Rosenheim – Wer Obst, Gemüse und Kräuter im eigenen Garten anbaut, schafft nicht nur frische Lebensmittel direkt vor der Haustür, sondern stärkt auch Nachhaltigkeit, Regionalität und Gesundheitsbewusstsein. Der eigene Hausgarten macht erlebbar, wo Lebensmittel herkommen, wie viel Arbeit in ihrer Erzeugung steckt und welchen Einfluss die Jahreszeiten auf das Angebot haben.
Frisch geerntete Produkte kommen ohne lange Transportwege aus, schonen Ressourcen und bereichern eine ausgewogene Ernährung. Darüber hinaus fördert die Gartenarbeit Bewegung an der frischen Luft, stärkt das Wohlbefinden und unterstützt einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln.
Schulgarten als Lern- und Lebensraum
Wie diese Zusammenhänge praxisnah vermittelt werden können, zeigt der Schulgarten der Hauswirtschaftsschule Rosenheim. Er dient als wertvoller Lern- und Lebensraum, in dem Wissen, Naturerfahrung, Umweltbewusstsein und soziales Lernen miteinander verbunden werden.
Die Themen Regionalität und Saisonalität werden dort nicht nur theoretisch behandelt, sondern aktiv in den Unterricht verschiedener Fächer eingebunden. Durch die eigenständige Bewirtschaftung der Gartenbeete übernehmen die Studenten Verantwortung für Planung, Pflege und Ernte.
Verantwortung übernehmen und Wertschätzung entwickeln
Die praktische Arbeit im Garten fördert Teamfähigkeit, Kreativität und Selbstbewusstsein. Gleichzeitig lernen die Studenten, Arbeitsabläufe zu organisieren und langfristig zu planen. Dabei wird deutlich, wie viel Engagement hinter dem Anbau von Lebensmitteln steckt.
Diese Erfahrungen stärken die Wertschätzung für frisches Obst und Gemüse und schaffen ein tieferes Verständnis für nachhaltige Ernährung.
Gartenarbeit stärkt Gemeinschaft und Wohlbefinden
Die gemeinsame Arbeit im Schulgarten dient jedoch nicht nur der Wissensvermittlung. Sie fördert auch das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Klasse und bietet einen Ausgleich zum Schulalltag. Bewegung in der Natur schafft Raum für Entspannung und unterstützt die körperliche sowie mentale Gesundheit.
Nicht selten motivieren die positiven Erfahrungen die Studenten dazu, das erworbene Wissen nach Abschluss der Meisterschule im eigenen Garten anzuwenden und selbst Obst und Gemüse anzubauen. Auf diese Weise tragen sie dazu bei, Regionalität und Saisonalität auch im privaten Alltag zu stärken.
Von der Aussaat bis auf den Teller
Im Schulgarten der Hauswirtschaftsschule Rosenheim werden unter anderem Salate, Radieschen, Kohlrabi und verschiedene Kräuter angebaut. Die geernteten Produkte werden anschließend in der Schulküche verarbeitet.
So erleben die Studenten den gesamten Weg der Lebensmittel – von der Aussaat über die Pflege bis hin zur Verwendung in der Küche.
Auch ohne eigenen Garten lässt sich Gemüse erfolgreich anbauen. Viele Kulturen wie Radieschen oder verschiedene Kräuter gedeihen problemlos in Balkonkästen oder Pflanzgefäßen auf dem Fensterbrett. Schon auf kleinem Raum kann so ein Beitrag zu einer nachhaltigen und gesunden Lebensweise geleistet werden.
Nutzgärten fördern Lebensqualität in Seniorenheimen
Darüber hinaus zeigen Hauswirtschaftsmeiste in zahlreichen Einrichtungen, welchen sozialen und emotionalen Wert Nutzgärten haben können. Besonders in Seniorenheimen erfreuen sich Tisch- und Hochbeete großer Beliebtheit.
Das gemeinsame Pflanzen, Pflegen und Ernten weckt Erinnerungen an frühere Lebensabschnitte, fördert Gespräche und unterstützt die Biografiearbeit. Es entstehen Begegnungsräume, die Gemeinschaft, Lebensfreude und Teilhabe stärken.
Damit leisten Nutzgärten weit über die reine Lebensmittelproduktion hinaus einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität der Bewohner.
(Quelle: Pressemitteilung Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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