Unfall in Rosenheim: Zwei Jugendliche auf E-Scooter verletzt

Unfall in Rosenheim: Zwei Jugendliche auf E-Scooter verletzt

Rosenheim – Bei einem Unfall in Rosenheim sind am Montagnachmittag zwei Jugendliche verletzt worden. Nach Angaben der Polizei war ein 24-jähriger Autofahrer beim Abbiegen mit einem entgegenkommenden E-Scooter zusammengestoßen.

Der Unfall ereignete sich am 5. Oktober gegen 16.45 Uhr an der Kreuzung Georg-Aicher-Straße und Anton-Jakob-Straße. Der 24-jährige Rosenheimer wollte mit seinem Auto von der Georg-Aicher-Straße nach links in die Anton-Jakob-Straße abbiegen. Dabei kam es zum Zusammenstoß mit einem 16-Jährigen aus Rosenheim, der ihm auf einem E-Scooter entgegenkam.
Auf dem E-Scooter war außerdem ein 14-Jähriger unterwegs. Das Fahren zu zweit auf einem E-Scooter ist nicht erlaubt. Nach Angaben der Polizei übersah der Autofahrer beim Abbiegen den entgegenkommenden und vorfahrtsberechtigten E-Scooter.
Die beiden Jugendlichen stürzten durch den Zusammenstoß zu Boden. Dabei zogen sie sich Verletzungen am Fuß beziehungsweise am Oberkörper zu. Der Rettungsdienst brachte sie zur weiteren ambulanten Behandlung ins Klinikum Rosenheim.

An den beteiligten Fahrzeugen entstand laut Polizei ein Sachschaden von rund 200 Euro. Gegen den 24-jährigen Autofahrer wurde ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet. Wegen des verbotswidrigen Fahrens zu zweit auf dem E-Scooter wurde der 16-Jährige von der Polizei verwarnt.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

MorgenINNPULS – Schon gewusst?

MorgenINNPULS – Schon gewusst?

Dienstag, 6. Oktober – Guten Morgen!

Wusstest Du, dass bestimmte Süßwasserschnecken längere Zeit unter Wasser überleben können, weil sie ihre Atmung an die Bedingungen anpassen?
Einige Arten können sogar Sauerstoff aus dem Wasser aufnehmen oder ihren Stoffwechsel stark herunterfahren.
Die Natur kennt erstaunlich viele Wege, sich anzupassen.

Vielleicht musst Du heute auch nicht alles auf einmal können.

Wir wünschen Dir einen gelassenen Start in den Tag! 🌞
(Quelle: Artikel Josefa Staudhammer / Beitragsbild: Josefa Staudhammer)

Neue Spitze beim Ring Politischer Jugend Rosenheim

Neue Spitze beim Ring Politischer Jugend Rosenheim

Der Ring Politischer Jugend (RPJ) Rosenheim hat eine neue Vorsitzende und einen neuen Stellvertreter. Der Sprecherrat wählte am 28. August die 19-jährige Julia Böck aus Vogtareuth zur Vorsitzenden. Stellvertreter wurde der 20-jährige Rosenheimer Marinus Mundloch

Im RPJ arbeiten Jugendorganisationen verschiedener Parteien aus Stadt und Landkreis Rosenheim zusammen. Im Sprecherrat vertreten sind die Junge Union (JU), die Jusos, die Grüne Jugend (GJ), die Jungen Liberalen (JuLis), die Jungen Freien Wähler (JFW) und der Jungbayernbund.
Böck gehört der Grünen Jugend an und studiert Lehramt. Für ihre neue Aufgabe stellt sie den Austausch über Parteigrenzen hinweg in den Mittelpunkt. „Der überparteiliche Austausch ist aus meiner Sicht ein großartiges Mittel, neue Perspektiven kennenzulernen und gute Kompromisse auszuarbeiten“, so Böck.

Als Stellvertreter wurde Marinus Mundloch gewählt. Der 20-Jährige studiert Politik und Volkswirtschaftslehre und ist Kreisvorsitzender der Jungen Union Rosenheim-Stadt. Mundloch betont die Bedeutung eines respektvollen politischen Austauschs. „In einer Zeit, in der die politische Spaltung in unserem Land immer weiter zunimmt, finde ich es besonders wichtig, diesem Trend etwas entgegenzusetzen. Wir brauchen wieder einen offenen und auch harten Diskurs in der Sache, gleichzeitig aber immer mit Respekt gegenüber Menschen, die eine andere Meinung vertreten.“
Der neue Vorstand will nach eigenen Angaben den Austausch zwischen den politischen Jugendorganisationen fortsetzen und gemeinsame Veranstaltungen und Diskussionen organisieren.

