Demonstration gegen Gewalt an Frauen nach tödlichem Messerangriff

Demonstration gegen Gewalt an Frauen nach tödlichem Messerangriff

Rosenheim – Nach dem tödlichen Messerangriff auf eine 31-jährige Frau am Rosenheimer Bahnhof (wir berichteten)  plant das Solidaritätsnetzwerk Rosenheim für den heutigen Montag (31. August) eine Demonstration. Unter dem Titel „Gewalt an Frauen bekämpfen!“ soll der Demonstrationszug um 18 Uhr am Rosenheimer Ludwigsplatz starten und zum Bahnhof führen.

Die 31-jährige Britin war in der Nacht auf Sonntag (30. August) im Rosenheimer Bahnhof mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt worden. Sie erlag später im Klinikum ihren Verletzungen. Ein 27-jähriger deutscher Staatsangehöriger aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck wurde noch am Tatort von der Bundespolizei vorläufig festgenommen. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts. Hintergründe und Motiv der Tat sind weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.

Mit der Demonstration will das Solidaritätsnetzwerk nach eigenen Angaben ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen. Das Netzwerk ist eine politisch aktive Gruppe aus dem linken Spektrum und trifft sich regelmäßig im selbstverwalteten linken Zentrum Z Rosenheim.

Das Solidaritätsnetzwerk kritisiert nach eigenen Angaben unter anderem den Schutz von Frauen vor Gewalt und fordert Veränderungen. Die Äußerungen und Forderungen sind dabei als Positionen des Netzwerks einzuordnen und stellen keine Feststellungen zu den Hintergründen der aktuellen Tat dar.
Die Ermittlungen zu dem tödlichen Messerangriff laufen unterdessen weiter.
(Quelle: Pressemitteilung Solidaritätsnetzwerk Rosenheim / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)

Verkehrskontrolle: Rauschmittel und verbotene Messer sichergestellt

Verkehrskontrolle: Rauschmittel und verbotene Messer sichergestellt

Rosenheim – Bei einer Verkehrskontrolle in der Brianconstraße in Rosenheim haben Polizeibeamte am Sonntag (30. August) einen 40-jährigen Autofahrer aus dem südlichen Landkreis Rosenheim kontrolliert. Dabei fanden die Beamten einen Joint, eine geringe Menge Betäubungsmittel sowie zwei nach dem Waffengesetz verbotene Messer.

Die Kontrolle fand gegen 17.30 Uhr statt. Noch während der Kontrolle hielt der 40-Jährige einen Joint in der Hand. Nach Angaben der Polizei versuchte er, diesen während der Maßnahmen unauffällig wegzulegen.
Bei der anschließenden Kontrolle des Fahrzeugs entdeckten die Beamten ein Springmesser und ein Fallmesser. Beide Messer wurden sichergestellt. Zudem fanden die Polizisten im Auto eine geringe Menge Betäubungsmittel. Auch der bereits benutzte Joint wurde eingezogen.

Nach einer Blutentnahme leiteten die Beamten gegen den 40-Jährigen ein Bußgeldverfahren ein. Ihn erwarten Punkte in Flensburg und ein einmonatiges Fahrverbot. Darüber hinaus wurden Ermittlungsverfahren nach dem Waffen- sowie dem Betäubungsmittelgesetz eingeleitet.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto Polizeipräsidium Oberbayern Süd)

Notrufmelder im Hotel eingeschlagen Feuerwehr unnötig alarmiert

Notrufmelder im Hotel eingeschlagen Feuerwehr unnötig alarmiert

Rosenheim. Zwei Hotelgäste haben in der Nacht auf Montag (31. August) in der Rosenheimer Kaiserstraße einen Feuerwehreinsatz ausgelöst, obwohl keine Notlage vorlag. Die beiden Männer sollen einen Notrufmelder im Treppenhaus eingeschlagen und anschließend wieder auf ihr Hotelzimmer zurückgekehrt sein.

Nach Mitternacht verließen ein 29-Jähriger und ein 25-Jähriger, beide aus Hessen, ihr Zimmer. Im Treppenhaus schlugen sie den Notrufmelder ein und liefen, nach den Angaben der Polizei, anschließend zurück in ihr Zimmer.

