Speisefett sorgt für kilometerlange Rutschpartie

Speisefett sorgt für kilometerlange Rutschpartie

Traunstein – Eine mehrere Kilometer lange und äußerst glatte Fahrbahn hat am Montagnachmittag (10. August) Feuerwehr und Bauhöfe im Stadtgebiet Traunstein sowie in Haslach und Wolkersdorf beschäftigt. Aus einem fahrenden Lastwagen war Speisefett ausgelaufen und hatte sich auf der Straße verteilt. Verletzt wurde niemand.

Die Fettspur begann in der Maxstraße und zog sich über die Rosenheimerstraße, die Äußere Rosenheimerstraße und die Chiemseestraße bis in Richtung Erlstätt. Auch die Strecke über Wolkersdorf bis ins dortige Gewerbegebiet war betroffen.
Durch den zunehmenden Verkehr war das Fett bereits großflächig auf der Fahrbahn verteilt worden. Vor allem für Zweiradfahrer bestand dadurch eine erhebliche Rutsch- und Unfallgefahr. Die Feuerwehren Traunstein, Haslach und Wolkersdorf sicherten besonders gefährdete Stellen zunächst mit Bindemittel ab und stellten Warnschilder auf.

Spezialmaschinen für die Reinigung

Da sich die Verunreinigung damit nicht vollständig beseitigen ließ, wurden Spezialreinigungsfahrzeuge aus Rosenheim angefordert. Mit deren Hilfe wurde die mehrere Kilometer lange Strecke von den Fettrückständen befreit. Die Reinigung dauerte mehrere Stunden.
Im Gewerbegebiet Wolkersdorf entdeckte die Polizei einen Behälter, der vermutlich für den Austritt des Speisefetts verantwortlich war. Wie es dazu kam, ist laut Polizei Gegenstand der weiteren Ermittlungen.
Rund 60 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Unterstützt wurden sie von den städtischen und staatlichen Bauhöfen sowie dem Straßenmeister des Staatlichen Bauamtes.
(Quelle: Kreisfeuerwehrverband Traunstein / Beitragsbild: Symbolfoto)

Platzverweis am Salzstadel: 42-Jähriger muss in Gewahrsam

Platzverweis am Salzstadel: 42-Jähriger muss in Gewahrsam

Rosenheim – Anwohner verständigten am Montagabend (10. August) die Polizei, weil sich am Salzstadel mehrere Personen lautstark aufhielten. Die Gruppe wurde aufgefordert, den Platz zu verlassen und ihren Müll mitzunehmen. Ein 42-jähriger Rosenheimer wollte dem Platzverweis allerdings nicht folgen.

Nach Angaben der Polizei zeigte sich die größere Gruppe vor Ort einsichtig und kam der Aufforderung nach. Der 42-Jährige weigerte sich dagegen zu gehen und schrie herum.
Da er dem Platzverweis nicht Folge leistete, nahmen ihn die Einsatzkräfte in Gewahrsam und brachten ihn in eine Zelle der Polizeiinspektion Rosenheim. Ein Atemalkoholtest ergab bei dem 42-Jährigen laut Polizei mehr als zwei Promille.
(Quelle: Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto)

Königschule, Rosenheim, 1914

Königschule, Rosenheim, 1914

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1914. Auf der historischen Aufnahme sehen wir die heutige Privatschule Dr. Kalscheuer in der Königstraße 1 in Rosenheim – damals noch Königschule.

Das markante Schulgebäude an der Königstraße entstand bereits in den Jahren 1866 und 1867. Mitte des 19. Jahrhunderts herrschte in Rosenheim große Schulraumnot. Die Stadt entschloss sich deshalb, an der damaligen Bahnhofstraße ein neues Schulhaus zu errichten. Am 7. Oktober 1867 wurde das Gebäude feierlich eingeweiht.
Geplant wurde der Neubau von den Münchner Architekten Ludwig Foltz und Rudolf Wilhelm Gottgetreu. Errichtet wurde er im sogenannten Maximiliansstil, einer bayerischen Ausprägung der Neogotik. Seinen Namen „Königschule“ erhielt das Gebäude aufgrund seiner Lage an der Königstraße. Ursprünglich war es eine reine Knabenschule.

Wer sich die historische Aufnahme genauer anschaut, entdeckt am Eingangstrakt vier Figuren. Sie stehen symbolisch für Handel, Gewerbe, Industrie und Religion. Auf dem Ziergiebel befand sich außerdem eine Büste von König Ludwig II., während dessen Regierungszeit das Schulhaus errichtet wurde.
Über die Jahrzehnte wurde das Gebäude nicht nur für den Unterricht der Knabenklassen genutzt. Hier waren unter anderem auch eine Präparandenschule zur Vorbereitung auf den Lehrerberuf und eine gewerbliche Fortbildungsschule untergebracht.

Erst 1986 endete die lange Ära als staatliches Schulhaus. Die Stadt Rosenheim verkaufte das Gebäude an die Private Wirtschaftsschule Dr. Kalscheuer. Damit begann ein neues Kapitel in der Geschichte des alten Schulhauses, das bis heute als Schulgebäude genutzt wird.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Bildtext: Karin Wunsam)

Rosenheim: 28 Frauenparkplätze am Bahnhof Süd sollen kommen

Rosenheim: 28 Frauenparkplätze am Bahnhof Süd sollen kommen

Rosenheim – Am Bahnhofsausgang Süd in der Klepperstraße sollen 28 Frauenparkplätze in Rosenheim ausgewiesen werden. Der Ausschuss für Verkehrsfragen und ÖPNV hat dem entsprechenden Antrag der CSU-Stadtratsfraktion mehrheitlich zugestimmt.

