76-jähriger Urlauber stirbt bei Bergunfall im Karwendel

76-jähriger Urlauber stirbt bei Bergunfall im Karwendel

Mittenwald / Landkreis Garmisch-Partenkirchen – Bei einem Bergunfall im Bereich Mittenwald (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) ist am Donnerstagnachmittag (23.7.2026) ein 76-jähriger Urlauber ums Leben gekommen. Die Alpine Einsatzgruppe der Grenzpolizeiinspektion Murnau hat die Ermittlungen zur Unfallursache übernommen.

Nach Angaben der Polizei befand sich der Mann gemeinsam mit seiner Ehefrau gegen 14.18 Uhr beim Abstieg im unteren Bereich des Leitersteigs im Karwendel. Kurz vor Erreichen des Tals kam er in einer anspruchsvolleren Passage des Steigs zu Fall.
Dabei verlor der 76-Jährige den Halt und stürzte rund 70 Meter durch den steilen Bergwald ab. Seine Ehefrau setzte anschließend den Notruf ab.

Reanimationsversuche blieben erfolglos

Die alarmierte Alpine Einsatzgruppe der Grenzpolizeiinspektion Murnau mit Sitz in Mittenwald sowie die Bergwacht Mittenwald konnten den Verunglückten auffinden und begannen umgehend mit Reanimationsmaßnahmen. Der Notarzt des Rettungshubschraubers Christoph 14 aus Traunstein konnte jedoch nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Die Alpine Einsatzgruppe West übernahm die Unfallaufnahme sowie die Bergung des Verstorbenen mit Unterstützung eines Polizeihubschraubers. Ein staatlich geprüfter Polizeiberg- und Skiführer führt die weiteren Ermittlungen zur genauen Unfallursache. Nach aktuellem Stand gehen die Einsatzkräfte von einem alleinbeteiligten Unfall aus.
Die Ehefrau des Verstorbenen wurde durch drei Einsatzkräfte des Kriseninterventionsdienstes der Bergwacht betreut. Insgesamt waren neun Einsatzkräfte der Bergwacht Mittenwald sowie vier Kräfte der Grenzpolizeiinspektion Murnau im Einsatz.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Mehr Felder, weniger Ernte: Spargel und Erdbeeren bleiben in Bayern hinter Erwartungen zurück

Mehr Felder, weniger Ernte: Spargel und Erdbeeren bleiben in Bayern hinter Erwartungen zurück

Bayern – Mehr Fläche, aber weniger Ertrag: Obwohl in Bayern 2026 mehr Spargel und Erdbeeren angebaut werden als im Vorjahr, fällt die Ernte voraussichtlich geringer aus. Grund dafür sind vor allem schwierige Wetterbedingungen mit kalten Frühjahrsnächten, Spätfrösten, Hitzephasen und Trockenheit.

Das zeigen erste Ergebnisse der Gemüsevorerhebung des Bayerischen Landesamts für Statistik.

Spargelanbau wächst – Ertrag geht zurück

Beim Spargel ist die Anbaufläche in Bayern weiter gestiegen. Insgesamt wachsen die Stangen auf rund 4.100 Hektar. Das sind knapp sechs Prozent mehr als im Vorjahr und sogar rund 14 Prozent mehr als im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025.
Allerdings konnten nicht alle Flächen bereits geerntet werden. Rund 500 Hektar entfallen auf junge Spargelanlagen, die noch keinen Ertrag bringen.

Auf den ertragsfähigen Flächen wird für 2026 mit einem durchschnittlichen Ertrag von rund 55,7 Dezitonnen pro Hektar gerechnet. Damit liegt der Ertrag deutlich unter dem Vorjahr: 2025 waren es noch 62,9 Dezitonnen pro Hektar.
Insgesamt erwarten die Statistiker eine Spargelernte von rund 20.100 Tonnen. Das sind etwa 600 Tonnen oder drei Prozent weniger als 2025. Im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen Jahre liegt die Erntemenge jedoch weiterhin leicht darüber.