Durch die Alarmauslösung wurde die Rosenheimer Feuerwehr gegen 1.15 Uhr alarmiert. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stellte sich jedoch schnell heraus: Es brannte nicht. Auch Rauch oder eine andere Notlage waren nicht festzustellen.
Gegen die beiden Männer wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Missbrauchs von Notrufen eingeleitet. Durch den eingeschlagenen Notrufmelder entstand ein Sachschaden von rund 300 Euro.
Ob die beiden außerdem für die Kosten des Feuerwehreinsatzes aufkommen müssen, wird noch geprüft.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Wiesn-Blaulicht: Polizei wird zum Schuhmacher

Wiesn-Blaulicht: Polizei wird zum Schuhmacher

Rosenheim – Wenn auf der Wiesn plötzlich die Schuhsohle abhandenkommt, ist guter Rat teuer – oder man hat Glück und trifft auf hilfsbereite Polizisten. Am zweiten Herbstfesttag wurde die Rosenheimer Wiesnwache kurzerhand zur Schuhmacherei. Mit Klebeband wurde ein kaputtes Schuhwerk notdürftig wieder zusammengeflickt. Ob die Eigenkonstruktion bis nach Hause hielt, ist allerdings nicht bekannt.

Kaputter Schuh und mit Klebeband reparierter Schuh. Fotomontage. Polizeiinspektion Rosenheim

So sieht das Notfall-Schuhreperaturset auf der Wiesnwache aus: Klebeband und handwerkliches Geschick. 👮‍♂️😉👍Fotomontage: Copyright Polizeiinspektion Rosenheim

Ein Wiesnbesucher war hilfesuchend bei den Beamten erschienen und präsentierte seine abgerissene Schuhsohle. Schuhmacher-Fachwissen war bei der Wiesnwache allerdings ebenso wenig vorhanden wie geeignetes Reparaturwerkzeug. Also wurde das polizeiinterne „Notfallschuhreparaturprogramm“ aktiviert: Klebeband ringsherum, gut und fest angedrückt – fertig war das gute Stück.
Ein Meisterstück sei dabei zwar nicht entstanden, schreibt die Polizei mit einem Augenzwinkern. Für den Wiesnbesucher reichte die Reparatur aber offenbar zunächst aus. Er wollte noch ein Fahrgeschäft besuchen und anschließend ohnehin nach Hause gehen.

Neun Autos abgeschleppt

Ansonsten zieht die Rosenheimer Polizei nach dem zweiten Wiesntag am Sonntag (30. August) eine positive Bilanz. Die Stimmung auf dem Festplatz und in den Festzelten sei friedlich und fröhlich gewesen. Auch einige wenige Störenfriede hätten daran nichts Wesentliches ändern können. Bei sonnigem und warmem Wetter war das Herbstfest bereits zur Mittagszeit gut besucht, am Nachmittag kamen vor allem viele Familien.

Ein Schwerpunkt der polizeilichen und kommunalen Verkehrsüberwachung waren erneut Rettungswege und Behindertenparkplätze. Wie schon am Eröffnungstag mussten verbotswidrig abgestellte Fahrzeuge abgeschleppt werden.
Neun Verkehrsteilnehmer erlebten deshalb bei der Rückkehr zu ihrem Pkw eine Überraschung: Das Auto war verschwunden. Allerdings nicht spurlos, sondern am berühmten Abschlepphaken. Neben einem Verwarnungsgeld kommen für die Falschparker auch Abschleppkosten hinzu. Insgesamt rund 400 Euro werden dafür fällig.

Fahrrad als Karussell-Deko

Kurz nach Betriebsende sorgte ein 23-jähriger Rosenheimer noch für einen ungewöhnlichen Einsatz. Er ging an einem Kettenkarussell vorbei und schob dabei sein Fahrrad neben sich her. Plötzlich hob er den Drahtesel hoch und warf ihn in hohem Bogen gegen das Fahrgeschäft. Dort blieb das Fahrrad auf einer Trittfläche liegen. Als Deko machte es sich dort allerdings eher mäßig – und als Mitfahrgelegenheit war es ebenfalls nicht gedacht.
Der Grund für die ungewöhnliche Aktion könnte zumindest teilweise im Alkohol gelegen haben: Der 23-Jährige hatte mehr als 1,50 Promille. Die Wiesnwache stellte eine Anzeige wegen Sachbeschädigung aus und sprach ein Wiesnverbot aus.