Vorgesehen sind zehn Stellplätze links des Bahnhofsausgangs, direkt im Anschluss an die bereits vorhandenen Parkplätze für Schwerbehinderte. Weitere 18 Frauenparkplätze sollen in der ersten senkrechten Stellplatzreihe entstehen.

Weiterer Lesestoff passend zum Thema: 

Frauenparkplätze gibt es in Rosenheim bereits. Im Parkhaus P12 Bahnhof Nord sind acht Stellplätze entsprechend ausgewiesen. Die nun beantragten 28 Plätze sollen dagegen auf dem P+R-Parkplatz im Freien an der Klepperstraße auf der Südseite des Bahnhofs entstehen.

Die CSU begründet ihren Antrag mit dem Sicherheitsgefühl von Frauen. Durch die kürzeren und direkteren Wege zwischen Bahnhof und Auto sollen insbesondere in den dunklen Abendstunden unsichere Situationen vermieden werden. Zusätzlich soll geprüft werden, ob die Beleuchtung im Bereich der vorgesehenen Stellplätze ausreichend ist und gegebenenfalls verbessert werden kann.

Förderauflagen müssen noch geprüft werden

Ob die 28 Frauenparkplätze tatsächlich ausgewiesen werden können, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt. Der P+R-Parkplatz an der Klepperstraße wurde mit Unterstützung des Freistaats Bayern errichtet. Eine Förderauflage ist, dass die Stellplätze ausschließlich Bahnnutzern zur Verfügung stehen. Die Stadtverwaltung klärt deshalb derzeit mit der Förderbehörde, ob die Ausweisung von Frauenparkplätzen damit vereinbar ist. Auch zur Beleuchtung steht sie mit den Stadtwerken Rosenheim in Kontakt.
Im Ausschuss wurde außerdem darüber gesprochen, wie die Einhaltung der Frauenparkplätze kontrolliert werden könnte.

CSU-Stadtrat Florian Ludwig stellte sich eine ähnliche Beschilderung und Kennzeichnung wie in Parkhäusern vor. FDP-Stadtrat Rosenheim äußerte dagegen Zweifel, dass sich die Regelung durchsetzen lasse. „Die Einhaltung kann nicht durchgesetzt werden“, meinte er und bezeichnete die Ausweisung als „Symbolpolitik“. Er stimmte deshalb gegen den Antrag.

Die Mehrheit des Ausschusses sprach sich am Schluss der Diskussion  für die Ausweisung der 28 Frauenparkplätze aus.
(Quelle: Artikel Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Kommentar: Es geht nicht um Rad gegen Auto – sondern um mobile Freiheit

Kommentar: Es geht nicht um Rad gegen Auto – sondern um mobile Freiheit

Rosenheim – 20 Prozent Radverkehrsanteil in Rosenheim. Ist das viel oder wenig?

Hier geht es zum Artikel:

Aus Sicht derjenigen, die sich seit Jahren für einen höheren Stellenwert des Fahrrads einsetzen, dürfte die Zahl erst einmal erfreulich sein. Immerhin wird damit rund jeder fünfte Weg mit dem Fahrrad zurückgelegt. Nach der aktuellen Studie „Mobilität in Deutschland 2023“ liegt der Radverkehrsanteil in Bayern bei 11 Prozent. Die Zahlen sind wegen unterschiedlicher Erhebungen zwar nicht direkt miteinander vergleichbar, sie zeigen aber, dass Rosenheim beim Radverkehr bereits heute nicht bei null anfängt.

Gleichzeitig lohnt sich auch ein Blick auf die andere Seite der Zahl: Rund 80 Prozent der Wege werden nicht mit dem Fahrrad zurückgelegt. Sie werden zu Fuß, mit dem Auto oder mit anderen Verkehrsmitteln bewältigt. Das Fahrrad ist damit ein wichtiger Teil des Rosenheimer Verkehrs – aber eben nicht der mehrheitlich genutzte.

20 Prozent sind nicht wenig – aber auch nicht alles

Die Stadt will diesen Anteil weiter erhöhen. Bis 2032 soll er nach dem nun gefassten Beschluss auf 25 Prozent steigen. Dafür sollen Fahrradstraßen entstehen, Radwege ausgebaut, Piktogrammketten markiert und an geeigneten Stellen auch Tempo-30-Regelungen geprüft werden.
Damit stellt sich zwangsläufig die Frage, wie diese zusätzliche Bedeutung des Fahrrads im bestehenden Verkehrssystem geschaffen werden soll – und was das für die anderen Verkehrsteilnehmer bedeutet.

