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Mehlbeeren: Kleine Bäume mit großer Bedeutung für die Alpen

Blätter der Berechtsgadener Mehlbeere, gezähnt und gelappt. Foto: Clopyright Stephanie Millonig

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

18. Juli 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Chiemgau / Berchtesgadener Land- Sie ist vielen Menschen unbekannt, obwohl sie auch in unserer Region vorkommt: die Mehlbeere. Hinter dem unscheinbaren Namen verbirgt sich eine spannende Pflanzengruppe, die Wissenschaftler des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) genauer untersuchen. Der Grund: Einige seltene Mehlbeeren-Arten sind stark gefährdet.

Ein Team aus Botanikern sucht am Jenner nach Mehlbeer-Hybriden. Foto: Copyright Stephanie Millonig

Ein Team aus Botanikern sucht am Jenner nach Mehlbeer-Hybriden. Fotos: Copyright Stephanie Millonig

Die Mehlbeere gehört zur Familie der Rosengewächse und ist ein kleiner bis mittelgroßer Baum. Sie trägt im Frühjahr weiße Blüten und im Herbst rote Früchte, die vor allem für Vögel eine wichtige Nahrungsquelle sind. Besonders gut kommt sie mit trockenen und warmen Standorten zurecht – weshalb sie auch als möglicher Klimabaum zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Viele Arten, komplizierte Verwandtschaft

So einfach, wie der Name vermuten lässt, sind die Verwandtschaftsverhältnisse bei Mehlbeeren allerdings nicht. Die verschiedenen Arten können sich untereinander kreuzen und sogenannte Hybride bilden – also Pflanzen mit Merkmalen mehrerer Elternarten.

„Bald jeder Gebirgsstock hat seine eigene Mehlbeere“, sagt Norbert Meyer, ein Kenner der bayerischen Mehlbeeren. Eine besondere Rolle spielt dabei die Berchtesgadener Mehlbeere, die nur in den Berchtesgadener und Chiemgauer Alpen vorkommt. Wissenschaftler untersuchen deshalb mit Hilfe von DNA-Analysen, wie die verschiedenen Arten miteinander verwandt sind und wo genau die seltenen Kleinarten vorkommen.

Seltene Arten brauchen Schutz

Nach der aktuellen Roten Liste von 2024 sind fünf Mehlbeeren-Arten vom Aussterben bedroht, weitere 13 Arten gelten als stark gefährdet. Im Rahmen eines Artenhilfsprogramms erfassen Fachleute des LfU gemeinsam mit dem Bayerischen Amt für Waldgenetik und dem Nationalpark Berchtesgaden die Vorkommen und entwickeln Schutzmaßnahmen.
Dazu gehören unter anderem Pflegemaßnahmen, die Schaffung lichter Waldstrukturen sowie die Vermehrung seltener Arten in sogenannten Keimlingsgärten.

Auch die Echte Mehlbeere ist interessant

Die Echte Mehlbeere selbst gilt laut LfU zwar nicht als gefährdet, soll aber trotzdem gefördert werden. Grund dafür sind ihre besonderen Eigenschaften: Sie kommt mit Hitze und Trockenheit gut zurecht und kann deshalb im Klimawald eine wichtige Rolle spielen.
Auch als Stadtbaum wird sie interessant. Im alpinen Schutzwald hilft sie, Erosion zu verhindern. Gleichzeitig bietet sie Vögeln, Insekten und Kleinsäugern wie der Haselmaus Nahrung und Lebensraum.
(Quelle: Pressemitteilung Bayerisches Landesamt für Uwmelt / Beitragsbild, Foto Copyright Stephanie Millonig)

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