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Innpuls-Tagebuch – Hinter den Schlagzeilen: „Rosenheim in Bewegung“ – zwischen Ideologie und Streit um Mobilität

Karin Portrait-Foto. Flotomontage mit Hintergrund.

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

17. April 2026

Lesezeit: 3 Minute(n)

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Rosenheim – Es gibt Veranstaltungen, die einen journalistisch über viele Jahre begleiten. „Rosenheim in Bewegung“ ist so ein Fall. Und kaum eine andere sorgt inzwischen für so viele Diskussionen wie diese.

Eintrag vom Freitag, 17. April 2026

Gestern lag wieder die Vorankündigung auf meinem Schreibtisch. Am nächsten Wochenende, 25. und 26. April, ist es wieder soweit. Und ganz automatisch war sie wieder da – diese gedankliche Reise zurück zu den Anfängen.

Denn die Anfänge dieser Veranstaltung reichen tatsächlich weit zurück.

In den Anfangsjahren hieß sie schlicht „Autosalon“. In den 1980er- und 1990er-Jahren waren solche Autoschauen fast schon ein fester Bestandteil in vielen Städten – und auch in Rosenheim ein echter Publikumsmagnet.

Der Max-Josefs-Platz wurde zur Bühne für glänzenden Lack und starke Motoren. Über 30 Autohäuser präsentierten ihre neuesten Modelle. Darunter nicht nur Alltagsfahrzeuge, sondern auch echte Hingucker – Luxuskarossen, PS-starke Boliden, Fahrzeuge, die man sonst höchstens aus dem Fernsehen kannte.

Und ja – es hatte fast etwas Ritualhaftes.

Die Männer standen in kleinen Gruppen um die Autos, fachsimpelten, warfen einen Blick unter die Motorhaube. Und natürlich durfte auch das Erinnerungsfoto nicht fehlen – am liebsten am Steuer eines Wagens, den man sich vielleicht nie leisten würde. Die Frauen hatten durchaus ebenfalls ihren Spaß – nicht zuletzt, weil sich der Besuch gut mit einem anschließenden Einkaufsbummel verbinden ließ.

Damals war die Bezeichnung „Besuchermagnet“ keine Übertreibung.

Vom Publikumsliebling zum Politikum

Doch diese Zeiten sind längst vorbei.

Was früher für Begeisterung sorgte, sorgt heute vor allem für Diskussionen. Schon im Vorfeld wird „Rosenheim in Bewegung“ regelmäßig kritisch kommentiert – vor allem in den sozialen Medien. „Völlig daneben in dieser Zeit“ oder „da gäbe es sinnvollere Veranstaltungen“ – solche Stimmen gehören inzwischen fast schon dazu.

Die Kritik blieb nicht auf die Kommentarspalten beschränkt.

Auch politisch wurde die Veranstaltung immer wieder zum Thema. Vor allem aus den Reihen der Grünen kam deutlicher Gegenwind – insbesondere wegen der Symbolik: Autos mitten in der Fußgängerzone, quasi auf dem „roten Teppich“. In manchen Jahren blieb es nicht nur bei Worten, sondern es gab auch Gegenaktionen.

Der Veranstalter, das Citymanagement, reagierte darauf und erweiterte das Konzept Schritt für Schritt. Fahrräder, Sport, alternative Mobilität – aus dem Autosalon wurde „Rosenheim in Bewegung“.

Mehr Vielfalt – aber weniger Anziehungskraft

Nur: So richtig aufgegangen ist diese Neuausrichtung bisher nicht.

Während früher über 30 Autohäuser vertreten waren, sind es inzwischen oft nur noch zehn bis zwölf. Und so ehrlich muss man sein: Ohne die großen Neuheiten und ohne die spektakulären Fahrzeuge fehlt ein Stück weit das, was die Menschen früher angezogen hat.

Die Zugpferde.

Ich habe mir für diesen Tagebucheintrag auch noch einmal einen Artikel aus dem Jahr 2022 durchgelesen. Darin wurde die Veranstaltung als nicht mehr zeitgemäß eingeordnet – verbunden mit der grundsätzlichen Ablehnung der Automobilbranche.

Ich sehe das anders. Auch heute noch.

Ja, ich fahre gern mit dem Fahrrad in die Stadt. Und ja, ich nutze auch gelegentlich den öffentlichen Nahverkehr. Aber mein Alltag sieht eben auch so aus: Wocheneinkauf für eine sechsköpfige Familie. Und ganz ehrlich – ich wüsste nicht, wie das ohne Auto funktionieren soll.

Und nein, ich habe nicht das Gefühl, damit gleich den Planeten in den Untergang zu treiben.

Ideologie hilft im Alltag oft nicht weiter – gerade beim Thema Verkehr nicht. Am Ende braucht es eine Mischung und vor allem ein Stück Realitätssinn.

Zwischen allen Stühlen

Und genau da steht „Rosenheim in Bewegung“ heute.

Zwischen den Welten.

In diesem Jahr gibt es einen neuen Programmpunkt: eine Rad-Musik-Performance im Parkhaus P4 in der Frühlingstraße. Ein Ort, der eigentlich für Autos gedacht ist – und jetzt zur Bühne für Fahrräder wird.

Ein Perspektivwechsel.

Doch auch der sorgt bereits wieder für Kritik – diesmal von der anderen Seite. Von Autofahrern, die sich fragen, ob das wirklich sein muss.

So dreht sich die Debatte weiter.

Früher Begeisterung für Autos. Heute Streit über Mobilität. Und irgendwo dazwischen eine Veranstaltung, die versucht, es allen recht zu machen – was bekanntlich selten gelingt.

Und jetzt?

Ich bin mir ziemlich sicher: Ein Autosalon in seiner ursprünglichen Form würde auch heute noch funktionieren. Vielleicht anders, vielleicht kleiner – aber das Interesse wäre da.

Genauso bin ich aber gespannt, ob der neue Weg irgendwann greift.

Vielleicht braucht es einfach Zeit. Vielleicht auch mehr Mut zu einer klareren Linie.

Oder vielleicht ist genau dieses Spannungsfeld inzwischen das eigentliche Markenzeichen dieser Veranstaltung.

Wir lassen uns überraschen – und berichten natürlich auch diesmal wieder.

Liebe Grüße aus der Redaktion
Karin

1 Kommentar

  1. Liebe Karin,
    „Rosenheim in Bewegung“ steht nicht „zwischen allen Stühlen“ sondern ist ein Brückenschlag zwischen den verschiedenen Welten.
    Mobilität in allen Formen zeigen, Möglichkeiten anbieten, Horizonte erweitern, Begegnungen fördern.
    Warum nicht Autos in eine autofreie Fußgängerzone fahren und dort präsentieren?
    Warum nicht Parkhäuser für Events zur Verfügung stellen?
    Es geht nicht um „Auto oder ÖPNV oder Rad“, sondern um optimierte Nutzung von Auto und ÖPNV und Rad.
    Raus aus der eigenen Bubble, dem eindimensionalen Denken. Hin zur Kreativität, zu open-minded thinking.
    „Ich“ auslöschen und „Wir“ ermöglichen.
    Liebe Grüße Karsten Burkhardt

    PS: Gibt es kritische Stimmen von Autofahrern für die Zweckentfremdung des Parkplatzes Loretowiese durch Schausteller am Herbstfest?

    Antworten

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