Vorgänger bleiben im Sprecherrat

Böck und Mundloch folgen auf Matthias Eggerl und Sophie Penninger. Eggerl ist stellvertretender Landrat, Bezirksrat und JU-Kreisvorsitzender Rosenheim-Land, Penninger ist Sprecherin der Grünen Jugend Rosenheim. Beide bleiben dem Sprecherrat des RPJ erhalten und wollen sich auch künftig an der überparteilichen Zusammenarbeit der politischen Jugendorganisationen in Stadt und Landkreis Rosenheim beteiligen.
(Quelle: Pressemitteilung Ring Politischer Jugend / Beitragbild, Foto: RPJ Rosenheim)

Die neue Vorsitzende des RPJ Julia Böck und ihr Stellvertreter Marinus Mundloch. Fotos: RPJ Rosenheim

Religion und Politik: Wie lässt sich das Verhältnis von Glaube und Staat gestalten?

Religion und Politik: Wie lässt sich das Verhältnis von Glaube und Staat gestalten?

Brannenburg / Landkreis Rosenheim – Welche Rolle kann Religion in Politik und Gesellschaft spielen? Und wie lässt sich das friedensstiftende Potenzial von Religion nutzen, ohne neue Konflikte zu schaffen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Prof. Dr. Mathias Rohe am Donnerstag, 15. Oktober, bei einem Vortrag im evangelischen Gemeindehaus in Brannenburg-Degerndorf.

Der Rechts- und Islamwissenschaftler spricht unter dem Titel „Religion und Politik – Eine unselige Verbindung?“ über das Spannungsfeld zwischen religiösen Überzeugungen und politischen Strukturen. Dabei geht es auch um die Geschichte politischer Auseinandersetzungen, die im Namen der Religion geführt wurden – sowohl in Europa als auch in der islamisch geprägten Welt.
Gleichzeitig richtet Rohe den Blick auf die andere Seite: Religionen können nach der Ankündigung des Vortrags auch eine friedensstiftende Wirkung entfalten. Die Frage ist demnach, wie dieses Potenzial auch politisch genutzt werden kann, ohne dass daraus neue Konflikte oder andere negative Folgen entstehen.

Säkularer Rechtsstaat und religiöse Positionen

Ein Schwerpunkt des Abends liegt auf der Entwicklung säkularer Rechtsstaaten in Europa und auf islamisch begründeten Positionen dazu. Damit geht es auch um die Frage, wie Religion und staatliche Ordnung miteinander umgehen können.

Prof. Dr. Mathias Rohe forscht und lehrt seit 1997 an der Universität Erlangen-Nürnberg. Er ist Gründungsdirektor des dortigen Zentrums für Islam und Recht in Europa und hat seit 2006 an den verschiedenen Phasen der Deutschen Islam Konferenz mitgewirkt. Zudem war er Koordinator der vom Bundesinnenministerium eingesetzten Unabhängigen Expertenkommission Muslimfeindlichkeit.

Der Vortrag findet am Donnerstag, 15. Oktober, von 19.30 bis 21 Uhr im evangelischen Gemeindehaus „Diakoniehaus“, Kirchenstraße 8, in Brannenburg-Degerndorf statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei. Spenden sind willkommen.
(Quelle: Mitteilung Pfarrverband Brannenburg-Flintsbach / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Vom Bürgermeisteramt auf die Alm: Sepp Loferer über sein neues Leben als Senner

Vom Bürgermeisteramt auf die Alm: Sepp Loferer über sein neues Leben als Senner

Schleching / Landkreis Traunstein – 18 Jahre lang war Sepp Loferer Bürgermeister von Schleching (Landkreis Traunstein). Im Frühjahr gab er das Amt ab. Statt Sitzungen, Terminen und mehr als 60 Wochenstunden verbrachte er seinen Sommer nun auf der Wuhrsteinalm auf rund 1.100 Metern Höhe. Dort kümmerte er sich um 40 Jungrinder, kontrollierte Zäune und Wasserstellen und genoß einen deutlich langsameren Alltag. Im Interview erzählt er, warum er die Alm als seine persönliche Reha empfindet und was ihm an seinem neuen Leben besonders gut gefällt.

Seine neuen Lieblingsbeschäfigungen: Sich Zeit nehmen, Frühstücken, Kühe und Insekten beobachten und den Pflanzen beim Wachsen zuschauen. Foto: Copyright Molkerei Berchtesgadener Land
Seine neuen Lieblingsbeschäfigungen: Sich Zeit nehmen, Frühstücken, Kühe und Insekten beobachten und den Pflanzen beim Wachsen zuschauen. Fotos: Copyright Molkerei Berchtesgadener Land
Frage: Das Bürgermeisteramt haben Sie im Frühjahr abgegeben und sich nach 18 Jahren nicht mehr zur Wahl aufstellen lassen. Was waren die Beweggründe dafür?
Antwort: Auf die Dauer und insbesondere mit gestiegenem Alter ist der Arbeitsalltag mit 60 Stunden und mehr ungesund und führt über kurz oder lang zur Überbelastung. Dem wollte ich zuvorkommen und hab das verbunden mit einem schon seit Jugendtagen gehegten Wunsch: einen Sommer als Senner auf der eigenen Alm.

