Rosenheim – Einstimmig hat der Rosenheimer Stadtrat das neue Monatsticket für die Loretowiese beschlossen – doch in den Wortmeldungen gab es durchaus auch Kritik. Während es manchen zu großzügig für alle Nutzer gilt, wurde aus den Reihen der Linken sogar die grundsätzliche Frage aufgeworfen, ob die Loretowiese langfristig überhaupt noch als Parkplatz für Autos genutzt werden sollte.
Das neue digitale Monatsticket kostet 39 Euro und gilt maximal 30 Tage. Es soll vor allem Berufspendler finanziell entlasten, die bislang bei regelmäßiger Nutzung an Werktagen auf rund 60 Euro im Monat kommen. Besonders Beschäftigte des Klinikums und der Polizei hatten auf die Belastung durch die Parkgebühren hingewiesen.
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Kritik an Details – aber breite Zustimmung
Dass am Ende alle Stadträte für das Monatsticket stimmten, heißt nicht, dass alle mit jedem Detail der Lösung uneingeschränkt zufrieden waren.
Sonja Gintenreiter von Bündnis 90/Die Grünen kritisierte, dass das vergünstigte Ticket nicht auf Berufspendler oder bestimmte Beschäftigtengruppen beschränkt wird, sondern grundsätzlich allen Nutzern offensteht. „Ich finde es nicht gut, dass die Ermäßigung quasi mit der Gießkanne ausgeschüttet wird“, sagte sie. Oberbürgermeister Abuzar Erdogan begründete die offene Regelung damit, dass eine Beschränkung auf bestimmte Personengruppen mit einem hohen Verwaltungs- und finanziellen Aufwand verbunden wäre.
Gintenreiter verwies außerdem darauf, dass durch die günstigeren Parkmöglichkeiten Einnahmen verloren gingen, die eigentlich zur Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs vorgesehen seien.
Breite Zustimmung bei der Abstimmung
Unterstützung für die neue Regelung kam von der CSU. Fraktionsvorsitzender Dr. Wolfgang Bergmüller begrüßte die Kostenreduzierung für Berufspendler, „insbesondere für die Mitarbeiter des Klinikums und der Polizei“. Auch SPD-Fraktionssprecherin Elisabeth Jordan sieht darin eine konkrete Entlastung: „Ich erwarte mir dadurch tatsächlich eine Erleichterung für die Mitarbeiter des Klinikums.“
Andreas Kohlberger von der AfD erinnerte erneut daran, dass seine Fraktion die gebührenpflichtige Bewirtschaftung der Loretowiese von Anfang an abgelehnt habe. Dem Monatsticket stimmte er dennoch zu: „Dieser Antrag ist der richtige Weg.“
Gedankenspiel zur Zukunft der Loretowiese
Über die konkrete Einführung des Monatstickets hinaus wurde aus den Reihen der Linken ein Gedanke zur langfristigen Nutzung der Fläche geäußert. „Langfristig muss der ÖPNV weiter ausgebaut werden und diese Fläche dann sinnvoll genutzt werden“, hieß es von den Linken. Damit wurde die Frage aufgeworfen, ob die Loretowiese langfristig weiterhin als Parkplatz für Autos genutzt werden sollte.
Digital und ohne Parkplatzgarantie
Für Nutzer wichtig: Das Monatsticket kostet 39 Euro und gilt maximal 30 Tage. Es kann ausschließlich digital über die Betreiber-App erworben werden. Eine Parkplatzgarantie ist mit dem Ticket ausdrücklich nicht verbunden. Auch wer ein Monatsticket besitzt, hat keinen Anspruch darauf, während der Laufzeit jederzeit einen freien Stellplatz auf der Loretowiese vorzufinden.
Für die Einführung entstehen der Stadt nach Angaben der Verwaltung keine zusätzlichen Kosten. Lediglich die Parkgebührenordnung muss entsprechend geändert werden.
Mit dem einstimmigen Beschluss ist das Monatsticket nun auf den Weg gebracht. Die Loretowiese bleibt damit vorerst Parkplatz. Die Frage nach einer möglichen langfristigen anderen Nutzung der Fläche wurde im Stadtrat lediglich als politische Überlegung angesprochen.
(Quelle: Karin Wunsam / Stadt Rosenheim / Foto: Archiv Innpuls.me)


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