Anbau der Kita Apostelkirche fertiggestellt

Anbau der Kita Apostelkirche fertiggestellt

Rosenheim – Die Kindertageseinrichtung Apostelkirche an der Hailerstraße in Rosenheim ist erweitert worden. Aus dem bisherigen dreigruppigen Kindergarten ist ein fünfgruppiges Kinderhaus für Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren geworden. Der Anbau wurde jetzt eingeweiht.

So sieht das neue Kinderhaus für die Kita Apostelkirche in der Hailerstraße von außen aus. Foto: Stadt Rosenheim

So sieht das neue Kinderhaus für die Kita Apostelkirche in der Hailerstraße von außen aus. Fotos: Stadt Rosenheim

Die Kindertageseinrichtung Apostelkirche besteht seit 1992. Die beiden zusätzlichen Gruppen können ab dem 1. Oktober genutzt werden. Ursprünglich waren die Räume für 24 Krippenkinder geplant. Durch die flexible Raumgestaltung können dort nun je nach Bedarf auch Kindergartenkinder betreut werden.

Rund 4,2 Millionen Euro Kosten

Nach Angaben der Stadt Rosenheim belaufen sich die Gesamtkosten des Projekts auf rund 4,2 Millionen Euro. Davon werden 550.000 Euro aus staatlichen Mitteln nach dem Bayerischen Finanzausgleichsgesetz (FAG) gefördert. Der Spatenstich für den Anbau erfolgte im Juli 2025, im November 2025 wurde Richtfest gefeiert.

Und so sieht das Kinderhaus von innen aus. Foto: Stadt Rosenheim

Und so sieht das Kinderhaus von innen aus.

Auch die bestehende Einrichtung wurde im Zuge der Arbeiten verändert. Die Kochküche wurde umgebaut und erweitert. Zudem wurde das Außengelände neu gestaltet. Dabei wurden auch die Entwässerungsanlage erneuert und zusätzliche Parkplätze geschaffen.

Oberbürgermeister Abuzar Erdogan erklärte zur Erweiterung: „Mit dem Anbau schaffen wir zusätzlichen Raum für Kinder und Familien und investieren damit ganz konkret in die Zukunft unserer Stadt. Besonders wichtig ist mir, dass die neuen Räume flexibel genutzt werden können und wir so auf den tatsächlichen Bedarf reagieren können.“
(Quelle: Pressemitteilung Stadt Rosenheim / Beitragsbild, Fotos: Stadt Rosenheim)

LBV kritisiert Abschussfreigaben für Wölfe in Bayern

LBV kritisiert Abschussfreigaben für Wölfe in Bayern

Bayern -Der bayerische Naturschutzverband LBV kritisiert pauschale Abschussfreigaben für Wölfe in mehreren Landkreisen. Nach Angaben des Verbandes seien entsprechende Regelungen unter anderem im Ostallgäu, im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und im Berchtesgadener Land erlassen worden. Der LBV befürchtet, dass eine solche Praxis auch auf die beiden bayerischen Nationalparke ausgeweitet werden könnte.

„Sollte es die Staatsregierung tatsächlich auf die Spitze treiben und den Abschuss von Wölfen in unseren Nationalparken erlauben, würden wir diese unantastbaren Kronjuwelen des bayerischen Naturschutzes mit allen rechtlichen Mitteln verteidigen. Darüber hinaus hält es der LBV für moralisch fragwürdig, die Verantwortung für ein derartiges rechtlich umstrittenes Vorgehen auf die Jägerschaft abzuwälzen“, erklärt der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer.

LBV sieht fehlende Transparenz

Nach Angaben des LBV haben mehrere Landkreise im bayerischen Alpenraum Abschussfreigaben erteilt, obwohl dort keine standorttreuen Wolfsrudel lebten. Bis zum 31. Oktober könne dadurch nach Darstellung des Verbandes jeder Wolf geschossen werden, der in den betreffenden Gebieten auftauche.
„Durch die Vorgehensweise, ohne begründeten Anlass Abschussgenehmigungen für Wölfe einzuholen, entsteht der Eindruck, die Staatsregierung versucht still und heimlich im Alpenraum eine wolfsfreie Zone zu schaffen und so entgegen geltenden EU-Rechts die Rückkehr einer weiterhin geschützten Art zu verhindern“, so Norbert Schäffer. Der LBV kritisiert außerdem, dass solche Abschüsse nach seiner Darstellung nicht zwangsläufig öffentlich bekannt gemacht werden müssten. „Dieses Vorgehen ist für den LBV inakzeptabel“, so der LBV-Vorsitzende.

