosenheimern noch bekannt sein: Kleine Gummi- oder Stofffrösche werden auf ein gefedertes Brettchen gelegt und mit einem Hammer in die Höhe katapultiert. Treffen die Frösche die rotierenden Seerosenblätter oder landen in den Töpfen in der Mitte der Bude, gibt es Punkte. Am Ende winken Plüschtiere als Gewinn.
Früher war der „Froschflug“ nicht nur bei Kindern beliebt. Auch so mancher Erwachsene dürfte versucht haben, vor der Begleitung seine Treffsicherheit unter Beweis zu stellen.
Ebenfalls in neuer Interpretation kommt ein alter Bekannter zurück: Aus dem früheren „Hupferl“ wurde „Mama Caramba“. Auch hier geht es kräftig auf und ab. Wer nicht den Halt verlieren will, muss sich gut festhalten. Für die Mitfahrer und für die Zuschauer dürfte dabei gleichermaßen einiges zu sehen sein.
Nach vielen Jahren kehrt außerdem das Laufgeschäft „Krumm & Schiefbau“ der Familie Hartmann auf die Loretowiese zurück. Schräge Ebenen, bewegliche Elemente und überraschende Hindernisse sollen für Unterhaltung bei kleinen und großen Besuchern sorgen.
Geister, Dschungel und schnelle Kurven
Auch bei den übrigen Fahrgeschäften gibt es einige Rückkehrer und bekannte Namen. Mit der „Geistervilla von Mohlengraft“ kommt in diesem Jahr eine neue Geisterbahn nach Rosenheim. Damit gibt es auf dem Herbstfest wieder Gelegenheit, sich zwischen gespenstischen Gestalten ordentlich erschrecken zu lassen.
Für die kleinen Besucher kehrt „Moglis Traumfahrt“ der Familie Henn nach einigen Jahren wieder zurück. Die Fahrt führt durch eine farbenfrohe Dschungelwelt.
Wer es deutlich rasanter mag, dürfte bei der „Wilden Maus“ auf seine Kosten kommen. Die Achterbahn der Familie Münch ist in den vergangenen Jahren bereits mehrfach beim Rosenheimer Herbstfest dabei gewesen. Enge Kurven, überraschende Richtungswechsel und rasante Fahrmanöver gehören zu ihrer Fahrt dazu.
Und auch beim „Würstl-Prinz“ von Anna-Maria Fahrenschon hat sich etwas getan. Nach dem erfolgreichen Start mit einem kleineren Stand im vergangenen Jahr gibt es heuer einen neuen Standort. Gleichzeitig wurde der Stand erweitert und auch das Angebot ausgebaut.
500 Bewerbungen für das Herbstfest
Dass der Wirtschaftliche Verband überhaupt aus einer großen Zahl von Bewerbern auswählen kann, zeigt, wie gefragt das Rosenheimer Herbstfest bei den Schaustellern weiterhin ist. „Auch heuer wieder haben wir aus 500 Bewerbungen auswählen können“, berichtete Klaus Hertreiter vom Wirtschaftlichen Verband am Mittwoch.
Vor Corona habe die Zahl der Bewerbungen sogar bei rund 700 gelegen. Die Krisenjahre hätten allerdings eine ganze Reihe von Schaustellern wirtschaftlich an ihre Grenzen gebracht, so Hertreiter. Nach seiner Einschätzung kommt inzwischen wieder Bewegung in den Markt. „Es tut sich was. Im kommenden Jahr werden wieder einige neue Fahrgeschäfte eröffnen, was man so hört“, sagte er.
Für das Herbstfest 2026 bedeutet das zunächst einmal: Auf der Loretowiese steht die Tradition im Mittelpunkt. Und mit dem Rotor ist diesmal auch ein Fahrgeschäft zurück, auf dessen Comeback viele schon im vergangenen Jahr gewartet hatten.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)