Chiemsee / Landkreis Traunstein – Am Chiemsee haben in diesem Jahr mindestens fünf Flussregenpfeifer-Paare erfolgreich Nachwuchs großgezogen. Möglich wurde dies unter anderem durch zeitlich begrenzte Schutzmaßnahmen an den Brutplätzen und die Rücksichtnahme von Besuchern. Die markierten Bereiche wurden nach dem Ausfliegen der Jungvögel inzwischen wieder freigegeben.
Der Flussregenpfeifer gehört zu den seltenen Brutvögeln in Bayern. Die nur etwa fünf Gramm schweren Küken zählen zu den kleinsten Nestflüchtern. Die Vögel legen ihre Eier direkt auf kiesigen Flächen ab. Dadurch sind die gut getarnten Gelege für Menschen oft kaum zu erkennen – gleichzeitig befinden sich die Brutplätze häufig an Uferbereichen, die auch von Erholungssuchenden genutzt werden.
Schutz durch Absperrungen und Besucherinformation
Während der gesamten Brutsaison wurden bekannte Brutplätze am Chiemsee deshalb vorübergehend abgesperrt und mit Hinweisschildern versehen. Gebietsbetreuer Dirk Alfermann und ehrenamtliche Helfer kontrollierten die Brutplätze, bauten Absperrungen auf und informierten Besucher über die Schutzmaßnahmen. „Aufgrund des schönen Wetters ist natürlich der Erholungsdruck auf die Uferbereiche hoch. Gleichzeitig konnten dieses Jahr mindestens fünf erfolgreiche Bruten sicher nachgewiesen werden“, sagt Alfermann. Weitere Bruten dürften vor allem im Bereich des dauerhaft geschützten Achendeltas stattgefunden haben.
Schon kurze Störungen können nach Angaben des Gebietsbetreuers dazu führen, dass Altvögel ihre Gelege verlassen oder Jungvögel gefährdet werden. Besucher können zum Schutz der Vögel beitragen, indem sie abgesperrte Bereiche respektieren, Hunde anleinen und auf den ausgewiesenen Wegen bleiben.
Die Erfahrungen aus anderen Kiesbrüterprojekten, unter anderem entlang der Tiroler Achen, zeigen laut Landratsamt, dass zeitlich begrenzte Absperrungen und Besucherinformation zum Schutz von Flussregenpfeifer und Flussuferläufer beitragen können. Die Maßnahmen sollen deshalb auch in der Brutsaison 2027 fortgesetzt werden.
(Quelle: Pressemitteilung Landratsamt Traunstein / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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