Auch außerhalb des Alpenraums gebe es nach Angaben des Verbands möglicherweise bereits Abschussregelungen in Gebieten mit und ohne standorttreue Wölfe. Die entsprechenden Bescheide seien mit Ausnahme des Oberallgäus nicht öffentlich zugänglich gemacht worden, so der LBV.
Das Bayerische Landesamt für Umwelt führt aktuell Nachweise von Wölfen aus dem Monitoringjahr 2025/26. Danach gibt es sowohl Nachweise einzelner Tiere als auch Gebiete mit standorttreuen Wölfen.

LBV fordert Abschüsse nur in begründeten Fällen

Der LBV erklärt, das Zusammenleben mit Wölfen bringe Herausforderungen mit sich. Einen Abschuss sehe der Verband jedoch als letztes Mittel an. „Sogenannte präventive Abschussgenehmigungen wie sie derzeit mehrfach in Bayern geschaffen worden sind, sind keine nachhaltige Lösung für Weidetierhalter und verstoßen unserer Einschätzung nach gegen geltendes EU-Recht“, so die LBV-Wildtierökologin Ronja Schlosser.

Als Beispiel nennt der Verband den Wolfsrüden „GW999m“, der nach Angaben des LBV seit acht Jahren im Oberallgäu lebe, ohne ein Nutztier gerissen zu haben. Der Wolf halte sich in einem kürzlich öffentlich ausgewiesenen „Weidegebiet“ auf. So bezeichnen die Jagdbehörden laut LBV die Gebiete, in denen Abschussfreigaben im Alpenraum gelten. „Damit wird ein völlig unauffälliges Tier der Wolfspolitik geopfert“, kritisiert Ronja Schlosser.

Drei illegale Tötungen offiziell bestätigt

Nach Angaben des LBV sind in Bayern derzeit 13 Territorien mit standorttreuen Wölfen bekannt. Im Jahr 2025 seien nach offiziellen Angaben sieben Wölfe bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Bei zwei weiteren Tieren sei die Todesursache noch offen gewesen.
Nach Angaben des Verbands wurden im selben Kalenderjahr von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) zwei Wölfe in Bayern als illegal getötet erfasst. Ein weiterer Fall stamme aus dem Oktober 2024.

Der LBV berichtet zudem von einem der Fälle, bei dem ein Tier einen durch einen Schuss zertrümmerten Vorderlauf gehabt habe. Nach Einschätzung des Verbands deute dies auf einen qualvollen Tod hin. „Bei keinem der neuerdings offiziell als illegale Tötung eingestuften Fälle wurde bisher erfolgreich ein Täter überführt. Wir müssen deshalb von einer deutlich höheren Dunkelziffer ausgehen und befürchten, dass die nun erteilten Abschussgenehmigungen zusätzlich die Hemmschwelle für illegale Aktivitäten senken. Als entschieden wurde, den Wolf in das Jagdrecht aufzunehmen, waren den Behörden diese konkreten Verdachtsfälle illegaler Tötungen längst bekannt“, so Norbert Schäffer.

Wolf und Goldschakal wurden zum 1. April 2026 in das bayerische Jagdrecht aufgenommen. Die Bayerische Staatsregierung bezeichnete dies als Grundlage für ein kontrolliertes Bestandsmanagement.

Diskussion um Auswirkungen auf die Wolfspopulation

Der LBV sieht in den Abschussfreigaben eine mögliche zusätzliche Belastung für die bayerische Wolfspopulation. „Werden neben Verkehrstoten und illegalen Tötungen in zahlreichen Landkreisen zusätzlich Wölfe zum Abschuss freigegeben, kann dies erhebliche Auswirkungen auf die bayerische Population haben“, erklärt Ronja Schlosser. Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Umwelt unterliegt der Wolf weiterhin dem Naturschutzrecht. Ein Abschuss darf demnach nur zugelassen werden, wenn zumutbare Alternativen nicht gegeben sind und sich der Erhaltungszustand der Population dadurch nicht verschlechtert.

