Rosenheim – Im Rosenheimer Stadtbus gibt es ab sofort eine neue Möglichkeit, Fahrkarten zu bezahlen: Mit „VGR-Tap“ können Fahrgäste kontaktlos mit einer Bank- oder Kreditkarte sowie mit Apple Pay oder Google Pay ein- und auschecken. Das zunächst bis Ende Januar 2027 befristete Pilotprojekt bringt zugleich eine weitere Änderung: Ab Ende August können Fahrgäste grundsätzlich an allen Türen einsteigen.
Ein- und Auschecken mit Karte oder Smartphone
Das neue System wird in den Stadtbussen im Bereich der Mitteltür genutzt. Fahrgäste halten dort beim Einstieg ihre kontaktlose Bank- oder Kreditkarte mit NFC-Funktion oder ein Smartphone mit Apple Pay beziehungsweise Google Pay an ein Lesegerät. Beim Aussteigen muss erneut getappt werden. Auch beim Umsteigen ist ein neuer Check-in erforderlich.
Das System berechnet den Fahrpreis automatisch. Nach dem Preisstand 2026 kostet eine einzelne Fahrt im Stadtgebiet maximal 1,87 Euro. Pro Tag werden höchstens 7 Euro berechnet. Mehrere Fahrten innerhalb der jeweils zulässigen Höchstfahrtdauer werden dabei automatisch zu einer Fahrt zusammengefasst.
Busfahren ohne Ticket? So funktioniert es. Grafik: SVR Rosenheim
Die Verkehrsgesellschaft Rosenheim (VGR) weist darauf hin, dass Fahrgäste ihre mit der Karte getätigten Fahrten und die dafür berechneten Beträge anschließend über ein Online-Portal nachvollziehen können.
Nur für Stadtbusse
Das neue Bezahlsystem gilt ausschließlich im Bediengebiet der Rosenheimer Stadtbusse. Regionalbusse und Regionalzüge können damit nicht genutzt werden.
Wer aus dem Umland kommt und bereits ein gültiges Ticket für die Zone 7 besitzt, benötigt für die Fahrt mit dem Stadtbus kein zusätzliches Ticket. Für Fahrten über die Stadtgrenzen von Rosenheim und Kolbermoor hinaus können weiterhin Fahrkarten beim Fahrpersonal gekauft werden.
Das Pilotprojekt läuft zunächst bis zum 31. Januar 2027.
Ab Ende August Einstieg an allen Türen
Eine weitere Änderung folgt am 29. August. Ab diesem Zeitpunkt können Fahrgäste grundsätzlich an allen Türen der Stadtbusse einsteigen. Wer ein Ticket direkt beim Busfahrer kaufen möchte, muss dafür weiterhin die vordere Tür nutzen.
Die Fahrkartenkontrolle durch das Fahrpersonal entfällt mit der neuen Regelung. Stattdessen soll es künftig stichprobenartige Kontrollen durch Kontrolleure geben. Bei der Kontrolle einer Bank- oder Kreditkarte wird den Kontrolleuren nach Angaben der VGR lediglich angezeigt, ob ein aktiver Fahrvorgang vorliegt.
VGR-Geschäftsführer Tobias Weiß begründet die Änderung beim Einstieg mit einer schnelleren Abfertigung der Fahrgäste. „Da viele Fahrgäste das Deutschlandticket oder die Streifenkarte, die in der Mitte des Fahrzeuges am Entwerter entwertet werden muss, nutzen, beschleunigt der Zustieg an allen Türen den Betriebsablauf“, so Tobias Weiß. Oberbürgermeister Abuzar Erdogan begrüßt das neue Bezahlsystem ebenfalls: „Was in London, Atlanta oder Sydney schon längst nicht mehr wegzudenken ist, wird nun auch bei uns Realität. Mit dem VGR-Tap wird Busfahren wirklich kinderleicht und ermöglicht jedem die einfache Nutzung unserer Stadtbusse.“
Das System wurde von der VGR gemeinsam mit der Firma init innovation in traffic systems SE im Rahmen eines Pilotprojekts des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV) eingeführt. Nach Angaben der Beteiligten gehört Rosenheim damit zu den ersten Städten in Deutschland, die ein solches sogenanntes Account-Based-Ticketing-System einsetzen.
Weitere Informationen zum neuen Bezahlsystem stellt die VGR online zur Verfügung.
(Quelle: Pressemitteilung Verkehrsgesellschaft Rosenheim / Foto: Copyright Verkehrsgesellschaft Rosenheim)



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