Rosenheim – Jahrelang wurde über den Grünen Markt am Ludwigsplatz diskutiert: über fehlende Fläche, mangelnde Attraktivität, Straßensperrungen und die Erreichbarkeit der Innenstadt. Inzwischen hat sich der Blick verändert. Im Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur am Donnerstagabend (9.7.2026) wurde deutlich: Der Markt wird gut angenommen – und es stellt sich inzwischen eher die Frage, ob er künftig noch weiteres Potenzial hat.
Formal stand lediglich ein Bericht zur aktuellen Situation des Grünen Marktes auf der Tagesordnung. Vorgestellt wurde dieser von Oliver Horner, Leiter des Rosenheimer Ordnungsamtes. Doch die anschließenden Wortmeldungen zeigten, dass das Thema inzwischen eine neue Richtung genommen hat: Nicht mehr die grundsätzliche Zukunft des Marktes steht im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie sich das Angebot weiterentwickeln könnte.
Der Grüne Markt begleitet den Rosenheimer Stadtrat bereits seit vielen Jahren. Immer wieder wurde darüber diskutiert, ob der Standort am Ludwigsplatz den Anforderungen noch gerecht wird. Gleichzeitig stießen Überlegungen zu einer Verlegung auf Widerstand von Geschäftsleuten aus dem Umfeld, die den Markt als wichtigen Bestandteil der Innenstadt sehen. Ein neuer Versuch zur Aufwertung wurde im Frühjahr 2024 gestartet: Die Marktfläche wurde erweitert, indem der Bereich zwischen Kreisverkehr und Ecke Weinstraße an Samstagen für den Autoverkehr gesperrt wurde. Dadurch konnten zusätzliche Flächen für Marktstände genutzt werden.
Mehr Angebot und ein neuer Ablauf
Nach Angaben der Stadtverwaltung hat sich der Grüne Markt seit dieser Erweiterung weiterentwickelt. Inzwischen bieten 21 Fieranten ihre Waren am Ludwigsplatz an. Das Angebot reicht von Obst und Gemüse über Käse, Gewürze, Honig, Eier, Fleisch- und Wurstwaren sowie Fisch bis hin zu Kaffee, Marmeladen und Produkten aus Schnapsbrennereien. Saisonale Angebote wie Spargel, Kürbisse oder Weihnachtsgebäck ergänzen das Sortiment.
Der Samstag ist dabei der wichtigste Markttag. Zwar gibt es auch unter der Woche einzelne Stände, doch an den Samstagen ist die Auswahl deutlich größer. Zusätzlich sorgen musikalische Darbietungen des Fördervereins des Grünen Marktes sowie Angebote von „Kind & Werk“ des Stadtmarketings für weitere Anziehungspunkte. Der Stadtrat hatte sich bereits im vergangenen Jahr einstimmig dafür ausgesprochen, den erweiterten Grünen Markt mit der samstäglichen Straßensperrung fortzuführen.
Organisiert wird der Markt vom Rosenheimer Ordnungsamt. Um den Marktmeister an Samstagen zu entlasten, wurde seit Februar dieses Jahres ein geringfügig Beschäftigter mit der Marktaufsicht betraut. Wie Oliver Horner im Ausschuss erklärte, handelt es sich dabei um einen ehemaligen Mitarbeiter des Ordnungsamtes, der sich nach dem Ruhestand noch eine Aufgabe gesucht hatte. Er kümmert sich unter anderem um den Auf- und Abbau der Beschilderung für die Straßensperrung, unterstützt die Fieranten vor Ort und informiert bei Bedarf die Polizei über Falschparker. Für die Lagerung des Absperrmaterials ist außerdem eine kombinierte Aufbewahrungsbox mit Sitzgelegenheit geplant.
Blick nach vorne
„Es läuft ganz gut. An dem Samstagen ist dort viel los. Da ist der Markt ein Besuchermagnet. Die Händler sind sehr zufrieden“, sagte Oliver Horner zur aktuellen Situation. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die räumlichen Möglichkeiten derzeit begrenzt sind. Immer wieder würden sich weitere Fieranten um einen Standplatz bewerben, aufgrund der vorhandenen Fläche könnten aber nicht alle berücksichtigt werden.
Horner verwies zudem auf saisonale Unterschiede: Besonders im Frühjahr und Herbst werde der Markt gut angenommen. In den Wintermonaten und im Hochsommer sei die Nachfrage geringer. Gerade für Anbieter von Obst und Gemüse seien hohe Temperaturen eine Herausforderung.
Auch Peter Rutz von den Rosenheimer Grünen bewertete die Entwicklung positiv. „Ich habe auch den Eindruck, dass es an den Samstagen sehr gut funktioniert“, sagte er im Ausschuss. Gleichzeitig sieht er Potenzial für eine weitere Vergrößerung – verbunden mit der Frage, wo dafür zusätzliche Flächen gefunden werden könnten.
Rosenheims Oberbürgermeister Abuzar Erdogan machte deutlich, dass der Ludwigsplatz als Kernstandort des Grünen Marktes erhalten bleiben soll. Gleichzeitig kann auch er sich eine weitere Entwicklung grundsätzlich vorstellen: „Wir werden uns die Frage stellen müssen, in welche Richtung man den Grünen Markt ausdehnen könnte“, sagte Erdogan. Mit Blick auf die steigenden Tourismuszahlen in Rosenheim könne ein weiterer Ausbau aus seiner Sicht auch für Besucher der Stadt interessant sein.
Eine konkrete Entscheidung über eine Erweiterung wurde im Ausschuss nicht getroffen. Klar wurde vielmehr: Der aktuelle Stand des Grünen Marktes soll gesichert werden – und die Frage, ob und wo noch weiteres Potenzial für eine Entwicklung vorhanden ist, bleibt ein Thema für die Zukunft.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)


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