Rosenheim – Nach längerer Pause haben die Malteser Rosenheim-Miesbach wieder zum traditionellen Neujahrsempfang ins Malteserhaus eingeladen. Die Veranstaltung bot einen Rückblick auf das vergangene Jahr, ehrte ehrenamtliches Engagement und ermöglichte den Austausch zwischen Vertretern aus Politik, Hilfsorganisationen und der Malteser-Diözese München. Stadt- und Kreisbeauftragte Stephanie Freifrau von Freyberg, der stellvertretende Beauftragte Manfred Gebert sowie Stadt- und Kreisgeschäftsführer Ernst Schütz begrüßten zahlreiche Gäste, darunter Daniel Artmann, zweiter Bürgermeister der Stadt Rosenheim, sowie Vertreter von Feuerwehr, Polizei, THW, BRK, Johannitern, Caritas und der Malteser-Diözese.
Impuls zum Bevölkerungsschutz
Thomas Haas, Leiter Einsatzdienste der Malteser Bayern und Geschäftsführer des Bayerischen Zentrums für besondere Einsatzlagen (BayZBE), betonte in seinem Impulsvortrag die zunehmende Bedeutung von Resilienz im modernen Bevölkerungsschutz. In einer Zeit geprägt von geopolitischen Veränderungen, hybriden Bedrohungen und Naturkatastrophen hob er insbesondere den Wert engagierter Ehrenamtlicher hervor: Ohne sie sei Hilfe in Krisensituationen nicht möglich.
Überblick über die Arbeit 2025
Der anschließende Jahresrückblick zeigte, wie vielfältig die Malteser in Stadt und Landkreis Rosenheim tätig sind:
- Besuchsdienst: 17 Ehrenamtliche besuchten ältere Menschen in Heimen und zuhause. Einige begleiteten mobilitätseingeschränkte Pilger bei der jährlichen überregionalen Malteser-Wallfahrt nach Altötting. Mit der dritten Wunschbaumaktion konnten über 400 Weihnachtswünsche von bedürftigen Menschen erfüllt werden.
- Herzenswunsch-Krankenwagen: Schwerstkranke Menschen konnten letzte Wünsche erfüllen, darunter Fahrten an den Ammersee und Starnberger See. Dieses Angebot wurde unter anderem von den „Willinger Dirndl“ mit 5.000 Euro unterstützt.
- Integrationsdienst: Acht Dozentinnen und Dozenten unterrichteten 135 Geflüchtete in Deutsch- und EDV-Kursen.
- Katastrophenschutz: 68 Ehrenamtliche leisteten 16.000 Stunden Einsatz, rückten 26-mal aus – unter anderem zu Bränden, Verkehrsunfällen und MANV-Lagen – und bildeten sich umfassend fort.
- Sanitätsdienst: 57 Dienste mit insgesamt 2.423 Stunden, darunter Sportveranstaltungen wie bei den Starbulls Rosenheim und das Sommerfestival.
- Realistische Unfalldarstellung: 340 Stunden für Übungen und Prüfungen der Feuerwehr.
- Betreuung und Verpflegung: Einsatz unter anderem beim Landestag der Verkehrssicherheit und Blaulichttag in Vogtareuth.
- Motorradstaffel: 1.689 Stunden bei Sanitätsdiensten und auf den Autobahnen des Landkreises, Beteiligung an Weihnachtsaktionen.
- Gemeinsame Übungen: Alle Einheiten trainierten im Übungsdienst die Zusammenarbeit bei komplexen Szenarien, inklusive Geländefahrtag und Schulungen.
Tätigkeiten im Hauptamt
Auch im Hauptamt erzielten die Malteser 2025 umfangreiche Ergebnisse:
- Erste-Hilfe-Ausbildung: 198 Kurse mit knapp 3.000 Teilnehmenden, darunter Kindernotfallkurse, Seniorenkurse und erstmals ein Kurs mit Gebärdendolmetscher. Schülerinnen und Schüler der FOS-BOS Rosenheim wurden auf Pflegepraktika vorbereitet.
- Hausnotruf: Rund 1.300 Kundinnen und Kunden nutzen den Dienst; 12 Mitarbeitende leisteten etwa 1.000 Einsätze. Dazu kommt die Nacht- und Wochenendnotfallpflege über den Pflegenotruf.
- Soziale Dienste: Menüservice, Mahlzeiten-Patenschaften, Alltagsbegleitung pflegebedürftiger Menschen sowie Schul- und Individualbegleitung von Kindern und Jugendlichen mit Handicap.
- Fahrdienst: 195 Mitarbeitende und 179 Fahrzeuge legten über 13 Millionen Kilometer zurück, darunter Beförderungen von 750 Kindern und Jugendlichen zu sieben Einrichtungen im Landkreis.
- Rettungsdienst: Über 8.000 Einsätze durch 75 Mitarbeitende mit zwei Rettungswagen und drei Krankenwagen, 217.887 Kilometer im Jahr. Seit November im Einsatz: das gemeinsam mit dem BRK betriebene Rettungseinsatzfahrzeug (REF).
Veranstaltungen und Aktionen
Die Malteser waren bei Messen, Blaulichttagen und der Nikolausaktion im Caritas-Kinderdorf Irschenberg präsent. Die christliche Ausrichtung prägte das Jahr: Die Fahnenabordnung nahm an kirchlichen Festen teil, im Juli wurde Prodekan Fabian Orsetti zum neuen Gliederungsseelsorger ernannt.
Ehrenamtliche Einsatzkräfte erhalten oft Unterstützung ihrer Arbeitgeber bei Alarmierungen während der Arbeitszeit. Zu Jahresbeginn wurden die Firmen Bott und Alpenhain mit der Malteser-Dankplakette ausgezeichnet. Bei der Weihnachtsfeier ehrten die Malteser zahlreiche langjährig engagierte Ehren- und Hauptamtliche.
„Das vergangene Jahr hat erneut gezeigt, wie breit und wirkungsvoll die Arbeit der Malteser in Rosenheim ist. Ob im Besuchsdienst, im Katastrophenschutz, in der Ausbildung, im Rettungsdienst oder im sozialen Bereich – überall engagieren sich Menschen, die mit Kompetenz und Herz für andere da sind. Dieses breite Spektrum wäre ohne unser starkes Miteinander aus Ehrenamt, Hauptamt und verlässlichen Partnern nicht möglich. Darauf können wir als Region stolz sein“, so Schütz.
Abschließend bedankte sich Schütz bei allen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden, deren Angehörigen, Unterstützern und Spendern und wünschte ein friedvolles, gesundes und erfolgreiches neues Jahr. Ein Dank ging auch an „d’Innspuiration“, ein junges Instrumentalensemble aus dem Inntal, für die musikalische Begleitung.
Nach dem offiziellen Teil boten Ehrenamtliche der Verpflegungsgruppe ein reichhaltiges kaltes Buffet und den Gästen Gelegenheit zum angeregten Austausch.
(Quelle: Pressemitteilung Malteser Hilfsdienst Stadt- und Kreisgeschäftsstelle Rosenheim-Miesbach / Beitragsbild: Copyright Schmitz/Malteser)