Prutting / Landkreis Rosenheim – Chemische Pflanzenschutzmittel oder mechanische Verfahren? Bei einem Feldtag in Prutting (Landkreis Rosenheim) konnten Landwirte verschiedene Möglichkeiten zur Unkrautbekämpfung im Mais miteinander vergleichen. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Rosenheim hatte dafür gemeinsam mit der Hamberger GbR eine Demonstrationsfläche bei Waldering angelegt.
Mais wird im Landkreis Rosenheim vor allem als Futter für die Milchviehhaltung angebaut. Damit die Pflanzen ausreichend Wasser, Nährstoffe und Licht zur Verfügung haben, spielt auch die Regulierung von Unkraut eine Rolle. Auf der Demonstrationsfläche konnten die Teilnehmer verschiedene Ansätze direkt miteinander vergleichen.
Chemische Behandlung zeigt Wirkung
Bei der chemischen Unkrautbekämpfung werden Pflanzenschutzmittel mit einer Feldspritze ausgebracht. Auf der Fläche in Prutting war dieser Bereich nach Angaben des AELF nahezu frei von Unkraut.
Mehrjährige Versuche der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) kommen laut AELF zu dem Ergebnis, dass chemische Verfahren Unkräuter im Durchschnitt wirksamer und kostengünstiger bekämpfen als mechanische Methoden. Gleichzeitig gibt es einen Nachteil: Werden über längere Zeit dieselben Wirkstoffe eingesetzt, können sich resistente Unkräuter entwickeln, gegen die bestimmte Mittel nicht mehr ausreichend wirken.
Was bringt die mechanische Variante?
Bei der mechanischen Unkrautbekämpfung bearbeiten spezielle Geräte den Boden. Unkräuter werden dabei ausgerissen oder mit Erde bedeckt. Auf den entsprechenden Flächen kann der Unkrautbesatz allerdings höher sein.
Nach Angaben des AELF müssen dadurch nicht zwangsläufig geringere Maiserträge entstehen. Die mechanische Bodenbearbeitung kann das Wachstum der Maispflanzen zusätzlich fördern. Bleiben jedoch Unkräuter stehen und bilden Samen, kann dies das Unkrautaufkommen in den folgenden Jahren erhöhen.
Kombination verschiedener Verfahren
Nach den Erfahrungen aus den Versuchen bietet die chemische Unkrautregulierung derzeit Vorteile. Gleichzeitig wird nach Angaben des AELF das Risiko von Resistenzen größer, wenn immer weniger Wirkstoffe zur Verfügung stehen.
Als einen möglichen Ansatz nennt das Amt deshalb die Kombination beider Methoden. So könnten mechanische Verfahren beispielsweise zwischen den Maisreihen eingesetzt werden, während die Reihen selbst chemisch behandelt werden. Auf diese Weise ließe sich der Einsatz von Herbiziden reduzieren, ohne bei der Unkrautbekämpfung vollständig auf chemische Mittel zu verzichten.
Rund um diese unterschiedlichen Möglichkeiten ging es beim Feldtag am 10. September in Prutting, bei dem zahlreiche Landwirte die Demonstrationsfläche besichtigten.
(Quelle: Pressemitteilung: Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim / Beitragsbild: Copyright AELF)


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