Oberbürgermeister Abuzar Erdogan hat in der Sitzung betont, es gehe nicht um „Rad gegen Auto“. Er sei überzeugt, „dass beides miteinander funktioniert“.
Genau so muss es sein. Denn das Auto wird in Rosenheim und in der gesamten Region auch in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle spielen. Rosenheim ist nicht nur eine Stadt, sondern auch Mittelpunkt einer ländlich geprägten Region. Viele Menschen kommen aus den umliegenden Gemeinden zum Arbeiten, Einkaufen, für Arztbesuche oder andere Erledigungen in die Stadt. Der öffentliche Nahverkehr kann längst nicht jede Verbindung so abdecken, dass das Auto für jeden eine gleichwertige Alternative wäre. Dazu kommen Pendler, Studenten, Familien, Handwerker, Lieferverkehr und viele andere, die aus ganz unterschiedlichen Gründen auf das Auto angewiesen sind.
Deshalb sollte die Diskussion nicht ideologisch geführt werden. Nicht nach dem Motto: Wer Fahrrad fährt, ist fortschrittlich – und wer Auto fährt, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Aber auch nicht umgekehrt.

Was bedeutet mobile Freiheit?

Denn am Ende geht es um etwas viel Grundsätzlicheres: mobile Freiheit. Für den einen bedeutet sie, morgens spontan ins Auto steigen zu können, die Kinder mitzunehmen, den Wocheneinkauf einzuladen und direkt am Ziel anzukommen. Für den anderen bedeutet sie, sicher mit dem Fahrrad durch die Stadt fahren zu können, ohne sich zwischen Autos hindurchzwängen zu müssen. Der nächste fährt am liebsten Bus, weil er sich nicht um Parkplatzsuche und Verkehr kümmern möchte. Und wieder ein anderer geht möglichst viele Wege zu Fuß.

Es gibt dabei kein richtig oder falsch.

Ich selbst fahre an schönen Tagen sehr gerne mit dem Fahrrad in die Stadt. Die Wege sind in Rosenheim überschaubar, man kommt häufig schnell ans Ziel und muss keinen Parkplatz suchen. Wenn allerdings der große Einkauf für eine fünfköpfige Familie ansteht oder das Wetter schlecht ist, nehme auch ich selbstverständlich das Auto. Zu Fuß gehe ich ebenfalls gerne, wenn ich keine Besorgungen zu erledigen habe. Den Bus nutze ich persönlich dagegen eher selten, weil ich gerne spontan unterwegs bin.

Das ist meine persönliche Mischung. Bei anderen Menschen sieht sie wieder ganz anders aus. Und genau das ist der Punkt.

Der Planer sieht möglicherweise eine kurze Autofahrt und sagt: Dafür könnte man doch das Fahrrad nehmen. Der Handwerker sieht seine Werkzeuge im Fahrzeug. Die Mutter denkt an den Wocheneinkauf und die Kinder. Der Pendler aus dem Umland muss rechtzeitig zur Arbeit kommen. Der ältere Mensch möchte vielleicht möglichst nah an seinem Ziel parken. Und der Radfahrer möchte einfach sicher von A nach B kommen. Alle haben aus ihrer jeweiligen Lebenssituation heraus nachvollziehbare Argumente.

Der begrenzte Raum auf Rosenheims Straßen

Schwierig wird es dort, wo diese unterschiedlichen Lebensrealitäten auf denselben begrenzten Straßenraum treffen.
Ein breiterer Radweg braucht Platz. Eine Fahrradstraße verändert die Verkehrsführung. Wo neue Radverkehrsanlagen entstehen, können Parkplätze oder Fahrspuren wegfallen. Wo Radfahrer Vorrang bekommen, müssen Autofahrer unter Umständen warten. Eine Einbahnstraße kann für den einen die Verkehrsführung verbessern und für den anderen einen Umweg bedeuten.

Und genau hier darf man die Realität nicht aus den Augen verlieren.

Vier Meter breite Radwege hören sich in einem Verkehrskonzept vielleicht gut an. In Rosenheim kann man dafür aber nicht einfach Häuser verschieben oder Straßen verbreitern, wo dafür kein Platz vorhanden ist. Es wird also Kompromisse geben müssen.

Das gilt auch für die Interessen der Geschäfte. Wenn immer mehr Parkmöglichkeiten verschwinden oder die Erreichbarkeit mit dem Auto schwieriger wird, darf man nicht einfach behaupten, das spiele keine Rolle. Gerade der Handel in der Innenstadt steht ohnehin vor Herausforderungen. Auch diese Perspektive gehört in eine Verkehrsplanung.

Umgekehrt kann man aber ebenso wenig so tun, als brauche es keine Verbesserungen für den Radverkehr. Wenn Menschen auf dem Fahrrad an bestimmten Stellen unsicher unterwegs sind, sollte eine Stadt nach Lösungen suchen. Und wenn bereits 20 Prozent der Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, verdient dieser Verkehr auch eine entsprechende Berücksichtigung.

Die entscheidende Frage lautet deshalb für mich nicht: Auto oder Fahrrad? Sie lautet: Wie schaffen wir es, dass möglichst viele Menschen in Rosenheim das Verkehrsmittel nutzen können, das für ihren jeweiligen Weg sinnvoll ist – ohne dass sich die jeweils anderen dadurch unnötig benachteiligt fühlen? Das ist wesentlich schwieriger, als einfach einen neuen Radweg zu bauen oder einen Parkplatz wegzunehmen.