Frage: Im Grunde hatten Sie ja zwei Jobs: Landwirt und Bürgermeister. Wie geht das jetzt, wenn Sie auf der Alm sind?
Antwort: Ich war über 30 Jahre in der Kommunalpolitik, im Gemeinderat und 18 Jahre Bürgermeister hier in Schleching. Meine politischen Ämter hab‘ ich im Frühjahr komplett abgegeben und bin bei der Kommunalwahl nicht mehr als Bürgermeister angetreten. Aber die Landwirtschaft gibt’s natürlich schon seit Generationen in unserer Familie. Unser Hof lebt von der Milchwirtschaft, denn nur so können die eigenen Wiesen und die Alm landwirtschaftlich genutzt werden. Vor ungefähr 25 Jahren haben wir auf Naturland umgestellt. Seither sind wir Mitglied in der Genossenschaft und liefern unsere Milch an die Molkerei Berchtesgadener Land. Während ich auf der Alm bin, bewirtschaftet mein ältester Sohn Josef den Hof. Und meine Schwiegertochter, meine Frau und inzwischen auch ein Melkroboter für unsere Kühe helfen mit.

Frage: Wie hat Ihr Sohn die Entscheidung aufgenommen?
Antwort: Mein Sohn hat sich schon gefreut, dass ich das Bürgermeister-Amt abgebe und dann mehr Zeit für die Landwirtschaft habe. Allerdings hat er sich das ein bisschen anders vorgestellt. Zum bestehenden Laufstall bauen wir aktuell Außenliegeboxen und einen Auslauf für die Kühe – und da war ich eigentlich fest zum Helfen eingeplant. Aber er hat meine Entscheidung akzeptiert. Nicht zuletzt auch, weil es in der Vergangenheit gar nicht so leicht war, immer gutes Sennenpersonal für die ganze Almzeit zu bekommen. Die Alm ist uns sehr wichtig, weil eine gute Almzeit der Jungtiere die beste Basis für gute, gesunde Kühe ist.

Frage: Geht das überhaupt: eine Umstellung von einem 60-Stunden-Tag auf Almidylle?
Antwort:  Man stellt sich so eine Umstellung aus einem von morgens bis abends durchgetakteten Leben im Vorhinein schwierig vor. Aber es scheint fast so, als ob die Alm ihren Rhythmus an die Bewohner weitergibt – da ist man ganz schnell drin – und … man kann sich gar nicht mehr vorstellen, dass es vorher so hektisch und anders war.
Der Rhythmus hier auf der Alm ist ein ganz ein anderer und im Grunde ganz einfach – Aufstehen, wenn’s hell wird – und ins Bett gehen, wenn’s finster wird. Das Handy nehm‘ ich nur bei den Kontrollgängen auf dem weitläufigen Almgelände mit – zur Sicherheit, auch meiner Frau zuliebe. Aber es ist auf lautlos gestellt und aktiv draufschauen, das tu‘ ich meistens nur noch ein- vielleicht zweimal am Tag.

Frage: Gibt’s schon ein erstes Resümee nach sechs Wochen Almzeit?
Frage: Überrascht haben mich die extremen Temperaturschwankungen: erst extreme Schafskälte und dann im Juni die Hitzerekorde in diesem Jahr. Das ist auch für uns hier im Chiemgau eine neue Situation. Und dann holte sich bei der Kälte eines der Kälber eine Lungenentzündung. Da halfen leider Globuli und Naturheilmittel wie Kamillentee alleine nicht mehr. Da musste der Tierarzt kommen. Aber gemeinsam haben wir das wieder hingekriegt: Das Kalb ist wieder wohlauf, aber eben noch etwas schwächer und kleiner als die anderen gleichaltrigen Tiere.

Frage: Was hat sich durch die Almzeit bei Ihnen verändert?
Antwort: Andere machen eine Reha, ich glaube, die Almzeit ist meine Art der Reha. Sie tut mir wirklich gut. Ich bin mir sicher: Würde ich meine Blutwerte im März mit denen am Ende der Almzeit im Herbst vergleichen, dann sollten meine Fitnesswerte gestiegen sein. Im politischen Alltag als Bürgermeister sitzt man meistens – im Büro, bei Sitzungen, im Auto. Jetzt laufe ich fast täglich zig Höhenmeter beim Zäunen, Zäune kontrollieren, Schwenden und beim Tiere zählen – denn die stehen fast täglich immer zur Mittagszeit an einer der höchstgelegenen Wasserstellen auf rund 1.500 Meter. Der Anstieg von der Hütte – sie liegt auf 1.100 Meter ü. NN – bis zur Wasserstelle ist wirklich ganz schön steil und deshalb auch schweißtreibend, aber nach den ersten sechs Wochen merke ich schon: Ich werde fitter. Und fit älter werden ist eines meiner wichtigen Lebensziele. Nicht zuletzt, damit ich noch viel gemeinsam mit meinen Enkeln unternehmen kann.

Frage: Was haben Sie gegen Bürostuhl, Auto und viele Sitzungen im Rathaus eingetauscht? Wie schaut Ihr neuer Arbeitsalltag als Senner aus?

