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Unternehmensinsolvenzen in Bayern nehmen weiter zu

Blick auf Börse. Symbolfoto, ai-generiert

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

15. August 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Bayern – Die Zahl der Insolvenzen in Bayern bleibt nahezu stabil – doch bei den Unternehmen zeigt die Kurve weiter nach oben. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 8,1 Prozent mehr Unternehmensinsolvenzen registriert als im zweiten Halbjahr 2025. Damit liegt die Zahl auf einem Niveau, das zuletzt 2015 erreicht wurde. Besonders betroffen sind das Gastgewerbe und das Grundstücks- und Wohnungswesen.

Insgesamt wurden von Januar bis Juni 2026 bei den Insolvenzgerichten im Freistaat 7.511 Insolvenzverfahren beantragt. Im zweiten Halbjahr 2025 waren es 7.533 Verfahren. Das entspricht einem leichten Rückgang um 0,3 Prozent.
Anders sieht es bei den Unternehmen aus: Ihre Zahl stieg von 1.646 Verfahren im zweiten Halbjahr 2025 auf 1.779 im ersten Halbjahr 2026. Das sind 8,1 Prozent mehr. Damit setzt sich der Aufwärtstrend fort, der seit dem Tiefststand im zweiten Halbjahr 2020 zu beobachten ist. Damals wurden 869 Unternehmensinsolvenzen registriert.

Gastgewerbe und Immobilienbranche stärker betroffen

Vergleicht man die aktuellen Zahlen mit dem zweiten Halbjahr 2015, als zuletzt ähnlich viele Unternehmensinsolvenzen registriert wurden, zeigen sich deutliche Unterschiede bei den betroffenen Wirtschaftsbereichen.
Besonders auffällig ist das Grundstücks- und Wohnungswesen. Im zweiten Halbjahr 2015 entfielen 69 Insolvenzverfahren auf diesen Bereich. Das waren 3,9 Prozent aller Unternehmensinsolvenzen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden dagegen 133 Verfahren registriert. Ihr Anteil lag damit bei 7,5 Prozent.

Auch das Gastgewerbe ist heute stärker betroffen. Im zweiten Halbjahr 2015 wurden dort 134 Unternehmensinsolvenzen gezählt, was einem Anteil von 7,6 Prozent entsprach. Im ersten Halbjahr 2026 waren es 202 Verfahren. Damit entfielen 11,4 Prozent aller Unternehmensinsolvenzen auf diesen Wirtschaftsbereich.

Auffällig ist außerdem die Entwicklung bei der Energieversorgung. Dort wurden im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 65 Unternehmensinsolvenzen registriert. In den vergangenen Halbjahren lagen die Fallzahlen normalerweise im einstelligen Bereich. Hintergrund ist laut Bayerischem Landesamt für Statistik die Insolvenz einer Unternehmensgruppe. Da deren Tochtergesellschaften jeweils gesamtschuldnerisch haften, wird jede einzelne Tochtergesellschaft separat in der Insolvenzstatistik erfasst.

Große regionale Unterschiede

Auch regional gibt es deutliche Unterschiede. In Mittelfranken stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025 um 46,4 Prozent. In Niederbayern gab es einen Anstieg um 20,2 Prozent, in Oberbayern um 3,6 Prozent und in Schwaben um 1,4 Prozent.
Rückgänge wurden dagegen in Unterfranken mit 9,3 Prozent, in Oberfranken mit 7,4 Prozent und in der Oberpfalz mit 3,1 Prozent verzeichnet. Das Statistikamt weist allerdings darauf hin, dass die Zahlen auf Ebene der Regierungsbezirke stärker schwanken können. Der Grund: Einzelne Insolvenzverfahren von Unternehmensgruppen mit mehreren beteiligten Tochtergesellschaften können in einem Regierungsbezirk deutlich stärker ins Gewicht fallen.

Bei den Verbraucherinsolvenzen zeigte sich eine andere Entwicklung. In Schwaben stieg die Zahl der Verfahren um 19,5 Prozent. In den übrigen Regierungsbezirken ging sie zurück. Den stärksten Rückgang gab es in Unterfranken mit 28,8 Prozent. Insgesamt sank die Zahl der Insolvenzen der übrigen Schuldner im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025 um 2,6 Prozent. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ging um 3,0 Prozent zurück.
(Quelle: Pressemitteilunb Bayerisches Landesamt für Statistik / Beitragsbild: Symbolfoto re)

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