Rosenheim – Der längste Tag des Jahres liegt hinter uns. Mit der Sommersonnenwende hat am vergangenen Wochenende der astronomische Sommer begonnen. Die kürzeste Nacht des Jahres zeigte sich dabei von ihrer schönsten Seite: Auch nach Sonnenuntergang lagen die Temperaturen noch bei über 20 Grad. Viele Menschen genossen die lauen Abendstunden im Freien. Gleichzeitig wurde in Rosenheim und der Region ein Brauch gepflegt, der seit Jahrhunderten zum Sommer gehört: die Sonnwend- beziehungsweise Peter-und-Paul-Feuer. Und auch am kommenden Wochenende stehen weitere Feiern an.
Die Sommersonnenwende markiert jedes Jahr den Zeitpunkt, an dem die Sonne auf der Nordhalbkugel ihren höchsten Stand erreicht. Für viele Menschen ist sie der eigentliche Beginn des Sommers. Tatsächlich hat mit ihr auch der astronomische Sommer begonnen.
Dabei steckt in diesem Datum eine kleine Besonderheit: Obwohl der Sommer gerade erst angefangen hat, werden die Tage von nun an bereits wieder kürzer. Zunächst ist das kaum wahrnehmbar. Doch Tag für Tag verliert das Tageslicht einige Minuten, bis am 21. Dezember die Wintersonnenwende erreicht wird.
Sommerabend wie aus dem Bilderbuch
Die diesjährige Sommersonnenwende fiel auf ein Wochenende mit nahezu perfekten Bedingungen für lange Abende im Freien. Während tagsüber hochsommerliche Temperaturen herrschten, blieb es auch in der Nacht angenehm warm.
Viele Menschen nutzten die Gelegenheit, um die kürzeste Nacht des Jahres draußen zu verbringen. Dazu passte auch die Tradition der Sonnwendfeuer, die seit Generationen fester Bestandteil des Sommers in Oberbayern ist.
Die größte Sonnwendfeier der Region fand am Samstag (20.6.2026) auf der Kampenwand statt. Vor der beeindruckenden Kulisse der Chiemgauer Alpen versammelten sich zahlreiche Besucher, um den längsten Tag des Jahres zu feiern.
Auch in Rosenheim wurde die Tradition gepflegt. Im Stadtteil Oberwöhr brannte am Samstagabend ein Sonnwendfeuer. Das hochsommerliche Wetter lockte viele Besucher an, die bis spät in die Nacht gemeinsam feierten und den Sommerbeginn genossen.
Warum heißen sie Peter-und-Paul-Feuer?
Der Brauch der Sonnwendfeuer ist deutlich älter als das Christentum. Schon vor vielen Jahrhunderten entzündeten Menschen zur Zeit der Sommersonnenwende große Feuer. Sie galten als Symbol für Licht, Wärme, Fruchtbarkeit und eine gute Ernte.
Mit der Christianisierung wurden viele dieser Traditionen übernommen. Da das Fest der Apostel Petrus und Paulus am 29. Juni gefeiert wird, entwickelte sich insbesondere in Bayern die Bezeichnung „Peter-und-Paul-Feuer“. Bis heute werden beide Begriffe häufig gleichbedeutend verwendet.
In vielen Orten der Region gehören diese Feste weiterhin fest zum Jahreslauf. Sie verbinden Brauchtum, Geselligkeit und die Freude über die langen Sommerabende.
Weitere Feiern in Rosenheim
Wer die besondere Atmosphäre eines Peter-und-Paul-Feuers selbst erleben möchte, hat dazu am kommenden Wochenende Gelegenheit.
Der Burschenverein Kastenau veranstaltet am Samstag, 27. Juni, sein traditionelles Peter-und-Paul-Feuer am Thallerberg im Rosenheimer Stadtteil Kastenau. Beginn ist um 16 Uhr. Für die Besucher werden Bier, Brotzeit, Kaffee und Kuchen angeboten. Das Feuer wird mit Einbruch der Dunkelheit entfacht.
Ebenfalls am Samstag, 27. Juni, wird im Stadtteil Westerndorf am Wasen gefeiert. Dort beginnt das traditionelle Sonnwendfest um 19 Uhr mit einem Festgottesdienst zum Patrozinium der Rundkirche St. Johann Baptist. Im Anschluss folgt das Sonnwendfeuer.
So ist die Sommersonnenwende in Rosenheim weit mehr als ein astronomisches Ereignis. Sie erinnert an eine jahrhundertealte Tradition, die bis heute Menschen zusammenbringt – und die gerade in warmen Sommernächten ihren ganz besonderen Zauber entfaltet.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)