Der LBV fordert die Staatsregierung auf, die aus seiner Sicht rechtlich fragwürdige Praxis der pauschalen Abschussfreigaben zu beenden. „Wir fordern die Bayerische Staatsregierung auf, die rechtlich fragwürdige Praxis pauschaler Abschussfreigaben umgehend zu stoppen. Der Wolf als geschützte Art darf politisch motivierten Abschussgenehmigungen nicht zum Opfer fallen. Es besteht eine ernstzunehmende Gefahr, dass seine weitere Ausbreitung in Bayern behindert und der Erhaltungszustand ernsthaft gefährdet werden“, so Norbert Schäffer.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Kreistag erhöht Haushaltsansatz für den ÖPNV

Kreistag erhöht Haushaltsansatz für den ÖPNV

Landkreis Rosenheim – Der Landkreis Rosenheim will im kommenden Jahr mehr Geld für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bereitstellen. Der Kreistag hat in seiner Sitzung am 9. September beschlossen, den bisherigen Haushaltsansatz von 3,3 Millionen Euro auf 3,7 Millionen Euro anzuheben. Gleichzeitig sollen verschiedene Varianten für die weitere Entwicklung des ÖPNV näher untersucht werden.

Hintergrund sind vier Varianten, die der Mobilitätsbeauftragte des Landkreises, Martin Aerzbäck, Ende Juli im Umweltausschuss vorgestellt hatte. Sie unterscheiden sich beim Umfang des Angebots und bei den damit verbundenen Kosten.

Vier Varianten für den ÖPNV

Bei der ersten Variante würde der jährliche Aufwand von 3,3 Millionen Euro unverändert bleiben. Nach Darstellung der Landkreisverwaltung müsste das Angebot wegen der steigenden Kosten allerdings reduziert werden. Perspektivisch wären danach wohl nur noch Schülerverkehre möglich.

Die zweite Variante sieht vor, das derzeitige ÖPNV-Angebot unverändert beizubehalten. Dafür würden bis 2032 Mehrkosten von gut 8 Millionen Euro entstehen.
Bei der dritten Variante würde der ÖPNV um etwa 4 Prozent jährlich ausgebaut. Die Mehrkosten würden nach den Berechnungen bis 2032 bei knapp 13 Millionen Euro liegen.

Die vierte Variante sieht eine deutlich stärkere Angebotserweiterung um etwa 15 Prozent jährlich vor. Dadurch würde der Aufwand bis 2032 um mehr als 38 Millionen Euro steigen.

Der Kreistag entschied, die erste Variante als praktisch unrealistisch zu verwerfen. Die Landkreisverwaltung und der MVV wurden beauftragt, die Varianten zwei, drei und vier unter Einbindung des Umweltausschusses näher auszuarbeiten.
Für den kommenden Haushalt soll ein Mittelwert aus den Varianten zwei und drei eingeplant werden. Deshalb steigt der bisherige Haushaltsansatz von 3,3 Millionen Euro auf 3,7 Millionen Euro.

Nahverkehrsplan soll weiterentwickelt werden

Auch der Nahverkehrsplan des Landkreises Rosenheim soll fortgeschrieben beziehungsweise weiterentwickelt werden. Der Kreistag hatte den bisherigen Nahverkehrsplan 2019 verabschiedet.
Landrat Otto Lederer kündigte nach Angaben des Landratsamtes an, dass der Kreistag im kommenden Jahr die Rahmenbedingungen für die Ausschreibung des Nahverkehrsplans festlegen werde.

Zuvor hatten Dr. Markus Haller und Detlev Metzner vom MVV in der Sitzung nach Angaben des Landratsamtes eine Neuaufstellung des Nahverkehrsplans empfohlen. Voraussetzung dafür sei aus Sicht der beiden MVV-Vertreter, dass das ÖPNV-Angebot ausgebaut werden solle.
(Quelle: Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim / Beitragsbild: Copyright Aerzbäck)

Ein Blick in das Geschäft von I. Sigl

Ein Blick in das Geschäft von I. Sigl

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in die Zeit um 1909 – diesmal allerdings mit einer kleinen Besonderheit: Wir zeigen kein historisches Foto, sondern eine alte Postkarte. Und die hat es durchaus in sich. Denn sie gibt nicht nur einen Blick auf ein Rosenheimer Geschäft, sondern auch ins Innere eines Hauses, in dem einst mit Leder und Schuhen gehandelt und gearbeitet wurde.

Auf der Fassade ist deutlich „I. Sigl“ zu lesen, darunter „Cäzilia Sigl“. In den Schaufenstern stehen die Begriffe „Lederhandlung“ und „Schäfte-Fabrikation“. Der Poststempel auf der Karte stammt aus dem Jahr 1909. Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass die Aufnahme selbst in diesem Jahr entstanden ist – sicher ist, dass die Postkarte 1909 verschickt wurde.

