Buchtipp: „Cooles Land-trotz allem“ – Ein Plädoyer gegen das Schlechtreden

Buchtipp: „Cooles Land-trotz allem“ – Ein Plädoyer gegen das Schlechtreden

Rosenheim – Die Stimmung in Deutschland ist aktuell alles andere als gut. Das kennt wohl fast jeder aus Gesprächen mit Freunden und Bekannten und aus dem, was täglich in den Medien zu lesen und zu hören ist. Sigmund Gottlieb setzt dieser Stimmung mit seinem neuen Buch „Cooles Land – trotz allem“ eine andere Sichtweise entgegen. Seine These: Deutschland ist besser als sein Ruf und gehört trotz aller Probleme nach wie vor zur Weltspitze. Beim Lesen hat mich diese Perspektive allerdings nicht vollständig überzeugt – dafür hat das Buch eine andere Stärke: Es regt zum Nachdenken und Widerspruch an.

Buchcover Cooles Land: Foto: re

Buchcover „Cooles Land“. Foto: re

Sigmund Gottlieb ist ein erfahrener Journalist und Publizist. Der 1951 in Nürnberg geborene Autor war von 1995 bis 2017 Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens. Bekannt wurde er unter anderem als Moderator der „Münchner Runde“ und als politischer Kommentator. Zuvor arbeitete er beim „Münchner Merkur“ und beim ZDF.

Gottlieb kennt also die politische und mediale Landschaft Deutschlands seit Jahrzehnten. Und er kennt auch die Macht von Schlagzeilen und Bildern. In „Cooles Land – trotz allem“ richtet er seinen Blick diesmal bewusst auf das Positive.

Vom Alarmruf zum Mutmacher

Interessant ist dabei der Vergleich mit seinem 2022 erschienenen Buch „So nicht! Klartext zur Lage der Nation“. Damals schlug Gottlieb deutlich alarmiertere Töne an. Eine zentrale Kritik lautete, Deutschland sei zu behäbig geworden, ruhe sich auf früheren Erfolgen aus und verschlafe wichtige Entwicklungen.
Sein neuer Blick auf das Land wirkt dagegen fast wie eine Kehrtwende. Diesmal ist der Hauptgegner der sogenannte „Immer Schlimmerismus“. Gottlieb wendet sich gegen eine seiner Meinung nach permanente Konzentration auf Krisen, Probleme und negative Nachrichten. Er kritisiert ein mediales Geschäftsmodell der Dauerempörung ebenso wie politische Panikmache.

Stattdessen möchte er daran erinnern, was in Deutschland funktioniert und worauf das Land stolz sein könne. „Cool. Ich finde, das trifft’s. Deutschland ist ein cooles Land. Das bedeutet, das Land ist außergewöhnlich“, schreibt Gottlieb. Er möchte den Blick nach vorne richten, „wo Deutschland spitze ist“. Dazu zählt er unter anderem den deutschen Mittelstand, Familienunternehmen, das duale Ausbildungssystem, Forschung und Universitäten sowie eine innovative Start-up-Szene. Auch den Wohlstand und die hohe Lebensqualität Deutschlands stellt er heraus. Eine weitere Stärke sieht er in der jungen Generation, der er mehr Optimismus und Leistungsbereitschaft zutraut, als es manche öffentliche Debatte vermuten lässt.

Die andere Seite der Medaille

Grundsätzlich gefällt mir der Gedanke, nicht immer nur auf das zu schauen, was nicht funktioniert. Gottlieb hat recht: Ein Land besteht nicht ausschließlich aus seinen Problemen. Und wer ständig erzählt bekommt, dass alles schlechter wird, kann irgendwann tatsächlich den Eindruck gewinnen, es gebe überhaupt keinen Grund mehr für Zuversicht.

Trotzdem hatte ich beim Lesen an manchen Stellen Schwierigkeiten, Gottliebs Argumentation zu folgen. Denn die schlechte Stimmung in Deutschland ist meiner Meinung nach nicht einfach ein Produkt des „Schlechtredens“. Sie hat sehr reale Ursachen.

Hohe Energiepreise, die Folgen der Inflation, wirtschaftliche Unsicherheit und die Schwierigkeiten der Industrie sind für viele Menschen keine abstrakten Nachrichten. Wenn Unternehmen um ihre Zukunft bangen und Arbeitsplätze gefährdet sind, wirkt das unmittelbar auf die Stimmung. Auch Probleme mit der Infrastruktur lassen sich nicht einfach wegdiskutieren. Wenn Züge regelmäßig verspätet sind, Brücken gesperrt werden, Schulen sanierungsbedürftig sind oder man monatelang auf einen Arzttermin wartet, ist das keine Erfindung eines besonders pessimistischen Journalismus. Es ist für die Betroffenen erlebter Alltag. Ähnliches gilt für die Bürokratie. Unternehmer wie Privatpersonen erleben immer wieder, wie kompliziert und langsam manche Prozesse geworden sind.

