Chiemsee / Simsssee – Mehr als 70 Verstöße haben Polizei und weitere beteiligte Behörden bei einem gemeinsamen Naturschutzeinsatz am Chiemsee und Simssee festgestellt. Die Kontrollen fanden am Samstag, 25. Juli, bei sommerlichem Wetter an Land und auf dem Wasser statt. Gleichzeitig fiel die Bilanz der Polizei positiv aus: Die große Mehrheit der Menschen hielt sich an die Regeln und zeigte Verständnis für die Kontrollen.
Im Mittelpunkt stand der Schutz besonders empfindlicher Bereiche rund um die beiden Seen. Neben der Polizei waren unter anderem Naturschutzbehörden, Gebietsbetreuung, Naturschutzwacht, Fischereiaufsicht und die Chiemsee-Ranger beteiligt. Kontrolliert wurde zu Land und zu Wasser, unter anderem mit drei Polizeibooten der Wasserschutzpolizei Prien. Auch auf der Krautinsel waren Einsatzkräfte unterwegs.
Radfahrer, Hundehalter und Badegäste kontrolliert
Am Chiemsee wurden sieben Ordnungswidrigkeiten angezeigt, weil Menschen sich unerlaubt in ausgewiesenen Ruhezonen aufhielten. In weiteren 20 Fällen erteilte die Polizei Platzverweise an Personen, die gerade dabei waren, in solche Bereiche zu fahren.
23 Radfahrer wurden auf Fußwegen angehalten, mündlich verwarnt und zum Absteigen aufgefordert. Drei weitere Verwarnungen gab es wegen Verstößen gegen die Leinenpflicht für Hunde.
Am Rottspitz in der Gemeinde Übersee mussten 25 Personen wegen unerlaubten Nacktbadens verwarnt und zum Ankleiden aufgefordert werden. Außerdem wurden zwei Personen angewiesen, zurückgelassenen Müll ordnungsgemäß zu beseitigen.
Zwei weitere Verstöße betrafen das verbotswidrige Parken auf Grünflächen. In zwei Fällen wurden Kraftfahrzeuge unerlaubt in einer Naturschutzzone gefahren.
Auch auf dem Wasser gab es Verstöße
Auch auf dem Wasser waren die Einsatzkräfte unterwegs. Die Fischereiaufsicht stellte zwei Verstöße gegen fischereirechtliche Vorschriften fest und brachte diese zur Anzeige.
Am Simssee wurden fünf Fälle von Booten im Schilf- und Seerosenbereich festgestellt. Die Meldungen wurden an das Landratsamt Rosenheim zur weiteren Bearbeitung weitergegeben.
Zudem stellte die Polizei zwei Verstöße wegen Badens in einer naturschutzrechtlichen Verbotszone fest. In einem Fall zeigte sich ein Mann laut Polizei besonders uneinsichtig: Er war mit seinem SUP im Schilfgürtel des Naturschutzgebiets Simssee-Südufer unterwegs und bewegte sich dort weiter, obwohl er von den Einsatzkräften angesprochen worden war. Dabei wurden auch Schilfhalme abgeknickt. Ihn erwartet nun ein Bußgeld.
Was auf der Krautinsel verboten ist
Auch auf der unbewohnten Krautinsel gelten besondere Schutzregeln. Dort sind unter anderem Zelten, Lagern, das Zurücklassen von Müll sowie Lagerfeuer und Grillen verboten. Auch Drohnen dürfen dort nicht eingesetzt werden.
Die Polizei weist darauf hin, dass die Schutzregeln gerade im Sommer wichtig sind. Die empfindlichen Brut-, Rast- und Rückzugsgebiete von Tieren können durch Störungen beeinträchtigt werden.
Trotz der mehr als 70 festgestellten Verstöße fällt das Fazit der Polizei insgesamt positiv aus. Die große Mehrheit der kontrollierten Menschen habe sich an die Regeln gehalten und Verständnis für den Naturschutz gezeigt.
(Quelle: Pressemittteilung Polizeiinspektion Prien / Beitragsbild: Symbolfoto Wasserschutzpolizei Prien am Chiemsee)


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