Fürth / Bayern – Die Getreideernte fällt in Bayern in diesem Jahr voraussichtlich deutlich geringer aus als 2025. Nach aktuellen Schätzungen des Bayerischen Landesamts für Statistik werden rund 5,6 Millionen Tonnen Getreide erwartet. Das sind 12,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025 liegt die erwartete Erntemenge um 8,6 Prozent niedriger.
Grund für den Rückgang sind laut dem Bayerischen Landesamt für Statistik vor allem die Witterungsbedingungen. Ein überwiegend trockenes Frühjahr sowie längere trockene und warme Phasen im weiteren Jahresverlauf führten dazu, dass die Getreidebestände schneller abreiften. In vielen Regionen begann die Ernte deshalb früher als üblich.
Weniger Ertrag und weniger Anbaufläche
Beim Getreide wird für Bayern 2026 ein durchschnittlicher Ertrag von 64,1 Dezitonnen je Hektar erwartet. Damit liegt der Wert 10,7 Prozent unter dem Vorjahr. Gleichzeitig ist auch die Anbaufläche zurückgegangen. Sie verringerte sich gegenüber 2025 um 2,3 Prozent auf rund 878.700 Hektar.
Besonders deutlich fällt der Rückgang beim Winterweizen aus. Für die flächenstärkste Getreideart Bayerns wird eine Erntemenge von rund 2,9 Millionen Tonnen erwartet. Das entspricht einem Minus von 22,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Winterweizenfläche – einschließlich Dinkel und Einkorn – ging um 3,6 Prozent auf rund 473.100 Hektar zurück. Gleichzeitig sank der durchschnittliche Ertrag von 77,2 auf voraussichtlich 70,1 Dezitonnen je Hektar.
Auch bei der Wintergerste wird ein geringerer Hektarertrag erwartet. Dieser liegt voraussichtlich bei 68,8 Dezitonnen und damit 7,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Weil die Anbaufläche gleichzeitig um 6,1 Prozent auf rund 203.900 Hektar gewachsen ist, fällt der Rückgang der gesamten Erntemenge mit rund zwei Prozent vergleichsweise gering aus.
Sommergerste besonders stark betroffen
Deutliche Einbußen gibt es bei der Sommergerste. Die erwartete Erntemenge liegt 2026 bei rund 370.000 Tonnen. Das sind 22,7 Prozent weniger als im vergangenen Jahr.
Neben einem geringeren Hektarertrag spielt dabei auch die kleinere Anbaufläche eine Rolle. Sie sank gegenüber 2025 um 13,8 Prozent auf rund 73.300 Hektar.
Winterraps bleibt stabil
Anders sieht die Entwicklung beim Winterraps aus. Hier wird mit rund 430.000 Tonnen eine ähnlich große Erntemenge wie im Vorjahr erwartet. Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025 liegt sie sogar um 8,1 Prozent höher.
Die Anbaufläche wurde gegenüber dem Vorjahr um 1,8 Prozent auf rund 119.600 Hektar ausgeweitet. Der durchschnittliche Hektarertrag ging dagegen leicht von 36,4 auf 35,7 Dezitonnen zurück.
Dritt schlechteste Getreideernte seit 1996
Mit voraussichtlich 5,6 Millionen Tonnen gehört die Getreideernte 2026 zu den schwächsten der vergangenen Jahrzehnte. Im Zeitraum seit 1996 ist sie nach den aktuellen Zahlen die drittschlechteste.
Noch geringer war die Erntemenge 2024 mit rund 5,47 Millionen Tonnen und 2003 mit rund 5,49 Millionen Tonnen. Besonders ertragreich waren dagegen die Jahre 2004 mit 7,9 Millionen Tonnen, 2014 mit 7,8 Millionen Tonnen und 2015 mit 7,3 Millionen Tonnen.
Die aktuellen Zahlen für 2026 beruhen auf den bisher ausgewerteten Ertragsmessungen der „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung“ sowie auf Ertragsschätzungen der amtlichen Berichterstatter für den Berichtsmonat Juli. Es handelt sich damit um eine Prognose.
(Quelle: Pressemitteilung Bayerisches Landesamt für Statistik / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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