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Buchtipp: „Bitter – das neue Süß“: Wie heimische Kräuter Körper und Geist bereichern

Buchtipp - eingeblockt Buchcover. Hintergrund Kräuter. Fotomontage: re

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

21. Juli 2026

Lesezeit: 3 Minute(n)

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Rosenheim – Bitterstoffe galten lange Zeit als unerwünschter Geschmack und wurden aus vielen Obst- und Gemüsesorten regelrecht herausgezüchtet. Mit ihrem Buch „Bitter – das neue Süß. Leber und Seele regenerieren“ lädt die österreichische Kräuterexpertin Margot Fuchs dazu ein, diese fast vergessenen Pflanzenstoffe neu zu entdecken. Entstanden ist ein ebenso informatives wie liebevoll gestaltetes Sachbuch, das wissenschaftliche Erkenntnisse, traditionelles Kräuterwissen und zahlreiche praktische Tipps miteinander verbindet.

Cover. Foto: re

Das Buchcover. Foto: re

Margot Fuchs lebt im Bregenzerwald in Vorarlberg, den sie als ihren persönlichen Kraftort und wichtigste Inspirationsquelle beschreibt. Nach 18 Jahren in der Gastronomie entschied sie sich für einen neuen Weg und widmet sich seither mit großer Leidenschaft der Kräuterheilkunde. Sie ist diplomierte Kräuterexpertin der Vereinigung FNL (Freunde Naturgemäßer Lebensweise), zertifizierte Knospenexpertin, Buchautorin und Referentin. Seit vielen Jahren vermittelt sie ihr Wissen in Seminaren und stellt hochwertige Kräuterprodukte her.

Eine faszinierende Idee als Ausgangspunkt

Bereits im Vorwort nimmt Margot Fuchs ihre Leser mit auf ihre persönliche Reise. Auslöser war ein Zeitungsartikel über eine alte Vorstellung der Volksheilkunde: die Idee, dass die Natur dem Menschen genau die Pflanzen zur Verfügung stellt, die er gerade braucht. Diese als Signaturenlehre oder Resonanzprinzip bekannte Denkweise hat eine lange Tradition und zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch.
Auch wenn diese Sichtweise wissenschaftlich nicht belegt ist, regt sie zum Nachdenken an. Margot Fuchs versteht sie vor allem als Einladung, die Natur vor der eigenen Haustür wieder bewusster wahrzunehmen. Tatsächlich lässt sich aus ökologischer Sicht nachvollziehen, dass Pflanzen auf bestimmte Boden- und Umweltbedingungen reagieren – auch wenn sie natürlich nicht mit einer gezielten Absicht wachsen.

Bitterstoffe neu entdecken

Im Mittelpunkt des Buches stehen jedoch die Bitterstoffe selbst. Margot Fuchs beschreibt, welche Bedeutung sie nach ihrer Auffassung für das Wohlbefinden haben und wie sie sich unkompliziert in den Alltag integrieren lassen.

Dabei greift sie auch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse auf.  Bitterstoffe regen unter anderem die Bildung von Speichel sowie Verdauungssäften an und unterstützen dadurch die Verdauung. Darüber hinaus beschreibt die Autorin, welche positiven Auswirkungen Bitterstoffe ihrer Ansicht nach auf Stoffwechsel, Leber und das allgemeine Wohlbefinden haben können.

Vom Kräuterwissen bis zur eigenen Hausapotheke

Besonders gelungen ist der hohe Praxisbezug. Das Buch stellt zahlreiche heimische Wildkräuter wie Löwenzahn, Schafgarbe, Wegwarte oder Brennnessel vor und erklärt, wann sie gesammelt werden können und wie sie sich verwenden lassen.
Zu jeder Pflanze gibt es eine übersichtliche Zusammenfassung mit Anwendungsgebieten, Inhaltsstoffen, verwendeten Pflanzenteilen und praktischen Einsatzmöglichkeiten. Ergänzt werden die Pflanzenporträts durch zahlreiche Rezepte sowie Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Tees, Tinkturen, Oxymel und weitere Kräuterzubereitungen. Auch Themen wie Räuchern mit Pflanzen oder Rituale zur bewussten Entschleunigung finden ihren Platz.

Leidenschaft, die ansteckt

Schon nach wenigen Seiten wird deutlich, mit wie viel Herzblut Margot Fuchs dieses Buch geschrieben hat. Ihre Begeisterung für heimische Kräuter ist in jeder Zeile spürbar und überträgt sich schnell auf den Leser. Statt trockenem Fachwissen erwartet den Leser ein leicht verständlich geschriebenes Buch, das neugierig macht und Lust darauf weckt, den eigenen Garten oder die Natur mit offenen Augen zu erkunden.              Hinzu kommt die liebevolle Gestaltung. Zahlreiche Fotos lockern den Text auf und machen das Buch zu einem Begleiter für alle, die sich intensiver mit heimischen Heilpflanzen beschäftigen möchten.

Natürlich bewegt sich Margot Fuchs bei einigen Themen auch im Bereich der Erfahrungsheilkunde. Nicht jede ihrer Sichtweisen lässt sich wissenschaftlich eindeutig belegen. Das schmälert jedoch den Gesamteindruck kaum. Denn das Buch erhebt nicht den Anspruch eines medizinischen Fachwerks, sondern versteht sich als Einladung, traditionelle Kräuterkunde mit modernen Erkenntnissen zu verbinden und dabei die Natur wieder bewusster wahrzunehmen.
Wer sich für Heilpflanzen interessiert oder einfach neugierig ist, welche Schätze direkt vor der eigenen Haustür wachsen, findet in „Bitter – das neue Süß“ einen inspirierenden Begleiter mit vielen praktischen Anregungen.
(Quelle: Artikel Karin Wunsam / Beitragsbild: Hintergrund: re – eingeblockt Cover: Freya Verlag / Foto: Cover: Freya Verlag)

Bitter – das neue Süß. Leber und Seele regenerieren
Margot Fuchs
Freya Verlag
ISBN: 978-3-99025-533-9
24,90 Euro

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