Sechs neue Ministrantinnen für Sankt Martin in Babensham

Sechs neue Ministrantinnen für Sankt Martin in Babensham

Babensham / Landkreis Rosenheim – Sechs Mädchen verstärken künftig die Ministrantengruppe der Pfarrei Sankt Martin in Babensham. Im Rahmen eines Sonntagsgottesdienstes stellte Pfarrer Thomas Weiß die neuen Ministrantinnen vor. Die Gottesdienstbesucher begrüßten Ilona, Emilia, Seraphina, Lina, Johanna und Julia mit Applaus.

Vor ihrem ersten offiziellen Einsatz wurden die sechs von den Oberministrantinnen in ihre neuen Aufgaben eingewiesen. Nun freuen sie sich auf ihre künftigen Einsätze am Altar und auf die gemeinsamen Aktivitäten der Babenshamer Ministrantengruppe.
Pfarrer Weiß hob bei der Vorstellung die Bedeutung des Ministrantendienstes für die Kirchengemeinde hervor. Zugleich könne das Ehrenamt nach seiner Einschätzung auch für die Kinder und Jugendlichen selbst viel Positives bewirken.

Für die sechs neuen Ministrantinnen gehört deshalb beides zusammen: der Dienst bei den Gottesdiensten und die Gemeinschaft mit den anderen „Minis“. Auf gemeinsame Aktionen und Ausflüge außerhalb der Kirche sind sie bereits gespannt.
(Quelle: Pressemitteilung Pfarrgemeinde Babensham / Beitragsbild: Copyright Pfarrgemeinde Babensham)

Saunabrand in Rosenheim verursacht hohen Sachschaden

Saunabrand in Rosenheim verursacht hohen Sachschaden

Rosenheim – In einem Fitnessstudio am Kirchenweg in Rosenheim ist am Donnerstagmorgen (10. September)  eine Sauna in Brand geraten. Die Sauna stand beim Eintreffen der Feuerwehr bereits in Vollbrand. Verletzt wurde niemand. Der Sachschaden wird nach ersten Einschätzungen auf einen sechsstelligen Betrag geschätzt.

Gegen 8.29 Uhr ging bei der Integrierten Leitstelle Rosenheim die Meldung über den Brand ein. Bereits auf der Anfahrt war eine deutliche Rauchsäule zu sehen. Die Feuerwehren aus Rosenheim, Aising und Happing konnten verhindern, dass die Flammen auf das restliche Gebäude übergriffen. Der Brand wurde anschließend unter Kontrolle gebracht und gelöscht. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde niemand verletzt.

Die Polizeiinspektion Rosenheim übernahm zunächst die Ermittlungen vor Ort. Inzwischen hat die Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim die weiteren Ermittlungen übernommen. Wie es zu dem Brand kam, ist derzeit noch unklar.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Wenn der Blick weit wird: Drei Männer auf der Kampenwand

Wenn der Blick weit wird: Drei Männer auf der Kampenwand

Aschau / Landkreis Rosenheim – Manchmal braucht es nicht viel, um den Alltag für einen Moment hinter sich zu lassen: eine Bank, drei Menschen und ein Blick, der weit über die Heimat hinausreicht. Hoch oben auf der Kampenwand haben zwei Hohenaschauer Trachtler und der Aschauer Mesner Frater Richard genau so einen Moment gefunden.

Die drei sitzen bei der Bergstation auf einer Bank und schauen gemeinsam ins Tal. Vor ihnen liegt das Rosenheimer Land, dahinter öffnet sich der Blick in die Ferne. Der Himmel scheint dabei tatsächlich ein gutes Stück näher zu sein.
Vielleicht ist es gerade diese Ruhe, die das Foto von H. Reiter so besonders macht: Niemand scheint es eilig zu haben. Für einen Augenblick heißt es einfach nur sitzen, schauen und die Aussicht genießen.

