Tag des Baumes: Heimische Baumarten als Schlüssel für klimafitte Wälder in Bayern

Tag des Baumes: Heimische Baumarten als Schlüssel für klimafitte Wälder in Bayern

Bayern / Rosenheim – Heimische Baumarten rücken zum Tag des Baumes am morgigen Samstag (25. April) in den Fokus: Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz sieht in ihnen großes Potenzial für den klimastabilen Waldumbau in Bayern. Gerade angesichts zunehmender Trockenheit und Schädlingsbefall könnten naturnahe Mischwälder entscheidend für die Zukunft der Wälder sein.

Anlässlich des Tag des Baumes macht der Landesbund für Vogel- und Naturschutz auf die Stärken heimischer Baumarten aufmerksam. Diese seien häufig widerstandsfähiger gegenüber Hitze, Trockenheit und anderen Folgen des Klimawandels, als oft angenommen.
„In unseren heimischen Baumarten steckt eine enorme Widerstandskraft gegenüber den Herausforderungen des Klimawandels – wir müssen diese Vielfalt gezielt nutzen und fördern“, sagt der LBV-Waldreferent Christian Stierstorfer.

Vielfalt statt Exoten im Waldumbau

Der LBV spricht sich klar dafür aus, beim Umbau der Wälder auf heimische Arten zu setzen. Statt vermeintlich klimaresistenter, nichtheimischer Bäume sollten die natürlichen Stärken der regionalen Arten genutzt werden.
Besonders auch weniger bekannte Arten könnten eine wichtige Rolle spielen:
„Arten wie Elsbeere, Spitz- und Feldahorn oder die Sommerlinde kommen mit Hitze und Trockenheit oft erstaunlich gut zurecht“, sagt Christian Stierstorfer. „Wenn wir sie gezielt fördern, machen wir unsere Wälder stabiler und vielfältiger zugleich.“

Auch die Weißtanne wird als zukunftsfähig eingeschätzt, da sie tief wurzelt und Extremwetter besser standhält als etwa die Fichte. Ergänzend nennt der LBV Stiel- und Traubeneiche sowie die Rotbuche als wichtige Baumarten für den Wald der Zukunft.

Pionierbäume helfen bei der Wald-Erneuerung

Eine besondere Bedeutung haben sogenannte Pionierbäume wie die Zitterpappel (Aspe), die Baum des Jahres 2026 ist, sowie die Birke. Sie besiedeln geschädigte Flächen besonders schnell, etwa nach Borkenkäferbefall.
„Diese Pionierbäume bereiten den Boden für andere Arten vor und helfen dem Wald, sich von selbst zu erneuern“, erklärt Christian Stierstorfer.

Kritik an nichtheimischen Baumarten

Kritisch bewertet der LBV den zunehmenden Einsatz nichtheimischer Baumarten wie Douglasie, Roteiche oder Zeder. Diese gelten zwar oft als robust, bringen jedoch ökologische Nachteile mit sich.
„Unsere naturnahen Wälder sind über Jahrtausende gewachsene, eingespielte Ökosysteme. Wenn gebietsfremde Arten wie Douglasie, Roteiche oder Zeder Bestände dominieren, leidet die heimische Artenvielfalt“, sagt Christian Stierstorfer.

Ein Beispiel: Das Laub der nordamerikanischen Roteiche wird deutlich langsamer zersetzt als das heimischer Arten, was das Wachstum von Waldpflanzen am Boden erschwert.

Lehren aus den vergangenen Jahren

Die vergangenen Jahre haben laut LBV gezeigt, wie anfällig vor allem Fichtenmonokulturen sind. Trockenheit und Borkenkäferbefall haben vielerorts zu großflächigen Schäden geführt. Mischwälder mit heimischen Baumarten seien dagegen deutlich stabiler und besser anpassungsfähig.
Der LBV unterstützt daher den forstlichen Konsens in Bayern, wonach heimische Hauptbaumarten die Grundlage eines nachhaltigen und klimafesten Waldbaus bilden sollen.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Girls’ Day bei der Polizei Holzkirchen: Schülerinnen erleben Polizeiarbeit hautnah

Girls’ Day bei der Polizei Holzkirchen: Schülerinnen erleben Polizeiarbeit hautnah

Holzkirchen / Rosenheim – Beim bundesweiten Girls’ Day erhielten rund 30 Schülerinnen in Holzkirchen exklusive Einblicke in den Polizeialltag. Die Polizeiinspektion Holzkirchen öffnete ihre Türen und zeigte praxisnah die vielfältigen Aufgaben im Polizeiberuf.

