Happing / Rosenheim – Am Happinger See in Rosenheim sind derzeit Blässhuhnküken unterwegs. Mit ihren roten Köpfchen und den orangefarbenen Federbüscheln am Hals sehen die kleinen Wasservögel ziemlich ungewöhnlich aus. Aber warum sind die Küken eigentlich so bunt – und was steckt sonst noch hinter dem Blässhuhn?
Bei der Frage, ob die kleinen Blässhuhnküken am Happinger See nun besonders hübsch, niedlich oder vielleicht doch eher ein „hässliches Entlein“ sind, dürfte es unterschiedliche Meinungen geben. Auffällig sind sie auf jeden Fall: Der Kopf ist rot und auch am Hals leuchten orangefarbene Federbüschel. Dazu kommt das dunkle, fast schwarze Gefieder.
So sehen die Küken allerdings nicht für immer aus. Mit zunehmendem Alter verändert sich ihr Aussehen. Aus den auffällig gefärbten Jungvögeln werden die eher schlicht wirkenden schwarzen Blässhühner mit dem charakteristischen weißen Stirnschild.
Die „Blesse“ gibt dem Blässhuhn seinen Namen
Und genau dieses Stirnschild erklärt auch den Namen. Die weiße Zeichnung wird als Blesse bezeichnet – daher Blässhuhn. Die Art gehört zur Familie der Rallen und ist bei uns weit verbreitet. Das Blässhuhn zählt zu den häufigsten Wasservögeln Mitteleuropas.
Auch am Happinger See fühlen sich die Tiere offenbar wohl. Blässhühner besiedeln gerne stehende Gewässer wie Seen, Weiher und Teiche. Wichtig sind geeignete Uferbereiche und ausreichend Nahrung.
Anfang August sind die Küken spät dran
Wer jetzt Anfang August noch so kleine Blässhuhnküken entdeckt, kann sich allerdings fragen, ob die Familie nicht etwas spät dran ist. Tatsächlich liegt die Brutzeit der Blässhühner in Bayern normalerweise zwischen März und Anfang August. Die Küken am Happinger See sind damit schon eher Spätstarter – ungewöhnlich ist Nachwuchs zu dieser Jahreszeit aber nicht.
Das Blässhuhn ist in Bayern auch keineswegs vom Aussterben bedroht. Die Art gilt hier als ungefährdet. Dennoch sind geeignete Gewässer und naturnahe Uferbereiche für die Vögel wichtig.
Ein vergleichsweise kühler See
Und während sich viele Gewässer in diesem Sommer stark erwärmen, hat der Happinger See eine Besonderheit: Er ist ein Grundwassersee. Das Wasser stammt zu einem großen Teil aus dem Grundwasserstrom des Inntals und wird ständig ausgetauscht. Dadurch erwärmt sich der See deutlich weniger stark als viele andere Gewässer im Rosenheimer Stadtgebiet. Ob der Blässhuhn-Nachwuchs nun kaltes oder warmes Wasser mehr schätzt, wissen wir nicht. Mit Blick auf unser Beitragsbild können wir aber sagen: Im Happinger See, so wie er sich derzeit präsentiert, scheinen sich die kleinen Wasservögel jedenfalls sehr wohlzufühlen
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Fotomontage Gisela Schreiner)


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