Das Motiv passt damit auch zum Bankerldorf Aschau. Dort laden zahlreiche Bänke dazu ein, Platz zu nehmen, innezuhalten und den Blick schweifen zu lassen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: H. Reiter)

Orient-Express, Rosenheimer Herbstfest, 1954

Orient-Express, Rosenheimer Herbstfest, 1954

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1954. Auf der historischen Aufnahme sehen wir eine der großen Attraktionen des Rosenheimer Herbstfestes in diesem Jahr: den Orient-Express.

Die Berg- und Talbahn der Löffelhardt-Betriebe war damals ein echter Hingucker. Schon die große, orientalisch gestaltete Zeltkuppel dürfte auf dem Festplatz alle Blicke auf sich gezogen haben. Palmen, Wüstenmotive und ein großer Flaschengeist gaben dem Fahrgeschäft eine Kulisse, die sich deutlich von den damals üblichen offenen Karussells unterschied.

Eine Fahrt mit Überraschung

Im Inneren der Kuppel fuhren die Besucher in offenen Wagen wie in einem langen Zug über eine kurvenreiche Berg- und Talstrecke. Der besondere Clou kam während der Fahrt: Über die Wagen konnte sich ein Verdeck schließen. Plötzlich wurde es dunkel, während der Zug weiter über die Strecke sauste.
Das sorgte nicht nur für Nervenkitzel. Die kurze Dunkelheit bot auch Gelegenheit für einen heimlichen Kuss – und soll der Bahn deshalb ihren Ruf als beliebter Treffpunkt für junge Paare eingebracht haben. In den 1950er-Jahren war eine solche Gelegenheit auf einem Volksfest schließlich nicht ganz alltäglich.

Ein Hauch von großer weiter Welt

Der Name Orient-Express passte dabei perfekt zur Gestaltung. Die orientalische Kulisse, die aufwendige Beleuchtung und die ungewöhnliche Konstruktion vermittelten den Besuchern ein Stück ferne Welt mitten auf der Rosenheimer Loretowiese.
Heute erinnern solche Fahrgeschäfte vor allem daran, wie sich das Gesicht der Volksfeste verändert hat. Die klassische Raupen- oder Berg-und-Tal-Bahn mit ihrem Verdeck ist auf den Festplätzen längst eine Rarität geworden.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann –  Foto Nickl / Artikel: Karin Wunsam)

Fahrradstreife kontrolliert Autofahrer – Blutentnahme angeordnet

Fahrradstreife kontrolliert Autofahrer – Blutentnahme angeordnet

Rosenheim – Eine Fahrradstreife der Rosenheimer Polizei hat am Donnerstagnachmittag in der Gillitzerstraße einen Autofahrer kontrolliert. Anlass war zunächst der fehlende Sicherheitsgurt seines Beifahrers. Kurz vor der Kontrolle flog nach Angaben der Polizei außerdem ein Joint aus dem Autofenster. Beim Fahrer stellten die Beamten demnach drogentypische Auffälligkeiten fest.

Die Kontrolle fand am 10. September gegen 15 Uhr statt. Der 39-jährige Fahrer aus Rohrdorf wurde von den Beamten kontrolliert. Ein Drogentest reagierte nach Angaben der Polizei positiv auf Cannabis.
Daraufhin wurde eine Blutentnahme angeordnet. Für den Weg von der Gillitzerstraße zur Polizeiinspektion musste der 39-Jährige allerdings auf sein Auto verzichten. Die Polizei beschreibt den anschließenden Transport mit einem Augenzwinkern: Die Fahrt auf den „Rädern“ des Mannes sei nach der Anordnung der Blutentnahme schwierig umzusetzen gewesen, die Alternative Gepäckträger habe ebenfalls nicht zur Verfügung gestanden. Also ging es die wenigen Meter zu Fuß – gemeinsam mit den Beamten.
Auf der Polizeiinspektion wurde anschließend die Blutentnahme durchgeführt.