Antwort: An oberste Stelle stehen da immer die Tiere: täglich muss geprüft werden, ob alle Tiere da sind, ob sie wohlbehalten und gesund sind. Dazu geh ich meistens zur obersten Wasserstelle, weil sie sich da immer alle zur Mittagszeit aufhalten. Wenn da alle 40 sind, dann fällt das Suchen einzelner Tiere weg. Dabei reinige ich dann gleich noch die Wassertröge und prüfe den Wasserzufluss. Wasser ist wie beim Menschen auch bei den Kühen das wichtigste Lebensmittel. Das Almgelände ist mit Zäunen begrenzt – nicht zuletzt zum Schutz der Tiere und um Abstürze zu verhindern. Die müssen natürlich laufend überprüft werden. Der Großteil sind dauerhafte Stacheldrahteinzäunungen. Aber es sind auch rund 2–3 km Elektrozaun, der regelmäßig kontrolliert werden muss. Dank einer App bekommen wir Almerer heute gleich mit, wenn der Strom unterbrochen ist. Da ist dann das Handy wieder wichtig. Dann heißt es, die Ursache zu finden und natürlich zu beheben. Zum Kontrollgang nehm ich mir immer gleich eine kleine Motorsäge und Werkzeug auf der Kraxe mit. Dann kann ich den Fehler gleich vor Ort reparieren.

Frage: Und abschließend: Was genießen Sie am meisten hier auf der Alm?

Antwort: Das Schöne hier auf der Alm: Es bleibt trotz der Arbeit immer noch genug Zeit, sich mit den Almkollegen und Sennerinnen auf einen Ratsch zu treffen.  Und ich hab‘ Zeit für meine 4 Enkel Johannes (5 J.), Michi (6 J.), Max (7 J.) und Julia (11 J.). Die Zeit, die ich mit ihnen hier verbringe, die hatte ich leider für meine eigenen Söhne kaum. Max und Johannes besuch(t)en den Waldkindergarten in Schleching und dementsprechend sind beide mit der Natur besonders vertraut. Sie erkennen viele Bäume schon an den Sämlingen, können Tierspuren lesen und wissen von vielen Kräutern die heilende Wirkung. Alle vier lieben es, zum Opa auf die Alm zu kommen, und freuen sich schon auf die Sommerferien, wenn sie als Ferienkinder auf der Alm übernachten dürfen.
Und dann sind da auch die Wanderer. Früher hat man sich oftmals geärgert, wenn sie sich nicht richtig verhalten haben, aber die Zeit, ihnen zu erklären, warum und wieso, die hatte ich nie, denn daheim wartete ja immer schon wieder Arbeit. Heute nehm‘ ich mir die Zeit und ratsche mit den Wanderern, die die Tour zur Alm, auf den Gipfel zum Geigelstein oder auch Richtung Priener Hütte unterwegs sind. Da kann man ganz nebenbei viel Aufklärung betreiben, warum zum Beispiel. die Hunde im Almgebiet angeleint werden sollen.
(Quelle: Pressemitteilung Molkerei Berchtesgadener Land – Beitragsbild, Foto: Copyright: Molkerei Berchtesgadener Land)

Prien on Ice 2026/27: Eislaufen, Partys und Eisstockschießen

Prien on Ice 2026/27: Eislaufen, Partys und Eisstockschießen

Prien / Landkreis Rosenheim – Ab November wird es auf dem Wendelsteinplatz wieder winterlich: Vom 7. November bis zum 28. Februar lädt „Prien on Ice“ zum Eislaufen, zu verschiedenen Veranstaltungen und später auch zum Eisstockschießen ein.

Los geht es am Samstag, 7. November, um 18 Uhr mit einer Eröffnungsparty. DJ HighTower sorgt für die Musik, während die Kunsteisfläche offiziell in die neue Saison startet. Der Eintritt zur Eröffnung ist frei.
„Mit ‚Prien on Ice‘ holen wir auch in diesem Winter ein Stück Winterzauber mitten ins Herz von Prien. Die Eisfläche ist ein Ort, an dem Bewegung, Begegnung und gemeinsames Erleben zusammenkommen. Ob Familien beim Eislaufen, Besucherinnen und Besucher bei unseren Veranstaltungen oder Teams beim Eisstockschießen – für jeden ist etwas dabei“, freut sich der Erste Bürgermeister der Marktgemeinde, Andreas Friedrich.

Eislaufen unter freiem Himmel

Bis einschließlich Donnerstag, 4. Februar 2027 kann auf der Kunsteisfläche am Wendelsteinplatz gelaufen werden. Während der öffentlichen Betriebszeiten ist die Nutzung kostenlos, sofern die Fläche nicht für eine geschlossene Veranstaltung reserviert ist.

Regulär ist die Eisfläche freitags bis sonntags von 14 bis 20 Uhr geöffnet. Zusätzliche Öffnungszeiten gibt es an den Weihnachtsfeiertagen 25. und 26. Dezember, vom 28. bis 31. Dezember sowie vom 2. bis 10. Januar, jeweils von 14 bis 20 Uhr.

Auch Schulen können die Eisfläche nutzen. Vom 9. November bis 28. Januar 2027 sind montags bis donnerstags vormittags Schulbuchungen möglich. Die verfügbaren Termine können über die Internetseite von „Prien on Ice“ reserviert werden.

