Rosenheim – In Rosenheim sind laut einer Untersuchung des Pestel-Instituts nur rund 1.900 von etwa 33.900 Wohnungen so ausgestattet, dass sie für ein Leben im Alter gut geeignet sind. Der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) fordert deshalb mehr finanzielle Unterstützung für den altersgerechten Umbau von Wohnungen.
Nach einer regionalen Wohnungsmarktanalyse des Pestel-Instituts erfüllen in Rosenheim nur rund 1.900 Wohnungen die Kriterien für eine gute „Alterstauglichkeit“. Das entspricht nach Angaben der Forscher etwa sechs Prozent des gesamten Wohnungsbestands von rund 33.900 Wohnungen.
Im Fokus der Untersuchung steht die Frage, wie gut Wohnungen für ältere Menschen oder Personen mit körperlichen Einschränkungen geeignet sind. Untersucht wurden dabei unter anderem Barrierefreiheit, Raumgrößen sowie die Ausstattung von Bädern und Küchen.
Nach Angaben des Pestel-Instituts ist insbesondere die Ausstattung der Badezimmer ein entscheidender Faktor. Bodengleiche Duschen gelten dabei als wichtiges Kriterium für barrierearmes Wohnen. Diese seien in Rosenheim aktuell in rund 6.700 Wohnungen vorhanden, heißt es in der Studie.
Forderung nach mehr altersgerechtem Wohnraum
Der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) sieht angesichts der demografischen Entwicklung einen steigenden Bedarf an altersgerechten Wohnungen. In den kommenden zehn Jahren gingen in Rosenheim rund 9.100 Menschen in den Ruhestand, so die Einschätzung des Verbands.
„Rosenheim muss sich darauf vorbereiten, wie die Baby-Boomer demnächst wohnen können. Denn die kommen jetzt in die Jahre: Wenn die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen, brauchen sie auch altersgerechte Wohnungen. Der Bund muss deshalb dringend ‚Boomer-Zuschüsse‘ für den Umbau von Wohnungen bereitstellen. Denn es wird höchste Zeit, dass aus Standard-Wohnungen mit Stufen und Stolperschwellen an der Dusche endlich barrierearme Wohnungen werden.“
Katharina Metzger
Präsidentin des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB)
Nach Angaben des Pestel-Instituts bestehen vor allem in älteren Gebäuden bauliche Einschränkungen für einen barrierefreien Umbau. So seien unter anderem Hausflure und Türen in einem Teil der Wohnungen zu schmal für Rollstühle oder Rollatoren.
Auch Küchen und Badezimmer seien häufig nicht ausreichend dimensioniert. In rund 10.700 Wohnungen in Rosenheim seien Küchen demnach nicht rollstuhlgerecht nutzbar, etwa 15.700 Badezimmer zu klein.
Ein weiterer Schwerpunkt sei die bauliche Umsetzung von bodengleichen Duschen. Diese seien laut Studie ein zentrales Kriterium für altersgerechtes Wohnen, aber bislang nur in etwa jedem fünften Haushalt vorhanden.
Der Leiter des Pestel-Instituts, Matthias Günther, verweist auf den steigenden Handlungsbedarf beim Umbau des Wohnungsbestands. Auch aus Sicht des BDB sei eine Vereinfachung und Ausweitung der staatlichen Förderung notwendig. Kritisiert wird dabei insbesondere der bestehende Mix aus unterschiedlichen Förderprogrammen.
Die Wissenschaftler sprechen sich nach eigenen Angaben für eine stärkere finanzielle Unterstützung des Umbaus aus, um den Wohnungsbestand schrittweise an die Bedürfnisse älterer Menschen anzupassen.
(Quelle: Pestel-Institut / Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) / Beitragsbild: Copyright Tobias Seifert)


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