Gegen den 39-Jährigen wurde nach Angaben der Polizei ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Außerdem erwarten ihn Punkte in Flensburg sowie ein Fahrverbot von einem Monat. Der Beifahrer wurde wegen des fehlenden Sicherheitsgurts verwarnt.
(Quelle: Pressemitteilung  Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto Polizeipräsidium Oberbayern Süd)

Verkehrsunfall in Rohrdorf: Zwei Menschen sterben

Verkehrsunfall in Rohrdorf: Zwei Menschen sterben

Rohrdorf / Landkreis Rosenheim – Bei einem Verkehrsunfall auf der Kreisstraße RO 5 bei Rohrdorf sind am Donnerstagabend ein 26-jähriger Motorradfahrer und seine 19-jährige Mitfahrerin ums Leben gekommen. Das Motorrad war mit einem entgegenkommenden Auto zusammengestoßen. Die Polizeiinspektion Brannenburg ermittelt zum Unfallhergang.

Der Unfall ereignete sich nach den Angaben der Polizei  gegen 22.35 Uhr auf Höhe der Autobahnanschlussstelle A8 in Richtung Salzburg. Der 26-Jährige aus dem Landkreis Rosenheim war mit seinem Motorrad auf der RO 5 in Richtung Westen unterwegs. Als Mitfahrerin saß eine 19-Jährige, ebenfalls aus dem Landkreis Rosenheim, auf dem Motorrad.
Zur gleichen Zeit fuhr eine 29-Jährige aus dem Landkreis Traunstein mit ihrem Auto auf der Kreisstraße in Richtung Osten. Auf Höhe der Autobahnanschlussstelle kam es zum Zusammenstoß mit dem Motorrad.

Der 26-Jährige und die 19-Jährige erlitten dabei schwerste Verletzungen. Beide starben noch an der Unfallstelle.

Die Polizeiinspektion Brannenburg nahm den Unfall unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim, auf. Zur Klärung des genauen Unfallhergangs wurde auf Anweisung der Staatsanwaltschaft ein Unfallgutachter hinzugezogen.
Die Kreisstraße RO 5 musste für die Bergung der Fahrzeuge und die Sicherung von Spuren mehrere Stunden gesperrt werden. Eine Umleitung wurde eingerichtet.

Im Einsatz waren neben der Polizei regionale Feuerwehren, mehrere Rettungswagen sowie der Kriseninterventionsdienst des BRK und die Notfallseelsorge.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd / Beitragsbild: Symbolfoto Polizeipräsidium Oberbayern Süd)

Rosenheimer Herbstfest: Brillantfeuerwerk lässt den Himmel leuchten

Rosenheimer Herbstfest: Brillantfeuerwerk lässt den Himmel leuchten

Rosenheim – Für viele gehört es einfach nach wie vor zum Rosenheimer Herbstfest dazu: das große Brillantfeuerwerk. Auch wenn Feuerwerke inzwischen kontrovers diskutiert werden, war die Wiesn am Donnerstagabend wieder bestens besucht. Kurz nach 21 Uhr wurde es dann am Himmel bunt. Das Wetter spielte mit – und so war das Feuerwerk weithin über Rosenheim zu sehen.

Mehr als eine Viertelstunde lang leuchtete der Himmel über dem Herbstfest in immer neuen Farben und Formen. Goldene und silberne Schweife zogen ihre Bahnen, funkelnde Palmen und knisternde Effekte sorgten für lautere Momente. Dazwischen schwebten die sogenannten „Falling Leaves“ langsam nach unten. Dazu kamen immer wieder farbenprächtige Kombinationen, die den Nachthimmel über der Wiesn in ein glitzerndes Lichtermeer verwandelten.

Subjektiv hatten wir  dabei den Eindruck, dass es in diesem Jahr wieder etwas mehr laute Donnerschläge gab als im vergangenen Jahr. Ganz verschwunden ist der Lärm also auch beim Rosenheimer Brillantfeuerwerk nicht.

