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Kanten kappen für den Radkomfort: CSU-Prüfantrag zu Spezialverfahren stößt im Ausschuss auf breite Zustimmung

Fotomontage: Bordstein und Fahrrad. Foto: re

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

5. November 2026

Lesezeit: 3 Minute(n)

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Rosenheim – Fahrkomfort und Verkehrssicherheit an Rosenheims Radwegquerungen werden weiter verbessert. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Verkehrsfragen und ÖPNV stieß ein Antrag der CSU-Stadtratsfraktion auf fraktionsübergreifende Zustimmung. Die Idee sieht vor, ein in der Landeshauptstadt München erprobtes Verfahren zum nachträglichen Abschneiden von Bordsteinkanten nun auch in Rosenheim gezielt einzusetzen. Die Weichen für die praktische Umsetzung wurden von der Stadtverwaltung bereits gestellt.

Spezialmaschine schneidet Bordsteine im Bestand ab

Der Vorstoß der CSU zielt darauf ab, unebene oder zu hohe Bordsteinkanten an Kreuzungen und Einmündungen abzuflachen. Statt aufwendiger und teurer Straßenumbaumaßnahmen schlagen die Christsozialen den Einsatz einer Spezialmaschine der Allgäuer Firma Kornes vor. Mit einer speziellen Schienen-Säge werden die bestehenden Granit- oder Betonbordsteine im eingebauten Zustand horizontal oder schräg abgeschnitten. Der umliegende Straßenbelag bleibt bei diesem Verfahren unberührt. In München wird die Methode aktuell bereits an 25 ausgewählten Standorten getestet.

Verfahren beim Tiefbauamt bereits bekannt

Wie die Stellungnahme der Stadtverwaltung im Ausschuss zeigte, ist das Verfahren für das Rosenheimer Tiefbauamt kein Neuland. Die besagte Spezialfirma wurde in der Vergangenheit, genauer gesagt im Jahr 2013 im Zuge der Arbeiten an der Hohenofener Straße, bereits mit exakt diesen Schneidearbeiten beauftragt. Zudem ist das Unternehmen dem Tiefbauamt als regelmäßiger Subunternehmer für lokale Baufirmen im Stadtgebiet bekannt, wo es zur gezielten Verbesserung der Barrierefreiheit im Bestand beiträgt.
Auch die wirtschaftliche Komponente wurde in der Sitzung bereits konkret beziffert. Bei kürzeren Abschnitten von bis zu vier Metern Länge ist für den Horizontalschnitt mit rund 230 Euro pro Meter zu rechnen, während ein Schrägschnitt mit etwa 250 Euro pro Meter zu Buche schlägt. Bei größeren, zusammenhängenden Abschnitten reduziert sich dieser Laufmeterpreis, wobei zu den Grundpreisen jeweils noch die Pauschalen für die Baustelleneinrichtung sowie die An- und Abfahrt hinzukommen.

Fraktionsübergreifende Zustimmung im Ausschuss

Die Stadtverwaltung steht dem Antrag positiv gegenüber. Oberbürgermeister Abuzar Erdogan bekräftigte in der Sitzung, dass es sich hierbei um eine wichtige Maßnahme handle. Um das Verfahren für die Stadt wirtschaftlich zu gestalten, sei es laut Erdogan nun entscheidend, im Vorfeld präzise zu klären, an welchen Stellen im Rosenheimer Stadtgebiet sich ein solcher Eingriff anbietet. Dadurch sollen die Maßnahmen gebündelt und unnötige Mehrfachanfahrten der Spezialfirma verhindert werden.
Zustimmung signalisierten auch die anderen Fraktionen im Ausschuss. Grünen-Stadträtin Brigitte Klein-Weigel nannte den Antrag hervorragend und betonte, dass dies im Sinne ihrer Fraktion sei – die CSU sei hier schlicht schneller gewesen. Klein-Weigel hob zudem hervor, dass die Absenkung der Kanten keineswegs nur dem Radverkehr diene, sondern im Alltag auch Menschen mit Rollatoren oder Kinderwägen zugutekomme. Dem schloss sich auch Christine Degenhart von den Freien Wählern / UP an, die die Maßnahme ausdrücklich befürwortete.

Wichtiger Einwand für den Busbahnhof

Trotz der allgemeinen Zustimmung gab es aus den Reihen der Antragsteller selbst noch einen wichtigen Einwand für den öffentlichen Personennahverkehr. CSU-Stadtrat Hans Peter Lossinger schränkte den Antrag im Bereich des Busbahnhofs ein. Als selbstständiger Busunternehmer brachte Lossinger hier seine praktische Berufserfahrung ein und erklärte, dass eine Abflachung der Kanten an dieser Stelle kontraproduktiv sei.
Hintergrund sind die an modernen Bushaltestellen verbauten, sogenannten Hochborde wie das Kasseler Sonderbord, die eine Höhe von 16 bis 18 Zentimetern aufweisen. Diese sind exakt auf die modernen Niederflurbusse abgestimmt, um den Fahrgästen einen stufenlosen und barrierefreien Einstieg zu ermöglichen. Ein Abschneiden dieser Kanten würde diesen niveaugleichen Einstieg verhindern und den reibungslosen Betrieb sowie die Barrierefreiheit des ÖPNV erheblich beeinträchtigen.

Vorbereitungen für die Umsetzung laufen an

Die vorbereitenden Arbeiten für das Projekt laufen nun an. Wie vom Tiefbauamt vorgeschlagen, geht die Verwaltung in die konkrete Planungsphase über. Im Zuge der ohnehin anstehenden, turnusmäßigen Straßenbefahrungen zur Straßenerhaltung werden nun alle geeigneten Stellen an bestehenden Radwegquerungen im Stadtgebiet eruiert.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

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