Zum Auftakt vermittelten Polizeioberkommissar Müller und Polizeiobermeisterin Schnitzlbaumer grundlegende Informationen über Aufgabenbereiche und Tätigkeiten der Polizei. Dabei erhielten die Teilnehmerinnen einen ersten Überblick über den Berufsalltag und konnten offene Fragen direkt klären.
Im weiteren Verlauf stand die praktische Erfahrung im Mittelpunkt: Verschiedene Ausrüstungsgegenstände wurden vorgestellt und durften von den Schülerinnen selbst ausprobiert werden. Eine Führung durch die Dienststelle ergänzte das Programm und ermöglichte Einblicke in die Arbeitsumgebung der Beamten.

Ein besonderer Programmpunkt war der Besuch eines Diensthundeführers mit seinem Polizeihund. In einer Vorführung zeigte er die Fähigkeiten des Tieres und erklärte anschaulich die Aufgaben der Diensthundestaffel, ein Highlight, das bei den Teilnehmerinnen auf großes Interesse stieß.
Zum Abschluss konnten die Mädchen selbst aktiv werden: Im Innenhof der Dienststelle führten sie eigenständig Verkehrskontrollen durch und setzten das zuvor Gelernte praktisch um.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Holzkirchen / Beitragsbild: Copyright Polizeiinspektion Holzkirchen)

Rosenheim: Stadtverwaltung am 30. April vormittags nicht erreichbar

Rosenheim: Stadtverwaltung am 30. April vormittags nicht erreichbar

Rosenheim – In Rosenheim ist die Stadtverwaltung am Donnerstag, 30. April, am Vormittag nur eingeschränkt erreichbar. Grund ist eine Personalversammlung, die zwischen 9:30 Uhr und 12 Uhr stattfindet.

Ab 9 Uhr ist die Stadtverwaltung daher nicht besetzt. Am Nachmittag gelten wieder die üblichen Sprechzeiten. Die Personalversammlung wurde auf den Vormittag gelegt, um allen städtischen Mitarbeitern die Teilnahme an der Personalversammlung zu ermöglichen.
(Quelle: Pressemitteilung Stadt Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Familien-Maifest im Freilichtmuseum Amerang: Tradition, Musik und Mitmachspaß

Familien-Maifest im Freilichtmuseum Amerang: Tradition, Musik und Mitmachspaß

Amerang / Landkreis Rosenheim – Am Freitag, 1. Mai, lädt das Freilichtmuseum Amerang ab 11 Uhr zum traditionellen Familien-Maifest ein. Der Feiertag gilt als einer der beliebtesten Ausflugstage in der Region und bietet ein buntes Programm für Groß und Klein.

Für die passende Stimmung sorgt beim musikalischen Frühschoppen das Wasserburger Quintett „Kreiz & Quer“ mit schwungvoller, bayerischer Volksmusik. Im Mittelpunkt steht zudem der Kinder-Maibaum auf der Wiese vor dem Bernöderhof: Dieser wird zunächst gemeinsam mit bunten Bändern und Schnitzereien geschmückt und anschließend feierlich aufgestellt.
Auch kreative Mitmachangebote stehen im Fokus: In den geöffneten Werkstätten können Kinder und Erwachsene Blumenkränze binden oder kleine „Maienpfeiferl“ schnitzen. Ab 13.30 Uhr sind alle Besucher eingeladen, gemeinsam um den Maibaum zu tanzen und mitzusingen.

Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Für einige Mitmachaktionen sollten Erwachsene ein scharfes Taschenmesser mitbringen.
Weitere Informationen sind online unter www.flm-amerang.de
oder telefonisch unter 08075 915090 erhältlich.
(Quelle: Pressemitteilung Freilichtmuseum Amerang / Beitragsbild: Mit vereinten Kräften wird der Maibaum aufgestellt. Copyright Bezirk Oberbayern, Freilichtmuseum Amerang.)