Seit 2024 mit weniger Lärm

Denn das Feuerwerk steht inzwischen auch im Spannungsfeld zwischen Tradition und der Kritik an Lärm und Auswirkungen auf Umwelt und Tiere. Der Wirtschaftliche Verband der Stadt und des Landkreises Rosenheim hat deshalb bereits 2024 reagiert und das Brillantfeuerwerk auf eine lärmreduzierte Variante umgestellt.

Dabei wurde vor allem auf leisere Effekte gesetzt. Auch 3D-Herzen und, „Planeten“  und Wasserfälle aus Licht gehören zu den Elementen der Show. Auf den früher üblichen großen Schlussknall wird inzwischen verzichtet.

Ganz ohne lauten Knall geht es allerdings nicht. Zu Beginn gibt es weiterhin eine sogenannte Blitzbombe. Sie soll den Besuchern in den Festzelten signalisieren, dass das Feuerwerk beginnt und sich der Blick nach draußen lohnt.
Auch Alternativen wie Laser- oder Drohnenshows wurden bereits diskutiert. Bislang konnten diese den Veranstalter jedoch offenbar noch nicht vollständig überzeugen. Das Brillantfeuerwerk wird deshalb weiterhin mit echten Raketen in den Rosenheimer Nachthimmel geschossen.

Eine Tradition seit 1861

Und diese Tradition reicht weit zurück. Bereits beim ersten Rosenheimer Volksfest im Jahr 1861 war ein großes Feuerwerk angekündigt. Damals wurde das Fest noch als „landwirtschaftliches Bezirksfest mit Industrieschau“ bezeichnet. Allerdings fiel die geplante Premiere ins Wasser – im wahrsten Sinne des Wortes. Heftiger Regen machte dem Feuerwerk einen Strich durch die Rechnung, die Veranstaltung wurde abgesagt.

In den ersten Jahrzehnten fand das Rosenheimer Volksfest zudem noch nicht jedes Jahr statt. Es dauerte deshalb einige Zeit, bis sich das Fest und damit auch das Brillantfeuerwerk zu einer festen jährlichen Tradition entwickelten.

Heute gehört das Feuerwerk für viele Besucher nach wie vor zu den besonderen Momenten der Wiesn. Und so richteten sich am Donnerstagabend um kurz nach 21 Uhr wieder viele Blicke nach oben – bevor ein Goldregen das diesjährige Brillantfeuerwerk beendete.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos: Josefa Staudhammer)

Innpuls-Tagebuch: Muss wirklich alles politisch sein?

Innpuls-Tagebuch: Muss wirklich alles politisch sein?

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich der Politik kaum noch entkommen kann. Im Fernsehen, im Radio, in den sozialen Medien, auf dem Handy – und inzwischen auch dort, wo ich eigentlich gar keine Politik erwartet hätte. Beim Erntedankfest zum Beispiel. Oder auf der Wiesn.

Beim Erntedankfest hätte ich mir nach einem für die Landwirtschaft schwierigen Sommer mit Hitze und Trockenheit vor allem eines gewünscht: dass es um die Ernte geht. Um die Menschen, die unsere Lebensmittel produzieren. Um Dankbarkeit, Demut und um die Hoffnung auf ein besseres Erntejahr. Stattdessen landete die Predigt wieder bei Trump, der Wahl in Sachsen-Anhalt und der Diskussion um Sozialleistungen.

Das hat mich ehrlich gesagt geärgert. Gerade beim Erntedankfest hätte es in diesem Jahr so viele unmittelbare Dinge gegeben, über die man hätte sprechen können: die Hitze, die Trockenheit, die schwierigen Bedingungen für die Landwirtschaft und die Frage, wie dankbar wir dafür sein sollten, dass trotz solcher Bedingungen überhaupt geerntet werden konnte.

Wenn selbst Erntedank politisch wird

Genau das löst bei mir Unbehagen aus. Politik ist inzwischen so allgegenwärtig, dass selbst Veranstaltungen, bei denen ich mir eine kleine Auszeit davon wünsche, immer häufiger zum Ort für politische Botschaften werden.
Dabei geht es mir nicht darum, dass Kirche keine gesellschaftlichen Fragen ansprechen oder Stellung beziehen darf. Aber muss wirklich jeder Anlass genutzt werden, um die großen politischen Themen unserer Zeit aufzugreifen?