Denn mittlerweile entsteht bei Verkehrsthemen leider immer häufiger der Eindruck eines Kampfes: Radfahrer gegen Autofahrer, Autofahrer gegen Radfahrer, Fußgänger gegen Radfahrer. Jeder pocht auf sein Recht.

Nur: Recht zu haben, hilft im Straßenverkehr manchmal herzlich wenig, wenn man dafür einen Unfall riskiert. Vielleicht wäre deshalb ein bisschen mehr Rücksicht der bessere Ansatz als der permanente Kampf um den eigenen Platz. Autofahrer müssen Radfahrer beachten. Radfahrer müssen ebenfalls darauf achten, was um sie herum passiert. Fußgänger gehören genauso zum Verkehrsgeschehen wie Busse, Lieferfahrzeuge und alle anderen.

Die Stadt kann mit ihrer Verkehrsplanung die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Sie kann sichere Radwege bauen, Verkehrsführungen verbessern und dafür sorgen, dass notwendige Verkehrsbeziehungen erhalten bleiben. Sie kann aber nicht jede individuelle Lebenssituation in ein perfektes Verkehrskonzept pressen.

Und vielleicht sollte genau das auch der Anspruch sein: keine Gewinner und keine Verlierer, sondern möglichst viel Wahlfreiheit.

Wer bei schönem Wetter radeln möchte, sollte das sicher tun können. Wer mit dem Auto in die Stadt muss oder möchte, sollte nicht unnötig daran gehindert werden. Wer zu Fuß geht oder den Bus nimmt, sollte ebenfalls vernünftig unterwegs sein können.

Rosenheim wird diesen Spagat nicht immer perfekt hinbekommen. Das hat Oberbürgermeister Erdogan selbst gesagt: „Die Ideallösung wird es nicht geben.“
Entscheidend wird deshalb sein, dass die Stadt bei jeder einzelnen Maßnahme genau hinschaut, abwägt und zuhört – und nicht aus dem Verkehrsgeschehen einen Wettbewerb zwischen verschiedenen Gruppen macht.

Denn im Straßenverkehr müssen wir am Ende alle miteinander auskommen.
(Quelle: Kommentar Karin Wunsam / Beitragsbild: Fotomontage Innpuls.me)

Rosenheim plant weitere Fahrradstraßen – Radverkehr soll künftig größeren Anteil haben

Rosenheim plant weitere Fahrradstraßen – Radverkehr soll künftig größeren Anteil haben

Rosenheim –

Rosenheim – Der Radverkehr in der Stadt Rosenheim war eines der bestimmenden Themen in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Verkehrsfragen und ÖPNV. Die Stadträte befassten sich mit einem neuen Radverkehrskonzept, der Weiterplanung mehrerer Fahrradstraßen und einem neuen Ziel für den Radverkehrsanteil. Die Stadt will den Radverkehr damit in den kommenden Jahren stärker berücksichtigen. Die Beschlüsse betreffen allerdings nicht nur Radfahrer, sondern auch die künftige Aufteilung des Straßenraums und damit die Interessen anderer Verkehrsteilnehmer.

Das Interesse an der Sitzung war groß. Im kleinen Sitzungssaal des Rathauses wurde es eng. Unter den Zuhörern waren auch zahlreiche Vertreter und Unterstützer der Rosenheimer Radverkehrsinitiative sowie des ADFC. Die Diskussion über die künftige Rolle des Fahrrads im Rosenheimer Verkehr läuft bereits seit mehreren Jahren.

Weitere Fahrradstraßen auf dem Weg

Bei der Weiterführung der Fahrradstraßen gab es im Ausschuss keine Gegenstimme. Zugestimmt wurde der Vorplanung für die Achsen Landsberger Straße – Schillerstraße – Hohenzollernstraße – Von-der-Tann-Straße sowie Graf-Lamberg-Weg – Farrenpointstraße – Burgfeldstraße. Die Verwaltung wurde beauftragt, die weitere Planung erstellen zu lassen und die Umsetzung voranzubringen.

Weiterer Lesestoff passend zum Thema: 

Auch die bereits beschlossene Achse Eichfeldstraße – Kaltwiesstraße – Leitzachstraße soll weitergeführt werden. Der erste Abschnitt zwischen Kirchenweg und ASV Happing wurde in der zweiten Jahreshälfte 2025 als Fahrradstraße fertiggestellt. Rosenheim verfügt damit inzwischen über seine erste Fahrradstraße.

Bei den geplanten Fahrradstraßen handelt es sich um sogenannte „unechte Fahrradstraßen“. Kraftfahrzeuge dürfen die Straßen weiterhin befahren, der Radverkehr soll jedoch Vorrang haben. Für die Umsetzung ist eine Informationskampagne vorgesehen. Direkt betroffene Anlieger sollen zusätzlich schriftlich informiert werden.

Dass die konkrete Ausgestaltung nicht überall einfach ist, zeigte die Diskussion um den Kardinal-Faulhaber-Platz. Dort befinden sich unter anderem eine Fahrschule, eine Apotheke und ein Orthopädiegeschäft. Mehrere Stadträte sprachen sich dafür aus, den Platz aus der Fahrradstraßenplanung herauszunehmen. Sie verwiesen unter anderem auf die notwendige Erreichbarkeit der dort ansässigen Betriebe mit dem Auto.