Natürlich kann darüber trotzdem positiv berichtet werden. Aber meiner Meinung nach darf Optimismus nicht bedeuten, diese Probleme kleiner zu machen, als sie sind. Gottlieb schreibt an einer Stelle: „Es geht um die andere, die glänzende Seite der Medaille, die noch nie richtig ins Licht gehalten wurde, weil es immer um die stumpfe, die abgenutzte, die dunkle Seite ging.“
Ich finde diesen Gedanken durchaus interessant. Nur verschwindet die dunkle Seite einer Medaille nicht dadurch, dass man sie umdreht.

Die politische Schlagseite

Noch mehr beschäftigt hat mich eine andere Frage: die politische Einordnung des Buches. Gottlieb grenzt sich deutlich von der AfD ab und macht sie in seiner Argumentation zu einem wichtigen Akteur jenes „Immer Schlimmerismus“, gegen den er anschreibt. Eine solche Kritik an einer Partei ist selbstverständlich legitim. Gerade als politischer Publizist muss Gottlieb seine Meinung nicht verstecken.

Mich hat allerdings gestört, dass dadurch ausgerechnet in einem Buch, das einen Perspektivwechsel und mehr Zuversicht propagiert, erneut stark das politische Lagerdenken in den Vordergrund rückt. Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass Gottlieb die Parteien insgesamt außen vor lässt und stattdessen jede Form von Populismus, Panikmache und ideologischer Verengung kritisiert – unabhängig davon, aus welcher politischen Richtung sie kommt.

Das hätte für mich besser zu seinem eigentlichen Anliegen gepasst. Denn wer Menschen wieder für das eigene Land begeistern und eine gemeinsame Aufbruchstimmung schaffen möchte, sollte meiner Meinung nach möglichst viele mitnehmen. Gerade diejenigen, die sich von Politik und Medien nicht mehr verstanden fühlen, erreicht man vermutlich nicht, indem man ihnen gleichzeitig erklärt, welche politische Richtung für die schlechte Stimmung verantwortlich sei.

Das ist allerdings ausdrücklich meine persönliche Bewertung des Buches. Gottlieb vertritt eine klare Position, und diese darf selbstverständlich kritisch diskutiert werden.

Ein Medienprofi versteht sein Handwerk

Was ich Sigmund Gottlieb dagegen eindeutig zugutehalte: Er versteht sein Handwerk. Das Buch ist leicht verständlich, flüssig und unterhaltsam geschrieben. Komplexe politische und gesellschaftliche Themen werden nicht in schwer verständlicher Fachsprache abgehandelt. Gottlieb formuliert direkt und pointiert und weiß, wie man Leser bei der Stange hält. Man merkt ihm seine jahrzehntelange Erfahrung als Journalist und Medienmacher an. Er kann zuspitzen, Argumente verständlich vermitteln und auch schwere Themen so aufbereiten, dass sie sich angenehm lesen. Das macht das Buch auch dann interessant, wenn man seine Einschätzungen nicht teilt.

Und genau das ist vielleicht die größte Stärke von „Cooles Land – trotz allem“: Das Buch hat bei mir schon während des Lesens innere Diskussionen ausgelöst. Ich habe an vielen Stellen gedanklich widersprochen, über seine Argumente nachgedacht und mich gefragt, ob man manche Dinge tatsächlich auch aus einer anderen Perspektive betrachten sollte. Ein Buch muss schließlich nicht immer die eigene Meinung bestätigen, um einen Wert zu haben.

Mein Fazit

„Cooles Land – trotz allem“ hat mich nicht davon überzeugt, dass die schlechte Stimmung in Deutschland hauptsächlich auf einen „Immer Schlimmerismus“ zurückzuführen ist. Dafür sind mir die tatsächlichen Probleme, die viele Menschen erleben, zu real. Gleichzeitig finde ich Gottliebs grundsätzlichen Gedanken richtig, dass Deutschland nicht nur aus seinen Schwächen besteht. Es gibt viele Dinge, die funktionieren, auf die man stolz sein kann und die im täglichen Krisengerede tatsächlich zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Auch politisch hätte ich mir allerdings mehr Zurückhaltung gewünscht. Gerade ein Buch, das für einen neuen Blick auf Deutschland wirbt, hätte meiner Meinung nach davon profitiert, die Parteien außen vor zu lassen.

Trotzdem ist „Cooles Land – trotz allem“ gut geschrieben, unterhaltsam und leicht zu lesen. Vor allem aber regt es zur Diskussion an. Und das hat es bei mir bereits während der Lektüre getan.

Meine Empfehlung fällt deshalb eingeschränkt aus: Wer Lust auf einen pointierten, optimistischen Debattenbeitrag über Deutschland hat und sich gerne mit einer anderen Perspektive auseinandersetzt, dem kann ich das Buch empfehlen. Wer dagegen eine politisch vollkommen ausgewogene Betrachtung erwartet, könnte enttäuscht sein.
(Quelle: Buchkritik von Karin Wunsam / Cover: Verlag rosenheimer)

Cooles Land – trotz allem
Sigmund Gottlieb
Verlag rosenheimer
ISBN 9783475550546
25 Euro

Fantasy-Lesefetival findet im September erneut in Rosenheim statt

Fantasy-Lesefetival findet im September erneut in Rosenheim statt

Rosenheim – Fantasy, Science-Fiction, Romantasy und Young Adult stehen im Mittelpunkt des zweiten Fantasy-Lesefestivals in Rosenheim. Von Freitag bis Sonntag (18. bis 20. September) finden Lesungen, Gespräche und Autorenbegegnungen in der Stadtbibliothek und beim Stadtjugendring Rosenheim statt. Insgesamt sind 22 Autoren angekündigt.