Ein paar Tage zuvor hatte ich auf der Wiesn ein ganz anderes Erlebnis, das mir ebenfalls gezeigt hat, wie schnell heute aus einer ganz normalen Situation etwas Politisches gemacht werden kann.
Beim traditionellen Stadtratsbesuch auf dem Rosenheimer Herbstfest haben wir uns an einen Tisch gesetzt, an dem noch Platz war. Da saß ein AfD-Stadtratsmitglied mit seiner Begleitung. Wir haben uns nicht deshalb dorthin gesetzt, weil wir damit irgendein politisches Zeichen setzen wollten. Da war einfach noch ein Platz frei.

Im Gespräch kamen wir auf die Esche, die inzwischen gefällt wurde und deren Fällung in Rosenheim nach wie vor für viel Aufregung sorgt. Wir diskutierten darüber, was bei dieser Fällung aus unserer Sicht falsch gelaufen ist und wie Rosenheim künftig mit alten Bäumen umgehen sollte. Ein Grünen-Stadtrat, der an der Bierbank hinter uns saß, bekam das Gespräch mit, drehte sich um und beteiligte sich kurz an der Diskussion.
Ganz normal. Warum auch nicht?

Ich habe mir dabei überhaupt keine Gedanken darüber gemacht, wer mit wem an welchem Tisch sitzt. Für mich war das einfach ein Gespräch auf der Wiesn über ein Thema, das gerade viele Menschen in Rosenheim beschäftigt.

Wenn aus einer Bierbank ein politisches Signal wird

Umso interessanter fand ich später einen Instagrambeitrag eines Grünen-Stadtratsmitglieds, in dem eine andere Tischrunde dieses Stadtrats-Wiesntreffens zum Thema gemacht wurde. Dort saßen Mitglieder von CSU und Freien Wählern zusammen mit einem AfD-Stadtratsmitglied.

Ich hatte diese Tischrunde während des Abends überhaupt nicht bewusst wahrgenommen. Warum auch? Für mich ging es bei diesem Termin nicht vordergründig um Politik. Es ging um die Wiesn, um ein paar unbeschwerte Stunden, um Gespräche, Essen, Musik und darum, miteinander eine gute Zeit zu haben. Natürlich kamen dabei auch politische Themen zur Sprache – wie eben die Esche. Aber daraus musste für mich kein politisches Signal werden.

Bei einer anderen Tischrunde desselben Stadtrats-Wiesntreffens wurde die Sitzordnung später allerdings genau unter diesem Gesichtspunkt betrachtet und Social Media kontrovers diskutiert.
Da frage ich mich: Muss wirklich alles politisch sein?

Natürlich darf und soll über Politik gesprochen werden. Politik bestimmt viele Bereiche unseres Lebens. Wir müssen uns mit ihr auseinandersetzen, wählen gehen, Entscheidungen hinterfragen und unterschiedliche Meinungen aushalten. Aber nicht bei jeder Begegnung muss die politische Haltung der Beteiligten eine Rolle spielen.

Für mich war die politische Haltung früher viel mehr eine sehr private Angelegenheit. Wenn ich jemanden neu kennenlernte, wollte ich nicht als Erstes wissen, welche Partei er wählt. Ich wollte wissen, woher der Mensch kommt, was er macht, was ihn interessiert, was er lustig findet, welche Musik er mag oder was er von Rosenheim hält. Irgendwann konnte man natürlich auch über Politik sprechen. Aber die politische Haltung war nicht die Visitenkarte, mit der sich ein Mensch zuerst vorstellte.

Heute werden Menschen viel schneller in politische Schubladen gesteckt. Grün, schwarz, rot, blau – und schon glauben wir zu wissen, wer uns da gegenübersitzt. Dabei ist ein Mensch mehr als seine politische Meinung.