Wer keine eigenen Schlittschuhe hat, kann sie vor Ort bei Sport Kaiser ausleihen. Der Verleih kostet 6 Euro für Erwachsene und 5 Euro für Kinder. Für Schulgruppen gibt es einen Gruppentarif von 4 Euro. Einen Schleifservice für eigene Schlittschuhe bietet Sport Kaiser ebenfalls an.

Diese Veranstaltungen stehen auf dem Programm

Rund um die Eisfläche sind in den kommenden Monaten mehrere Veranstaltungen geplant. Der Eintritt ist jeweils frei.

  • Donnerstag, 26. November, ab 17 Uhr: Wintermodenschau
  • Samstag, 5. Dezember, ab 14 Uhr: Kinder-Nikolausparty
  • Samstag, 5. Dezember, ab 19 Uhr: Nikolaus-on-Ice-Party mit DJ Lumpi
  • Sonntag, 27. Dezember, 18 bis 22 Uhr: Vorsilvesterparty mit DJ Lumpi
  • Freitag, 29. Januar, ab 19 Uhr: Après-Ski-Party mit DJ Lumpi
  • Sonntag, 31. Januar, ab 14 Uhr: Kinder-Faschingsdisko

Damit gibt es neben dem regulären Eislauf auch Termine für Familien und Kinder sowie mehrere Partys auf dem Eis.

Danach wird aus der Eisfläche eine Eisstockbahn

Nach dem letzten öffentlichen Eislauftag wird die Fläche umgebaut. Am 5. Februar 2027 beginnt der Umbau zur Eisstockbahn. Vom 6. bis 28. Februar sind dort Training und verschiedene Turniere möglich.

Das erste Eisstockturnier findet am Samstag, 20. Februar, ab 16 Uhr statt. Als Ausweichtermin ist Freitag, 26. Februar, vorgesehen. Das zweite Turnier ist für Sonntag, 21. Februar, ab 16 Uhr geplant, mit Samstag, 27. Februar, als Ausweichtermin.
Zum Abschluss der Saison steht am Sonntag, 28. Februar, ab 14 Uhr das Dorfturnier auf dem Programm. Anschließend gibt es noch eine Abschlussparty mit DJ Lumpi.

Auch für das leibliche Wohl ist während der Saison gesorgt. Die Gastrohütten an der Steganlage haben während der regulären Öffnungszeiten sowie bei den Veranstaltungen geöffnet. Zusätzliche Öffnungszeiten gibt es an den Weihnachtsfeiertagen und während der Winterferien.

Weitere Informationen und das vollständige Programm gibt es auf der Internetseite von „Prien on Ice“.
(Quelle: Pressemitteilung Markt Prien am Chiemsee / Beitragsbild: Copyright Markt Prien am Chiemsee)

Als Rosenheim noch großstädtisch träumte: Das Hotel „Deutscher Kaiser“ im Jahr 1925

Als Rosenheim noch großstädtisch träumte: Das Hotel „Deutscher Kaiser“ im Jahr 1925

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1925. Unser historisches Foto zeigt das Hotel „Deutscher Kaiser“ an der damaligen Promenadestraße, der heutigen Prinzregentenstraße. Die imposante Fassade vermittelt eindrucksvoll, wie großstädtisch dieser Teil Rosenheims einst wirkte.

Mit seinen mehrgeschossigen Gründerzeitfassaden, den großen Fenstern und den reich verzierten Bauelementen war der Gebäudekomplex alles andere als beschaulich. Das Hotel bildete den repräsentativen Abschluss des von Thomas Gillitzer errichteten Gillitzerblocks und gehörte zu den vornehmsten Häusern der Stadt.

Ein Hotel mit Theater und Bismarck-Bad

Eröffnet wurde das Hotel im März 1897. Von Anfang an war es laut Rosenheimer Stadtarchiv mehr als eine Unterkunft. Zum Gebäudekomplex gehörten elegante Gesellschaftsräume, darunter Lese- und Billardzimmer, außerdem ein großer Fest- und Theatersaal im Neorokoko-Stil.
Auch das Bismarck-Bad gehörte zunächst zum Ensemble. Dort wurden unter anderem Moor- und Kohlensäurebäder angeboten. Das Bad hatte allerdings nur wenige Jahre Bestand und wurde bereits 1904 wieder geschlossen.
Der große Saal blieb dagegen ein wichtiger Veranstaltungsort. Hier spielte das Rosenheimer Volkstheater, das später eng mit dem Namen Alois Bach verbunden war.

Alois Bach übernahm das Hotel

Als das Foto 1925 entstand, war Alois Bach bereits seit zehn Jahren mit dem Hotel verbunden. Der Theaterleiter hatte den Betrieb 1915 zunächst als Pächter übernommen. 1918 kauften er und seine Frau Therese das Anwesen. Ein Jahr später wurde das Haus in „Hotel Gillitzer“ umbenannt.
Die Familie Bach führte den Hotelbetrieb bis etwa 1940 weiter. Damit steht das historische Foto auch für eine wichtige Phase der Rosenheimer Stadt- und Theatergeschichte.

