Rosenheim – Das Hans-Klepper-Hallenbad gehört seit mehr als fünf Jahrzehnten zu Rosenheim. Das Bad aus dem Jahr 1970 ist inzwischen selbst ein Stück Stadtgeschichte – und sorgt immer wieder für Diskussionen. Während viele das Hallenbad als wichtigen Ort für Schwimmunterricht, Vereine und Freizeit schätzen, gibt es auch kritische Stimmen: zu klein, nicht mehr zeitgemäß und mit zu wenig Freizeitangebot für Familien. Nun stehen die Zukunft und eine mögliche Sanierung des Traditionsbads im Mittelpunkt.
Aktuell befindet sich das Hans-Klepper-Hallenbad in der Sommerpause. Die Wiedereröffnung ist für Montag, 14. September, geplant. Für viele Rosenheimer gehört das Bad seit Jahrzehnten zum Alltag – vom ersten Schwimmkurs über den Schulsport bis zum regelmäßigen Besuch in der Freizeit.
Das Gebäude in der Stemplingerstraße 1 wurde 1970 eröffnet und wird von den Stadtwerken Rosenheim (SWRO) betrieben. Modernisiert wurde es in den Jahren 2004 und 2006 in zwei Bauabschnitten. Seitdem wurde das Bad regelmäßig gewartet und instandgehalten. Doch nach mehr als 50 Jahren Betriebszeit stehen langfristig größere Maßnahmen an.
Bereits im Juni hatte sich der Haupt- und Finanzausschuss mit einer möglichen Sanierung beschäftigt (wie berichtet). Damals ging es unter anderem um die Frage, welche Arbeiten notwendig sind, wie hoch die Kosten ausfallen könnten und ob Fördermittel des Bundes genutzt werden können.
Bestandsgutachten gibt Entwarnung – trotzdem stehen Maßnahmen an
Eine aktuelle Presseanfrage an die Stadtwerke Rosenheim liefert nun weitere Details zum Zustand des Bads und zu den weiteren Plänen.
Um eine Einschätzung der Lebensdauer des Hans-Klepper-Hallenbads zu erhalten, hatten die Stadtwerke Ende 2025 ein Bestandsgutachten in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Laut Gutachten kann das Bad die nächsten zehn Jahre ohne Probleme weiterbetrieben werden.
Ein akuter Handlungsdruck besteht demnach nicht. Gleichzeitig haben die Stadtwerke die ohnehin in den kommenden Jahren notwendigen Arbeiten erneut geprüft und weitergedacht. Ziel ist, den Betrieb des Hans-Klepper-Hallenbads langfristig zu sichern – nach den aktuellen Planungen bis mindestens 2052.
Eine wichtige Rolle spielt dabei ein neues Bundesförderprogramm für die Sanierung von Schwimmbädern. Dieses wurde im ersten Quartal 2026 aufgelegt und umfasst insgesamt 250 Millionen Euro aus Bundesmitteln.
Die Stadt Rosenheim hat dafür eine Interessensbekundung vorbereitet. Die Stadtwerke Rosenheim erstellten die dazugehörige Projektskizze und eine erste Kalkulation. Im Juni war dabei von Kosten in Höhe von rund 1,64 Millionen Euro die Rede (wie berichtet).
Im weiteren Verlauf der Planungen zeigte sich jedoch, dass einzelne Maßnahmen umfangreicher ausfallen könnten. Ein Beispiel ist die große Fensterfront des Hallenbads. Diese sollte ohnehin erneuert und mit einer langfristig effizienteren Dreifachverglasung ausgestattet werden. Dabei stellte sich laut Stadtwerken heraus, dass die bestehende Unterkonstruktion nicht ausreichend tragfähig ist und ebenfalls erneuert werden muss.
Unabhängig vom Ausgang des Förderantrags sollen bereits 2027 Betonsanierungsarbeiten und die Abdichtung der Kelleraußenwände erfolgen.
Neues Bad am Nörreut soll Schulen und Vereine entlasten
Die Diskussion um das Hans-Klepper-Hallenbad dreht sich nicht nur um den baulichen Zustand, sondern auch um die Frage, wie Rosenheim künftig ausreichend Schwimmflächen anbieten kann. Vor allem Schulen und Vereine benötigen regelmäßig Wasserzeiten.
Eine zusätzliche Entlastung soll deshalb durch das neue Schwimmbad am Nörreut entstehen (wir berichteten). Dort erfolgte im Januar 2026 der Spatenstich (wie berichtet). Das neue Bad ist vor allem für den Schul- und Vereinsbetrieb gedacht und soll nach derzeitiger Planung 2027/2028 fertiggestellt werden.
Das Hans-Klepper-Hallenbad wird dadurch aber nicht ersetzt. Mit den geplanten Maßnahmen soll das Traditionsbad weiterhin ein Ort für Schwimmen, Sport und Freizeit bleiben. Ob und in welchem Umfang die Sanierung umgesetzt werden kann, hängt nun auch vom weiteren Verlauf des Förderverfahrens ab. Klar ist jedoch: Nach 55 Jahren steht das Rosenheimer Hallenbad vor einer neuen Phase seiner Geschichte.(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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