Genau das geht verloren, wenn wir in jeder Begegnung ein politisches Signal suchen. Dann wird aus einem Gespräch am Biertisch eine politische Botschaft. Aus einem gemeinsamen Foto wird eine Aussage. Aus einer zufälligen Sitzordnung eine vermeintliche Nähe. Und aus einem Abend, an dem Menschen einfach miteinander feiern wollten, wird eine politische Debatte. Diese permanente Bewertung macht mich müde.

Auch Politiker dürfen einmal einfach Menschen sein

Für Stadträte ist das sicherlich schwieriger. Sie sind gewählte Vertreter und stehen damit zwangsläufig auch für Politik. Natürlich wird deshalb genauer hingeschaut, mit wem sie sich treffen, worüber sie sprechen und auf welchen Fotos sie zu sehen sind.

Aber auch Stadträte sind Menschen. Und ich finde, auch ihnen muss man zugestehen und kann von ihnen erwarten, dass die politische Haltung bei bestimmten Gelegenheiten einfach einmal Pause machen darf. Gerade bei einem Termin wie der Wiesn sollte für ein paar Stunden nicht der Politiker im Vordergrund stehen, sondern der Mensch.

Das bedeutet nicht, dass politische Unterschiede verschwinden oder dass man plötzlich keine klare Meinung mehr hat. Ein respektvoller persönlicher Umgang ist für mich sogar die Voraussetzung dafür, dass man anschließend im Stadtrat hart und kontrovers über politische Fragen diskutieren kann.
Man muss sich bei einer Sachfrage nicht einig sein, nur weil man sich persönlich respektiert. Man kann trotzdem streiten, argumentieren und am Ende eine Entscheidung treffen – hoffentlich zum Wohl der ganzen Stadt.

Genau diese Trennung vermisse ich zunehmend: zwischen dem politischen Streit auf der einen und dem normalen menschlichen Umgang auf der anderen Seite.
Politik ist wichtig. Aber sie ist nicht alles.
Wenn Politiker meinen, permanent darauf achten zu müssen, mit wem sie gesehen werden, sitzen wir irgendwann in einer Welt, in der menschliche Begegnungen selbst zu politischen Statements werden. Das kann auf Dauer zu einer ziemlich künstlichen Gesellschaft führen. Dann überlegt man irgendwann nicht mehr: „Mit wem möchte ich mich unterhalten?“ Sondern: „Wie wirkt es, wenn ich mich mit diesem Menschen unterhalte?“

Ein Erntedankfest darf einfach einmal von der Ernte handeln.  Und auf der Wiesn darf ein Mensch neben einem anderen Menschen sitzen, mit ihm reden und anstoßen, ohne dass daraus automatisch eine politische Botschaft gemacht wird.

Ich wünsche mir Orte und Momente, an denen wir nicht alles kommentieren, einordnen und bewerten müssen. An denen Politik einfach einmal Pause macht. Nicht, weil sie unwichtig wäre. Sondern weil sie inzwischen so allgegenwärtig ist.

Ein Tisch darf einfach ein Tisch sein.

Ein Gespräch einfach ein Gespräch.

Und ein Mensch einfach ein Mensch.

Liebe Grüße aus der Redaktion
Karin

Wiesn-Notizen: Ein Marschmeister auf Zeit

Wiesn-Notizen: Ein Marschmeister auf Zeit

Rosenheim – Beim zweiten Seniorennachmittag des Wirtschaftlichen Verbandes (WV) in der zweiten Festwoche ging es im Flötzinger Festzelt wieder zünftig zu. Mitten im geselligen Treiben bekam dabei ein Gast aus dem Landkreis seinen großen Auftritt: Hans Schild von der Pflegeeinrichtung Anthojo am Samerberg erklärte sich spontan bereit, einen schwungvollen Marsch zu dirigieren.

