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Callcenterbetrug in Oberbayern Süd: 351.000 Euro bei Schockanrufen erbeutet

Seniorin mit Telefon in der Hand von hinten fotografiert

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

8. Oktober 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Oberbayern Süd – Betrüger haben im dritten Quartal 2026 mit sogenannten Schockanrufen erneut hohe Summen erbeutet. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wurden zwischen Juli und September zehn vollendete Fälle registriert. Dabei übergaben Opfer Bargeld und Wertgegenstände im Gesamtwert von rund 351.000 Euro an die Täter. In mehreren Fällen gelang es der Polizei, Tatverdächtige festzunehmen.

Die Betrüger setzen bei ihren Anrufen meist auf Angst und Zeitdruck. Häufig behaupten sie, ein Angehöriger habe einen schweren Unfall verursacht und müsse nun gegen eine hohe Kaution freikommen. Die Anrufer geben sich dabei beispielsweise als Polizeibeamte oder Staatsanwälte aus.
Vor allem ältere Menschen geraten ins Visier der Täter. Sie werden dazu gebracht, Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände an Abholer zu übergeben. Nach Angaben der Polizei gingen auch im vergangenen Quartal wieder zahlreiche Meldungen über solche Betrugsversuche ein.

75.000 Euro vor dem Haus deponiert

In einem Fall aus dem Landkreis Mühldorf legte eine 75-Jährige am 28. Juli nach einem solchen Anruf 75.000 Euro vor ihrer Wohnanschrift ab. Wenig später kam ein 39-jähriger serbischer Staatsangehöriger mit einem Taxi zur Abholung des Geldes. Polizeikräfte konnten ihn festnehmen.
Auch in Garmisch-Partenkirchen nahm die Polizei am 24. August einen Tatverdächtigen fest. Der 20-jährige tschechische Staatsangehörige soll zuvor an einem Schockanruf beteiligt gewesen sein. Zu einer Geldübergabe kam es in diesem Fall nicht. Gegen den Mann wurde Haftbefehl erlassen.

Ein weiterer Fall ereignete sich im Landkreis Berchtesgadener Land. Dort wurde ein 55-jähriger Mann am 2. September zunächst von einem vermeintlichen Anwalt und später von einem angeblichen Staatsanwalt kontaktiert. Unter dem Vorwand eines Gewinnspiels sollte er 115.000 Euro übergeben. Im Zuge der Ermittlungen konnten zwei deutsche Staatsangehörige im Alter von 23 und 28 Jahren als Tatverdächtige ermittelt und festgenommen werden.
Besonders hoch war der Schaden in einem Fall vom 15. Juli in Bernau: Eine 85-Jährige übergab dort nach Angaben der Polizei 180.000 Euro an einen bislang unbekannten Täter.

Polizei warnt vor der Masche

Neben den zehn vollendeten Schockanrufen registrierte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd im dritten Quartal fünf weitere Fälle, bei denen sich die Täter als falsche Polizeibeamte ausgaben. Dabei erlangten sie nach Angaben der Polizei von den Opfern insgesamt rund 65.000 Euro. In diesen Fällen konnten zwei Tatverdächtige festgenommen werden. Hinzu kam eine hohe Zahl weiterer Anrufversuche.

Die Polizei setzt deshalb weiterhin auf Prävention. Wer einen Anruf erhält, bei dem ein Angehöriger angeblich in Schwierigkeiten steckt und kurzfristig Geld benötigt, sollte sich nicht unter Druck setzen lassen. Die Polizei fordert niemals am Telefon zur Übergabe von Bargeld oder Wertgegenständen auf.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd / Beitragsbild: Symbolfoto re)

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