Der Kardinal-Faulhaber-Platz bleibt nach der Entscheidung dennoch Bestandteil der Fahrradstraße. Er soll allerdings in beide Richtungen befahrbar bleiben. Für die Von-der-Tann-Straße ist nach der derzeitigen Planung eine Einbahnstraßenregelung von Norden nach Süden vorgesehen.

Vom ersten Abschnitt zum Radverkehrskonzept

Die Planungen für Fahrradstraßen laufen in Rosenheim bereits seit 2021. Damals beauftragte der Ausschuss die Verwaltung zu prüfen, wo geeignete Straßen im Stadtgebiet als Fahrradstraßen ausgewiesen werden könnten. Das Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen untersuchte daraufhin verschiedene Achsen.
2023 wurde die Einrichtung einer Fahrradstraße auf dem Straßenzug Eichfeldstraße – Kaltwiesstraße – Leitzachstraße beschlossen. Der erste Abschnitt wurde Ende 2025 umgesetzt. Mit den nun beschlossenen weiteren Planungen soll das Vorhaben fortgesetzt werden.

Die Fahrradstraßen sind dabei Teil eines umfassenderen Radverkehrskonzepts, das das Stadt- und Verkehrsplanungsbüro SVK dem Ausschuss vorstellte. Der Maßnahmenkatalog umfasst nach Angaben der Verwaltung rund 250 Maßnahmen. Untersucht wurden unter anderem die Qualität bestehender Radwege, Unfallstellen mit Beteiligung von Radfahrern und mögliche Bereiche für Tempo 30.

Oberbürgermeister Abuzar Erdogan nannte „Sicher in Rosenheim radfahren“ als übergeordnetes Ziel des Konzepts. Gleichzeitig sagte er: „Die Ideallösung wird es nicht geben.“ Rosenheim habe nicht überall ausreichend Fläche, um die unterschiedlichen Anforderungen an den Straßenraum gleichzeitig zu erfüllen.
Dr. Ralf Kaulen vom Planungsbüro SVK stellte die Ergebnisse vor. Eine zentrale Frage bei der Erarbeitung des Konzepts sei gewesen: „Würden Rosenheimer radeln, wenn sie denn radeln könnten?“ Fahrradstraßen bezeichnete Kaulen als „hervorragendes Element“ für die weitere Entwicklung des Radverkehrs.

Das Konzept umfasst unter anderem ein Haupt- und Basisnetz, Qualitätsstandards und sechs Entwicklungsachsen für wichtige Radverbindungen. Zu den prioritären Maßnahmen, deren Umsetzung bis Ende 2028 angestrebt wird, gehören neben den Fahrradstraßen unter anderem eine bevorrechtigte Querung des Mangfallradwegs an der Hochfellnstraße, der Ausbau des Mangfallradwegs zwischen Turnersteg und Eisstadion sowie Verbesserungen im Bereich der Bushaltestelle Brucklach.

Auch Piktogrammketten sollen an geeigneten Stellen eingesetzt werden, wenn eigene Radverkehrsanlagen wegen fehlender Flächen nicht möglich sind. Als Beispiele nennt die Verwaltung Teile der Mangfallstraße, Küpferlingstraße und Prinzregentenstraße. In diesen Bereichen soll auch eine Reduzierung auf Tempo 30 geprüft werden. Oberbürgermeister Erdogan hält Tempo 30 nach eigenen Angaben an vielen Stellen für gut umsetzbar.

Radverkehrsanteil soll auf 25 Prozent steigen

Nach der Haushaltsbefragung von 2024 liegt der Radverkehrsanteil in Rosenheim bei rund 20 Prozent. Der sogenannte Modal Split beschreibt dabei, wie sich die zurückgelegten Wege auf verschiedene Verkehrsmittel verteilen.
Das ist weniger als das bisherige politische Ziel. Der Stadtrat hatte 2020 beschlossen, den Radverkehrsanteil bis 2026 auf 26 Prozent zu erhöhen. Dieses Ziel wurde nicht erreicht. Die Verwaltung führt dafür unter anderem die notwendige Abstimmung von Infrastrukturmaßnahmen mit der Haushaltskonsolidierung sowie das Verhalten der Verkehrsteilnehmer als Einflussfaktoren an.

Nun soll der Radverkehrsanteil bis 2032 auf 25 Prozent steigen. Damit soll zugleich eine Voraussetzung für die angestrebte Mitgliedschaft der Stadt in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern (AGFK Bayern) erfüllt werden. Angestrebt wird anschließend auch die Zertifizierung als „Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“.

Für das Radverkehrskonzept gab es keine Gegenstimme. SPD-Stadtrat Robert Metzger sprach von einem „geschlossenen Bild“ und betonte, dass es sich um einen langfristigen Prozess handle. Aus den Reihen der Grünen wurde das Konzept als „zukunftsweisend“ bezeichnet. FDP-Stadtrat Marcus Moga sagte: „Ein sehr gutes Konzept, das zeigt, wie wir den Fahrradverkehr in der Stadt weiterentwickeln können.“

Gleichzeitig wurde im Ausschuss darauf hingewiesen, dass der Radverkehr nur ein Teil des gesamten Verkehrsgeschehens ist. CSU-Fraktionsvorsitzender Dr. Wolfgang Bergmüller betonte, man müsse „alle Verkehrsteilnehmer im Blick behalten“. Rosenheim sei ein zentraler Ort in der Region und der öffentliche Nahverkehr nicht mit dem einer Großstadt vergleichbar. „Viele Leute fahren eben mit dem Auto in die Stadt“, gab er zu bedenken.