Erdbeerernte ebenfalls rückläufig

Auch bei Erdbeeren zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Anbaufläche steigt: Im Jahr 2026 werden Erdbeeren auf rund 1.700 Hektar angebaut – rund sieben Prozent mehr als im Vorjahr.
Trotz der größeren Fläche bleibt die Ernte voraussichtlich hinter dem Vorjahr zurück. Der durchschnittliche Ertrag im Freiland liegt nach ersten Schätzungen bei 64,4 Dezitonnen pro Hektar. Das entspricht einem Rückgang von sieben Prozent gegenüber 2025. Insgesamt wird mit einer Erdbeerernte von rund 10.900 Tonnen gerechnet. Das sind etwa 400 Tonnen weniger als im vergangenen Jahr.

Wetter stellte Betriebe vor Herausforderungen

Die Saison verlief für Spargel- und Erdbeerbetriebe in Bayern nicht einfach. Kalte Nächte im Frühjahr und einzelne Spätfröste bremsten zunächst das Wachstum. Später sorgten heiße Wetterphasen und Trockenheit für zusätzliche Belastungen.

Die jetzt veröffentlichten Zahlen sind allerdings noch vorläufig. Die endgültigen Ergebnisse der Gemüsehaupterhebung werden voraussichtlich im Frühjahr 2027 vorliegen. Für Spargelfreunde ist die Saison 2026 bereits beendet: Traditionell endet die Ernte am 24. Juni, dem Johannistag. Die Erdbeerernte läuft dagegen vielerorts noch weiter.
(Quelle: Pressemitteilung Bayerisches Landesamt für Statistik / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Hundstage haben begonnen – doch mit Hunden haben sie eigentlich gar nichts zu tun

Hundstage haben begonnen – doch mit Hunden haben sie eigentlich gar nichts zu tun

Rosenheim – Ein Hund steht ganz entspannt im Wasser am Rosenheimer Ludwigsplatz und genießt sichtlich die kleine Abkühlung. Das Bild könnte kaum besser zu den Hundstagen passen. Tatsächlich führt der Name jedoch auf eine falsche Fährte. Mit unseren vierbeinigen Begleitern haben die Hundstage nämlich so gut wie nichts zu tun – stattdessen geht es um einen der hellsten Sterne am Himmel. Und streng genommen würden die „echten“ Hundstage heute sogar erst Ende August beginnen.

Seit Donnerstag (23. Juli) dauern die Hundstage. Traditionell reichen sie bis zum 23. August und gelten als die statistisch heißeste Zeit des Jahres. Schon ihr Name sorgt dabei immer wieder für Verwunderung.

Der Hund am Himmel

Der Begriff geht auf das Sternbild Großer Hund und dessen hellsten Stern Sirius zurück. Sirius wird deshalb auch „Hundsstern“ genannt und ist der hellste Stern am Nachthimmel.
Bereits vor mehr als 4.000 Jahren beobachteten die alten Ägypter, dass Sirius im Hochsommer kurz vor Sonnenaufgang wieder am Morgenhimmel erschien. Für sie war das ein bedeutendes Ereignis, denn sein erster sichtbarer Aufgang fiel damals mit der lebenswichtigen Nilschwemme zusammen.

Später übernahmen die Griechen und Römer diese Himmelsbeobachtung. Sie prägten den lateinischen Begriff dies caniculares – die Hundstage. Damals glaubte man, die Strahlung des hellen Sterns verstärke die Kraft der Sonne und verursache die drückende Sommerhitze. Heute weiß man: Sirius hat auf das Wetter keinerlei Einfluss.

Eigentlich beginnen die Hundstage heute erst Ende August

Hier kommt eine Besonderheit ins Spiel, die viele nicht kennen. Durch die langsame Taumelbewegung der Erdachse – die sogenannte Präzession – hat sich der Sternenhimmel im Laufe der Jahrtausende verschoben. Während Sirius zur Zeit der Römer Ende Juli am Morgenhimmel erschien, ist das in Deutschland heute erst um den 30. August der Fall.
Astronomisch betrachtet müssten die Hundstage deshalb heute eigentlich vom 30. August bis etwa 30. September dauern. Der traditionelle Zeitraum vom 23. Juli bis 23. August blieb jedoch im Kalender erhalten und wird bis heute verwendet.