Besonders spannend ist der Blick in das Geschäft. Auf der Innenaufnahme sind zahlreiche Fläschchen, Gläser und Tiegel zu sehen. Die Auslagen sind aufwendig gestaltet, sogar Palmwedel schmücken die Präsentation.Was genau sich in den kleinen Gefäßen befand, lässt sich anhand der Postkarte nicht mehr sicher sagen. Im Zusammenhang mit einem Leder- und Schuhgeschäft könnten darunter beispielsweise Lederpflegemittel, Farben oder andere für das Handwerk benötigte Produkte gewesen sein.

Was bedeutete „Schäfte-Fabrikation“?

Der Begriff klingt heute ungewohnt. Mit „Schäften“ sind bei Schuhen und Stiefeln die oberen Teile gemeint – also der Teil über der Sohle, der den Fuß beziehungsweise bei Stiefeln auch das Bein umschließt. In dem Geschäft wurde also nicht nur Leder verkauft. Offenbar wurden auch solche Schuhschäfte hergestellt.

Der Name Sigl taucht später erneut in der Geschichte des Hauses am Ludwigsplatz auf. Eine historische Aufnahme aus den 1910er beziehungsweise 1920er Jahren wird mit „Ignaz Sigl’s Witwe“ und „Inhaber Alfons Sigl“ bezeichnet. Das legt nahe, dass es sich bei dem „I. Sigl“ auf unserer Postkarte um Ignaz Sigl handelt. Die genaue Familiengeschichte lässt sich anhand der Postkarte allein allerdings nicht vollständig rekonstruieren.
Fest steht: Der Name Sigl gehörte in Rosenheim schon früh zur Geschichte des Schuh- und Lederhandels. Später übernahm Alfons Sigl das Geschäft. Das Stadtarchiv Rosenheim berichtet, dass er 1919 das sogenannte Daumann-Haus am Ludwigsplatz am Eingang zum Mittertor erwarb. Sein bereits bestehendes, 1881 gegründetes Geschäft wollte er mit dem neu erworbenen Eckhaus verbinden und vergrößern.

Und genau dabei kam es zu einer Geschichte, die heute fast unglaublich klingt: Am 1. März 1920 brach das Eckhaus während der Umbauarbeiten seitlich auseinander. Ein tragender Eckpfeiler aus Huglfinger Tuffstein hatte den Belastungen nicht standgehalten. Glücklicherweise waren weder die Bewohner noch die Bauarbeiter im Gebäude, sodass niemand verletzt wurde.
Schon im August 1920 stand dort wieder ein neues Sigl-Geschäftshaus – größer und moderner und sogar um ein Stockwerk höher. Die geplante geschlossene Häuserfront bis zum Gietlhaus wurde schließlich erst in den 1930er Jahren verwirklicht.

Unsere alte Postkarte zeigt damit einen deutlich früheren Ausschnitt aus dieser Geschichte: ein Rosenheimer Geschäft, wie es vor mehr als 115 Jahren ausgesehen hat. „Lederhandlung“ und „Schäfte-Fabrikation“ erzählen dabei ganz nebenbei davon, wie vielfältig ein Schuhgeschäft damals arbeiten konnte.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv  Herbert Borrmann / Artikel: Karin Wunsam)

Straßennamen in Rosenheim: Am Aisinger Moos – wo einst eine unheimliche Landschaft lag

Straßennamen in Rosenheim: Am Aisinger Moos – wo einst eine unheimliche Landschaft lag

Aising / Landkreis Rosenheim – Heute stehen hier Häuser und Straßen. Doch der Name „Am Aisinger Moos“ erinnert an eine Zeit, in der diese Gegend ganz anders aussah: feucht, sumpfig und für Menschen eher unheimlich als einladend. Gab es hier tatsächlich einmal ein Moor? Ja – und ein Rest davon ist sogar heute noch nachweisbar.

Über 500 Straßen gibt es inzwischen im Rosenheimer Stadtgebiet. Ihre Namen erinnern an Persönlichkeiten, Orte, Landschaften oder historische Ereignisse. Bei der Straße Am Aisinger Moos führt die Spur allerdings nicht zu einer Person oder einem besonderen Ereignis, sondern direkt in die Naturgeschichte des Rosenheimer Südens.

Die Straße liegt im Stadtteil Aising. Das ehemalige Bauerndorf wurde 1978 zusammen mit der Gemeinde Aising nach Rosenheim eingemeindet. Aising selbst ist allerdings sehr viel älter: Bereits im Jahr 778 wird der Ort erstmals urkundlich als „Agusinga“ erwähnt.