Was vom Hotel übrig blieb

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der ehemalige Fest- und Theatersaal noch als Kino genutzt: Die „Kaiser-Lichtspiele“ fanden dort ihr Publikum.
Das Ende des imposanten Gebäudekomplexes kam schließlich 1974. Der gesamte Trakt mit dem ehemaligen Hotel und dem angrenzenden Bismarck-Bad wurde für einen modernen Neubau abgerissen.

Heute erinnert an das Gebäude vor allem die historische Überlieferung – und Fotografien wie diese. Wer das Bild von 1925 betrachtet, bekommt dabei einen Eindruck davon, wie viel großstädtische Architektur einst das Rosenheimer Stadtbild prägte.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Artikel: Karin Wunsam)

Rosenheim: Zukunftsforscher Tristan Horx spricht über die Zukunft

Rosenheim: Zukunftsforscher Tristan Horx spricht über die Zukunft

Rosenheim – Wie sieht unsere Zukunft aus – und wie können wir sie selbst mitgestalten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das 13. Rosenheimer Gespräch am Dienstag, 27. Oktober. Zu Gast ist der Zukunftsforscher Tristan Horx.

Unter dem Titel „Mehr Mut zur Zukunft“ spricht Horx über Künstliche Intelligenz, die Arbeitswelt und den Wandel der Generationen. Dabei geht es unter anderem um die Frage, welche Jobs im Zeitalter der KI gebraucht werden und welche Fähigkeiten künftig wichtiger werden könnten.
Auch das Verhältnis der Generationen spielt eine Rolle. Was können unterschiedliche Generationen voneinander lernen und wie lässt sich die Arbeitswelt von morgen gemeinsam gestalten?

Horx ist für seine Beschäftigung mit gesellschaftlichen Veränderungen, Digitalisierung, Generationen und der Zukunft der Arbeit bekannt. Sein neues Buch trägt den Titel „Die Zukunft der Männer“.

Vortrag und Gespräch mit dem Publikum

Nach der Keynote schließt sich ein moderiertes Gespräch an. Dabei haben auch die Besucher die Möglichkeit, Fragen an den Zukunftsforscher zu stellen.
Das Rosenheimer Gespräch von 19 bis 20.30 Uhr in der Beruflichen Oberschule Rosenheim statt. Der Eintritt ist frei.
Veranstaltet wird der Abend von der Dietrich-Bonhoeffer-Akademie gemeinsam mit der Beruflichen Oberschule Rosenheim. Eine Anmeldung ist erforderlich und online über die Dietrich-Bonhoeffer-Akademie möglich.
(Quelle: Pressemitteilung Dietrich-Bonhoeffer-Akademie / Beitragsbild: Symbolfoto re)

„Druckerschwärze und Paragrafen“: Als Rosenheimer Geschichte wieder lebendig wurde

„Druckerschwärze und Paragrafen“: Als Rosenheimer Geschichte wieder lebendig wurde

Rosenheim – Wie hat es früher in einer Rosenheimer Druckerei geklungen? Welche Geschichten verbinden sich mit der Arbeit in der Kanzlei von Dr. Werner Scheuer? Und was erzählen alte Maschinen, Werkzeuge und Büromöbel über den Arbeitsalltag vergangener Jahrzehnte? Um solche Fragen ging es am Donnerstag, 1. Oktober, bei der Zeitzeugen-Gesprächsrunde „Druckerschwärze und Paragrafen“ im Städtischen Museum Rosenheim.

Sonderausstellung Städtisches Museum Rosenheim. Foto: Hendrik Heuser

Rosenheim – Bei diesem Anblick werden Erinnerungen an die ehemalige Druckerei Kirmair & Kalteis wach. Fotos: Hendrik Heuser

Zeitzeugen berichteten dabei von ihren persönlichen Erinnerungen an die ehemalige Druckerei Kirmair & Kalteis, vormals Plötz, und an die Kanzlei von Dr. Werner Scheuer. Die Gespräche ergänzten damit die Gegenstände, die inzwischen ihren Weg ins Museum gefunden haben. Denn hinter einer Druckmaschine, einem Werkzeug oder einem Schreibtisch stehen nicht nur Material und Funktion, sondern auch Menschen, Arbeitsabläufe und persönliche Geschichten.

Genau darum geht es auch in der Sonderausstellung „…IN ARBEIT! Vom Gegenstand zum Objekt“. Sie zeigt, wie aus einst alltäglich genutzten Dingen historische Museumsobjekte werden – und gewährt dabei einen Blick auf einen Teil der Museumsarbeit, der sonst meist verborgen bleibt.

Von der Druckerei ins Museum

Zu den neu in die Museumsbestände aufgenommenen Objekten gehören Maschinen, Werkzeuge und weitere Utensilien aus der ehemaligen Druckerei Kirmair & Kalteis. Vormals unter dem Namen Plötz geführt, war die Druckerei über viele Jahre Teil des Rosenheimer Geschäftslebens.
Die Gegenstände erzählen von einem Handwerk, das sich im Lauf der Zeit stark verändert hat. Was einst zum täglichen Arbeiten gebraucht wurde, wird heute dokumentiert, eingeordnet und für die Nachwelt bewahrt.