„Da bin ich wieder“

Wenig Freude bereitete der Wiesnwache auch das erneute Treffen mit einem 23-jährigen Österreicher aus Hochfilzen. Gegen 22.30 Uhr trafen die Beamten wieder auf den Mann, den sie bereits gut eine Stunde zuvor kennengelernt hatten.
Der alkoholisierte 23-Jährige hatte zuvor wiederholt versucht, in einen Zeltbetrieb zu gelangen. Der Zutritt war ihm jedoch verwehrt worden. Die Wiesnwache verwies ihn vom Festplatz und gab ihm den Rat, nun doch lieber nach Hause zu fahren.
Der gut gemeinte Tipp blieb allerdings unbeachtet. Statt nach Hause zu gehen, tauchte der Mann erneut auf dem Festgelände auf. Diesmal gab es für ihn den „Check-In“ im „Hotel“ Polizei-Rosenheim. Mit rund drei Promille durfte der 23-Jährige dort seinen „Rausch“ ausschlafen.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

MorgenINNPULS – Schon gewusst?

MorgenINNPULS – Schon gewusst?

Montag, 31. August – Guten Morgen!

Wusstest Du, dass Vogelfedern aus einem äußerst komplexen System aus Hauptkiel, Ästen und winzigen Häkchen bestehen?
Diese Strukturen greifen ineinander und bilden eine stabile, aber gleichzeitig leichte Oberfläche.
So entsteht ein Material, das gleichzeitig flexibel, leicht und erstaunlich belastbar ist.

Manchmal ist es gerade die richtige Balance aus Leichtigkeit und Stärke, die Dich weit bringt.

Wir wünschen Dir einen federleichten Start in den Tag! 🌞
(Quelle: Artikel Josefa Staudhammer / Beitragsbild: Josefa Staudhammer)

„Kammer 98èrs“ gewinnen Freizeitturnier in Kammer

„Kammer 98èrs“ gewinnen Freizeitturnier in Kammer

Kammer / Landkreis Traunstein – Zwölf Freizeitmannschaften sind am Samstag r DJK Kammer (Landkreis Traunstein) angetreten. Bei sommerlichen Temperaturen ging es auf dem Sportgelände um Tore, Punkte und den Wanderpokal. Am Ende setzten sich die Gastgeber „Kammer 98érs“ im Finale knapp mit 1:0 gegen die „Inglourious Beer-Stars“ durch.

Das Turnier gehört seit vielen Jahren zum Vereinsleben der DJK Kammer. Die zwölf Mannschaften spielten von den Mittagsstunden bis in den späten Nachmittag um den Einzug ins Finale. Auf dem Spielfeld ging es dabei kämpferisch zu, die Partien blieben nach Angaben des Veranstalters aber fair.
Im Endspiel fiel schließlich nur ein Treffer. Die „Kammer 98érs“ sicherten sich mit dem 1:0 den Turniersieg und konnten anschließend den neu angeschafften Wanderpokal entgegennehmen.

Auch neben dem Fußball war für die Besucher gesorgt. Die DJK Kammer bot Speisen und Getränke an, sodass Spieler, Familien und Zuschauer den Turniertag gemeinsam ausklingen lassen konnten.
(Quelle: Artikel: Hubert Hobmaier / Beutragsbild Hubert Hobmaier)

Wilhelmine-von-Hillern-Denkmal in Aschau restauriert

Wilhelmine-von-Hillern-Denkmal in Aschau restauriert

Aschau / Landkreis Rosenheim – Das historische Denkmal für die Schriftstellerin Wilhelmine von Hillern in der Zellerhornstraße in Hohenaschau ist restauriert worden. Im August 2026 wurde das Denkmal im Rahmen einer ökumenischen Feier gesegnet.

Die Restaurierung geht auf eine Initiative des Aschauer Bürgers Dieter Johannes Strauch zurück. Unterstützt wurde das Vorhaben durch private Spender, die Gemeinde und die Tourist Info Aschau sowie den Heimat- und Geschichtsverein.

Erinnerung an die „Geier-Wally“-Autorin

Wilhelmine von Hillern wurde vor allem durch ihren Heimatroman „Die Geier-Wally“ bekannt. Der Roman aus dem Jahr 1875 wurde mehrfach verfilmt und machte die Schriftstellerin zu einer bekannten Vertreterin des alpenländischen Bergromans im 19. Jahrhundert.
Ihre Verbindung zu Aschau ist eng: Von Hillern verbrachte ihre letzten Lebensjahre im Haus Elisabeth in der Zellerhornstraße in Hohenaschau. Dort starb sie am 25. Dezember 1916 im Alter von 80 Jahren. Das Denkmal befindet sich damit nur wenige Schritte von ihrem früheren Wohnort entfernt.

