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Rosenheim verlängert Streetwork-Projekt: Streetworker bleiben bis Ende 2027 im Einsatz

Salingarten. Foto: re

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

28. Juli 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Die Streetworker in Rosenheim bleiben länger im Einsatz: Der Haupt- und Finanzausschuss hat einstimmig beschlossen, das zunächst befristete Projekt bis Ende 2027 zu verlängern. Gestartet war der Einsatz vor allem wegen der Situation im Salingarten. Inzwischen sind die Streetworker auch an weiteren Treffpunkten im Stadtgebiet unterwegs.

Vom Salingarten auf weitere Orte ausgeweitet

Ausgangspunkt für den Einsatz der Streetworker war ein Antrag der SPD-Stadtratsfraktion vom November 2024 zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Salingarten. Hintergrund waren zunehmende Probleme in der Grünanlage.
Im April 2025 beauftragte der Ausschuss für Soziales, Familien und Senioren die Verwaltung, gemeinsam mit dem Diakonischen Werk ein Konzept zu entwickeln und den Einsatz von Streetworkern zunächst bis Ende 2026 zu erproben.

Seit Juni 2025 sind die Streetworker in Rosenheim unterwegs. Schon kurz nach dem Start zeigte sich laut Stadtverwaltung, dass der Bedarf nicht nur im Salingarten besteht. Die Mitarbeiter sind inzwischen auch im Bereich des Bahnhofs, am Busbahnhof sowie am Kardinal-Faulhaber-Platz anzutreffen.

Vertrauen schaffen und Hilfe anbieten

Nach Einschätzung der Stadtverwaltung ist das Projekt in der bisherigen Phase gut angelaufen. Durch die regelmäßige Präsenz konnten Kontakte zu den angesprochenen Menschen aufgebaut und konkrete Hilfen vermittelt werden.
Die Streetworker suchen das Gespräch, bauen Vertrauen auf und stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. Dabei geht es nicht um Kontrollen oder das Durchsetzen von Regeln. Die Streetworker verstehen sich als ergänzendes Angebot, um Menschen zu erreichen, die von bestehenden Hilfsangeboten oft nur schwer erreicht werden.

„Nicht die Lösung aller Probleme“

Oberbürgermeister Abuzar Erdogan bewertete das Projekt in der Sitzung als gut angelaufen. „Streetwork ist nicht die Lösung aller Probleme, aber ein weiteres Instrument neben den Ordnungsmaßnahmen“, sagte er. Er sprach sich dafür aus, den Einsatz auch künftig fortzuführen – vorbehaltlich der finanziellen Möglichkeiten im Haushalt. Gleichzeitig müsse man sich bewusst sein, dass nicht allen Menschen damit geholfen werden könne. Als Beispiel nannte Erdogan obdachlose Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen weiterhin auf der Straße leben möchten.
Auch Sonja Gintenreiter, Fraktionssprecherin der Grünen, befürwortete die Verlängerung. „Die Streetworker ermöglichen einen niederschwelligen Zugang zu Leuten, die aus dem Raster fallen“, sagte sie. Die Entscheidung zur Verlängerung des Projekts bis zum 31. Dezember 2027 fiel einstimmig.

Rund 80.000 Euro pro Jahr

Die Kosten für den weiteren Einsatz der Streetworker belaufen sich laut Stadtverwaltung auf knapp 80.000 Euro jährlich. Darin enthalten sind unter anderem Personalkosten für Fachkräfte mit insgesamt 30 Wochenstunden sowie Leitungs-, Verwaltungs- und Sachkosten.
Die entsprechenden Mittel wurden für die Haushaltsplanung 2027 angemeldet. Aufgrund der angespannten Haushaltslage müssen die zusätzlichen Ausgaben nach Angaben der Stadt durch Einsparungen bei anderen Maßnahmen ausgeglichen werden.

Parallel arbeitet die Stadt an den weiteren Rahmenbedingungen für einen kommunalen Sicherheitsdienst. Der Stadtrat hatte im Januar 2026 grundsätzlich beschlossen, die Einrichtung eines solchen Dienstes prüfen zu lassen. Vorgesehen ist dabei vor allem eine stärkere Präsenz im öffentlichen Raum, um das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken.
Nach Einschätzung der Verwaltung könnten sich künftig Ergänzungen zwischen der Arbeit der Streetworker und einer stärkeren Präsenz im Stadtgebiet ergeben: Während Streetworker den Kontakt zu Menschen suchen und Hilfen vermitteln, soll ein kommunaler Sicherheitsdienst vor allem durch sichtbare Präsenz im öffentlichen Raum wirken (wir berichteten).
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)

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