Das Festival wurde 2024 erstmals veranstaltet und geht in diesem Jahr in die zweite Runde. Neben klassischen fantastischen Stoffen sollen auch gesellschaftliche und politische Themen eine Rolle spielen. Für Kinder und Jugendliche sind vier Lesungen in der Stadtbibliothek geplant.

Informationen zum Fantasy-Lesefestival

Termin: 18. bis 20. September 2026
Veranstaltungsorte: Stadtbibliothek Rosenheim und Stadtjugendring Rosenheim

Festivalpass für alle Lesungen:

  • Erwachsene: 69 Euro
  • Erwachsene mit Behinderung: 35 Euro
  • Kinder von 13 bis 17 Jahren: 30 Euro
  • Kinder von 5 bis 12 Jahren: 15 Euro

Einzeltickets:

  • Erwachsene: 12 Euro
  • Erwachsene mit Behinderung: 6 Euro
  • Kinder von 13 bis 17 Jahren: 6 Euro
  • Kinder von 5 bis 12 Jahren: 3 Euro

Das vollständige Programm ist auf der Internetseite des Lokschuppens Rosenheim zu finden.

Teilnehmende Autoren:

Bernhard Hennen · Brandon Q. Morris · Carsten Steenbergen · Christian von Aster · Florian Schäfer · Germaine Paulus · Isa Theobald · Jennifer Benkau · Katharina V. Haderer · Lisanne Surborg · Manuela Elser · Markus Heitz · Michael Pointner · Matthias Griehl · Mira Valentin · Robert Corvus · Sabrina Schuh · Sam Feuerbach · Sasha Reed · Silke Schellhammer · Stefanie Lasthaus · Theresa Hannig

Lesungen und Gespräche

Die Veranstaltungen für Erwachsene finden beim Stadtjugendring Rosenheim in der Blackbox und im Saal statt. Am Freitag (18. September) sind Theresa Hannig und Christian von Aster ab 19.30 Uhr zu Gast. Bei der Doppelveranstaltung geht es neben den vorgestellten Büchern auch um gesellschaftliche und politische Themen sowie um das Schreiben und den Literaturbetrieb.

Am Samstagabend (19. September) kommen die anwesenden Autoren ab 20 Uhr zu einem gemeinsamen Gespräch über das Schreiben und fantastische Welten zusammen. Durch den Abend führen Moderatorin Henrike Tönnes und Lokschuppen-Leiterin Dr. Jennifer Morscheiser. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung vom Akustik-Duo Nebensonne.
Die Stadtbibliothek Rosenheim ist erneut Kooperationspartner des Festivals. Dort finden im Kinderhaus vier Lesungen und Autorenbegegnungen für Kinder und Jugendliche statt. „Fantasybücher nehmen einen wichtigen Platz in unserem Angebot ein, das Genre ist unglaublich beliebt“, sagt Susanne Delp, Leiterin der Stadtbibliothek Rosenheim. „Das Kinderhaus ist dafür der ideale Veranstaltungsort. Wir hoffen auf ein volles Haus bei allen Lesungen.“

Initiiert wurde das Festival von Dr. Jennifer Morscheiser, Leiterin des Lokschuppens Rosenheim. Nach ihren Angaben habe sich die Phantastik in den vergangenen Jahren stärker im deutschen Buchmarkt etabliert. Gerade in Süddeutschland sieht sie nach eigenen Worten noch Nachholbedarf. „Die Phantastik ist weiterhin eines der am stärksten wachsenden Genres im deutschen Belletristikmarkt. Auf den Buchmessen kommen zunehmend Aussteller aus dem Fantasybereich dazu, in Leipzig widmen sich inzwischen ganze Hallen dem Genre. Es ist eine positive Entwicklung zu sehen: weg von der Schmuddelecke, in der Fantasy früher oft stand, und immer mehr hin zu einem selbstverständlichen Teil der Literatur. Aber gerade in Süddeutschland ist die Phantastik noch nicht richtig zu Hause. Es ist Zeit, daran etwas zu ändern!“, so Morscheiser.
Das Festival wird nach Angaben der Veranstalter von zwei privaten Spendern unterstützt.
(Quelle: Pressemitteilung Veranstaltungs- und Kongress GmbH Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Volksmusiknachmittag im Freilichtmuseum Amerang

Volksmusiknachmittag im Freilichtmuseum Amerang

Amerang / Landkreis Rosenheim – Traditionelle Volksmusik, gemeinsames Singen und alpenländische Jodler: Am Sonntag, 6. September, lädt das Freilichtmuseum Amerang von 13 bis 18 Uhr zu einem musikalischen Nachmittag ein. Musikgruppen aus Südostoberbayern sorgen in den historischen Bauernhäusern und auf dem Museumsgelände für authentische Klänge.