Motorradfahrer stirbt bei schwerem Unfall in Unterreit

Motorradfahrer stirbt bei schwerem Unfall in Unterreit

Unterreit / Landkreis Mühldorf am Inn – Bei einem schweren Verkehrsunfall im Gemeindebereich Unterreit ist am Donnerstagnachmittag (23.4.2026) ein Motorradfahrer tödlich verletzt worden. Trotz sofortiger Rettungsmaßnahmen kam für ihn jede Hilfe zu spät.

Am Donnerstagnachmittag (23.4.2026) gegen 16:35 Uhr befuhr eine 29-jährige Frau aus dem westlichen Landkreis Mühldorf mit ihrem Pkw die Gemeindeverbindungsstraße von Oberzarnham in Richtung Oberbierwang. Sie wollte die Staatsstraße 2092 geradeaus überqueren und musste dabei das Verkehrszeichen „Vorfahrt gewähren“ beachten.
Zeitgleich war ein 67-jähriger Mann aus Mühldorf mit seinem Kraftrad auf der Staatsstraße 2092 in Fahrtrichtung Osten unterwegs.
Nach derzeitigen Erkenntnissen der Polizei übersah die Autofahrerin den vorfahrtsberechtigten Motorradfahrer. Im Kreuzungsbereich kam es zum Zusammenstoß, wodurch der Mann neben die Fahrbahn geschleudert wurde.

Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen durch Passanten und Rettungskräfte erlag der 67-Jährige noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen. Die 29-jährige Fahrerin wurde leicht verletzt und vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht.
Am Pkw und am Kraftrad entstand jeweils erheblicher Sachschaden in Höhe von rund 30.000 Euro.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Traunstein wurde ein unfallanalytisches Gutachten durch einen Sachverständigen in Auftrag gegeben. Beide Fahrzeuge wurden sichergestellt.

Im Einsatz waren neben der Polizei mehrere Rettungskräfte, ein Notarzt, zwei Rettungswagen sowie ein Rettungshubschrauber. Auch die Feuerwehren Grünthal und Elsbeth waren mit insgesamt rund 35 Einsatzkräften vor Ort.

Die Staatsstraße 2092 war für die Dauer der Unfallaufnahme für etwa drei Stunden komplett gesperrt.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd / Beitragsbild: Symbolfoto Polizeipräsidium Oberbayern Süd)

Maskierter Angriff auf Parkplatz in Tegernsee

Maskierter Angriff auf Parkplatz in Tegernsee

Tegernsee / Landkreis Rosenheim – Auf einem Supermarktparkplatz in Tegernsee i(Landkreis Miesbach) ist es am Mittwochabend (23.4.2026) zu einem gewaltsamen Angriff auf einen Autofahrer gekommen. Der Täter konnte unerkannt flüchten.

Zwischen etwa 21:00 Uhr und 21:30 Uhr kam es auf dem Parkplatz eines Supermarktes in der Schwaighofstraße in Tegernsee, nach den Angaben der Polizei, zu einer massiven körperlichen Auseinandersetzung.
Ein 29-jähriger Mann aus Holzkirchen saß in seinem VW und wartete auf eine Person, als plötzlich die Fahrertür aufgerissen wurde. Der bislang unbekannte, maskierte Täter schlug anschließend mehrfach mit einem Schlagstock oder einer Eisenstange auf den Mann sowie auf das Fahrzeug ein.

Das Opfer flüchtete daraufhin in Richtung Schwaighofstraße und rief um Hilfe. Der Täter entkam unerkannt in Richtung Schwaighofanlage.

Der 29-Jährige erlitt leichte Verletzungen, ein Rettungsdienst war nicht erforderlich. Am Fahrzeug entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 3.000 Euro.
Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei Bad Wiessee unter Telefon 08022/98780 zu melden.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Bad Wiessee / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Getunte Roller zu schnell unterwegs – Polizei stellt Fahrzeuge sicher

Getunte Roller zu schnell unterwegs – Polizei stellt Fahrzeuge sicher

Brannenburg / Landkreis Rosenheim – Was auf den ersten Blick wie ein normaler Kleinkraftrad-Roller wirkt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen schnell als Verkehrsproblem – genau das hat die Polizei in Brannenburg (Landkreis Rosenheim) festgestellt.