Gestiftet wurde das Denkmal von Theodor von Cramer-Klett jun.. Im Zuge der aktuellen Arbeiten wurden das Kreuz mit der Christusfigur sowie die Einhausung des Denkmals restauriert. Die fachgerechte Instandsetzung übernahm Andreas Wassersleben.

Ökumenische Segnung

Nach Abschluss der Arbeiten wurde das restaurierte Denkmal im August im Rahmen einer ökumenischen Feier gesegnet. Die Segnung übernahmen Pfarrer Mirko Hoppe und Kaplan Dr. Christian Elsen. Unter den Gästen waren auch Aschaus Zweiter Bürgermeister Michael Andrelang und Thomas Bauer, Zweiter Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins.

Das Denkmal erinnert damit weiterhin an Wilhelmine von Hillern und zugleich an ein Kapitel der Aschauer Ortsgeschichte. Mit der Restaurierung wurde das historische Denkmal nun für die kommenden Jahre gesichert.
Im Anschluss an die Segnung kamen die Besucher noch zu einem kleinen Umtrunk und einer Brotzeit zusammen. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Peter Huber auf der Ziach.
(Quelle: Pressemitteilung Tourist Info Aschau / Foto: Coypright  H. Reiter)

Schiffschaukeln auf dem Herbstfest 1951

Schiffschaukeln auf dem Herbstfest 1951

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1951. Auf der historischen Aufnahme sehen wir die Schiffschaukeln auf dem Rosenheimer Herbstfest.

Die Schiffschaukel gehörte über viele Jahrzehnte zum Bild der Rosenheimer Wiesn. Für die Besucher war sie ein besonderes Vergnügen – und wer den richtigen Schwung herausbekam, konnte die Schiffe hoch in die Luft schwingen lassen. Die Schiffschaukel auf unserem historischen Foto wurde vom Schaustellerbetrieb Kollmann betrieben.

Auch viele Jahrzehnte später war die Schiffschaukel noch mit dem Rosenheimer Herbstfest verbunden. 1999 war sie letztmals regulär auf der Loretowiese vertreten. Danach dauerte es zwölf Jahre, bis sie zur Jubiläums-Wiesn 2011 noch einmal zurückkehrte. Zum 150. Geburtstag des Herbstfestes brachte Schausteller Martin Kollmann das historische Fahrgeschäft als Nostalgie-Attraktion wieder nach Rosenheim. Inzwischen gehört die klassische Schiffschaukel nicht mehr zur Beschickung des Rosenheimer Herbstfestes. Auch 2011 war sie eine Besonderheit: Die jüngeren Besucher mussten das traditionelle Fahrgeschäft teilweise erst kennenlernen, während sich ältere Wiesngäste noch gut daran erinnerten.

Heute sind Schiffschaukeln auf Volksfesten nur noch selten zu sehen. Umso mehr erzählt das Foto aus dem Jahr 1951 von einer Zeit, in der ein solches Fahrgeschäft ganz selbstverständlich zum Herbstfestbesuch gehörte.(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Artikel Karin Wunsam)

Rundum-Grün an der Loretowiese: Was FDP und SPD für die Kreuzung wollen

Rundum-Grün an der Loretowiese: Was FDP und SPD für die Kreuzung wollen

Rosenheim – Alle Fußgängerampeln gleichzeitig auf Grün? Das klingt erst einmal ungewöhnlich, könnte an der Kreuzung Kaiserstraße / Frühlingstraße / Ellmaierstraße aber tatsächlich Realität werden – zumindest wenn es nach FDP und SPD geht. Die beiden wollen dort eine sogenannte Rundum-Grün-Schaltung. Was es damit auf sich hat, wie sie funktioniert und welche Vor- und Nachteile sie haben kann, erklären wir in diesem Artikel.