Hier geht es zum Kommentar zum Artikel: 

Auch Andreas Kohlberger (AfD) bezeichnete das Konzept als „sehr interessant“, warnte aber davor, „dass man Straßen mit Geschäften, Apotheken usw. vom Autoverkehr abschneidet“. Robert Lappy (Bündnis 90/Die Grünen) sprach sich dafür aus, bei der Verkehrsplanung auch die Nachbargemeinden einzubeziehen. Hanna Rohs (Die Linke) forderte, „dass das Konzept umfassend und in seiner Gesamtheit umgesetzt wird“.
Oberbürgermeister Erdogan betonte, es gehe nicht um „Rad gegen Auto“. Er sei überzeugt: „Ich bin überzeugt, dass beides miteinander funktioniert.“
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)

Rosenheim: Fußballer und Eishockeyprofis trafen sich zum Sommerfest

Rosenheim: Fußballer und Eishockeyprofis trafen sich zum Sommerfest

Rosenheim – Fußball trifft Eishockey: Beim Sommerfest des Sportbund DJK Rosenheim auf dem Sportbund Campus standen nicht nur die eigenen Vereinsmitglieder und Familien im Mittelpunkt. Auch die Starbulls Rosenheim waren zu Gast. Für einen besonderen Programmpunkt sorgte ein Fußballspiel, bei dem sich Spieler des Sportbunds und Eishockeyprofis der Starbulls gegenüberstanden.

Los ging es bereits am Vormittag mit einer Tanzshow der Tanzsportabteilung. Anschließend wurde auf dem Fußballplatz gespielt. Auch Spieler der Handicap-Abteilung des Sportbunds waren daran beteiligt. Für Unterhaltung sorgte außerdem die Boxabteilung mit einer Halbzeitshow.

Langjährige Mitglieder der Hockey-Abteilung mit Max Keil in der Mitte. Foto: Copyright Sportbund DJK Rosenheim

Langjährige Mitglieder der Hockey-Abteilung mit Max Keil in der Mitte. Fotos: Copyright Sportbund DJK Rosenheim

68 Mitglieder für langjährige Vereinstreue geehrt

Ein weiterer Programmpunkt war die Ehrung langjähriger Vereinsmitglieder. Insgesamt 68 Mitglieder wurden in diesem Jahr für ihre langjährige Zugehörigkeit zum Sportbund ausgezeichnet.

Eine besonders lange Vereinsgeschichte hat Max Keil aus der Hockeyabteilung vorzuweisen. Er ist seit 75 Jahren Mitglied des Sportbund DJK Rosenheim und wurde dafür beim Sommerfest geehrt. Nach Angaben des Vereins konnten in den vergangenen Jahren aufgrund der Corona-Pandemie und weiterer Projekte keine größeren Ehrungsveranstaltungen stattfinden. Deshalb wurden diesmal neben den üblichen runden Jubiläen auch weitere langjährige Mitgliedschaften berücksichtigt.

Die Starbulls Coaches und Vorstand Bernd Perner. Foto: Copyright Sportbund DJK Rosenheim

Die Starbulls Coaches und Vorstand Bernd Perner.

Der 1. Vorsitzende Bernd Perner zog eine positive Bilanz: „Unser Sommerfest hat eindrucksvoll gezeigt, was unseren Verein ausmacht: Gemeinschaft, Zusammenhalt und die Freude am Sport. Dass so viele Menschen gemeinsam mit uns gefeiert haben und wir gleichzeitig unsere langjährigen Mitglieder ehren konnten, macht diesen Tag zu etwas ganz Besonderem.“
Auch der stellvertretende Vorsitzende Willi Bonke äußerte sich zufrieden: „Ein solches Fest gelingt nur, wenn viele Ehrenamtliche gemeinsam anpacken. Mein herzlicher Dank gilt allen Helferinnen und Helfern, unseren Abteilungen, den Starbulls Rosenheim und allen Gästen. Das war Werbung für den Verein und für den Sport in Rosenheim.“
Von den Starbulls Rosenheim war deren 1. Vorstand Marcus Thaller zu Gast. Er sagte: „Es war ein wunderschönes Fest mit einer großartigen Atmosphäre. Wir sind sehr gerne zum Sportbund gekommen und bedanken uns für die herzliche Gastfreundschaft. Solche Veranstaltungen zeigen, wie Sport Menschen verbindet.“

Neben dem Sportprogramm konnten Besucher die verschiedenen Abteilungen des Sportbunds kennenlernen. Auch die Spieler der Starbulls standen für Gespräche, Fotos und Autogramme zur Verfügung.
(Quelle: Pressemitteilung Sportbund DJK Rosenheim / Beitragsbild, Fotos: Sportbund DJK Rosenheim)

Rosenheim: Antik- und Trödelmarkt lädt am 15. August zum Stöbern ein

Rosenheim: Antik- und Trödelmarkt lädt am 15. August zum Stöbern ein

Rosenheim – Wer gerne zwischen alten Büchern, Porzellan, Bildern, Spielzeug oder anderen Fundstücken stöbert, hat am kommenden Samstag, 15. August, wieder Gelegenheit dazu: In der Rosenheimer Innenstadt findet erneut der Antik- und Trödelmarkt statt.

