Blaualgen können schnell auftauchen und wieder verschwinden
Das Problem: Eine Blaualgenblüte kann sich innerhalb kurzer Zeit entwickeln. Ebenso schnell kann sie sich durch Wind und Wellen an einen anderen Uferabschnitt verlagern oder wieder verschwinden. Deshalb empfiehlt das Gesundheitsamt Badegästen, vor dem Schwimmen einen prüfenden Blick auf das Wasser zu werfen. Bei sichtbaren Algenteppichen sollte auf das Baden verzichtet werden.
Erkennbar sein können Blaualgen unter anderem an einer grünlichen, bläulichen oder rötlichen Trübung des Wassers. Teilweise bildet sich eine schlierige oder schaumartige Schicht auf der Oberfläche. Ein weiteres Warnzeichen: Wenn in knietiefem Wasser die eigenen Füße nicht mehr zu sehen sind, sollte nicht gebadet werden.
Warum Blaualgen nicht ungefährlich sind
Blaualgen sind streng genommen gar keine Algen, sondern Cyanobakterien. Sie kommen natürlicherweise in Gewässern vor und sind deshalb auch bei uns nichts völlig Neues. Einen ersten Nachweis am Simssee lässt sich nicht auf ein bestimmtes Jahr datieren. Dass sie dort bereits seit Jahren auftreten können, zeigt unter anderem ein Nachweis im Bereich der Badebucht Baierbach aus dem Jahr 2021.
Problematisch werden Cyanobakterien vor allem dann, wenn sie sich massenhaft vermehren. Wärme und ein hohes Nährstoffangebot können solche sogenannten Blüten begünstigen. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) weist darauf hin, dass gerade in warmen Sommern und nährstoffreichen Gewässern massive Vorkommen häufiger beobachtet werden. Auch die besonders heißen Sommer 2018 und 2019 führten in Bayern zu einem Anstieg entsprechender Blüten.
Nicht alle Cyanobakterien produzieren Giftstoffe. Einige Arten können jedoch sogenannte Cyanotoxine bilden. Werden größere Mengen belasteten Wassers verschluckt, können diese gesundheitsschädlich sein. Auch Haut- und Schleimhautreizungen sind möglich. Besonders gefährdet sind Kinder, die im flachen Wasser spielen und dabei Wasser verschlucken.
Auch für Hunde können Blaualgen gefährlich werden. Sie können beim Trinken des Wassers oder beim Ablecken ihres Fells nach dem Baden Giftstoffe aufnehmen.
Ein weiteres Problem ist die starke Trübung des Wassers. Dadurch kann es im Notfall schwieriger werden, Menschen im Wasser zu erkennen und zu retten.
Gesundheitsamt kontrolliert die Badeseen
Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim kontrolliert die EU-Badeseen in Stadt und Landkreis während der gesamten Badesaison von Mai bis September regelmäßig nach der Bayerischen Badegewässerverordnung. Zusätzlich werden bei konkreten Anlässen weitere Kontrollen durchgeführt. „Das Gesundheitsamt Rosenheim kontrolliert die EU-Badeseen in Stadt und Landkreis Rosenheim über die gesamte Badesaison von Mai bis September regelmäßig nach der Bayerischen Badegewässerverordnung und führt zusätzlich anlassbezogene Kontrollen durch“, erklärt Hierl. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bescheinigt den kontrollierten Badestellen laut Gesundheitsamt regelmäßig eine ausgezeichnete Wasserqualität.
(Quelle: Artikel Karin Wunsam / Info: Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)