Zwei Kleinkrafträder mit teils erheblichen technischen Veränderungen sind der Polizeiinspektion Brannenburg im Zeitraum vom 22. bis 23. April 2026 bei Verkehrskontrollen aufgefallen.
Dabei stellten die Einsatzkräfte fest, dass beide Fahrzeuge deutlich schneller fuhren als zulässig. Die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit lag nach den Veränderungen bei über 45 km/h, womit die Roller nicht mehr ihrer ursprünglichen Fahrzeugklasse entsprachen. Bei einem der beiden Kleinkrafträder wurden zudem schwerwiegende technische Manipulationen festgestellt.
Beide Fahrzeuge wurden daraufhin sichergestellt. Die Fahrer, zwei Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren, müssen sich nun wegen Fahrens ohne erforderliche Fahrerlaubnis strafrechtlich verantworten.
(Quelle: Pressemitteilung  Polizeiinspektion Brannenburg / Beitragsbild: Symbolfoto Polizeipräsidium Oberbayern Süd)

Betrunken mit dem Fahrrad gestürzt

Betrunken mit dem Fahrrad gestürzt

Rosenheim -In Rosenheim ist am Donnerstagabend (23.4.2026) eine Fahrradfahrerin gestürzt und hat sich dabei verletzt. Bei der anschließenden Kontrolle zeigte sich schnell, dass Alkohol im Spiel war.

Eine Streife der Rosenheimer Polizei wurde gegen 20:50 Uhr zu einem Fahrradsturz in die Kaiserstraße gerufen. Wie sich vor Ort herausstellte, war eine 30-jährige Deutsche aus Rosenheim mit ihrem Fahrrad stadtauswärts unterwegs gewesen und im Bereich der sogenannten „Polizeikreuzung“ gestürzt. Dabei zog sie sich leichte Verletzungen zu.

Bei der Überprüfung der Fahrtüchtigkeit stellten die Beamten deutlichen Alkoholgeruch fest. Ein durchgeführter Test ergab einen Wert von deutlich über zwei Promille.
Eine Blutentnahme wurde angeordnet. Die Frau wurde wegen Trunkenheit im Verkehr angezeigt.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Deutlich zu lauter BMW bei Kontrolle in Rosenheim getoppt

Deutlich zu lauter BMW bei Kontrolle in Rosenheim getoppt

Rosenheim – Am Donnerstagabend (23.4.2026) ist in Rosenheim in der Königstraße bei einer Kontrolle ein BMW aufgefallen, der akustisch deutlich aus dem Rahmen fiel. Was die Polizei danach feststellte, hat Folgen für den Fahrer.

Bei einer Kontrolle gegen 20:20 Uhr bemerkten die Beamten bei dem BMW Veränderungen an der Abgasanlage. Diese führten zu einem deutlich erhöhten Geräuschverhalten des Fahrzeugs.
Der 47-jährige deutsche Fahrer aus Rosenheim wurde wegen eines Verstoßes gegen die Straßenverkehrszulassungsordnung angezeigt. Zudem wurde für das Fahrzeug eine technische Überprüfung angeordnet.
(Quelle: Pressemitteilung  Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto Polizeipräsidium Oberbayern Süd)

Wohin mit alter Kleidung? Rosenheim vor dem Systemwechsel bei Altkleidern

Wohin mit alter Kleidung? Rosenheim vor dem Systemwechsel bei Altkleidern

Rosenheim – Abgetragene Kleidung – wohin damit? Bisher war die Antwort für viele einfach: in den nächsten Altkleidercontainer, fertig. Aus den Augen, aus dem Sinn. Doch genau dieses scheinbar einfache System gerät in Rosenheim zunehmend ins Wanken – und hat nun auch die Stadträte im Ausschuss für Umwelt, Energie und Klimaschutz beschäftigt.

Allein in Deutschland fallen jedes Jahr rund 1 Million Tonnen Alttextilien an – das entspricht etwa 10 bis 15 Kilogramm pro Einwohner. Ein riesiger Stoffstrom, der bislang vor allem über Container von Hilfsorganisationen und gewerblichen Sammlern erfasst wurde. Doch genau diese Strukturen geraten aktuell ins Wanken.

Markt kollabiert – Container verschwinden

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses wurde deutlich: Die Sammlung von Alttextilien ist wirtschaftlich kaum noch tragfähig. Die Preise sind drastisch eingebrochen. Statt Einnahmen pro Kilogramm müssen inzwischen teils Zuzahlungen geleistet werden, um überhaupt noch einen Abnehmer zu finden.

