Diese Stadträte wurden verabschiedet:
- Rudi Hötzel (Republikaner) – 35 Jahre im Dienst
- Herbert Borrmann (CSU) – 30 Jahre im Dienst
- Franz Lukas (Bündnis90 / Grüne) – 30 Jahre im Dienst
- Karl Heinz Brauner (Grüne) – 24 Jahre im Dienst
- Maria Klauser (FDP) – 27 Jahre im Amt
- Robert Multrus (Freie Wähler / UP) – 24 Jahre im Dienst
- Markus Dick ( Freie Wähler / UP) – 12 Jahre im Dienst
- Horst Halser (ÖDP) – 16 Jahre im Dienst mit 89 Jahren Bayerns ältester Stadtrat
- Judith Kley Stephan (Bündnis 90 / Grüne) – war 12 Jahre im Dienst
- Karl Mooslechner ( CSU) – 12 Jahre im Dienst
- Daniela Dickhoff (Bündnis 90 / Die Grünen) – 6 Jahre im Dienst
- Reinhard Tomm ( CSU) – 6 Jahre im Amt
- Astrid Schenk ( Bündnis 90 / Grüne) 3 Jahre im Dienst
- Stefan Bauer (Parteilos) – 1 Jahr im Dienst
- Franz Reindl ( Freie Wähler /UP) – 5 Monate im Dienst
Ein stiller Moment vor der Abschiedsrede
Als die ersten Programmpunkte begannen, lag eine besondere Ruhe im Raum. Spätestens als die Verabschiedung der ausscheidenden Stadträte auf der Bühne begann, wurde deutlich: Hier geht ein Abschnitt zu Ende.
Dann trat Andreas März ans Rednerpult. Und es wurde still im Saal – so still, dass selbst leise Gespräche verstummten. Zum letzten Mal wurde ihm von Gertraud Pfaffeneder aus dem Hauptamt der Stadt die Amtskette umgelegt und gerade gerückt. Ein kleines Ritual, das in diesem Moment viel schwerer wog als seine äußere Geste.
Andreas März: „Natürlich bin ich traurig und enttäuscht. Aber ich gehe ohne Bitterkeit“
Als März sprach, war der Ton offen und persönlich. „Natürlich bin ich traurig und enttäuscht“, sagte er mit Blick auf seine Niederlage in der Stichwahl gegen seinen Nachfolger Abuzar Erdogan, der zuvor SPD-Fraktionsvorsitzender war. Zugleich machte er klar, dass er ohne Bitterkeit gehe.
Für ihn sei mit der Wahl zum Oberbürgermeister ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Das Amt habe er in den vergangenen sechs Jahren bewusst in seinem Stil geprägt – nahbar, direkt, „als Andi und nicht als Andreas März“, wie er selbst sagte. Auch der bisherige zweite Bürgermeister Daniel Artmann griff diesen Gedanken später auf und beschrieb die Art März’ als bewusst unkompliziert – eher „Du“ als „Sie“.
März erinnerte in seiner Rede auch an die schwierige Anfangszeit seiner Amtsführung, geprägt von der Corona-Pandemie und ihren weitreichenden Entscheidungen für Stadt und Gesellschaft. Danach sei die Komplexität der kommunalen Aufgaben nicht kleiner geworden.
„Das Leben der Bürger wird immer komplexer“, so März. Umso wichtiger sei es, dass Verwaltung und Stadtrat keine unnötigen zusätzlichen Hürden schaffen. Stattdessen müsse man den Menschen mehr zutrauen.
Ebenso mahnte er, politische Arbeit ohne ideologische Verhärtungen zu führen und die Anliegen der Bürger in den Mittelpunkt zu stellen. An seinen Nachfolger richtete er den Appell: „Stellen Sie sich schützend vor die Kollegen in der Verwaltung, denn sie sind ihr Kapital.“
Applaus – und ein schneller Abschied
Nach seiner Rede erhob sich der Saal zu einem langen, stehenden Applaus. Ein Moment, der sichtlich nachhallte. Doch noch bevor der Hauptgang serviert wurde, verließ Andreas März gemeinsam mit seiner Frau die Veranstaltung. Für ihn war mit dieser letzten Rede seine zeit als Oberbürgermeister vorbei.
Der restliche Abend gehörte dem Stadtrat, dem neuen Rosenheimer Oberbürgermeister Abuzar Erdogan – und dem Übergang in eine neue politische Zeit.
Ein neuer Abschnitt beginnt früh am Morgen
Für Andreas März begann der neue Lebensabschnitt bereits wenige Stunden später – mit einem frühen Aufbruch: Bereits um 2 Uhr in der Nacht machte er sich gemeinsam mit seiner Frau auf den Weg zu einem Bittgang nach Birkenstein.
Wie es für ihn politisch und beruflich weitergeht, ist offen. Von einer „Neuausrichtung“ spricht er selbst. Konkrete Entscheidungen gebe es bislang nicht. Erst einmal wolle er Abstand gewinnen und überlegen, was künftig für ihn und seine Familie der richtige Weg ist.
(Quelle: Artikel: Karin Wusnam / Beitragsbild, Fotos: Josefa Staudhammer)




































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