Rosenheim – Das geplante Alkoholverbot am Rosenheimer Salzstadel ist beschlossen. Der Stadtrat stimmte der Verordnung mit drei Gegenstimmen aus den Reihen von Linken und FDP zu. Die Stadt begründet die Maßnahme mit den wiederholten Beschwerden über die Situation vor Ort.
Rosenheims Oberbürgermeister Abuzar Erdogan sieht das Alkoholverbot dabei als eine Möglichkeit, auf bestehende Konfliktlagen zu reagieren. „Ein Alkoholverbot alleine löst keine Probleme, aber es schafft die Grundlage, um bei bestehenden Konfliktlagen einschreiten zu können“, sagte er.
Linke und FDP bleiben bei ihrer Kritik
Nicht anfreunden können sich die Mitglieder der Linken im Stadtrat mit der Maßnahme. „Es besteht definitiv ein Spannungsfeld am Salzstadel, aber wir glauben nicht, dass sich das durch ein Alkoholverbot lösen lässt“, sagte Stadträtin Madlen Löffler. Nach ihrer eigenen Beobachtung sei es mit Beginn der kühleren Jahreszeit bereits deutlich ruhiger am Salzstadel. Dadurch gewinne man Zeit, um nach anderen Lösungen zu suchen, statt die dort anzutreffenden Menschen zu verdrängen.
Auch FDP-Stadtrat Marcus Moga stimmte gegen den Antrag. Er schloss sich der Kritik der Linken an und verwies darauf: „Die Polizei kann auch jetzt schon ohne Alkoholverbot für Recht und Ordnung sorgen.“
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Erdogan verwies dagegen auf die besondere Bedeutung des Salzstadels als „Platz für Kinderrechte“. Dieser wurde in diesem Jahr offiziell als solcher ausgewiesen. Dort hielten sich Kinder und Familien auf, so der Oberbürgermeister. Diese sollten nicht durch die Situation vor Ort beeinträchtigt werden.
Gleichzeitig betonte Erdogan, dass das Alkoholverbot aus seiner Sicht nur eine erste, kurzfristige Maßnahme sein könne. Parallel müssten auch sozialpolitische Angebote in den Blick genommen werden. Dazu gehöre insbesondere Streetwork. Entsprechende Gespräche liefen bereits.
Das Alkoholverbot gilt auf den öffentlichen Flächen am Salzstadel. Genehmigte Freischankflächen der Gastronomie und genehmigte Veranstaltungen sind davon ausgenommen.
(Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Innpuls.me)


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