Im Mittelpunkt stehen Instrumente wie Zither, Hackbrett, Steirische Harmonika, Geige und Tuba. Veranstaltet wird der Nachmittag vom Zentrum für Volksmusik, Literatur und Popularmusik (ZeMuLi) des Bezirks Oberbayern.
Ab 14 Uhr steht im Vierseithof gemeinsames Singen von Volksliedern auf dem Programm. Musikalische Spiele laden zum Mitmachen und Tanzen ein. Ab 15 Uhr werden gemeinsam Jodler aus dem Alpenraum gesungen.
Den Abschluss bildet um 16 Uhr das Marterl-Singen. Von der Kapelle aus geht es singend durch das Museum zu verschiedenen Marterln und Wegkreuzen.

Auch Musiker sowie Sänger sind eingeladen, sich an der Veranstaltung zu beteiligen. Gespielt und gesungen wird je nach Wetterlage im Freien oder in den Bauernhäusern. Voraussetzung sind GEMA-freie Musikstücke. Voranmeldungen sind unter 08075 / 91 509 0 oder per E-Mail an museum@flm-amerang.de möglich. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Freilichtmuseums Amerang.
(Quelle: Pressemitteilung Freilichtmuseum Amerang / Beitragsbild: Aufgehorcht: Blechbläser machen Stimmung auf der Wiese am Häuslmannhof aus Aschau im Chiemgau. Copyright Bezirk Oberbayern, FLM Amerang, Nixdorf.)

Tödlicher Messerangriff am Rosenheimer Bahnhof: Tatverdächtiger in psychiatrischem Krankenhaus

Tödlicher Messerangriff am Rosenheimer Bahnhof: Tatverdächtiger in psychiatrischem Krankenhaus

Rosenheim – Nach dem tödlichen Messerangriff auf eine 31-jährige Frau im Rosenheimer Bahnhof hat die Polizei weitere Einzelheiten mitgeteilt. Der 27-jährige dringend Tatverdächtige wurde am Sonntag (30. August) einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim, einen Unterbringungsbefehl wegen des Tatvorwurfs des Mordes. Der Mann wurde in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht.

Wie bereits berichtet, war die 31-jährige britische Staatsangehörige am Sonntag (30. August) gegen 0.50 Uhr im Rosenheimer Bahnhof mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt worden. Sie erlag später im Klinikum ihren Verletzungen. Der 27-jährige deutsche Staatsangehörige, der keinen festen Wohnsitz hat, wurde unmittelbar nach der Tat noch am Tatort von Einsatzkräften der Bundespolizei vorläufig festgenommen (wir berichteten)

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd ergaben sich im weiteren Verlauf konkrete Anhaltspunkte für psychische Auffälligkeiten des dringend Tatverdächtigen. Der zuständige Ermittlungsrichter erließ deshalb am Sonntag auf Antrag der sachleitenden Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim, einen Unterbringungsbefehl wegen des Tatvorwurfs des Mordes. Der 27-Jährige wurde anschließend in ein psychiatrisches Krankenhaus überstellt.  Zu möglichen Hintergründen und dem Motiv der Tat sowie zu weiteren Einzelheiten zum Tatverdächtigen macht die Polizei derzeit weiter keine Angaben. Die Ermittlungen von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft dauern an.

Große Betroffenheit in Rosenheim

Der tödliche Angriff hat in Rosenheim für große Betroffenheit gesorgt. Auch Rosenheims Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister des Innern, Daniela Ludwig, äußerte sich zu dem Vorfall. „Die grausame Tat am Rosenheimer Bahnhof erschüttert mich zutiefst. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der getöteten Frau. Gleichzeitig danke ich sämtlichen beteiligten Einsatzkräften, insbesondere der Bundes- und der Landespolizei. Eine Streife der Bundespolizei konnte den Angreifer sofort festnehmen, die Kollegen haben ebenfalls sofort mit der Reanimation der Verletzten begonnen. Dies zeigt zum einen, dass solche Einzeltaten nicht zu verhindern sind, durch das gute Polizeiaufkommen an unserem Bahnhof aber die Flucht des Täters oder gar weiterer Schaden verhindert werden konnten. Alles Weitere bleibt den Ermittlungen vorbehalten“, so Ludwig.

Auch das Solidaritätsnetzwerk Rosenheim hat für den heutigen Montag (31. August) eine Demonstration angekündigt. Unter dem Titel „Gewalt an Frauen bekämpfen!“ soll der Demonstrationszug um 18 Uhr am Ludwigsplatz starten und zum Bahnhof führen (Wir berichteten)

Die Polizei hatte bereits gestern um Zeugenhinweise gebeten. Gesucht werden insbesondere Personen, die am Bahnhof Rosenheim gegen 0.50 Uhr oder bereits zuvor einen Streit oder eine körperliche Auseinandersetzung beobachtet haben oder andere sachdienliche Hinweise zum Geschehen geben können.

Hinweise nimmt die Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim unter (08031) 200-0 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Radsport-Talente von Red Bull – Bora – hansgrohe mit Sieg und Podium in Italien

Radsport-Talente von Red Bull – Bora – hansgrohe mit Sieg und Podium in Italien

Raubling / Italien – Die U19 von Red Bull – Bora – hansgrohe erlebt ein starkes Rennwochenende in Italien: Karl Herzog gewinnt das Trofeo Comune di Vertova, einen Tag später fährt Teamkollege Julius Birkedal beim Trofeo Emilio Paganessi auf Platz zwei.