Von 10 bis 18 Uhr verwandeln sich mehrere Bereiche der Fußgängerzone in einen großen Markt. Stände gibt es auf dem Max-Josefs-Platz, dem Ludwigsplatz, in der Heilig-Geist-Straße sowie rund um die St.-Nikolaus-Kirche.
Zu entdecken gibt es allerlei Dinge aus vergangenen Zeiten und gebrauchte Waren. Das Angebot reicht beispielsweise von Porzellan und Glas über Bücher und Spielzeug bis hin zu Möbeln, Bildern, Spiegeln und Uhren. Auch Textilien wie Leinen und Spitze gehören zum Sortiment.
Der Antik- und Trödelmarkt findet in Rosenheim zweimal im Jahr statt und hat inzwischen eine lange Tradition. Organisiert wird er vom City-Management Rosenheim gemeinsam mit Harry Volkwein.
Wer selbst mit einem Stand dabei sein möchte, kann sich unter info@group-unform-h-volkwein.de anmelden.

Der Antik- und Trödelmarkt findet am Samstag, 15. August, von 10 bis 18 Uhr in der Rosenheimer Innenstadt statt.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)

Sudelfeld: Polizei stellt mehrere Geschwindigkeitsverstöße fest

Sudelfeld: Polizei stellt mehrere Geschwindigkeitsverstöße fest

Oberaudorf / Landkreis Rosenheim – Bei einer mehrstündigen Geschwindigkeitskontrolle auf der B307 am Sudelfeld hat die Polizei am Sonntag (9. August) mehrere Verstöße festgestellt. Nach Angaben der Polizeiinspektion Brannenburg wurden in rund vier Stunden insgesamt sieben Geschwindigkeitsverstöße angezeigt. Zwei der betroffenen Fahrer müssen neben einem Bußgeld auch mit einem Fahrverbot rechnen.

Kontrolliert wurde am Vormittag vor allem die Geschwindigkeit. Nach Einschätzung der Polizei gehört überhöhte Geschwindigkeit auf der kurvenreichen Strecke zu den häufigen Unfallursachen. Während sich der überwiegende Teil der Verkehrsteilnehmer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit gehalten habe, wurden insbesondere bei Motorrädern Verstöße festgestellt.

Am schnellsten unterwegs war nach Polizeiangaben ein 53-jähriger Motorradfahrer aus dem Inntal. Bei erlaubten 60 km/h wurde er mit bis zu 124 km/h gemessen. Ihn erwarten laut Polizei ein Bußgeld von 480 Euro, zwei Punkte im Fahreignungsregister und ein einmonatiges Fahrverbot.

Ab 11 Uhr kontrollierten die Beamten außerdem das dort geltende Durchfahrtsverbot. Dabei stellte die Polizei nach eigenen Angaben keine Verstöße fest.

Die Polizeiinspektion Brannenburg verweist außerdem auf die Auswirkungen der einseitigen Streckensperrung für Motorräder. Nach ihrer Einschätzung habe diese zu einer Entschärfung der Verkehrssituation auf der B307 geführt. Sowohl die Zahl schwerer Unfälle als auch die Zahl anderer Verkehrsverstöße sei dadurch zurückgegangen.
Nach Angaben der Polizei sollen die Motorradstrecken im Inntal bis zum Herbst weiterhin verstärkt kontrolliert werden.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Brannenburg / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Wasserburg: Briefkasten einer Anwaltskanzlei gesprengt

Wasserburg: Briefkasten einer Anwaltskanzlei gesprengt

Wasserburg – Ein lauter Knall hat am Montagmorgen Anwohner rund um den Marienplatz in Wasserburg am Inn aufgeschreckt. Gegen 10. August 2026 wurde der Polizei in den frühen Morgenstunden ein schussähnliches Geräusch gemeldet. Vor Ort stellten die Beamten fest, dass der Briefkasten einer Anwaltskanzlei durch eine Explosion erheblich beschädigt worden war.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei fuhr ein bislang unbekannter Mann mit einem Roller bis zum Brucktor und stellte das Fahrzeug dort ab. Anschließend ging er zu Fuß zur Anwaltskanzlei. Nach der Explosion kehrte er zu seinem Roller zurück und fuhr damit stadtauswärts.
Zeugen beschrieben den Mann mit einer beigen Hose und einem schwarzen Oberteil. Außerdem soll er möglicherweise einen bunten Helm getragen haben.
Die Polizei leitete unmittelbar eine Fahndung im näheren Umfeld ein, bislang jedoch ohne Erfolg.

Wer in den frühen Morgenstunden etwas beobachtet hat oder Hinweise auf den unbekannten Mann geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Wasserburg unter 08071/9177110 zu melden.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Wasserburg / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Kunst auf Zeit: „Drehmoment“ bringt Leben in leerstehende Räume

Kunst auf Zeit: „Drehmoment“ bringt Leben in leerstehende Räume

Rosenheim – Ein ungewöhnlicher Ort für zeitgenössische Kunst ist derzeit an der Dr.-Steinbeißer-Straße in Rosenheim zu entdecken. In den leerstehenden Verkaufs- und Ausstellungsräumen der ehemaligen „Zweiradwerke“ ist für den August die Gruppenausstellung „Drehmoment“ eingezogen. Zur Vernissage am Sonntagabend (9. August) kamen zahlreiche Besucher.