Warum es ausgerechnet jetzt oft besonders heiß wird

Obwohl Sirius keinen Einfluss auf das Wetter hat, liegen die Hundstage statistisch tatsächlich häufig in der heißesten Phase des Sommers.
Der Grund dafür ist einfach: Nach dem astronomischen Sommerbeginn im Juni erwärmen sich Böden, Städte und Gewässer über Wochen hinweg immer weiter. Erst Ende Juli und Anfang August ist die gespeicherte Wärme meist am größten. Treffen dann stabile Hochdruckgebiete auf Mitteleuropa, entstehen häufig längere Hitzeperioden.

Zwischen Aberglauben und Wirklichkeit

Mit den Hundstagen verbanden die Menschen früher zahlreiche Ängste. Im Mittelalter glaubte man beispielsweise, die große Hitze mache Hunde aggressiv oder begünstige die damals gefürchtete „Hundswut“, also die Tollwut. In manchen Regionen wurden Hunde deshalb besonders streng beaufsichtigt.
Heute weiß man, dass zwischen Sirius und der Krankheit keinerlei Zusammenhang besteht.

Was sagen die Bauernregeln?

Seit Jahrhunderten versuchen Bauernregeln, aus dem Wetter der Hundstage Rückschlüsse auf Herbst und Winter zu ziehen.

Bekannt sind unter anderem:

  • „Hundstage heiß, bringen Winter lang und weiß.“
  • „Was die Hundstage gießen, muss der Winzer büßen.“
  • „Sind die Hundstage voller Sonnenschein, wird das Jahr voll gutem Wein.“
  • „Wie die Hundstage einbrechen oder ausgehen, so wird sich das Wetter im Herbst verhalten.“

Wissenschaftlich belegt sind diese Vorhersagen zwar nicht. Meteorologen räumen den Regeln aber einen kleinen wahren Kern ein: Wetterlagen können sich im Hochsommer durchaus über mehrere Tage oder sogar Wochen stabilisieren.

So starten die Hundstage in Rosenheim

Zum Auftakt zeigen sie sich in der Region zunächst von ihrer angenehmen Seite. Am heutigen Freitag bleibt es sonnig bei bis zu 25 Grad.
Am Samstag wird es dann mit bis zu 31 oder 32 Grad hochsommerlich heiß. Bereits am Sonntag folgt nach den aktuellen Prognosen ein Wetterumschwung: Die Temperaturen gehen auf rund 22 Grad zurück, dazu ziehen Regen und einzelne Gewitter auf. Auch der Montag bleibt wechselhaft.

Ab Dienstag steigen die Temperaturen voraussichtlich wieder an. Während für Teile West- und Südwestdeutschlands örtlich extreme Hitze erwartet wird, dürfte Rosenheim nach derzeitigem Stand mit Höchstwerten zwischen etwa 33 und 37 Grad zwar ebenfalls sehr warme Tage erleben. Die vielfach diskutierte 40-Grad-Marke scheint in der Region aber vorerst außer Reichweite zu liegen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: re)

Tanzbar Arkaden, Rosenheim, 1976

Tanzbar Arkaden, Rosenheim, 1976

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1976. Auf der historischen Aufnahme sehen wir die einstige Kult-Tanzbar „Arkaden“ in der Heilig-Geist-Straße in Rosenheim.

In den 1970er Jahren gehörte die Arkaden zu den beliebten Treffpunkten der Rosenheimer Ausgehszene. Benannt war die Tanzbar nach den charakteristischen Bögen und Arkaden der Heilig-Geist-Straße, die bis heute zum historischen Stadtbild Rosenheims gehören.

Ein Ausgehviertel rund um den Salzstadel

Die Arkaden waren Teil eines ganzen Netzwerks von Lokalen rund um den Salzstadel. Der Bereich galt über Jahrzehnte als eine Art Zentrum des Rosenheimer Nachtlebens. Zu den bekannten Namen dieser Zeit gehörten unter anderem das Pub, später Stage, Gatsby, After Eight, Nr. 2, Papagei, Calypso und Sportif. Dazu kamen Bars wie Tatis, Sternbräu, Vanilli, Löwenherz oder Arche – und eben auch Arkaden.