Unterstützung bekam der musikalische Einsatz von Miss Herbstfest Katharina Schattenhofer. Schild griff zum Taktstock, die Gäste im Festzelt spendierten reichlich Applaus. So wurde aus dem Seniorennachmittag kurzerhand eine kleine Dirigentenpremiere.
Der Seniorennachmittag gehört seit vielen Jahrzehnten zum Rosenheimer Herbstfest. Auch diesmal standen geselliges Beisammensein, Musik und gute Gespräche auf dem Programm. Die stellvertretende WV-Vorsitzende Denise Schurzmann half bei der Herzerl-Ausgabe mit.
(Quelle: Pressemitteilung Wirtschaftlicher Verband Rosenheim / Beitragsbild: Copyright WV)

Wiesn-Notizen: 550 Kinder starten schon vor dem offiziellen Wiesn-Beginn

Wiesn-Notizen: 550 Kinder starten schon vor dem offiziellen Wiesn-Beginn

Rosenheim – Für rund 550 Kindergartenkinder begann der Wiesntag am Mittwoch (9. September) schon lange bevor auf dem Rosenheimer Herbstfest offiziell die Lichter angingen. Beim Kindergartentag des Wirtschaftlichen Verbandes (WV) durften sie gemeinsam mit ihren Betreuern schon am Vormittag über das Festgelände ziehen.

Bei bestem Wiesnwetter warteten Fahrgeschäfte und Attraktionen auf die kleinen Besucher. So konnten die Kinder das Herbstfest bereits vor dem offiziellen Festbeginn erleben – und bei der einen oder anderen Fahrt dürfte dabei ordentlich Wiesnluft geschnuppert worden sein.
Der Kindergartentag findet alljährlich auf Einladung des WV statt. In diesem Jahr folgten rund 550 Kinder aus den teilnehmenden Kindergärten der Einladung.
(Quelle: Pressemitteilung Wirtschaftlicher Verband / Foto: Copyright WV)

Bad Endorf: Parfüm im Wert von 380 Euro gestohlen

Bad Endorf: Parfüm im Wert von 380 Euro gestohlen

Bad Endorf / Landkreis Rosenheim – Mehrere hochwertige Parfümflakons hat ein bislang unbekannter Mann am Mittwochnachmittag (9. September) aus einer Drogerie in der Bahnhofstraße in Bad Endorf gestohlen. Als eine Mitarbeiterin ihn beim Verlassen des Geschäfts ansprach, flüchtete er.

Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Diebstahl gegen 12.30 Uhr. Der Mann nahm mehrere teure Parfümflakons mit. Der Gesamtwert der gestohlenen Waren wird auf rund 380 Euro geschätzt.
Als der Mann das Geschäft verlassen wollte, wurde er von einer Mitarbeiterin direkt angesprochen. Daraufhin flüchtete er.

Die Polizei beschreibt den Mann als etwa 45 Jahre alt und rund 1,65 Meter groß. Er soll von hagerer Statur sein.
Die Polizeiinspektion Prien bittet um Hinweise. Wer Angaben zum Täter oder zur Tat machen kann, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 08051/90570 zu melden.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Prien / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Pkw prallt gegen Kurvenwarntafel

Pkw prallt gegen Kurvenwarntafel

Prien / Landkreis Rosenheim – Ein 18-jähriger Autofahrer ist am Mittwochnachmittag (9. September) auf der Staatsstraße 2093 bei Prien am Chiemsee von der Fahrbahn abgekommen und mit einer Kurvenwarntafel kollidiert. Die beiden Insassen blieben unverletzt.

Der Unfall ereignete sich nach den Angaben der Polizei  gegen 14.25 Uhr. Der Pkw geriet von der Straße ab und prallte gegen die Kurvenwarntafel. Anschließend kam das Fahrzeug wieder auf der Straße zum Stehen.
Am Pkw entstand an der rechten Front ein Blechschaden von rund 3.000 Euro. Auch die Straßeninfrastruktur wurde beschädigt. Die Straßenmeisterei Rosenheim wurde über die beschädigte Kurvenwarntafel informiert.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Prien / Beitragsbild: Symbolfoto re)