Die Erinnerungen der Zeitzeugen vom 1. Oktober geben diesen Objekten eine zusätzliche Dimension. Sie machen nachvollziehbar, wie die Arbeit mit den Geräten tatsächlich aussah und welche Bedeutung die Druckerei für die Menschen hatte, die dort arbeiteten oder mit ihr verbunden waren.

Sonderausstellung Städtisches Museum Rosenheim. Foto: Hendrik Heuser

Werbechild der Firma Druckerei Kirmair & Kalteis.

Ein Büro als Stück Rosenheimer Designgeschichte

Auch die Einrichtung der Kanzlei von Dr. Werner Scheuer gehört zu den Beständen, die in diesem Zusammenhang ins Museum aufgenommen werden. Besonders interessant sind die darin enthaltenen Werndl-Möbel, die vom Rosenheimer Designer Ernest Hoffmann-Igl entworfen wurden.
Damit gelangt nicht nur eine Büroeinrichtung ins Museum. Die Möbel stehen zugleich für die Arbeitswelt und die Gestaltung des 20. Jahrhunderts und verbinden lokale Wirtschafts-, Design- und Alltagsgeschichte miteinander.

Was aus Dingen Geschichte macht

Ergänzend beschäftigt sich die Ausstellung mit archäologischen Funden aus Sondagegrabungen am Mittertor aus dem Jahr 2017. Auch hier geht es um die Frage, wie Gegenstände untersucht, dokumentiert und schließlich als historische Quellen bewahrt werden.
„…IN ARBEIT!“ macht damit einen Prozess sichtbar, den Museumsbesucher sonst kaum zu sehen bekommen: Aus einem gebrauchten Gegenstand wird nicht automatisch ein Museumsobjekt. Erst durch die Beschäftigung mit seiner Herkunft, seiner Funktion und seiner Geschichte bekommt er einen Platz in der Sammlung.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos: Hendrik Heuser)

Radsport: Red Bull – Bora – hansgrohe mit Europameister Remco Evenepoel

Radsport: Red Bull – Bora – hansgrohe mit Europameister Remco Evenepoel

Slowenien / Raubling – Rennradfahrer Remco Evenepoel hat sich den Europameistertitel im Straßenrennen gesichert. Der Belgier setzte sich in Slowenien hauchdünn gegen Giulio Ciccone durch und holte damit erstmals den EM-Titel im Straßenrennen. Für Red Bull – Bora – hansgrohe ist es zugleich der erste Europameistertitel in der Eliteklasse.

Das Rennen entschied sich erst auf den letzten Metern. 33 Kilometer vor dem Ziel hatten sich Evenepoel und Ciccone vom Rest der Spitzengruppe abgesetzt. Bereits vier Kilometer zuvor hatte es einen ersten Angriff des Duos gegeben. Für Evenepoel endete dieser jedoch zunächst mit einem Sturz, als er in einer Kurve wegrutschte. Der 26-Jährige musste anschließend wieder zur Gruppe aufschließen.

Im Sprint kam es schließlich zum Fotofinish. Evenepoel setzte sich knapp gegen Ciccone durch. Für den Belgier ist es nach zwei Silbermedaillen bei den Europameisterschaften, 2021 und im Vorjahr, der erste Titel im Straßenrennen.

Mit dem EM-Titel hat Evenepoel zudem eine besondere Bestmarke erreicht: Er ist der erste Fahrer, der bei kontinentalen Meisterschaften und Weltmeisterschaften sowohl im Straßenrennen als auch im Zeitfahren den Titel gewinnen konnte.

Remco Evenepoel zu seinem Sieg

„Der Sieg ist eine echte Befreiung, nachdem es beim WM-Rennen nicht so gut für mich lief. Ich bin sehr glücklich und auch sehr stolz, dass ich für Belgien den Titel geholt habe und damit meine persönliche Trikotsammlung bei Meisterschaften komplettieren konnte.

Wir sind das Rennen als Team eigentlich genauso so gefahren, wie wir es uns vorgestellt haben. Dann wurde es aber doch nochmal tricky, weil ich nach der ersten Attacke in einer Kurve zu schnell war. Dann haben es Ciccone und ich nochmal in der Abfahrt versucht und dann gut zusammengearbeitet. Im Sprint dachte ich zunächst nicht, dass ich es noch schaffen könnte, aber auf den letzten 100 Metern ist er langsamer geworden und da sah ich dann meine Chance.“

Drei weitere Red-Bull-Fahrer in den Top 10

Auch aus Sicht von Red Bull – Bora– hansgrohe verlief das Rennen erfolgreich. Mit Emil Herzog, Maxim Van Gils und Primož Roglič schafften es drei weitere Fahrer des Teams in die Top 10.
(Quelle: Pressemitteilung Red Bull – Bora– hansgrohe / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Bryan Adams kommt 2027 zum Sommerfestival nach Rosenheim

Bryan Adams kommt 2027 zum Sommerfestival nach Rosenheim

Rosenheim – Das Programm für das Sommerfestival Rosenheim 2027 bekommt einen weiteren großen Namen: Bryan Adams kommt am Donnerstag, 8. Juli 2027, nach Rosenheim. Der kanadische Rockmusiker tritt im Rahmen seiner „Roll With The Punches“-Open-Air-Tour im Mangfallpark auf.

