Hilpoltstein / Bayern – In Bayern sind derzeit an mehreren Orten Gänsegeier zu beobachten. Die großen Greifvögel wurden laut dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) in den vergangenen Tagen unter anderem bei Bayreuth, im Oberallgäu, im Landkreis Fürstenfeldbruck, am Ammersee sowie im Karwendelgebirge bei Mittenwald gesichtet. Zudem überquerte ein besenderter Gänsegeier am vergangenen Samstag Mittelfranken.
„Bayern erhält derzeit hohen Besuch von jungen Gänsegeiern aus Südeuropa, die auf ausgedehnten Erkundungstouren im Freistaat unterwegs sind“, erklärt LBV-Geierexperte Toni Wegscheider.
Die Tiere stammen nach Angaben des LBV vermutlich aus Friaul, Kroatien oder Südostfrankreich. Da Gänsegeier erst im Alter von fünf bis sechs Jahren brüten, verbringen junge Vögel mehrere Jahre mit ausgedehnten Wanderungen. Auf der Suche nach Nahrung legen sie täglich bis zu 400 Kilometer zurück.
„Dass der Einflug im späten Frühling erfolgt, ist kein Zufall. Geiereltern müssen jetzt ihren aktuellen Nachwuchs versorgen, da bleibt in der Hierarchie am Futterplatz für die Halbwüchsigen wenig übrig. Sie verlassen daher die angestammten Gebiete und fliegen dabei im Extremfall auch bis zu uns“, so Wegscheider.
Nach Einschätzung des LBV suchen die Geier in Bayern lediglich nach Nahrung und nicht nach neuen Brutgebieten. In den kommenden Tagen oder Wochen dürften sie ihre Reise fortsetzen.
Gänsegeier stirbt nahe Windkraftanlage
Überschattet werden die aktuellen Sichtungen vom Tod eines Gänsegeiers im Unterallgäu. Eine Spaziergängerin entdeckte den Vogel südlich von Warmisried bei Mindelheim in der Nähe einer Windkraftanlage.„Offensichtlich wurden dem Vogel beim Durchflug der Windkraftanlage die Beine und der Steiß abgeschlagen. Die massiven Verletzungen müssen dazu geführt haben, dass der Geier sofort abgestürzt und gestorben ist“, erklärt Leo Rasch, Vorsitzender der LBV-Kreisgruppe Unterallgäu.
Der Naturschutzverband weist darauf hin, dass Gänsegeier in Bayern verschiedenen Gefahren ausgesetzt sind. Auch Bleivergiftungen können durch belastetes Aas zum Tod der Tiere führen. Bereits in den vergangenen Jahren wurden entsprechende Fälle im Unterallgäu und im Landkreis Starnberg dokumentiert.
„Neben Bleivergiftungen stellen auch ungesicherte Windräder ein tödliches Risiko für Gänsegeier dar. Wir fordern deshalb bessere Schutzmaßnahmen für Greifvögel an Windrädern, mitunter auch an bestehenden Anlagen“, so Rasch.
Größer als Adler
Der Gänsegeier zählt zu den größten Greifvögeln Europas. Er erreicht eine Flügelspannweite von bis zu 2,70 Metern und ein Gewicht von bis zu elf Kilogramm. Das europäische Hauptvorkommen liegt in Spanien, wo mehr als 90 Prozent des Bestands leben.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)


Erst im späten Frühjahr dieses Jahres wurden im Lesachtal (Kärnten) sechs vergiftete Gänsegeier aufgefunden 😞.
(Bericht u.a. Blog Bartgeier)
Mittlerweile ist erwiesen, daß sie durch das Nervengift Carbofuran zu Tode kamen.
Was treibt manche Menschen dazu, dies zu tun??? DUMMHEIT? Die ist manchmal grenzenlos!
Gänsegeier ernähren sich von frischem oder verwesenden Aas, räumen also gut auf in der Natur . Von den übrigen Teilen, den Knochen, ernähren sich dann wiederum die Bartgeier. Eine optimale Lösung welche so geschaffen wurde!