Kunstausstellung Drehmomente. Fotos: Copyright Hendrik Heuser

Die Vernissage war sehr gut besucht. Fotos: Copyright Hendrik Heuser

Organisiert wird die Ausstellung von der Rosenheimer Kultur-Initiative Foyer-Art um Initiatorin Cécile Pierrot. Sechs Kunstschaffende zeigen ihre Arbeiten auf zwei Etagen des großzügigen Holzgebäudes: Claudia Weber, Cosima Strähhuber, Josefine Pytlik, Martl Fritzsche, Mela Ilse und Paula Dirschinger. Fast alle haben einen Bezug zu Rosenheim oder zur Region.

Die Ausstellung ist als Zwischennutzung angelegt. Die derzeit leerstehenden Räume können bis Ende August kostenfrei für das Projekt genutzt werden. Dabei geht es nicht nur um Kunst an den Wänden: Je nach Arbeit finden sich auch Skulpturen, Installationen und weitere raumbezogene Arbeiten in den Räumen.

Vernissage mit Performance

Bei der Eröffnung stellte Cécile Pierrot die beteiligten Kunstschaffenden vor. Anschließend folgte eine Performance von Paula Dirschinger an einem großen Esstisch im Außenbereich.
Die ungewöhnliche Zwischennutzung soll dem bislang nicht öffentlich zugänglichen Gebäudeteil vorübergehend eine neue Funktion geben. Neben der Ausstellung sind deshalb im August auch Kino, Musik und weitere Veranstaltungen geplant. Vermittelt wurde der Kontakt zu den Eigentümern über das Rosenheimer Citymanagement. Auch die Stadt Rosenheim unterstützt das Projekt.

Weitere Termine im August
  • Am Mittwoch, 12. August, öffnet „Drehmoment“ ab 17 Uhr zum „Afterwork – Kunst – Apéro“. Um 20 Uhr folgt in der oberen Halle eine Kinovorstellung des KulturKlubs.
  • Am Samstag, 22. August, gibt es ab 17 Uhr erneut Kunst und Apéro. Ab 20 Uhr stehen die Bands KORIANDER (Trash Pop ’n‘ Roll) und DEZOLAT (Post-Punk) auf dem Programm.
  •  Eine Kunstmatinée mit Kaffee und Führung durch die Ausstellung findet am Sonntag, 23. August, ab 11 Uhr statt.
  •  Zum Abschluss gibt es am Samstag, 29. August, ab 19 Uhr eine Finissage.

Geöffnet ist die Ausstellung zu den Veranstaltungen und nach Vereinbarung. Weitere Informationen gibt es bei Foyer-Art.
(Quelle: Artikel Hendrik Heuser und Karin Wunsam / Info: Hendrik Heuser / Beitragsbild, Fotos: Hendrik Heuser)

Salingarten, Rosenheim, 1957

Salingarten, Rosenheim, 1957

Rosenheim – Unsere Fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1957. Auf der historischen Aufnahme zu sehen ist der Rosenheimer Salingarten. Genauer gesagt fällt der Blick über den damaligen Park auf einen Teil der alten Saline: Im Hintergrund ist das große Hauptsudhaus mit seinen markanten Kaminen zu sehen.

Heute ist von dieser Industrieanlage an dieser Stelle nichts mehr übrig. Wo damals Salz gesiedet wurde, stehen heute der Salingarten und das Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim (KU’KO). Der Blick auf das historische Foto macht deshalb besonders deutlich, wie stark sich dieser Teil der Stadt verändert hat.

Das Sudhaus sollte eigentlich erhalten bleiben

Die Saline Rosenheim stellte ihren Betrieb am 1. Juli 1958 ein. Schon wenige Jahre später begann der schrittweise Abriss der Produktionsgebäude. Im März 1960 wurden die ersten Gebäude auf dem ehemaligen Salinenareal niedergelegt. Auch markante Kamine verschwanden nach und nach aus dem Stadtbild.

Besonders bemerkenswert ist die Geschichte des großen Hauptsudhauses, das auf unserem Foto im Hintergrund zu sehen ist. Das klassizistische Gebäude sollte eigentlich unter Denkmalschutz gestellt werden. Nach einer Kontroverse mit dem Landesamt für Denkmalpflege wurde es schließlich dennoch abgerissen, um Platz für die städtebauliche Neugestaltung des Areals zu schaffen.
1967 verschwand mit dem Abriss des Salinturms schließlich eines der letzten markanten Gebäude der alten Saline.

Heute erinnert vor allem der Name Salingarten noch an die Geschichte dieses Ortes. Auch das nahegelegene Solepumpenhaus ist als bauliches Zeugnis der Salinenzeit erhalten geblieben.

Und vielleicht gibt es sogar noch eine kleine Verbindung zwischen dem Foto von 1957 und dem heutigen Salingarten: Einige der Bäume, die damals vor dem Sudhaus standen, könnten noch heute an dieser Stelle wachsen. Sicher sagen lässt sich das anhand der Aufnahme allerdings nicht.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Bormman / Artikel: Karin Wunsam)