Das Moos gab es wirklich

Wer beim Namen „Am Aisinger Moos“ heute vielleicht an ein Stück Grünfläche denkt, liegt nicht ganz falsch. Das Moos ist keine Erfindung, die irgendwann für einen Straßennamen gesucht wurde. Das Aisinger Moos ist tatsächlich als Moorgebiet dokumentiert.
Eine Veröffentlichung der Bayerischen Landesanstalt für Umwelt führt das Aisinger Moos ausdrücklich als Flachmoor. Für das Jahr 1963 werden noch rund 3,9 Hektar angegeben. 2020 waren davon allerdings nur noch etwa 1,9 Hektar vorhanden. Als Gründe für den Rückgang werden unter anderem langjährige Brache und Nährstoffeinträge genannt.
Der Straßenname erzählt damit ein Stück Landschaftsgeschichte, die heute kaum noch auf den ersten Blick zu erkennen ist.

Ein Ort, an dem man früher nicht unbedingt spazieren ging

Das Wort „Moos“ bezeichnet im süddeutschen Sprachraum seit Jahrhunderten feuchte, sumpfige Landschaften. Für die Menschen früherer Zeiten waren solche Gebiete keine besonders attraktiven Bauplätze. Der Boden war nass und schwierig zu bewirtschaften, Wege konnten bei Regen oder hohem Wasserstand unpassierbar werden.
Besiedelt wurde deshalb vor allem der trockenere Grund in der Umgebung. Aising selbst entwickelte sich über viele Jahrhunderte als bäuerlich geprägter Ort. Das Moor lag gewissermaßen vor der Haustür – gehörte aber zu einer Landschaft, mit der man sich arrangieren musste.

Und vielleicht erklärt genau das auch ein Stück weit, warum Moore in früheren Zeiten häufig etwas Unheimliches anhaftete. Zwischen Nebel, Wasserflächen, dichtem Bewuchs und schwer begehbarem Boden konnte eine solche Landschaft durchaus mystisch wirken. Irrlichter und andere Spukgeschichten gehören deshalb nicht zufällig zum alten Sagenschatz rund um Moore und Sümpfe.

Heute erinnert nur noch der Name an die Landschaft

Von dieser ursprünglichen Landschaft ist in Aising vieles verschwunden. Entwässerung, landwirtschaftliche Nutzung und später die Bebauung veränderten das Gebiet. Das Aisinger Moos ist dadurch deutlich kleiner geworden.
Ganz verschwunden ist die Erinnerung daran aber nicht. Sie steckt nicht nur im Straßennamen, sondern auch in der Landschaft selbst. Wer heute durch die Straße Am Aisinger Moos fährt oder geht, bewegt sich damit in einem Gebiet, dessen Name von einer Zeit erzählt, in der hier deutlich mehr Wasser und Moor zu finden waren.

Und so ist das Straßenschild eigentlich ein kleines Stück Naturgeschichte: Es erinnert daran, dass dort, wo heute Häuser stehen, früher eine feuchte Landschaft lag, die den Menschen wohl eher Respekt als Lust auf einen gemütlichen Spaziergang einflößte.
Das Aisinger Moos ist damit ein weiteres gutes Beispiel dafür, wie viel Vergangenheit in einem scheinbar unscheinbaren Straßennamen stecken kann.
(Quellen: Bayerische Landesanstalt für Umwelt, Stadtteilgeschichte Aising / Beitragsbild: Symbolfoto)

Workshop im Kreislehrgarten: Jetzt Blumenzwiebeln für den Frühling pflanzen

Workshop im Kreislehrgarten: Jetzt Blumenzwiebeln für den Frühling pflanzen

Amerang / Landkreis Rosenheim – Tulpen, Narzissen und Schneeglöckchen werden im Herbst gepflanzt, damit sie im Frühjahr blühen können. Wie sich Blumenzwiebeln sinnvoll auswählen, kombinieren und pflanzen lassen, zeigt die Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege des Landratsamtes Rosenheim bei einem kostenlosen Workshop im Kreislehrgarten Amerang.

Der Workshop „Zwiebelmagie – Gestalten mit Blumenzwiebeln“ findet am Freitag, 18. September, von 13 bis 16 Uhr im Kreislehrgarten gegenüber dem Schloss Amerang statt. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Im Mittelpunkt stehen Zwiebel- und Knollenpflanzen, sogenannte Frühjahrsgeophyten. Dabei geht es nach Angaben des Landratsamtes unter anderem darum, welche Arten und Sorten sich für unterschiedliche Standorte eignen und was bei Pflanzung und Pflege zu beachten ist.

