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München / Bayern – Rund 98.000 landwirtschaftliche Betriebe gibt es in Bayern. Doch wie sicher ist ihre wirtschaftliche Zukunft? Der neue Bayerische Agrarbericht 2026 blickt auf die Entwicklung der Landwirtschaft zurück. Der Bayerische Bauernverband (BBV) sieht vor allem mit Blick auf die kommenden Jahre Handlungsbedarf und fordert von der Politik mehr Unterstützung für die Familienbetriebe.
Nach Angaben des BBV liegt rund ein Drittel aller landwirtschaftlichen Betriebe Deutschlands in Bayern. 64 Prozent der bayerischen Höfe werden im Nebenerwerb geführt. Mehr als 66 Prozent haben sich mit einem weiteren Betriebszweig ein zusätzliches Standbein geschaffen, etwa durch Urlaub auf dem Bauernhof oder Direktvermarktung.
Carl von Butler, Generalsekretär des BBV, betont, dass der Agrarbericht die aktuelle wirtschaftliche Lage vieler Höfe nicht vollständig widerspiegele. Er sei ein Rückblick, während zahlreiche Betriebe derzeit unter Druck stünden. „Wer Ernährungssicherheit haben will, muss den Familienbetrieben Perspektiven und Verbindlichkeit bieten“, sagt von Butler.
Bauernverband fordert verlässliche EU-Förderung
Besonders die Nutztierhaltung und hier vor allem die Schweinehaltung bereiten dem Verband Sorgen. Mit Blick auf die neue Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP), die ab 2028 gelten soll, fordert der BBV eine ausreichende Finanzierung. Nach Angaben des Verbands stammt rund ein Drittel des Einkommens der Betriebe aus dieser Förderung.
Von Butler warnt vor Kürzungen: „Wer hier die Axt anlegt, gefährdet die bäuerlichen Familienbetriebe in Bayern“. Außerdem fordert der BBV, die Förderung der ersten Hektare zu stärken und sicherzustellen, dass alle Betriebe Zugang zu den EU-Mitteln haben – ausdrücklich auch Höfe im Nebenerwerb.
BBV verlangt Soforthilfe für Schweinehalter
Gestiegene Kosten, Ertragsausfälle und niedrige Erzeugerpreise stellten viele landwirtschaftliche Familienbetriebe vor existenzielle Herausforderungen, erklärt der Bauernverband. Besonders angespannt sei die Situation in der Schweinehaltung. Deshalb fordert von Butler kurzfristige politische Maßnahmen, um die wirtschaftliche Lage der Betriebe zu stabilisieren.
„Gerade die Schweinehalter benötigen kurzfristige politische Maßnahmen, um ihre Liquidität zu sichern. Ein Sofortprogramm für Schweinehalter mit bundesweit rund 500 Millionen Euro ist dringend geboten und würde vor Ort investiert werden.“
Zur Bedeutung der Branche verweist der BBV auf die Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Einschließlich der vor- und nachgelagerten Bereiche seien in Bayern mehr als 900.000 Arbeitsplätze mit dem Agribusiness verbunden. Der Verband fordert deshalb rasches politisches Handeln, um die Zukunft der Familienbetriebe zu sichern.
(Quelle: Pressemitteilung Bayerischer Bauernverband (BBV) / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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