So funktioniert Rundum-Grün

Das Prinzip ist zunächst einfach: Für eine zusätzliche Ampelphase bekommt der gesamte Fahrzeugverkehr an der Kreuzung Rot. Gleichzeitig schalten die Fußgängerampeln an allen Seiten auf Grün.
Fußgänger können die Kreuzung dann aus mehreren Richtungen gleichzeitig überqueren. Je nach Gestaltung ist auch eine diagonale Querung möglich. Wer beispielsweise auf die gegenüberliegende Ecke möchte, muss nicht erst mehrere einzelne Fußgängerphasen abwarten. 
Für Autofahrer bedeutet das: Während der Rundum-Grün-Phase steht der gesamte Fahrzeugverkehr. Auch Abbieger haben Rot.
Nach Ende der gemeinsamen Grünphase für die Fußgänger läuft die Ampel wieder in den normalen Verkehrsphasen weiter. Die einzelnen Fahrtrichtungen erhalten entsprechend der festgelegten Signalsteuerung Grün. Die Autos fahren also nicht alle gleichzeitig los 

Genau darin liegt ein möglicher Vorteil für die Verkehrssicherheit. Ein typischer Konflikt an Ampelkreuzungen entsteht, wenn ein Fahrzeug abbiegt und dabei einen Fußgänger quert, der gleichzeitig Grün hat. Bei einer Rundum-Grün-Schaltung gibt es diesen Konflikt während der gemeinsamen Fußgängerphase nicht.

Eine zusätzliche Phase hat aber auch Nachteile

Eine solche Ampelschaltung ist allerdings kein Patentrezept für jede Kreuzung. Durch die zusätzliche Fußgängerphase entsteht eine weitere Phase im Ampelumlauf. Das kann längere Wartezeiten für Fußgänger und Autofahrer bedeuten.

Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) hat sich bereits im Jahr 2011 mit sogenannten Diagonalgrün-Schaltungen beschäftigt. Dabei kam sie zu dem Ergebnis, dass durch die Schaltung Konflikte zwischen abbiegenden Fahrzeugen und querenden Fußgängern vermieden werden können. Gleichzeitig stellte die Untersuchung bei den betrachteten Kreuzungen keine grundsätzlichen Unterschiede beim gesamten Unfallgeschehen fest.

Die UDV empfahl Diagonalgrün deshalb nicht pauschal für alle Kreuzungen. Sinnvoll könne die Schaltung insbesondere dort sein, wo es auffällige Konflikte zwischen abbiegenden Fahrzeugen und Fußgängern gibt, viele Rechtsabbieger unterwegs sind oder ein hoher Bedarf an diagonalen Querungen besteht.

München hat Rundum-Grün getestet

Ein Beispiel aus Bayern gibt es in München. Dort startete die Stadt im Oktober 2024 an der Kreuzung Landwehrstraße / Goethestraße ein einjähriges Pilotprojekt mit einer Rundum-Grün-Schaltung für Fußgänger.

Während der zusätzlichen Phase bekommen Fußgänger an allen Seiten der Kreuzung gleichzeitig Grün. Der Kfz- und Radverkehr erhält gleichzeitig aus allen Richtungen Rot. Die Stadt wollte dabei unter anderem untersuchen, wie sich die Schaltung auf Verkehrssicherheit, Wartezeiten und die Akzeptanz bei den verschiedenen Verkehrsteilnehmern auswirkt. Auch die Übertragbarkeit auf andere Kreuzungen sollte geprüft werden.

Der Pilotversuch ist inzwischen beendet. Nach einem offiziellen Dokument der Stadt München wird die Schaltung vorerst beibehalten. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass Rundum-Grün nun generell an weiteren Münchner Kreuzungen eingeführt wird.

In Tokio seit 1973

International ist das Prinzip deutlich länger bekannt. Ein besonders berühmtes Beispiel ist die Shibuya Scramble Crossing in Tokio. Die Kreuzung wurde 1973 eingerichtet. Während der Fußgängerphase wird der Fahrzeugverkehr angehalten, sodass Menschen die große Kreuzung gleichzeitig aus mehreren Richtungen überqueren können.
Das Prinzip ist dort längst Teil des Stadtbildes. Die Shibuya-Kreuzung ist aufgrund ihres enormen Fußgängeraufkommens allerdings nur eingeschränkt mit einer Kreuzung in Rosenheim vergleichbar.

