Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurĂŒck in das Jahr 1926. Auf der historischen Aufnahme zu sehen ist die Loretowiese in Rosenheim â und zwar noch zu einer Zeit, in der sie ihrem Namen tatsĂ€chlich alle Ehre machte.
Eine blĂŒhende Blumenwiese erstreckt sich ĂŒber das Areal. Hohe BĂ€ume sĂ€umen die FlĂ€che, dazwischen fĂŒhren Kieswege hindurch. Einer davon verlĂ€uft in Richtung der damaligen höheren Töchterschule, die heute das Karolinengymnasium beherbergt. Auch die Loretokapelle ist auf der Aufnahme zu erkennen.
Heute ist der Anblick ein völlig anderer: Die Loretowiese wird vor allem als Veranstaltungs- und ParkplatzflÀche genutzt. Dass hier einmal eine richtige Wiesenlandschaft mit Blumen und BÀumen zu finden war, lÀsst sich auf der historischen Aufnahme noch sehr gut nachvollziehen.
Namensgeberin ist die Loretokapelle
Ihren Namen verdankt die Loretowiese der Loretokapelle, die 1635/1636 am nördlichen Rand des Platzes errichtet wurde. Die Geschichte ihrer Entstehung reicht allerdings noch weiter zurĂŒck.
Der Rosenheimer Gastwirt und Ratsherr Georg Schaur (1579â1652) war im Jahr 1600 auf einer Pilgerreise nach Rom und zum italienischen Wallfahrtsort Loreto schwer erkrankt. Er gelobte, im Falle seiner Genesung eine originalgetreue Nachbildung des sogenannten Heiligen Hauses von Loreto in seiner Heimatstadt errichten zu lassen.
Die Kapelle und die spĂ€ter angelegte Sebastianiallee prĂ€gten auch die Gestaltung des Areals. Die Loretowiese blieb ĂŒber lange Zeit eine weitgehend unbebaute GrĂŒnflĂ€che am Rand der Stadt.
Vom Festplatz zum Parkplatz
Bereits ab 1861 wurde die Loretowiese auch als Festplatz genutzt. Das Rosenheimer Volksfest, aus dem spĂ€ter das Herbstfest hervorging, fand hier statt. Nach Unterbrechungen wĂ€hrend des Ersten Weltkriegs kehrte das Fest 1925 wieder auf die Loretowiese zurĂŒck â ein Jahr vor der Entstehung unserer historischen Aufnahme.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts verĂ€nderte sich das Erscheinungsbild der Loretowiese zunehmend. Aus der grĂŒnen Wiese wurde eine befestigte FlĂ€che. Die Anforderungen des Festbetriebs mit Festzelten, FahrgeschĂ€ften und Schaustellerfahrzeugen sowie die spĂ€tere Nutzung als Parkplatz machten eine Schotterung notwendig.
Das Foto von 1926 erinnert damit an eine Zeit, in der die Loretowiese ihren Namen noch ganz wörtlich verdiente: als grĂŒne, blĂŒhende Wiese mit hohen BĂ€umen und Kieswegen â und nicht als Schotter- und ParkplatzflĂ€che.
Wie gefÀllt euch die Loretowiese von damals?
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Bildtext: Karin Wunsam)


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