Rosenheim / Bayern / Deutschland – Heute, am Sonntag, 4. Oktober, wird Erntedank gefeiert. In vielen Kirchen stehen Körbe mit Äpfeln, Kartoffeln, Kürbissen und Getreide, die Altäre sind mit den Gaben des Herbstes geschmückt und vielerorts werden Erntekronen getragen. Auch im Raum Rosenheim gibt es heute zahlreiche Erntedankgottesdienste. Doch wofür danken wir eigentlich? Und muss man gläubig sein, um mit diesem Tag etwas anfangen zu können?
Erntedank gehört zu den Festen, die eng mit der Geschichte der Menschheit verbunden sind. Schon lange vor dem Christentum gab es in unterschiedlichen Kulturen Feste rund um Aussaat und Ernte. Denn eine gute Ernte war früher keine Selbstverständlichkeit. Sie entschied ganz unmittelbar darüber, ob die Vorräte für den Winter reichten.
Auch das christliche Erntedankfest hat diese Verbindung von Mensch, Landwirtschaft und Natur bewahrt. Einen einheitlichen Termin gab es allerdings lange nicht. Gefeiert wurde je nach Region und Erntezeit zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Heute wird Erntedank in Deutschland meist am ersten Sonntag im Oktober gefeiert.
Von der Erntekrone bis zum Erntealtar
Was wir heute in vielen Kirchen sehen, erzählt noch immer von diesem ursprünglichen Gedanken. Obst und Gemüse, Getreide, Brot und andere Lebensmittel werden vor den Altar gelegt. Die Gaben machen sichtbar, was im Laufe des Jahres gewachsen und geerntet wurde.
In Bayern gehört dazu vielerorts auch die Erntekrone. Sie wird aus Getreideähren gebunden und erinnert daran, dass hinter unseren Lebensmitteln viel Arbeit steckt – von der Aussaat über die Pflege der Felder bis zur Ernte.
Zum Erntedank gehört außerdem das Teilen. Was vorhanden ist, soll nicht nur für einen selbst reichen. Dieser Gedanke findet sich auch in den kirchlichen Erntedanktraditionen wieder.
Vielleicht ist genau das eine schöne Anregung für den heutigen Tag: einmal bewusst wahrzunehmen, was wir haben – und etwas davon mit anderen zu teilen.
Drei kleine Erntedank-Ideen für zu Hause
Dafür braucht es keinen großen Erntealtar und auch kein festes religiöses Ritual. Man kann sich ganz eigene kleine Formen suchen.
Ein kleiner Ernteplatz: Eine Schale oder ein Teller auf dem Tisch kann zum persönlichen Erntedankplatz werden. Darauf kommen Dinge, die uns gerade an den Herbst erinnern: ein Apfel aus dem Garten, ein paar Nüsse, eine Kastanie, bunte Blätter, eine Ähre oder ein kleiner Kürbis. Dazu vielleicht eine Kerze.
Und dann einfach einmal überlegen: Was hat mir dieses Jahr gutgetan? Was ist gewachsen – im Garten, in der Familie, bei der Arbeit oder bei mir selbst?
Ein kleines Stück Ernte bewahren: Aus ein paar Gräsern oder Getreideähren lässt sich ein kleiner Kranz oder Zopf binden. Er kann einfach als persönliches Zeichen für den Herbst und die eingebrachte Ernte dienen – und vielleicht noch ein Stück über den Winter an diese besondere Jahreszeit erinnern.
Wer einen Garten hat, kann auch eine besonders schöne Frucht, ein paar Kräuter oder Samen sammeln und bewusst aufbewahren. Ein kleines Stück Garten, das uns durch die kalte Jahreszeit begleitet.
🍎 Apfel-Nuss-Brot zum Erntedank
Ein saftiges Apfel-Nuss-Brot passt wunderbar zum Herbst. Die Zutaten dieses alten Rezepts erzählen viel von der Erntezeit: Getreide, Äpfel, Nüsse und Honig gehören seit Jahrhunderten zur herbstlichen Küche.
Besonders schön wird das Brot, wenn die Äpfel und Nüsse aus dem eigenen Garten kommen. So wird aus dem Erntedankgedanken ganz praktisch etwas für den eigenen Tisch.
Zutaten für eine Kastenform:
- 500 g Dinkel-Vollkornmehl
- 1 Päckchen Trockenhefe
- 250 ml lauwarmes Wasser
- 2 mittelgroße Äpfel
- 100 g Walnüsse oder Haselnüsse
- 3 EL Honig
- 1 TL Salz
- 1 TL Zimt
- 2 EL Pflanzenöl
Zubereitung:
Mehl, Trockenhefe, Salz und Zimt in einer Schüssel vermischen. Lauwarmes Wasser, Honig und Öl dazugeben und alles zu einem geschmeidigen Teig kneten. Den Teig abdecken und an einem warmen Ort etwa 45 bis 60 Minuten gehen lassen.
In der Zwischenzeit die Äpfel waschen, das Kerngehäuse entfernen und die Äpfel in kleine Würfel schneiden. Die Nüsse grob hacken.
Den aufgegangenen Teig noch einmal kurz durchkneten und die Apfelwürfel und Nüsse gleichmäßig einarbeiten.
Eine Kastenform einfetten oder mit Backpapier auslegen und den Teig hineingeben. Noch einmal etwa 15 Minuten ruhen lassen.
Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen und das Brot etwa 45 bis 50 Minuten backen. Es ist fertig, wenn es beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingt.
Am besten schmeckt das Brot noch leicht warm – vielleicht mit etwas Butter und einem Apfel aus der eigenen Ernte.
🍎🥖🥕🌽🍄🟫🫘🫛🥦🥔🥬🥒🍆🍅🫑🍄🟫🌽🥕🥔
Brot miteinander teilen: Vielleicht ist das die schönste und zugleich einfachste Idee. Ein Brot auf den Tisch stellen und es gemeinsam teilen. Dazu braucht es kein großes Festessen. Ein frisches Brot, Butter, Käse, Äpfel oder eine Suppe reichen völlig.
Denn in diesem einfachen Vorgang steckt viel von dem, worum es bei Erntedank geht: Wir haben etwas, das nicht selbstverständlich ist – und wir können es miteinander teilen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)


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