Zwei Rennen, zwei Podiumsplätze: Für grenke – Auto Eder verlief das Wochenende rund um Vertova in der Lombardei erfolgreich. Beim Trofeo Comune di Vertova über 81,4 Kilometer setzte sich Karl Herzog zwei Kilometer vor dem Ziel ab und gewann mit 32 Sekunden Vorsprung. Paolo Favero und Enrico Andrea Balliana belegten die Plätze zwei und drei. Julius Birkedal wurde zeitgleich Vierter.

Am Sonntag stand mit dem Trofeo Emilio Paganessi das längere und anspruchsvollere Rennen auf dem Programm. Über 136,1 Kilometer und zahlreiche Höhenmeter schaffte es Julius Birkedal bis in den Sprint um den Sieg. Dort musste er sich dem Italiener Brandon Fedrizzi knapp geschlagen geben. Karl Herzog wurde Neunter.

Starkes Wochenende endet mit zwei Erfolgen und Blick nach vorn

„Der Sprint lief nicht perfekt, da war definitiv mehr drin. Insgesamt war es aber eine gute Woche. Ich hatte einen starken Trainingsblock davor und habe mich an beiden Tagen wirklich gut gefühlt – ich glaube, ich war einer der Stärksten im Rennen. Platz vier und Platz zwei sind da etwas bitter, aber ich nehme sie mit.“ so Birkedal.

Für Herzog war der Erfolg in Vertova bereits der siebte Saisonsieg. Für grenke – Auto Eder war es der 20. Erfolg in diesem Jahr.

Als Nächstes steht für die U19-Auswahl das Etappenrennen Grand Prix Rüebliland in der Schweiz vom 3. bis 6. September an. Das Saisonhighlight folgt mit den Rad-Weltmeisterschaften vom 20. bis 27. September in Montreal, Kanada.
(Quelle: Pressemitteilung Red Bull – Bora – hansgrohe / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Beziehungsstreit am Bahnhof Haar eskaliert – 20-jährige vor Haftrichter

Beziehungsstreit am Bahnhof Haar eskaliert – 20-jährige vor Haftrichter

Haar / München – Ein Beziehungsstreit am Bahnhof Haar ist am Sonntagnachmittag (30. August) eskaliert. Nach Angaben der Bundespolizei soll ein 33-Jähriger seine 20-jährige Partnerin geschlagen und bedroht haben. Später soll die junge Frau bei den polizeilichen Maßnahmen Widerstand geleistet und dabei einen Beamten leicht verletzt haben. Sie soll heute einem Haftrichter vorgeführt werden.

Gegen 16.30 Uhr hielten sich der 33-jährige Syrer und die 20-jährige Ungarin gemeinsam am Bahnsteig des Bahnhofs Haar auf. Dort kam es zu einem Streit. Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Mann die 20-Jährige geschlagen und bedroht haben. Anschließend stiegen beide in eine stadteinwärts fahrende S-Bahn der Linie S6.
Eine 50-jährige Frau aus Haar, die den Vorfall am Bahnsteig beobachtet hatte, wurde nach Angaben der Bundespolizei während der Fahrt von dem 33-Jährigen bedroht. Sie verständigte daraufhin die Polizei. Die S-Bahn wurde bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte am Bahnhof Leuchtenbergring zurückgehalten.

Widerstand bei der Kontrolle

Zur weiteren Klärung wurden die Beteiligten aus der S-Bahn gebracht. Nach Angaben der Bundespolizei verhielten sich beide zunehmend aggressiv. Die Beamten nahmen das Paar anschließend mit zur Dienststelle am Ostbahnhof.
Dabei soll die 20-Jährige erheblichen Widerstand geleistet haben. Nach Angaben der Bundespolizei verletzte sie einen Beamten leicht und beleidigte einen weiteren. Der verletzte Beamte blieb dienstfähig.
Beide hatten bei freiwilligen Atemalkoholtests 0,00 Promille. Ein freiwilliger Drogenschnelltest fiel beim 33-Jährigen positiv aus.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der Mann, der laut Bundespolizei bereits wegen Eigentums- und Betäubungsmitteldelikten polizeibekannt ist, wieder freigelassen. Gegen ihn wird wegen des Verdachts der Körperverletzung und Bedrohung ermittelt.

20-Jährige soll Haftrichter vorgeführt werden

Bei der 20-Jährigen ordnete die Staatsanwaltschaft München I eine Blutentnahme an. Zudem soll sie am heutigen Montag (31. August) einem Haftrichter vorgeführt werden.
Gegen die laut Bundespolizei bereits wegen Gewalt- und Eigentumsdelikten polizeibekannte Frau wird wegen des Verdachts des tätlichen Angriffs, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und Beleidigung ermittelt.
Das Paar hat nach Angaben der Bundespolizei keinen Wohnsitz in Deutschland.
(Quelle: Pressemitteilung Bundespolizei / Beitragsbild: Symbolfoto Bundespolizei)

LBV, BN und Ornithologische Gesellschaft kritisieren geplante Gänsesäger-Jagd

LBV, BN und Ornithologische Gesellschaft kritisieren geplante Gänsesäger-Jagd

München / Hilpoltstein – Die Jagd auf Gänsesäger an drei Flussabschnitten in Oberbayern soll nach dem Willen der beim Bezirk Oberbayern angesiedelten Fachberatung für Fischerei bis 2031 fortgesetzt werden. Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV), der Bund Naturschutz in Bayern (BN) und die Ornithologische Gesellschaft in Bayern (OG) lehnen die Pläne ab und kündigen für den Fall einer Genehmigung rechtliche Schritte an.

