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Blaualgen im Simssee: Das sollten Badegäste wissen

Simssee. Foto: re

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

1. August 2026

Lesezeit: 3 Minute(n)

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Riedering / Landkreis Rosenheim – Im Simssee (Landkreis Rosenheim) sind aktuell Blaualgen (Cyanobakterien) aufgetreten. Entdeckt wurde eine sogenannte Blaualgenblüte am vergangenen Samstag (25.7.2026) im Bereich der Badestelle Pietzing. Eine gesundheitliche Gefährdung für Badegäste bestand nach Angaben des Gesundheitsamtes nicht. Trotzdem gilt: Wer beim Baden auf einen Algenteppich trifft, sollte Abstand halten.

Die Wasserwacht Rosenheim hatte das Staatliche Gesundheitsamt über einen Algenteppich im Simssee informiert. Bei einer anschließenden Ortsbesichtigung bestätigte sich der Verdacht auf eine sogenannte Blaualgenblüte. Allerdings befand sich der Algenteppich außerhalb des Badebereichs und damit in ausreichender Entfernung zur Badestelle. Für die dort badenden Menschen bestand deshalb keine gesundheitliche Gefährdung. „Da bei hohen Temperaturen Blaualgen bei jedem natürlichen Gewässer auftreten können, haben wir dies zum Anlass genommen, weitere Maßnahmen zur Aufklärung der Öffentlichkeit umzusetzen“, erklärt Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim.

Blaualgen – kurz erklärt

Was sind Blaualgen eigentlich?
Blaualgen heißen wissenschaftlich Cyanobakterien. Sie sind keine Algen, sondern Bakterien. Sie gehören allerdings seit Milliarden Jahren zu den natürlichen Bestandteilen von Gewässern und kommen auch in unseren Seen vor. Ihren Namen verdanken sie einem blauen Farbstoff. Je nach Art und Zusammensetzung können sie aber auch grünlich, rötlich oder bräunlich erscheinen.

Seit wann gibt es sie bei uns?
Blaualgen sind keine neue Erscheinung in der Region. Sie kommen natürlicherweise in Gewässern vor. Einen konkreten Zeitpunkt für den ersten Nachweis am Simssee gibt es nicht. Belegt ist aber, dass sie dort schon seit Jahren auftreten: Im Frühjahr 2021 wurden beispielsweise Blaualgen im Bereich der Badebucht Baierbach nachgewiesen.

Was lässt sie stark wachsen?
Vor allem Wärme und viele Nährstoffe können das Wachstum begünstigen. Besonders bei länger anhaltend hohen Temperaturen können sich Cyanobakterien massenhaft vermehren. In nährstoffreichen, flachen Seen treten solche sogenannten Blaualgenblüten häufiger auf.

Was macht sie gefährlich?
Einige Cyanobakterien können Giftstoffe, sogenannte Cyanotoxine, bilden. Werden größere Mengen belasteten Wassers verschluckt, kann das gesundheitsschädlich sein. Auch Haut- und Schleimhautreizungen sind möglich. Besonders aufpassen sollten Eltern bei kleinen Kindern, die im flachen Wasser spielen. Auch Hunde sollten Wasser mit sichtbaren Blaualgen nicht trinken.

Woran erkennt man eine Blaualgenblüte?
Das Wasser kann grünlich, bläulich oder rötlich-trüb wirken. An der Oberfläche können sich schlierige, flockige oder schaumartige Teppiche bilden. Ein einfacher Hinweis für Badegäste: Sind die Füße in knietiefem Wasser nicht mehr zu sehen, sollte man nicht ins Wasser gehen.

Wichtig: Eine Blaualgenblüte kann sich durch Wind und Wellen innerhalb kurzer Zeit verlagern oder wieder verschwinden. Deshalb kann die Situation an einem See von einem Uferabschnitt zum anderen unterschiedlich sein.

Blaualgen können schnell auftauchen und wieder verschwinden

Das Problem: Eine Blaualgenblüte kann sich innerhalb kurzer Zeit entwickeln. Ebenso schnell kann sie sich durch Wind und Wellen an einen anderen Uferabschnitt verlagern oder wieder verschwinden. Deshalb empfiehlt das Gesundheitsamt Badegästen, vor dem Schwimmen einen prüfenden Blick auf das Wasser zu werfen. Bei sichtbaren Algenteppichen sollte auf das Baden verzichtet werden.

Erkennbar sein können Blaualgen unter anderem an einer grünlichen, bläulichen oder rötlichen Trübung des Wassers. Teilweise bildet sich eine schlierige oder schaumartige Schicht auf der Oberfläche. Ein weiteres Warnzeichen: Wenn in knietiefem Wasser die eigenen Füße nicht mehr zu sehen sind, sollte nicht gebadet werden.

Warum Blaualgen nicht ungefährlich sind

Blaualgen sind streng genommen gar keine Algen, sondern Cyanobakterien. Sie kommen natürlicherweise in Gewässern vor und sind deshalb auch bei uns nichts völlig Neues. Einen ersten Nachweis am Simssee lässt sich nicht auf ein bestimmtes Jahr datieren. Dass sie dort bereits seit Jahren auftreten können, zeigt unter anderem ein Nachweis im Bereich der Badebucht Baierbach aus dem Jahr 2021.

Problematisch werden Cyanobakterien vor allem dann, wenn sie sich massenhaft vermehren. Wärme und ein hohes Nährstoffangebot können solche sogenannten Blüten begünstigen. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) weist darauf hin, dass gerade in warmen Sommern und nährstoffreichen Gewässern massive Vorkommen häufiger beobachtet werden. Auch die besonders heißen Sommer 2018 und 2019 führten in Bayern zu einem Anstieg entsprechender Blüten.

Nicht alle Cyanobakterien produzieren Giftstoffe. Einige Arten können jedoch sogenannte Cyanotoxine bilden. Werden größere Mengen belasteten Wassers verschluckt, können diese gesundheitsschädlich sein. Auch Haut- und Schleimhautreizungen sind möglich. Besonders gefährdet sind Kinder, die im flachen Wasser spielen und dabei Wasser verschlucken.

Auch für Hunde können Blaualgen gefährlich werden. Sie können beim Trinken des Wassers oder beim Ablecken ihres Fells nach dem Baden Giftstoffe aufnehmen.
Ein weiteres Problem ist die starke Trübung des Wassers. Dadurch kann es im Notfall schwieriger werden, Menschen im Wasser zu erkennen und zu retten.

Gesundheitsamt kontrolliert die Badeseen

Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim kontrolliert die EU-Badeseen in Stadt und Landkreis während der gesamten Badesaison von Mai bis September regelmäßig nach der Bayerischen Badegewässerverordnung. Zusätzlich werden bei konkreten Anlässen weitere Kontrollen durchgeführt. „Das Gesundheitsamt Rosenheim kontrolliert die EU-Badeseen in Stadt und Landkreis Rosenheim über die gesamte Badesaison von Mai bis September regelmäßig nach der Bayerischen Badegewässerverordnung und führt zusätzlich anlassbezogene Kontrollen durch“, erklärt Hierl. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bescheinigt den kontrollierten Badestellen laut Gesundheitsamt regelmäßig eine ausgezeichnete Wasserqualität.
(Quelle: Artikel Karin Wunsam / Info: Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

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