Denn nicht jede Blumenzwiebel kommt mit jedem Standort zurecht. Während manche Arten nur wenige Jahre bleiben, können sich andere unter passenden Bedingungen dauerhaft im Garten etablieren und vermehren. Auch Wühlmäuse können bei der Auswahl eine Rolle spielen.

Theorie und Praxis im Kreislehrgarten

Der Workshop besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Zunächst wird gezeigt, wie sich mit Blumenzwiebeln Pflanzungen gestalten lassen und welche Zwiebel- und Knollenpflanzen für den Hausgarten geeignet sind.
Anschließend geht es direkt in den Garten: Gemeinsam werden nach Angaben des Landratsamtes rund 1.500 Blumenzwiebeln verschiedener Arten im Kreislehrgarten gepflanzt.

Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist per E-Mail an gartenkultur@lra-rosenheim.de oder telefonisch unter 08031/392-3366 möglich.
(Quelle: Pressemitteilung Landkreis Rosenheim / Beitragsbild: Copyright Daniel Richter)

Spritpreise steigen weiter: E10 erreicht neues Allzeithoch

Spritpreise steigen weiter: E10 erreicht neues Allzeithoch

Rosenheim / Bayern / Deutschland – Tanken wird weiter teurer: Der Preis für Super E10 ist im bundesweiten Durchschnitt auf 2,300 Euro je Liter gestiegen und damit laut ADAC auf einen neuen Höchststand. Auch Diesel hat innerhalb einer Woche deutlich zugelegt: Ein Liter kostet aktuell durchschnittlich 2,422 Euro.

Die aktuellen Zahlen stammen aus der wöchentlichen Auswertung des ADAC. Demnach ist Super E10 im Vergleich zur Vorwoche um 4,1 Cent pro Liter teurer geworden. Beim Diesel fällt der Anstieg mit 10,1 Cent noch deutlich stärker aus. Damit liegt Diesel nur knapp unter seinem bisherigen Höchststand aus dem April 2026.

ADAC sieht Erklärungsbedarf bei der Preisbildung

Als einen Grund für die gestiegenen Kraftstoffpreise nennt der ADAC den höheren Ölpreis. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet derzeit knapp 110 US-Dollar. Nach Einschätzung des Automobilclubs erklären der gestiegene Ölpreis und der Euro-Dollar-Wechselkurs das aktuelle Preisniveau an den Tankstellen allerdings nur teilweise.
Besonders deutlich zeigt sich das laut ADAC beim Super E10. Der deutschlandweite Tagesdurchschnittspreis habe an vier aufeinanderfolgenden Tagen jeweils einen neuen Höchststand erreicht. Dabei lag der Preis für ein Barrel Brent Ende April ebenfalls bei rund 110 US-Dollar. Super E10 kostete damals nach Angaben des ADAC allerdings nur etwa 2,10 Euro je Liter.
Der ADAC fordert deshalb mehr Transparenz bei der Preisbildung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Insbesondere auf Raffinerie- und Großhandelsebene sieht der Automobilclub weiteren Erklärungsbedarf.

ADAC gibt Tipp fürs Tanken

Wer beim Tanken sparen möchte, sollte laut ADAC möglichst kurz vor 12 Uhr zur Tankstelle fahren. Zu dieser Zeit seien die Kraftstoffpreise im Tagesverlauf in der Regel am niedrigsten. Um 12 Uhr steigen sie demnach zunächst deutlich an und gehen anschließend langsam wieder zurück.
(Quelle: Pressemitteilung ADAC / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Bayerns Bevölkerung nimmt im ersten Halbjahr 2026 ab

Bayerns Bevölkerung nimmt im ersten Halbjahr 2026 ab

Bayern – In Bayern leben rund 13,23 Millionen Menschen. Im ersten Halbjahr 2026 ist die Einwohnerzahl des Freistaats um 17.190 Personen zurückgegangen. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik konnten die Wanderungsgewinne das Geburtendefizit nicht ausgleichen.

Am 30. Juni 2026 lebten nach vorläufigen Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik 13.228.313 Menschen in Bayern. Ende 2025 waren es noch 13.245.503. Damit ist die Bevölkerung innerhalb von sechs Monaten um 17.190 Personen gesunken.
Der Rückgang fällt deutlich stärker aus als im ersten Halbjahr 2025. Damals ging die Einwohnerzahl Bayerns um 2.706 Personen zurück.

