Rosenheim – Das bestehende Gebäude an der Färberstraße 41 in Rosenheim soll weichen. Geplant ist dort ein neues Mehrfamilienhaus. Im Stadtentwicklungs- und Baugenehmigungsausschuss sorgten vor allem die geplanten Balkone für Diskussionen. Mehrere Stadträte sahen kritisch, dass diese in den Straßenraum ragen sollen und befürchteten Auswirkungen auf das Erscheinungsbild der historischen Färberstraße.
Das Gebäude an der Färberstraße 41 soll abgerissen werden. An seiner Stelle ist ein neues Mehrfamilienhaus geplant. Dafür wurde bei der Stadt zunächst ein Antrag auf Vorbescheid eingereicht.
Vorgesehen sind zwei Varianten: Bei einer soll das Gebäude fünf Wohneinheiten und sechs Vollgeschosse, bei der anderen vier Wohneinheiten und vier Vollgeschosse haben. Beide Varianten sehen zwei Stellplätze auf dem Grundstück vor. Aus Sicht der Stadtverwaltung fügt sich die niedrigere Variante hinsichtlich des Maßes der baulichen Nutzung in die nähere Umgebung ein. Die höhere Variante mit sechs Vollgeschossen wird in diesem Punkt dagegen kritisch gesehen.
Balkone als Knackpunkt
Für längere Diskussionen sorgten vor allem die geplanten Balkone an der zur Färberstraße gerichteten Gebäudeseite. Sie sollen vom zweiten bis zum vierten Obergeschoss auskragen und rund 1,50 Meter in den Straßenraum hineinragen.
Die Färberstraße gehört zu den historisch geprägten Bereichen der Rosenheimer Innenstadt. Die Färbergasse wurde bereits 1579 erstmals urkundlich erwähnt. Nach dem großen Brand von 1847 wurden zahlreiche Gebäude in diesem Bereich neu aufgebaut. Der gewachsene Charakter des Viertels spielt deshalb auch bei heutigen Bauvorhaben eine Rolle.
Eine Mehrheit der Stadträte sah die geplanten Balkone kritisch. Befürchtet wurde, dass die Ausführung das bisherige Erscheinungsbild der Färberstraße deutlich verändern könnte. Die Stadträte sprachen sich deshalb dafür aus, dass die Stadtverwaltung noch einmal das Gespräch mit der Antragstellerin sucht.
Oberbürgermeister Abuzar Erdogan gab dabei zu bedenken, dass Balkone grundsätzlich auch die Wohnqualität eines Gebäudes erhöhen würden. Außerdem verwies er darauf, dass es in der Färberstraße unweit des geplanten Neubaus bereits ein Gebäude gibt, bei dem Balkone ab dem zweiten Obergeschoss ebenfalls in den Straßenraum ragen (siehe unser Beitragsbild).
Mit der Beratung im Ausschuss ist noch keine endgültige Genehmigung des Neubaus verbunden. Zunächst soll die Stadtverwaltung noch einmal das Gespräch mit der Antragstellerin suchen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Josefa Staudhammer)


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