Die Fachberatung für Fischerei hat nach Angaben der drei Verbände einen entsprechenden Antrag gestellt. Betroffen sind drei Flussabschnitte in Oberbayern. Nach Darstellung des LBV sollen dort weiterhin Gänsesäger bejagt werden.
Der LBV verweist darauf, dass die Ergebnisse eines bereits abgeschlossenen Projekts der Landesanstalt für Landwirtschaft zum Zusammenhang von Gänsesägern und Äschen noch nicht vorliegen. Trotzdem solle die Bejagung nach den vorliegenden Plänen bis 2031 fortgeführt werden.

„Obwohl noch nicht einmal die Ergebnisse des bereits abgeschlossenen Projektes der Landesanstalt für Landwirtschaft zum Thema Gänsesäger und Äsche vorliegen, soll die Bejagung des Gänsesägers nach der Vorstellung der Fischerei-Fachberatung bis 2031 weitergehen. Eine Fortsetzung des sinnlosen Massenabschusses des Gänsesägers ist absolut inakzeptabel. Wie viele Vögel müssen noch sterben?“, sagt LBV-Geschäftsführer Helmut Beran.

Verbände kritisieren Vorgehensweise

Kritik üben die drei Verbände auch am Verfahren. Nach ihrer Darstellung sei keine Beteiligung der Öffentlichkeit und der Verbände erfolgt.
„Ohne Beteiligung der Öffentlichkeit und der Verbände versucht die Fachberatung für Fischerei, eine Genehmigung für den Abschuss von Gänsesägern im Schnellverfahren durchzubringen“, kritisiert Dr. Christine Margraf, BN-Artenschutzexpertin und stellvertretende Landesbeauftragte. Margraf vertritt zudem die Auffassung, dass der Gänsesäger zu Unrecht für rückläufige Fischbestände verantwortlich gemacht werde. Als dauerhaft wirksame Maßnahme für den Schutz von Fischen nennt sie die Renaturierung von Fließgewässern.

Nach Angaben der Ornithologischen Gesellschaft gibt es in Bayern schätzungsweise rund 500 Brutpaare des Gänsesägers. In dem bisherigen Projekt seien bereits rund 700 Vögel geschossen worden. „Wir haben in Bayern einen geschätzten Brutbestand des Gänsesägers von rund 500 Brutpaaren. Im Projekt wurden bereits rund 700 Vögel geschossen. Der Antrag für einen weiteren Abschuss von Gänsesägern an drei Gewässerabschnitten über einen Zeitraum von fünf Jahren kommt einem Ausrottungsfeldzug gleich“, sagt Marc Kurzmann, Vorsitzender der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern. Sollte die beantragte Fortsetzung der Bejagung genehmigt werden, kündigen LBV, BN und OG nach eigenen Angaben an, dagegen mit rechtlichen Mitteln vorzugehen.

Die tatsächlichen Auswirkungen der geplanten weiteren Bejagung sowie die fachliche Begründung für den Antrag sind damit weiterhin Gegenstand der Auseinandersetzung zwischen der Fischereifachberatung und den Naturschutzverbänden.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Die Hackein“ holen sich den Wanderpokal endgültig

Die Hackein“ holen sich den Wanderpokal endgültig

Kammer / Landkreis Traunstein – Rekordbeteiligung bei der Dorfmeisterschaft im Stockschießen der DJK Kammer: Erstmals gingen 15 Mannschaften an den Start. Nach vier Turnierabenden standen die „Hackein“ erneut ganz oben. Der Titelverteidiger gewann das Finale mit 10:2 Punkten und darf den Wanderpokal nun endgültig behalten.

Wegen der großen Teilnehmerzahl wurde der Turniermodus angepasst. An drei Abenden traten jeweils fünf Mannschaften in den Vorrunden gegeneinander an. Die sieben besten Teams qualifizierten sich für das Finale am Freitagabend.
Die „Hackein“ mit Emil Hackl, Josef Siglreithmaier, Manfred Hackl, Herrmann Brosch und Tom Huber blieben auch dort ungeschlagen. Mit 10:2 Punkten sicherten sie sich souverän den ersten Platz.

Spannender war der Kampf um die weiteren Podestplätze. Das „Weisse Ballett“ mit Martin Haberlander, Chris Jaeger, Ludwig Mayer und Benni Wittmann wurde mit 8:4 Punkten Zweiter. Rang drei ging mit 6:6 Punkten an „Reichsberg“ mit Thomas Leitner, Simon Wimmer, Christoph Wimmer und Simon Schuböck.