Deutlich mehr Sterbefälle als Geburten

Von Januar bis Juni 2026 wurden in Bayern 53.336 Kinder lebend geboren. Die Zahl liegt damit nur etwas unter dem Wert des Vorjahres: Im ersten Halbjahr 2025 waren es 53.953 Geburten.
Gleichzeitig starben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 72.746 Menschen. Damit gab es 19.410 mehr Sterbefälle als Geburten. Das Geburtendefizit fiel damit etwas geringer aus als im ersten Halbjahr 2025. Damals lag es bei 20.559.

Noch weniger Geburten in den ersten sechs Monaten eines Jahres wurden nach Angaben des Landesamts zuletzt 2013 registriert. Damals kamen 52.691 Kinder zur Welt.

Wanderungsgewinn reicht nicht zum Ausgleich

Bayern verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 einen Wanderungsgewinn von 4.548 Personen. Davon entfielen 1.897 auf Zuzüge aus anderen Bundesländern und 2.651 auf den Wanderungssaldo mit dem Ausland.
Auch diese Werte liegen deutlich unter denen des Vorjahres. Im ersten Halbjahr 2025 hatte Bayern einen Wanderungsgewinn von 2.377 Personen gegenüber anderen Bundesländern und von 15.758 Personen gegenüber dem Ausland.

Der Wanderungsgewinn konnte das Geburtendefizit damit nicht ausgleichen. Die bayerische Bevölkerung nahm zwischen dem 31. Dezember 2025 und dem 30. Juni 2026 insgesamt um 17.190 Personen ab.

Die Differenz zwischen den einzelnen Werten und der Gesamtveränderung beträgt rund 2.300 Personen. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik geht sie auf sogenannte „sonstige Veränderungen“ zurück. Dazu gehören beispielsweise Korrekturbuchungen und Nachmeldungen der Kommunen.
(Quelle: Pressemitteilung Bayerisches Landesamt für Statistik / Beitagsbild: Symbolfoto re)

Handwerkertag im Freilichtmuseum Amerang am Sonntag

Handwerkertag im Freilichtmuseum Amerang am Sonntag

Amerang / Landkreis Rosenheim – Wie wurden früher Nägel geschmiedet, Möbel gebaut oder Holz bearbeitet? Beim Handwerkertag im Freilichtmuseum Amerang können Besucher am Sonntag (20. September) verschiedenen traditionellen Handwerken bei der Arbeit zusehen. Ab 11 Uhr zeigen mehr als 20 Handwerker ihre Techniken in den historischen Werkstätten, Höfen und Stuben sowie im Freigelände.

Zu sehen sind unter anderem Schmiedearbeiten, Holzverarbeitung und Drechseln. Auch ein Pflasterbauer zeigt verschiedene Ziersetzungen. Die Handwerker kommen nach Angaben des Freilichtmuseums aus dem Chiemgau und den angrenzenden Regionen und geben Einblicke in die jeweiligen Arbeitsschritte.

Historische Dreschmaschine im Einsatz

Zum Programm gehört auch eine historische Dreschvorführung der Ameranger Bulldog Freunde. Dabei wird gezeigt, wie früher das Korn vom Stroh getrennt wurde. Garben werden in die Maschine eingeführt, das ausgedroschene Stroh entnommen und die Kornsäcke kontrolliert.
Auch für Kinder gibt es verschiedene Mitmachangebote. In einer Stoffdruckwerkstatt können sie eigene Stoffstücke gestalten. Zusammen mit einem Seilermeister können Springseile hergestellt werden. Beim Holzmannhof werden mit den „Maxlrainer Hopfengartlern“ Hopfenkränze gebunden.
In einer mobilen Holzwerkstatt können Kinder außerdem sägen, hämmern und ein eigenes Holzschiff bauen, das sie anschließend mit nach Hause nehmen können.

Der Handwerkertag beginnt um 11 Uhr. Weitere Informationen gibt es beim Freilichtmuseum Amerang unter 08075/915090 oder im Internet unter www.flm-amerang.de.
(Quelle: Pressemitteilung Bezirk Oberbayern / Beitragsbild: Copyright Bezirk Oberbayern, Freilichtmuseum Amerang, G. Nixdorf)

780.000 Lose beim Glückshafen auf der Rosenheimer Wiesn verkauft

780.000 Lose beim Glückshafen auf der Rosenheimer Wiesn verkauft

Rosenheim – Beim Glückshafen auf dem Rosenheimer Herbstfest sind in diesem Jahr 780.000 Lose verkauft worden. Die letzten Lose gingen am vergangenen Sonntag (13. September) kurz nach 21 Uhr über den Verkaufstisch – noch vor dem offiziellen Ende des Herbstfestes. Der Erlös kommt der Waisenhausstiftung der Stadt Rosenheim zugute.