Damit ist Adams ein weiterer international bekannter Künstler im Programm des Sommerfestivals 2027. Die Tour führt ihn im kommenden Sommer durch mehrere deutsche Städte. In Rosenheim steht er am 8. Juli auf der Bühne.

Bekannte Hits aus mehr als vier Jahrzehnten

Bryan Adams gehört zu den international erfolgreichen Rock- und Singer-Songwritern. Zu seinen bekanntesten Songs zählen unter anderem „Summer Of ’69“, „Run To You“, „Heaven“, „Everything I Do (I Do It For You)“, „Please Forgive Me“ und „Have You Ever Really Loved A Woman?“.

Seine Karriere reicht inzwischen über vier Jahrzehnte. Adams veröffentlichte im Herbst 2025 sein 16. Studioalbum „Roll With The Punches“. Insgesamt hat er laut Veranstalter mehr als 100 Millionen Tonträger verkauft und 17 Studio-Alben veröffentlicht.

Beim Sommerfestival soll Adams mit seiner Band seine bekannten Songs und weitere Titel aus seiner Karriere auf die Bühne bringen.

Vorverkauf startet am 8. Oktober

Der Ticketvorverkauf für das Konzert beginnt am Donnerstag, 8. Oktober, um 10 Uhr über die Internetseite des Sommerfestivals. Ab Freitag, 9. Oktober, sind die Tickets außerdem am Ticketschalter des KU’KO erhältlich.
Das Sommerfestival Rosenheim 2027 findet vom 8. bis 18. Juli im Mangfallpark statt.
(Quelle: Pressemitteilung Rosenheim Event GmbH / Beitragsbild: Bakick24: Copyright Steven Stanley)

Zustand und Übergang: Wenn Material seine eigene Form findet

Zustand und Übergang: Wenn Material seine eigene Form findet

Rosenheim – Papier, Gummi, Filz und Schaumstoff sind Materialien, die man aus dem Alltag kennt. In den Händen von Marile Holzner werden sie zu etwas anderem: zu Zeichnungen, Reliefs und Objekten, bei denen Bewegung und Veränderung eine zentrale Rolle spielen. Der Kunstverein Rosenheim zeigt noch bis zum 25. Oktober die Ausstellung „Zustand und Übergang“.

Werk von Holzner. Foto: Hendrik Heuser

Bei den Arbeiten von Marile Holzner trefen Kontrolliertes und Unberechenbares aufeinander. Fotos: Hendrik Heuser

Holzner, Jahrgang 1983, studierte an der Akademie der Bildenden Künste München und war dort Meisterschülerin von Prof. Karin Kneffel. In Rosenheim zeigt sie serielle Arbeiten auf Papier sowie dreidimensionale Werke, bei denen das Material selbst einen Teil des Gestaltungsprozesses übernimmt.

Was passiert, wenn Material nicht gehorcht?

Holzner interessiert sich für die Kräfte, die auf Materialien einwirken. Statt Papier, Gummi oder Schaumstoff vollständig in eine vorgegebene Form zu zwingen, setzt sie sie unter Spannung, Druck oder Zug und beobachtet, was daraus entsteht.
Linien können sich auffächern, Flächen verschieben oder Materialien sich zusammenziehen und wieder ausdehnen. Dadurch wirken manche Arbeiten wie eingefrorene Momentaufnahmen – als wäre eine Bewegung gerade erst zum Stillstand gekommen oder würde im nächsten Augenblick weitergehen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Wiederholung. Holzner arbeitet mit seriellen Anordnungen, bei denen sich einzelne Elemente ähneln, aber nie vollkommen identisch sind. Gerade diese kleinen Abweichungen sind für sie interessant. Der vermeintliche Fehler wird nicht korrigiert, sondern Teil des künstlerischen Prozesses.

So treffen in ihren Arbeiten etwas sehr Kontrolliertes und etwas Unberechenbares aufeinander: Die Ausgangsbedingungen sind bewusst gewählt, doch das Material bringt seine eigenen Eigenschaften und Reaktionen mit.

Zwischen Zeichnung und Objekt

Dadurch verschwimmt auch die Grenze zwischen Zeichnung und Skulptur. Linien verlassen die flache Papierfläche, Materialien treten aus der Wand hervor und erzeugen Schatten und räumliche Strukturen.
Der Ausstellungstitel „Zustand und Übergang“ beschreibt dabei ziemlich genau, worum es in Holzners Arbeiten geht: Nicht nur das fertige Objekt ist wichtig, sondern auch der Weg dorthin – und der Moment, in dem etwas seine Form verändert.
Die Ausstellung ist noch bis 25. Oktober 2026 in den Räumen des Kunstvereins Rosenheim in der Klepperstraße 19 zu sehen. Geöffnet ist Donnerstag bis Samstag von 14 bis 17.30 Uhr sowie sonntags von 11 bis 17.30 Uhr.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos: Hendrik Heuser)