Die Folgen sind auch im Stadtbild sichtbar: In Rosenheim werden Altkleidercontainer immer seltener. Wer heute Kleidung entsorgen will, muss oft gezielt suchen.

Rückzug von BRK und Maltesern

Besonders gravierend: Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) sowie die Malteser haben angekündigt, sich aus der Sammlung zurückzuziehen. Hintergrund ist eine tiefgreifende Krise in der Alttextilbranche – ausgelöst unter anderem durch Fast Fashion, schwache Absatzmärkte im Ausland sowie stark gestiegene Logistik- und Personalkosten.

Damit bricht ein zentrales Element des bisherigen Sammelsystems weg. Die Stadt Rosenheim steht nun vor der Aufgabe, selbst ein funktionierendes System aufzubauen.

Landkreis Rosenheim ist bereits einen Schritt weiter

Im Landkreis Rosenheim hatte man sich bereits im Oktober 2025 mit der Entwicklung beschäftigt. Dort wurde der Einbruch des Marktes frühzeitig erkannt. Landrat Otto Lederer sprach von einem „eingebrochenen Markt“ – mit der Konsequenz, dass der Landkreis künftig selbst Verantwortung für die Sammlung übernimmt.

Stadt plant eigenes Sammelsystem

Auch in der Stadt Rosenheim wird nun gehandelt. Da Alttextilien rechtlich als Abfall gelten, muss die Kommune sicherstellen, dass sie getrennt erfasst und einer Verwertung zugeführt werden.

Geplant ist ein eigenes Sammelsystem über Wertstoffhof und Wertstoffinseln. Dort sollen weiterhin Container stehen – teilweise auch in Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen im Rahmen einer Übergangslösung. Ein entsprechender Vertrag mit BRK und Maltesern wurde bis Anfang 2027 geschlossen, um einen abrupten Bruch zu vermeiden.

Parallel bereitet die Verwaltung eine europaweite Ausschreibung für ein dauerhaftes Sammel- und Verwertungssystem vor. Die Umsetzung wird voraussichtlich sechs bis zwölf Monate dauern.

Kosten steigen deutlich

Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt: Für rund 172 Tonnen Alttextilien pro Jahr rechnet die Stadt mit Kosten von etwa 60.000 Euro jährlich, die über die Abfallgebühren gedeckt werden müssen.

Streit um Verantwortung

Für Diskussionen im Ausschuss sorgte CSU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Bergmüller. Er sprach von „Wohlstandsmüll“ und sieht die Ursache auch im Verhalten der Verbraucher. Kleidung werde zu schnell ersetzt, Modetrends unkritisch gefolgt – statt Kleidungsstücke länger zu tragen.

Weiterer Lesestoff passend zum Thema: 
System im Umbruch

Fest steht: Die Alttextilsammlung in Rosenheim steht vor einem grundlegenden Wandel. Der Container an der Straßenecke –  ist zunehmend keine Selbstverständlichkeit mehr.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto ai generiert)

Die unterschätzten Stadtbewohner- 10 überraschende Fakten über Stadttauben

Die unterschätzten Stadtbewohner- 10 überraschende Fakten über Stadttauben

Rosenheim – Auch in Rosenheim gehören sie längst zum Stadtbild: Stadttauben auf Dächern, Plätzen, in Innenhöfen oder entlang der Mangfall. Viele Menschen sehen sie kritisch – nicht selten werden sie als „Ratten der Lüfte“ bezeichnet. Vor allem der Kot, der Gehwege, Fassaden und Parkbänke verschmutzt, sorgt regelmäßig für Ärger. Auch die Sorge vor möglichen Krankheitserregern spielt in der öffentlichen Wahrnehmung eine Rolle.
Gleichzeitig sind Stadttauben aber weit mehr als nur „lästige Begleiter“ des urbanen Alltags. Sie sind das Ergebnis einer langen gemeinsamen Geschichte mit dem Menschen und haben erstaunliche Fähigkeiten entwickelt, um in Städten wie Rosenheim zu überleben.

Hier sind 10 Fakten, die viele so nicht kennen:
  1. Stadttauben in Rosenheim stammen von Haustieren ab
    Auch die Tiere in Rosenheim sind Nachfahren der Felsentaube. Ihre Vorfahren wurden vom Menschen gezüchtet – unter anderem als Brieftauben und Nutztiere.