Damenmannschaft sorgt für Überraschung

Für eine besondere Überraschung sorgte „Rock am Stock“. Die neu formierte Damenmannschaft mit Dani Jaeger, Bettina Huber, Daniela Wolkersdorfer, Sabrina Haberlander, Anja Helmberger, Raphaela Moser und Kristina Tiefenböck qualifizierte sich gemeinsam mit Trainer Günther Moser für das Finale. Dort reichte es zwar mit 0:12 Punkten nicht für einen Sieg, mit Platz sieben gelang dem Team aber dennoch ein beachtlicher Erfolg.
Hinter den drei Podestplätzen folgten der Arbeiter- und Burschenverein, die „Omassler“ und die Krieger- und Soldatenkameradschaft Kammer mit jeweils 6:6 Punkten. Danach kamen „Rock am Stock“, der Schützenverein, der Trachtenverein Rettenbach, die Feuerwehr Kammer, die Jugendtrainer, Blau-Weiss Kammer, die Schützenjugend, die „6-Kämpfer“ und die Fußballer.

Sport und Geselligkeit

Neben dem sportlichen Wettkampf stand die Gemeinschaft im Mittelpunkt. Mehrere Mannschaften traten erstmals oder in neuer Zusammensetzung an. Damit auch Einsteiger einen leichteren Zugang zum Stockschießen finden, hatte die DJK Kammer vor dem Turnier eine Trainingseinheit mit anschließender Grillfeier angeboten. „Dass wir erstmals 15 Mannschaften begrüßen konnten, zeigt, wie gut das Stockschießen in Kammer angenommen wird und dass der Spaß am gemeinsamen Sport und an der Geselligkeit im Dorf nach wie vor groß ist“, sagt Abteilungsleiter Martin Haberlander.

An allen vier Turniertagen kümmerten sich Helga Gruber und Gerhard Poller um die Verpflegung der Schützen. Für die Teilnehmer gab es außerdem Fleisch- und Getränkepreise.
Wer selbst einmal zum Stock greifen möchte, kann beim Training der Stockabteilung vorbeischauen. Dieses findet jeden Mittwoch ab 19.30 Uhr an den Stockbahnen in Kammer statt.
(Quelle: Artikel: Hubert Hobmaier / Beitragsbild: Hubert Hobmaier)

Aschau: Unbekannter beschädigt Glasfenster an Marien-Kapelle

Aschau: Unbekannter beschädigt Glasfenster an Marien-Kapelle

Aschau / Landkreis Rosenheim – Ein bislang unbekannter Täter hat an der Marien-Kapelle in Aschau im Chiemgau ein farbiges Glasfenster eingeschlagen. Dabei entstand ein Sachschaden von rund 200 Euro.

Die Tat dürfte sich nach Angaben der Polizeiinspektion Prien zwischen Freitag (21. August) und Montagmorgen (24. August) ereignet haben. Die Gemeinde informierte die Polizei unmittelbar über die Beschädigung.
Die Polizeiinspektion Prien hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Hinweise. Wer Beobachtungen gemacht hat oder Angaben zu einem möglichen Tatverdächtigen machen kann, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 08051/90570 bei der Polizei zu melden.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Prien: 43-Jähriger mit Bierflasche auf den Kopf geschlagen

Prien: 43-Jähriger mit Bierflasche auf den Kopf geschlagen

Prien / Landkreis Rosenheim – Ein 43-jähriger Mann aus dem Landkreis Traunstein ist in der Nacht auf Sonntag (30. August) in Prien am Chiemsee mit einer Glasflasche am Kopf verletzt worden. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts einer gefährlichen Körperverletzung und sucht Zeugen.

Der Vorfall ereignete sich gegen 2.30 Uhr auf der Seestraße im Anschluss an einen Besuch des Rosenheimer Herbstfestes. Nach Angaben der Polizei kam es vor einer Bar zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen dem 43-Jährigen und zwei bislang unbekannten Personen.
Die anschließende körperliche Auseinandersetzung ereignete sich im Kreisverkehr unter der Bahnunterführung an der Seestraße. Einer der beiden Unbekannten soll mehrfach mit einer Glasflasche auf den Hinterkopf des 43-Jährigen geschlagen haben. Dabei erlitt der Mann eine Kopfplatzwunde, die anschließend im Klinikum Prien behandelt werden musste.

Nach dem Vorfall flüchteten die beiden Unbekannten zunächst in Richtung Bahnhof und anschließend in unbekannte Richtung.

Polizei sucht Zeugen

Bislang liegen der Polizei keine Hinweise auf die beiden flüchtigen Personen vor. Die Polizeiinspektion Prien bittet deshalb mögliche Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben oder Angaben zu den beiden Personen machen können, sich unter 08051/9057-0 zu melden.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Prien / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Wiesn-Notizen: Mit dem Bockerl zum Herbstfest – Fahrzeiten 2026

Wiesn-Notizen: Mit dem Bockerl zum Herbstfest – Fahrzeiten 2026

Rosenheim – Wer entspannt vom Bahnhof zum Rosenheimer Herbstfest fahren möchte, kann auch in diesem Jahr wieder ins Wiesn-Bockerl steigen. Damit Ihr wisst, wann die kleine Bahn unterwegs ist, haben wir hier die Fahrzeiten für Hin- und Rückfahrt zusammengestellt. Die nostalgische Wegebahn bringt die Besucher vom Bahnhof durch die Innenstadt direkt zur Loretowiese – und das kostenlos.