FDP und SPD wollen Rundum-Grün an der Loretowiese

An der Kreuzung Kaiserstraße / Frühlingstraße / Ellmaierstraße wollen FDP-Stadtrat Marcus Moga und die SPD-Fraktion eine solche Rundum-Grün-Schaltung einrichten. Besonders während des Rosenheimer Herbstfestes sehen sie dort Handlungsbedarf. Durch die vielen Fußgänger gerät der Verkehr nach Einschätzung der Antragsteller immer wieder ins Stocken. „Gerade während der Herbstfestzeit spitzt sich die Lage an dieser Kreuzung zu“, erklärt Moga. „Der Verkehr gerät trotz Ampelschaltung immer wieder ins Stocken, weil die großen Fußgängerströme das Abbiegen stark behindern.“

Mit einer eigenen Grünphase für Fußgänger könnte sich die Situation nach Ansicht von FDP und SPD verändern. Während die Fußgänger die Kreuzung in alle Richtungen überqueren, würde der motorisierte Verkehr in sämtlichen Fahrtrichtungen warten. Moga sieht darin auch einen Beitrag zur Verkehrssicherheit: „Die „Rundum-Grün“ Schaltung ermöglicht es den Fußgängern, in einer eigenen Grünphase die Kreuzung zu überqueren und das mit einer deutlich verbesserten Verkehrssicherheit.“

Die Antragsteller sehen mögliche Vorteile nicht nur während des Herbstfestes. Auch für Kinder auf dem Schulweg sowie für ältere Menschen und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen könne eine solche Regelung nach ihrer Einschätzung die Querung der Kreuzung erleichtern.

Wiesntrommler soll bleiben

An der neuen Gestaltung der Ampel soll sich dabei nichts ändern. Der erst kürzlich angebrachte Wiesntrommler soll nach dem Willen von FDP und SPD erhalten bleiben. Die Forderung betrifft vielmehr die Ampelschaltung und damit die Frage, wann Fußgänger und wann der Fahrzeugverkehr an der Kreuzung Grün bekommen.

Ob die Rundum-Grün-Schaltung tatsächlich eingerichtet wird, ist noch offen. Zunächst handelt es sich um eine Forderung von FDP und SPD.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)

Wiesnblaulicht: Flying Mülltonne und „Boxen in der Box“

Wiesnblaulicht: Flying Mülltonne und „Boxen in der Box“

Rosenheim – Der erste Wiesntag ist vorbei – und die Rosenheimer Wiesnwache hatte einiges zu tun. Zwischen reichlich Alkohol, einer fliegenden Mülltonne und einem kleinen Boxkampf in einer Festzeltbox war einiges geboten. Die Polizei zog unter anderem vier Wiesnverbote und leitete ein Ermittlungsverfahren ein.

Viermal Wiesnverbot nach Trinkspiel

Bei einem Trinkspiel standen zunächst zwei 23- beziehungsweise 26-Jährige mit ihren Promillewerten vorne. Deutschland war mit rund einem Promille bei zwei 29-Jährigen aber ebenfalls gut im Rennen. Die Wiesnwache beendete das muntere Spielchen und erteilte allen vier Beteiligten ein Wiesnverbot.
Wer dabei den dritten Platz auf dem Wiesnverbots-Stockerl bekam, spielte offenbar keine Rolle mehr. Bürokratisch, praktisch, gut: Nach dem Alphabet wurde der Platz drei einfach vergeben.

Flying Mülltonne

Was sich ein 23-Jähriger aus Imst (Österreich) dachte, als er eine aufgestellte Mülltonne nahm und diese auf dem Festgelände herumwarf, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Seine eigene Alkoholfüllung von mehr als zwei Promille könnte allerdings ein Grund gewesen sein. Da sich der Tiroler gegenüber der Wiesnwache aggressiv und aufbrausend verhielt, bekam auch er ein Wiesnverbot.

„Ihr ned“

„Ihr ned“ – das waren die Worte eines 37-jährigen Kolbermoorers. Der Mann hatte sich in einem Zeltbetrieb entsprechend aufgeführt und war dort vom Sicherheitsdienst verwiesen worden. Die Wiesnwache nahm ihn in Empfang und wollte seine Daten erheben. Dabei fielen die Worte „Ihr ned“. Daraufhin durchsuchten die Einsatzkräfte den 37-Jährigen. Dieser schlug auf die Beamten ein und musste gefesselt werden.
Die restliche Nacht verbrachte der Mann in einer Ausnüchterungszelle. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts eines tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte eingeleitet.

„Boxen in der Box“

Zwei Rosenheimer Landkreisbürger gerieten in einer Box in einem Festbetrieb aneinander. Warum, wieso, weshalb – Fragen, die auch im Nachgang nicht geklärt werden konnten. Jedenfalls fielen gegenseitige Beleidigungen. Kurz darauf begannen beide, sich zu schubsen und zu schlagen. Der polizeiliche Ringrichter beendete den kleineren Fight und sprach gegen beide ein Wiesnverbot aus.

