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Nach jahrelanger Diskussion in Rosenheim: „Promille-Express“ fährt zum Herbstfest wieder sonntags

Bus: Foto: re

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

17. Juli 2026

Lesezeit: 3 Minute(n)

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Rosenheim – Rund um den Busverkehr beim Rosenheimer Herbstfest gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Diskussionen. Besonders die Frage nach einem erweiterten Angebot am Wochenende und am Sonntag sorgte für Kritik. Nun steht fest: Zur Wiesnzeit 2026 wird der sogenannte „Promille-Express“ ausgeweitet – auch sonntags sollen wieder zusätzliche Busverbindungen angeboten werden.

Dabei handelt es sich nicht um ein völlig neues Konzept. Bereits vor der Corona-Pandemie gehörte ein erweiterter Sonntagsverkehr zum Herbstfest dazu. Nach der Pandemie wurde dieses Angebot jedoch nicht wieder aufgenommen und war seitdem immer wieder Thema in Politik und bei Festbesuchern.

Die Stadt Rosenheim und die Verkehrsgesellschaft Rosenheim (VGR) kündigen nun an, den Fahrplan während des Herbstfestes erneut auszuweiten. Neben den verlängerten Nachtlinien unter der Woche und am Wochenende wird es damit auch wieder ein Sonntagsangebot geben. Oberbürgermeister Abuzar Erdogan sieht darin eine wichtige Ergänzung für die Herbstfestzeit: „Die Promille-Busse unserer Verkehrsgesellschaft gehören zum Herbstfest wie das Riesenrad und gebrannte Mandeln und das in diesem Jahr endlich auch wieder sonntags. Ganz ohne Parkplatzsuche ermöglichen wir allen eine gute Anreise zum Herbstfest an jedem Wochentag.“

Der lange Weg zurück zum Sonntagsverkehr

Der Begriff „Promille-Express“ begleitet die Diskussion um den Herbstfestverkehr in Rosenheim schon seit Jahren. Gemeint ist damit umgangssprachlich der zusätzliche Busverkehr während der Festzeit, der Besuchern eine sichere Heimfahrt ermöglichen soll.
In der Vergangenheit gab es immer wieder Diskussionen über Umfang, Taktung und Finanzierung des Angebots. Besonders kritisch gesehen wurden die Einschränkungen an Wochenenden und die fehlenden zusätzlichen Verbindungen am Sonntag.

Im Frühjahr dieses Jahres brachten die Grünen im Rosenheimer Stadtrat erneut einen Antrag zum Thema ein. Die Fraktion forderte, den erweiterten Herbstfestfahrplan dauerhaft zu verankern und die Nachtverkehrslinien während der Wiesnzeit auszuweiten. Vorgesehen waren unter anderem längere Betriebszeiten: montags bis mittwochs bis 23.30 Uhr, donnerstags bis 2 Uhr sowie freitags und samstags bis 4 Uhr morgens. Außerdem sollte geprüft werden, wie ein erweitertes Angebot am Sonntag wieder möglich gemacht werden kann.

Nun teilt die Verkehrsgesellschaft mit, dass dieser Sonntagsbetrieb umgesetzt wird. Die Grünen sehen darin die Umsetzung ihres Antrags. „Wir freuen uns sehr, dass unser Antrag angenommen wurde und die Stadtverwaltung den Wert eines sicheren Rückwegs erkennt“, erklärt Sonja Gintenreiter, Fraktionssprecherin der Grünen im Stadtrat. Sie ergänzt: „Es ist schön zu sehen, dass das Angebot in den sozialen Medien beworben wird. Uns war es ein besonderes Anliegen, dass wir explizit auch am Sonntag eine verlässliche Lösung schaffen, damit niemand sein Auto mit aufs Fest nehmen muss.“

Erweiterter Fahrplan während der Herbstfestzeit

Während des Rosenheimer Herbstfestes 2026 gibt es bei mehreren Buslinien nun angepasste Betriebszeiten. Nach Angaben der Verkehrsgesellschaft Rosenheim werden die Nachtlinien insbesondere an den Wochenenden verlängert. Auf einzelne Strecken bestehen in den Nächten von Donnerstag auf Freitag sowie von Freitag auf Samstag zusätzliche Fahrmöglichkeiten bis in die frühen Morgenstunden. 

Der „Promille-Express“ 419 verkehrt in diesem Jahr zwischen Stadtmitte und Herbststraße. Von dort fährt die Linie weiter als 421 beziehungsweise 422 über den Bahnhof Richtung Aising und Pang. Zusätzlich gibt es zwei Verstärkerkurse der Linie 419, die direkt zum Bahnhof fahren und dadurch zusätzliche Zuganschlüsse ermöglichen.
Für die Busfahrten gelten der reguläre MVV-Tarif sowie das Deutschland-Ticket.

Sonntagsfahrplan während des Herbstfestes
  • Linie 419 (weiter als Linie 421/422): erste Abfahrt 14.33 Uhr, letzte Abfahrt 23.35 Uhr
  • Linie 420 (Happing/Kastenau): erste Abfahrt 11.40 Uhr, letzte Abfahrt 23.35 Uhr
  • Linie 421 (Aising/Pang): erste Abfahrt 11.49 Uhr, letzte Abfahrt 23.40 Uhr
  • Linie 424 (Unterfürstätt/Egarten): erste Abfahrt 11.10 Uhr, letzte Abfahrt 23.10 Uhr
  • Linie 426 (Erlenau/Westerndorf): erste Abfahrt 11.42 Uhr, letzte Abfahrt 23.42 Uhr
  • Linie 427 (Krones/Oberwöhr): erste Abfahrt 11.44 Uhr, letzte Abfahrt 23.35 Uhr
  • Linie 429 (Kolbermoor): erste Abfahrt 11.03 Uhr, letzte Abfahrt 22.55 Uhr
Letzte Abfahrten Montag bis Samstag

 

  • Linie 420 (Happing/Kastenau): bis 3.35 Uhr
  • Linie 421 (Aising/Pang): bis 3.40 Uhr
  • Linie 422 (Pang/Aising): bis 2.10 Uhr
  • Linie 423 (Happing/Oberfeld): bis 0.05 Uhr
  • Linie 424 (Unterfürstätt/Egarten): bis 1.20 Uhr
  • Linie 426 (Erlenau/Westerndorf): bis 3.42 Uhr
  • Linie 427 (Krones/Oberwöhr): bis 1.35 Uhr
  • Linie 429 (Kolbermoor): bis 2.55 Uhr

Zusätzlich fährt während der Herbstfestzeit wieder das kostenlose Wiesn-Bockerl zwischen Bahnhof, Max-Josefs-Platz und Kaiserstraße/Loreto. Die Verkehrsgesellschaft weist darauf hin, dass für die Fahrten der reguläre MVV-Tarif gilt. Auch das Deutschland-Ticket wird anerkannt.

Mit dem erweiterten Angebot gibt es nach mehreren Jahren Diskussion wieder eine zusätzliche Möglichkeit, das Herbstfest ohne eigenes Auto zu besuchen. Ob sich der Sonntagsverkehr dauerhaft bewährt, wird sich nach der Wiesnzeit zeigen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

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