Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1939. Das historische Foto zeigt das Innere des Café Papagei in der Rosenheimer Stollstraße. Links ist gerade noch eine Palme zu erkennen, im Hintergrund führt eine Treppe nach oben. Mit seinen gedeckten Tischen, den gepolsterten Sitzbänken und den Stühlen wirkt der Gastraum fast wie ein großes Wohnzimmer.
Doch wie kam das Café eigentlich zu seinem ungewöhnlichen Namen? Und was machte es später zu einem der bekanntesten Tanzlokale der Region?
Vom Fotoatelier zum Café
Das Café Papagei befand sich in der Stollstraße 8. Das Gebäude hatte eine lange Vorgeschichte: Bereits 1871 ließ der Fotograf Julius Liesack dort ein Atelier errichten. Über Jahrzehnte blieb das Haus ein Fotogeschäft, bis 1925 dessen letzter Inhaber Franz Riedl starb.
Im Jahr darauf zog der Malermeister Rudolf Geisenfelder mit seinem Geschäft in die Räume ein. Dort betrieb er zunächst auch eine Milchstube. 1928 gründete er gemeinsam mit seiner Frau Gisela ein Café.
Der Name „Papagei“ geht auf ein Wortspiel zurück: Geisenfelder wurde „Papa Geisenfelder“ genannt. Aus „Papa“ und dem Nachnamen entstand der Name des Lokals, der bald auch auf einem großen Wirtshausschild zu sehen war.
Ein großer Gastraum mit Galerie
Das Café wurde in den 1930er-Jahren mehrfach umgebaut und erweitert. 1933 kam ein Anbau im bisherigen Garten hinzu, 1935 erhielt das Gebäude eine moderne Fassade. Bei einer großzügigen Erweiterung im Jahr 1938 entstand schließlich ein großer, zweigeschossiger Gastraum mit Galerie. Die Treppe auf dem historischen Foto gibt einen Eindruck von diesem Umbau.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ging es zunächst anders weiter als zuvor: Ab 1945 nutzte das amerikanische Rote Kreuz das Café für einige Zeit als Soldatenheim. 1948 übergab Rudolf Geisenfelder die Führung an seine Tochter Hansi und deren Mann Fritz Kneib.
Vom Café zum legendären Tanzlokal
Unter der Leitung des Ehepaars Kneib entwickelte sich das Papagei in den 1950er- und 1960er-Jahren zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt Rosenheims. Es galt als bekanntestes Tanzlokal zwischen München und Salzburg. Jeden Abend spielte eine vier- bis fünfköpfige Kapelle zum Tanz auf, besonders beliebt waren die Faschingsfeste.
Das Lokal war für 300 Gäste zugelassen, bei großen Veranstaltungen sollen sich zeitweise sogar rund 400 Menschen in den Räumen gedrängt haben. Auch Rosenheimer Vereine feierten dort. Der TSV 1860 Rosenheim benannte sogar eine Firmenfußballmannschaft nach dem Lokal: den FC Papagei.
1980 war Schluss
1980 schloss das Tanzcafé. Mit dem Ende des Papagei als Café war die Geschichte des Hauses allerdings noch nicht vorbei: In den folgenden Jahren wurden die Räume unter wechselnden Namen als Diskothek genutzt. Vielen Rosenheimern ist vor allem das „Happy O“ in Erinnerung geblieben.
2010 wurde das Gebäude in der Stollstraße schließlich abgerissen. An seiner Stelle entstand ein Neubau.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Artikel: Karin Wunsam)


Also ich kenn das anders. Weil der Maler so gerne bunt malte, sagte ein Spezl von ihm mal zu ihm“ des schaugt ja aus wia a Papagei so bunt. So kenn ich das als alter Stammgast vom Papagei