  2.  Sie sind extrem ortstreu – auch mitten in der Stadt
    Viele Rosenheimer Stadttauben bleiben ihr Leben lang in wenigen Straßenzügen rund um ihren „Stammplatz“, etwa in der Innenstadt oder an Bahnhofsbereichen.
  3. Orientierung wie ein Navigationssystem
    Tauben finden sich auch in Rosenheim erstaunlich gut zurecht. Sie nutzen Sonne, Erdmagnetfeld und markante Gebäude wie die Kirchen oder den Inn als Orientierungshilfe.
  4.  Sie füttern ihre Jungen mit „Milch“
    Tauben produzieren Kropfmilch – eine besondere, eiweißreiche Substanz, mit der sie ihre Küken versorgen.
  5. Tauben erkennen Menschen wieder
    Studien legen nahe, dass Stadttauben Gesichter unterscheiden können – auch einzelne Menschen in der Innenstadt oder am Salingarten.
  6. Ihr Kot ist kein „Seuchenherd“, aber ein  Problem
    Die oft befürchtete massive Krankheitsübertragung ist wissenschaftlich deutlich geringer als angenommen. Problematisch bleibt vor allem die aggressive Wirkung des Kots auf Gebäude und Denkmäler.
  7. Sie leben oft in stabilen Paarbeziehungen
    Viele Taubenpaare bleiben auch im Rosenheimer Stadtgebiet dauerhaft zusammen und ziehen gemeinsam mehrere Bruten pro Jahr groß.
  8. Sie passen sich erstaunlich gut an die Stadt an
    Ob Ludwigsplatz, Bahnhof oder Mangfallufer – Stadttauben nutzen jede Nische, um zu überleben und Brutplätze zu finden.
  9.  Ihr Verhalten ist lernfähig und flexibel
    Stadttauben lernen schnell, wo es Futter gibt – und auch, welche Bereiche für sie gefährlich sind.
  10. Ihre Population hängt stark vom Menschen ab
    Das Taubenaufkommen wird nicht nur durch Brutplätze bestimmt, sondern vor allem durch verfügbare Nahrung – etwa durch Fütterung oder Abfälle.

So bleibt das Bild der Stadttaube zwiegespalten: Für viele ein Ärgernis im Stadtbild, für andere ein faszinierendes Tier, das sich still und angepasst in den urbanen Alltag eingliedert – auch mitten bei uns in Rosenheim.

(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Innpuls-Tagebuch – Hinter den Schlagzeilen: Vom „Schilderwald“ und der Suche nach einfachen Lösungen

Innpuls-Tagebuch – Hinter den Schlagzeilen: Vom „Schilderwald“ und der Suche nach einfachen Lösungen

Rosenheim – Es gibt so eine Art Reflex in politischen Diskussionen, der mir immer wieder auffällt: Wenn ein Problem auftaucht und keine einfache Lösung in Sicht ist, kommt früher oder später ein Vorschlag, der erstaunlich oft gleich klingt – „Dann stellen wir halt ein Schild auf.“

Eintrag vom Freitag, 24. April 2026

Genau daran musste ich bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Energie und Klima denken. Und im Laufe der Diskussion kam mir dann eine Redewendung in den Sinn, die es ziemlich gut trifft: „Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen.“

Eine Formulierung, die übrigens auf den Dichter Christoph Martin Wieland zurückgeht, der sie schon im 18. Jahrhundert geprägt hat. Und ich finde: Selten war sie so passend wie heute – auch, oder vielleicht sogar ganz besonders, wenn es um das Thema Beschilderung geht.

Denn genau dieser Eindruck entsteht manchmal, wenn über Lösungen für einzelne Probleme gesprochen wird: dass recht schnell der Gedanke aufkommt, man könne es mit einem weiteren Schild regeln.

Dabei ist die Ausgangslage eigentlich schon eindeutig genug.

In Deutschland stehen schätzungsweise rund 25 Millionen Verkehrsschilder. Dazu kommen etwa 2,5 Millionen Wegweiser. Und dann reden wir noch gar nicht von all den Verbotsschildern, Hinweistafeln und Infotafeln, die sich zusätzlich überall finden.

Ein „Schilderwald“ also – im wahrsten Sinne des Wortes.

