Rosenheim / Bayern – / Deutschland – Wenn im Herbst die Blumen verblühen und die Blätter fallen, beginnt für viele Gartenbesitzer der große Aufräumarbeiten. Doch wer Vögeln im Winter Nahrung bieten möchte, sollte damit nicht zu gründlich sein. Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) empfiehlt, Samenstände, Beeren und Laub möglichst im Garten zu lassen.
„Viele Vögel finden auch im Winter ausreichend Nahrung, wenn wir die natürlichen Futterquellen jetzt im Garten stehen lassen. Wer der Natur in seinem Garten Platz lässt und nicht alles abräumt, hilft den Vögeln in der kalten Jahreszeit am besten“, erklärt LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson.
Samenstände und Beeren stehen lassen
Abgeblühte Stauden und samentragende Pflanzen wie Sonnenblumen oder Karden sind für Vögel wichtige Nahrungsquellen. Auch Gräser liefern im Herbst und Winter Samen. Der LBV empfiehlt deshalb, sie nicht bereits beim Herbstputz zurückzuschneiden, sondern möglichst bis zum Frühjahr stehen zu lassen.
Das gilt auch für fruchttragende Sträucher und Gehölze. Hagebutten sowie die Früchte von Weißdorn, Liguster, Vogelbeere, Heckenkirsche oder Hartriegel liefern Vögeln im Winter energiereiche Nahrung. Beim Heckenschnitt sollten deshalb fruchttragende Zweige möglichst nicht entfernt werden.
Auch an Obstbäumen kann Nahrung hängen bleiben. Einige Äpfel oder Birnen in der Baumkrone sowie Fallobst auf der Wiese können Vögeln ebenfalls zugutekommen.
Laub kann im Garten bleiben
Auch Laubhaufen erfüllen laut LBV eine wichtige Funktion. Sie bieten Insekten, Igeln und Amphibien Schutz vor Frost. Vögel können dort auch in der kalten Jahreszeit nach eiweißreicher Nahrung suchen. Gleichzeitig kann Laub als natürliche Mulchschicht auf Beeten genutzt werden. „Wenn bald die ersten Blätter fallen, sollte man sie nicht beseitigen, sondern im Garten als wertvollen Rohstoff weiterverwenden. Es wäre gut, wenn es in jedem bayerischen Garten mindestens einen Laubhaufen gibt“, empfiehlt Nelson.
Auch Äste und Reisig, die beim Baumschnitt anfallen, können im Garten bleiben. Daraus lassen sich laut LBV beispielsweise Haufen als Versteck für Gartentiere oder sogenannte Benjeshecken aus Schnittgut und Totholz anlegen.
Jetzt ist eine gute Zeit zum Pflanzen
Wer seinen Garten langfristig vogelfreundlicher gestalten möchte, kann den Herbst zum Pflanzen neuer Hecken und Sträucher nutzen. Der LBV empfiehlt vor allem heimische und regionale Arten wie Haselnuss, Holunder, Liguster, Kornelkirsche, Schneeball, Schlehe und Weißdorn.
„Die Früchte des Schwarzen Holunders werden von über 60 Vogelarten gefressen. Im Dickicht des Weißdorns fühlen sich 32 Vogelarten wohl und lassen sich die roten Früchte schmecken. Heimische Sträucher sind anspruchslos, widerstandsfähig gegen witterungsbedingte Einflüsse und häufig sehr pflegeleicht. Wenn man möchte, kann man sie im Winter etwas in Form schneiden“, erläutert Nelson.
Auch Zugvögel profitieren von den Beeren. Arten wie Garten- und Mönchsgrasmücke können sich damit vor ihrem Flug in den Süden Energiereserven anfressen. Besonders energiereich sind laut LBV beispielsweise die Früchte von Holunder, Brombeere, Himbeere, Heckenkirsche und Hartriegel.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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