Das Rosenheimer Herbstfest ist am Samstag (29. August) gestartet. Seitdem ist auch das Wiesn-Bockerl wieder fleißig zwischen Bahnhof, Max-Josefs-Platz und der Haltestelle Kaiserstraße/Loreto unterwegs.
Die Tradition der Bockerlbahn beim Rosenheimer Herbstfest gibt es bereits seit 1994. Gerade für Familien und Besucher, die nicht mit dem Auto zur Wiesn kommen möchten, ist sie eine gemütliche Möglichkeit, direkt bis zum Festgelände zu gelangen.

Die Fahrzeiten des Wiesn-Bockerls

Das Wiesn-Bockerl fährt während des Herbstfestes vom 29. August bis 13. September täglich im Stundentakt.

Die Fahrt mit dem Wiesn-Bockerl ist kostenlos. Möglich macht das ein Sponsoring der meine Volksbank Raiffeisenbank eG.

Keine Schienen, aber spezielle Lenkung

Auch wenn die Bahn auf den ersten Blick an eine kleine Eisenbahn erinnert: Schienen gibt es keine. Lok und Anhänger rollen auf gummibereiften Rädern über den normalen Straßenbelag.
Damit das Bockerl auch durch die teils engen Straßen der Rosenheimer Innenstadt und über den Max-Josefs-Platz kommt, verfügen die Anhänger über eine spezielle, zwangsgekoppelte Lenkung.

Auch an den Fahrer werden besondere Anforderungen gestellt. Weil das Wiesn-Bockerl bis zu 54 Fahrgäste gleichzeitig befördern kann, benötigt der Fahrer einen Busführerschein der Klasse D sowie die erforderliche Berechtigung zur Personenbeförderung.

Seit 1994 unterwegs

Seit 1994 gehört das Wiesn-Bockerl zum Rosenheimer Herbstfest. Was damals als Verbindung zwischen Bahnhof und Festplatz begann, ist inzwischen selbst ein kleines Stück Wiesn-Tradition.
Wer also mit dem Zug nach Rosenheim kommt oder sein Auto lieber stehen lässt, kann sich entspannt zurücklehnen: Einsteigen, durch die Innenstadt fahren und direkt an der Loretowiese aussteigen – und das zum Nulltarif.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Fotomontage: Innpuls.me)

Herbstfest, Rosenheim, 1968

Herbstfest, Rosenheim, 1968

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1968. Auf der historischen Aufnahme ist das Rosenheimer Herbstfest auf der Loretowiese zu sehen. Besonders ins Auge fällt ein Fahrgeschäft, das in diesem Jahr für ein kleines Stück Wiesn-Nostalgie sorgt: der Rotor.

Der Klassiker ist beim Herbstfest 2026 nach mehreren Jahren Pause wieder zurück. Zuletzt gastierte der Rotor 2019 in Rosenheim. Schon 2025 sollte er wieder auf der Loretowiese stehen. Ein Verkehrsunfall bei der Anreise verhinderte den Aufbau jedoch kurzfristig. In diesem Jahr hat es nun endlich geklappt.

Auf der Aufnahme von 1968 dreht sich der Rotor neben dem Taumler, einem weiteren typischen Fahrgeschäft jener Zeit. Beim Rotor werden die Fahrgäste durch die Fliehkraft an die Innenwand eines großen, sich drehenden Zylinders gedrückt. Der Boden senkt sich dabei ab – die Besucher „kleben“ an der Wand. Genau dieses Prinzip macht den Rotor bis heute zu einem besonderen Klassiker unter den Fahrgeschäften.

Wohnwagen direkt hinter den Fahrgeschäften

Mindestens ebenso interessant wie die Fahrgeschäfte ist auf dem historischen Foto der Blick auf die Schausteller-Wohnwagen. Sie stehen unmittelbar hinter beziehungsweise neben den Attraktionen. Die Wiesn wirkte dadurch damals fast wie ein kleines Dorf: Fahrgeschäft an Fahrgeschäft und dahinter die mobilen Wohnungen der Schausteller.
Diese unmittelbare Verbindung von Wohnen und Arbeiten auf dem Festplatz gibt es heute so nicht mehr.
Der Wandel auf der Loretowiese lässt sich damit auch an einem kleinen Detail des historischen Fotos ablesen: Während 1968 zwischen den Fahrgeschäften noch deutlich mehr Platz für die Wohnwagen war, wird die Fläche heute für größere Fahrgeschäfte, Festzelte und die Wege auf dem Festgelände benötigt.
Das Rosenheimer Herbstfest selbst hat sich seit 1968 natürlich ebenfalls weiterentwickelt. Aus dem früheren landwirtschaftlichen Bezirksfest war längst ein großes Volksfest geworden. Die Loretowiese ist dabei seit 1861 der feste Schauplatz der Rosenheimer Wiesn.

Und so verbindet das Foto von 1968 Vergangenheit und Gegenwart auf besondere Weise: Der Rotor, der damals zum Bild der Wiesn gehörte, steht 58 Jahre später wieder auf der Loretowiese.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Innpulls.me / Artikel: Karin Wunsam)