Wenn das Schild zur Standartlösung wird

Und obwohl viele Städte inzwischen versuchen, genau diesen wieder etwas zu lichten, passiert in der Praxis oft das Gegenteil: Wenn ein Problem auftaucht, landet schnell auch der Gedanke auf dem Tisch, ob ein weiteres Schild helfen könnte.

So auch diesmal.

Tauben, Tafeln – und die Hoffnung auf Wirkung
In der Sitzung ging es unter anderem um ein altbekanntes Thema: Tauben in der Innenstadt. Ihre Zahl soll begrenzt werden. Die Frage ist nur – wie?

Eine wirklich überzeugende Lösung fand sich auch nach längerer Diskussion nicht. Und dann kam er wieder, dieser Vorschlag, den man gefühlt immer wieder einmal hört: Man könne doch zumindest ein Verbotsschild aufstellen.

„Tauben füttern verboten.“

Die Idee dahinter: Vielleicht ist manchen gar nicht bewusst, dass das Füttern untersagt ist. Und mit einem Schild ließe sich das Problem zumindest ein Stück weit eindämmen.

Ich muss gestehen: Ich habe da meine Zweifel.

Denn seien wir ehrlich – diejenigen, die Tauben füttern, tun das oft ganz bewusst. Für manche ist es ein liebgewonnenes, festes Ritual im Alltag. Und ich bezweifle stark, dass ausgerechnet ein zusätzliches Schild daran etwas ändern wird.

Zwischen guter Idee und Alltagstauglichkeit

Kurz zuvor ging es an diesem Abend noch um eine andere Form der Beschilderung – und die hat mich mindestens genauso beschäftigt.

Kommunikationstafeln auf Spielplätzen.

Eine schöne Idee – aber braucht es dafür wirklich ein weiteres Schild?
Die SPD-Stadtratsfraktion hatte vorgeschlagen, solche Tafeln an allen 45 Spielplätzen in Rosenheim aufzustellen. Mit bunten Piktogrammen, die Kindern mit Sprach- oder Hörbeeinträchtigung helfen sollen, sich besser zu verständigen – etwa für typische Spielsituationen wie Schaukeln, Rutschen oder Ballspielen, aber auch für Begriffe wie „Hilfe“ oder „Trinken“.

Ein Ansatz, der auf den ersten Blick absolut unterstützenswert ist. Inklusion, Teilhabe – Themen, die auch mir sehr wichtig sind.
Und trotzdem bin ich auch hier innerlich nicht überzeugt.

Braucht es dafür wirklich noch mehr Beschilderung?

Ich habe  oft beobachtet, wie Kinder miteinander spielen – damals, als meine drei Kinder noch klein waren und ich selbst viel Zeit auf Spielplätzen verbracht habe. Und genau aus dieser Erfahrung heraus habe ich immer wieder erlebt: Kinder finden sehr schnell zueinander, auch ohne gemeinsame Sprache. Da wird gezeigt, gelacht, ausprobiert – und plötzlich funktioniert es einfach. Ohne große Erklärungen. Ohne Anleitung. Ohne Piktogramm.

Kinder finden ihren Weg.

Vielleicht sogar gerade deshalb, weil sie nicht alles vorgegeben bekommen.

Die Idee mit den Kommunikationstafeln stieß letztlich auch im Ausschuss auf wenig Begeisterung. Ein Stadtrat brachte es mit einem Satz auf den Punkt, der mir im Gedächtnis geblieben ist:
„Dann wird aus dem Spielplatz ein Tafelplatz.“

Ich musste schmunzeln. Und gleichzeitig steckt darin viel Wahrheit. Zwischen gut gemeint und gut gemacht

Und damit sind wir wieder bei dem eingangs erwähnten Bild.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass bei einzelnen Problemen sehr schnell der Blick auf eine zusätzliche Beschilderung fällt – weil sie greifbar ist, schnell umgesetzt werden kann und vermeintlich Klarheit schafft.

Der einfachste Weg?

Ein Schild ist schnell aufgestellt. Vergleichsweise günstig. Und man hat zumindest das Gefühl, etwas getan zu haben.

Aber ist es auch der beste Weg?

Ich bin mir da nicht so sicher.

Und genau das ist der Gedanke, der mir am Ende dieses Abends noch gekommen ist – wieder eine dieser Redewendungen, die einem in solchen Momenten durch den Kopf gehen: Der einfachste Weg ist nicht immer der beste.

Liebe Grüße aus der Redaktion
Karin