Parkmoral

Konsequent geht die Rosenheimer Polizei während des Herbstfestes auch gegen Verstöße an Behindertenparkplätzen und Rettungswegen vor. Insgesamt elf Fahrzeuge wurden abgeschleppt, weil sie unberechtigt auf Sonderparkplätzen für Menschen mit Behinderung oder in Rettungswegen abgestellt worden waren.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)

Rosenheim: Junge Frau nach Messerangriff verstorben – Tatverdächtiger festgenommen

Rosenheim: Junge Frau nach Messerangriff verstorben – Tatverdächtiger festgenommen

Rosenheim – Im Bahnhof Rosenheim ist in der Nacht auf Sonntag (30. August) eine 31-jährige Frau mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt worden. Die Frau erlag später im Klinikum ihren Verletzungen. Ein 27-jähriger Mann wurde unmittelbar nach der Tat von Einsatzkräften der Bundespolizei vorläufig festgenommen.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd ging gegen 0.50 Uhr über die Integrierte Leitstelle Rosenheim die Meldung ein, dass eine Frau im Bahnhof mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt worden sei.
Die Einsatzkräfte der Bundespolizei konnten den mutmaßlichen Angreifer noch am Tatort vorläufig festnehmen. Bei dem dringend Tatverdächtigen handelt es sich um einen 27-jährigen deutschen Staatsangehörigen aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck. Die verletzte Frau war 31 Jahre alt und britische Staatsangehörige. Sie wurde zur weiteren Behandlung in ein Klinikum gebracht, erlag dort jedoch ihren schweren Verletzungen.

Kriminalpolizei ermittelt wegen Verdachts eines Tötungsdelikts

Nach der Festnahme übernahm die Polizeiinspektion Rosenheim die ersten polizeilichen Maßnahmen. Das Fachkommissariat 1 der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim übernahm anschließend mit Unterstützung des Fachkommissariats für Spurensicherung die Ermittlungen.

Unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim, wird wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts ermittelt. Die Hintergründe und das Motiv der Tat sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Polizei sucht Zeugen

Um den Tathergang möglichst vollständig aufklären zu können, bittet die Kriminalpolizei um Hinweise aus der Bevölkerung.

Gesucht werden insbesondere Personen,

  • die am Bahnhof Rosenheim gegen 0.50 Uhr oder bereits zuvor einen Streit oder eine körperliche Auseinandersetzung beobachtet haben,
  • oder die andere sachdienliche Hinweise zum Geschehen geben können.

Zeugen werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim unter (08031) 200-0 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd / Beitragsbild: Symbolfoto: re)

Wiesn-Notizen: Promille-Express fährt wieder sonntags

Wiesn-Notizen: Promille-Express fährt wieder sonntags

Rosenheim – Gute Nachricht für alle, die das Rosenheimer Herbstfest ohne Auto besuchen möchten: Der sogenannte „Promille-Express“ fährt während der Wiesn 2026 auch wieder sonntags. Mehrere Buslinien sind an den Sonntagen mit einem erweiterten Fahrplan unterwegs. Damit gibt es nach mehreren Jahren wieder zusätzliche Verbindungen am Sonntag.

Sonntagsfahrplan während des Herbstfestes

Für die einzelnen Linien gelten sonntags folgende erste und letzte Abfahrten:

Grafik Promille-Express 2026
Unter der Woche länger unterwegs

Auch von Montag bis Samstag sind die Busse während des Herbstfestes länger unterwegs. Die letzten Abfahrten erfolgen je nach Linie zu folgenden Zeiten:

  • Linie 420: bis 3.35 Uhr
  • Linie 421: bis 3.40 Uhr
  • Linie 422: bis 2.10 Uhr
  • Linie 423: bis 0.05 Uhr
  • Linie 424: bis 1.20 Uhr
  • Linie 426: bis 3.42 Uhr
  • Linie 427: bis 1.35 Uhr
  • Linie 429: bis 2.55 Uhr

Für die Busfahrten gilt der reguläre MVV-Tarif. Auch das Deutschland-Ticket wird anerkannt.

Zum Hintergrundartikel geht es hier: 

Der „Promille-Express“ soll Festbesuchern damit während der gesamten Herbstfestzeit eine Möglichkeit bieten, für den Heimweg auf das Auto zu verzichten.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)