Zusätzlich müssen auch Vorgaben des Brand- und Katastrophenschutzes sowie der Deutschen Bahn berücksichtigt werden. Teile des Areals sind weiterhin als Evakuierungs- und Sammelflächen vorgesehen. Auch mögliche Auswirkungen auf Städtebaufördermittel aus dem ursprünglichen Wettbewerb von 2012 werden geprüft.
Stadtdezernent Herbert Hoch verwies im Ausschuss darauf, dass sich die Bewertung solcher Flächen im Laufe der Jahre verändert habe. 2012 sei das Thema Hitzeschutz noch deutlich weniger im Fokus gewesen.
Grünen-Stadtrat Franz Lukas widersprach dieser Einschätzung deutlich: „Ich bin schon erstaunt, dass 2012 eine andere Denkweise war. Ich bin mir sicher, dass meine Fraktion damals schon was zu den Bäumen gesagt hat. Es ist natürlich schön, wenn die Erkenntnis kommt, aber schon beschämend, wenn es dafür 14 Jahre dauert“.
Auch aus anderen Fraktionen kam Kritik am aktuellen Zustand. SPD-Stadträtin Gabriele Leicht machte mit Blick auf den Brandschutz deutlich: „So ein Feuerwehrauto kann ja auch mal über eine Wiese fahren.“
Freie-Wähler-Stadträtin Dr. Beate Burkl sprach sich ebenfalls für mehr Grün aus und regte an, wieder Bäume in den Bereich zu integrieren. Ohne diese wirke der Platz schnell „wie eine Wüste“, so ihre Einschätzung.
Im Anschluss an die Diskussion kündigte die Verwaltung an, zunächst alle offenen Punkte zu klären – insbesondere im Austausch mit dem Architekturbüro, der Deutschen Bahn sowie den zuständigen Sicherheitsbehörden. Erst danach soll über das weitere Vorgehen im Gremium entschieden werden.
Parallelfall in der Stadt: Max-Josefs-Platz ebenfalls betroffen
Dass Urheberrechte kommunale Umgestaltungen deutlich beeinflussen können, zeigt sich auch am Max-Josefs-Platz in Rosenheim. Dort soll seit längerem eine barrierefreie Verbesserung umgesetzt werden.
Ziel ist es, das historische, unebene Kopfsteinpflaster besser begehbar zu machen – insbesondere für Menschen mit Gehhilfen, Rollstühlen oder Kinderwagen. Vorgesehen ist ein pragmatischer Ansatz: Das bestehende Pflaster soll weitgehend erhalten bleiben, ergänzt um einen glatten, fugenfreien Streifen zur barrierefreien Querung.
Der Stadtrat hatte diesem Vorgehen grundsätzlich zugestimmt Auch zusätzliche barrierefreie Anbindungen wurden diskutiert.
Zuletzt kam jedoch die Ernüchterung: Der ursprünglich mit der Gestaltung beauftragte Planer beruft sich Medienberichten zufolge auf sein Urheberrecht. Dadurch liegt der geplante Umbau derzeit auf Eis – auch hier sind weitere Abstimmungen zwischen Stadt und Architekt erforderlich.