Bad Endorf / Landkreis Rosenheim – Kinderärzte in der Region sehen Probleme bei der Weiterbildung – darüber haben sich Medizinerinnen aus Bad Endorf (Landkreis Rosenheim) und die CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig ausgetauscht.
Bei dem Gespräch ging es um die Ausbildung von angehenden Kinderärzten und insbesondere um die Finanzierung von Weiterbildungsstellen in Kinderarztpraxen. Nach Angaben der Beteiligten besteht hier aus ihrer Sicht eine Lücke.
„In der Weiterbildung von künftigen Kinderärzten haben wir ein massives Problem. Es gibt zu wenig finanzielle Förderung für Weiterbildungsstellen in Kinderarztpraxen“, sagte Dr. Michaela Wruk. In Bayern seien 2026 lediglich 39 geförderte Plätze vorgesehen. Dies sei deutlich zu wenig, um den Bedarf zu decken.
Dr. Wruk hatte sich bereits vor dem Gespräch schriftlich an Daniela Ludwig gewandt und auf die Situation hingewiesen. Die Abgeordnete erklärte, sie habe sich daraufhin an Fachkollegen in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewandt. „Das ist ein ernstes Problem, die Situation ist äußerst schwierig. Ich habe mich umgehend an die Fachkollegen in der CDU/CSU-Fraktion gewandt. Die notwendige gesetzliche Änderung im §75a müssen wir noch in die Wege leiten“, so Ludwig.
Ausbildung in Praxen mit hohem Aufwand
Die Kinderärztinnen erläuterten, dass laut neuer Weiterbildungsordnung von 2021 ein verpflichtender Teil der Ausbildung in der ambulanten Versorgung stattfinde. Dies sei fachlich sinnvoll, bedeute für die Praxen aber einen deutlichen zusätzlichen Aufwand.
„Die Ausbildung angehender Kinderärztinnen übernehmen wir sehr gerne, aber das bedeutet für uns einen zusätzlichen, erheblichen zeitlichen Aufwand“, sagte Dr. Wruk. Hinzu kämen steigende Personalkosten, da Weiterbildungsassistenten regulär vergütet werden müssten.
Nach Angaben der Medizinerinnen reiche die finanzielle Förderung durch die Kassenärztliche Vereinigung im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin nicht aus, obwohl die Versorgung der hausärztlichen gleichgestellt sei.
Auch die Zusammenarbeit zwischen Kliniken und Praxen wurde im Gespräch thematisiert. „Wir arbeiten Hand in Hand und haben gemeinsam auch ein gutes Netzwerk mit niedergelassenen Fachärzten“, sagte Dr. Carina Randl. Problematisch sei jedoch die fehlende finanzielle Absicherung entsprechender Weiterbildungsverbünde.
Versorgung von Kindern und Jugendlichen im Blick
Daniela Ludwig betonte die politische Bedeutung des Themas. „Wir müssen diese Unsicherheit zeitnah im Interesse unserer kleinsten und schützenswertesten Mitbürgerinnen und Mitbürger lösen“, sagte sie. Man stehe hierzu auch im Austausch mit dem Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte.
Sie verwies zudem darauf, dass eine gesicherte Ausbildung Voraussetzung sei, wenn gesetzliche Vorgaben geändert würden.
Die Kinderärztinnen berichteten außerdem von einer zunehmenden Belastung in der Versorgung. Verhaltensauffälligkeiten, Essstörungen und ein hoher Medienkonsum bei Kindern und Jugendlichen nähmen zu. Gleichzeitig sei die Zahl geeigneter Therapieplätze begrenzt. „Es gibt zu wenig Therapieplätze und Termine bei Fachärzten und Therapeuten“, sagte Dr. Carina Randl.
Daniela Ludwig kündigte an, das Thema weiterhin zu begleiten. „Als Mutter von Zwillingen weiß ich, wie wichtig gute Kinderärzte und eine fundierte medizinische Betreuung der Kinder sind“, sagte sie. Die Entwicklung im Bereich psychosozialer Auffälligkeiten bereite ihr Sorgen.
(Quelle: Büro Daniela Ludwig / Beitragsbild: Büro Daniela Ludwig)


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