Ein Los kostete 50 Cent. Zu den Hauptgewinnen gehörten zwei Motorroller im Wert von jeweils rund 2.700 Euro. Sie gingen nach Angaben der Stadt an die Familie Gruber aus Edling und an Vera Zeitler aus Bad Endorf.
Darüber hinaus gab es zahlreiche weitere Gewinne, darunter Fernseher, Fahrräder, Haushaltsgeräte, Werkzeuge und Spielsachen.

Erlös für Kinder und Jugendliche

Der Glückshafen wird von einem fünfköpfigen Organisationsteam und zahlreichen ehrenamtlichen Helfern getragen. Sie kümmerten sich unter anderem um das Lager, den Losverkauf und die Ausgabe der Gewinne.
Der gesamte Erlös des Glückshafens fließt nach Angaben der Stadt in die Waisenhausstiftung. Diese fördert damit Kinder und Jugendliche in Rosenheim sowie Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe und verschiedene Wohnprojekte für Kinder und Jugendliche.
Das Organisationsteam des Glückshafens zeigte sich laut Stadt insbesondere darüber erfreut, dass die Lose bereits vor dem Ende des Herbstfestes ausverkauft waren.
(Quelle: Pressemitteilung Stadt Rosenheim / Beitragsbild: Stadt  Rosenheim)

Unbekannter bricht Opferstock in Aschauer Kirche auf

Unbekannter bricht Opferstock in Aschauer Kirche auf

Aschau / Landkreis Rosenheim – Ein Unbekannter hat in einer Kirche am Kirchplatz in Aschau (Landkreis Rosenheim) einen Opferstock aufgebrochen und daraus einen geringen Bargeldbetrag gestohlen. Der Diebstahl wurde am Dienstagvormittag (15. September 2026) bei der Polizei gemeldet.

Nach Angaben der Polizeiinspektion Prien brach der Täter das Vorhängeschloss des Opferstocks auf und entwendete anschließend das darin befindliche Geld.
Der Gesamtschaden aus Beute und Sachschaden wird von der Polizei auf rund 50 Euro geschätzt. Die Polizeiinspektion Prien hat die Ermittlungen aufgenommen.

Wer im Zusammenhang mit der Tat auffällige Personen oder Fahrzeuge beobachtet hat, wird gebeten, sich unter 08051/9057-0 bei der Polizeiinspektion Prien zu melden.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Prien / Beitragsbild: Symbolfoto: re)

BRK-Werber klingeln wieder an Haustüren in Stadt und Landkreis Rosenheim

BRK-Werber klingeln wieder an Haustüren in Stadt und Landkreis Rosenheim

Rosenheim – In den kommenden Wochen können in Stadt und Landkreis Rosenheim wieder Werber des Bayerischen Roten Kreuzes an Haustüren klingeln. Der BRK-Kreisverband Rosenheim startet am Donnerstag (17. September) eine neue Fördermitgliederwerbung. Die Aktion soll nach Angaben des BRK rund sechs bis acht Wochen dauern.

Für die Aktion arbeitet der BRK-Kreisverband erneut mit der Kober GmbH zusammen. Die Werber sind laut BRK überwiegend Studierende, tragen Rotkreuz-Kleidung und können sich entsprechend ausweisen.
Unterwegs sind die Teams in Amerang, Bad Endorf, Bad Feilnbach, Breitbrunn am Chiemsee, Bruckmühl, Chiemsee, Feldkirchen-Westerham, Kiefersfelden, Neubeuern, Nußdorf, Oberaudorf, Prutting, Raubling, Riedering, Rosenheim (Postleitzahlen 83022 und 83026), Schonstett, Söchtenau und Stephanskirchen.

Bei der Aktion wirbt das BRK um Fördermitglieder, die den Kreisverband mit einem regelmäßigen jährlichen Beitrag unterstützen. Nach Angaben des BRK sollen die Beiträge dazu beitragen, ehrenamtliche Aufgaben und Angebote in der Region zu finanzieren.

Der BRK-Kreisverband weist darauf hin, dass sich die Werber an der Haustür ausweisen können. Bei Fragen zur Aktion ist Matthias Baumann unter 08031/3019-72 oder per E-Mail an matthias.baumann@brk.de erreichbar.
(Quelle: Pressemitteilung BRK  Kreisverband Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)