Musik, Tanz und die 70er Jahre

Die Aufnahme aus dem Jahr 1976 zeigt die typische Atmosphäre einer Tanzbar jener Zeit. Gespielt wurde ein Mix aus Discofox, Schlager, erster Disco-Musik und Rock – Musik, zu der nicht nur zugehört, sondern vor allem getanzt wurde.
Für viele Rosenheimer war die Arkaden ein Ort, an dem man Freunde traf, den Abend verbrachte und vielleicht auch die ersten Begegnungen mit der späteren großen Liebe hatte.

Vom Tanzlokal zum Restaurant

Wie viele klassische Tanzbars veränderte auch die Arkaden mit dem Wandel der Ausgehkultur ihr Gesicht. Ende der 1970er Jahre wurden moderne Diskotheken immer beliebter, während traditionelle Tanzlokale zunehmend an Bedeutung verloren. Später befand sich in den Räumlichkeiten über viele Jahre das griechische Restaurant „Arkadia“, das den traditionsreichen Namen weiterführte. Im Jahr 2020 schloss auch dieses Kapitel der Rosenheimer Gastronomiegeschichte.

Die Erinnerungen an die Tanzbar Arkaden leben jedoch weiter – unter anderem in einer eigenen Facebook-Gruppe ehemaliger Gäste, die sich bis heute über diese Zeit austauschen.
Das historische Foto weckt bei vielen Rosenheimern vermutlich schöne Erinnerungen.  Wer war damals in der Arkaden unterwegs? Welche Musik lief dort, und welche Geschichten verbindet Ihr mit der Tanzbar in der Heilig-Geist-Straße? Wir freuen uns über Eure Erinnerungen in den Kommentaren.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Artikel: Karin Wunsam)

Historische Bulldogs rollen nach Pfaffenhofen: Oldtimer-Treffen am Sonntag

Historische Bulldogs rollen nach Pfaffenhofen: Oldtimer-Treffen am Sonntag

Schechen / Landkreis Rosenheim – Freunde historischer Landtechnik kommen am Sonntag, 26. Juli, auf ihre Kosten: Der Bulldog-Club Langenpfunzen veranstaltet zum 17. Mal sein Bulldog-Oldtimer-Treffen auf der Festwiese in Pfaffenhofen (bei Schechen). Beginn ist um 9 Uhr. Das Veranstaltungsgelände ist über die Weidestraße erreichbar.

Nach Angaben des Veranstalters werden zahlreiche historische Bulldogs, Traktoren und landwirtschaftliche Geräte erwartet. Besitzer entsprechender Fahrzeuge aus der Region sind eingeladen, ihre Oldtimer zu präsentieren. Eine Startgebühr wird nicht erhoben.
Auch Besucher ohne eigenes Fahrzeug sind willkommen. Der Eintritt ist frei. Für Kinder steht eine Hüpfburg bereit.

Musik ohne große Bühne

Für das leibliche Wohl ist mit einem gastronomischen Angebot gesorgt. Musikalisch begleitet wird der Tag von der Gruppe „Hoizfrei Söchtnau“. Bewusst verzichtet der Veranstalter auf eine Beschallung über Lautsprecher. So sollen Gespräche unter den Besuchern und der Austausch der Oldtimerfreunde im Mittelpunkt stehen.

Diesmal nur eintägig

Im Unterschied zu den vergangenen Jahren findet das Bulldog-Oldtimer-Treffen diesmal ausschließlich an einem Tag statt. Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Veranstaltungsgelände sowie ein Fahrerlager werden deshalb nicht angeboten.
Der Bulldog-Club Langenpfunzen setzt sich seit mehr als vier Jahrzehnten für den Erhalt historischer landwirtschaftlicher Fahrzeuge und Geräte ein.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)

Straßennamen in Rosenheim: Alfred-Berchtold-Weg

Straßennamen in Rosenheim: Alfred-Berchtold-Weg

Rosenheim – Manche Straßennamen erinnern an Könige, Künstler oder berühmte Politiker. Der Alfred-Berchtold-Weg erinnert an einen Mann, dessen Name heute nur noch wenigen bekannt ist – obwohl sein Lebensweg beispielhaft für Mut, Standhaftigkeit und den demokratischen Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg steht. In unserer Serie „Straßennamen in Rosenheim“ werfen wir jeden Donnerstag einen Blick auf die Geschichten hinter den Straßenschildern der Stadt.

Wer heute durch den Rosenheimer Stadtteil Westerndorf St. Peter fährt, wird den Alfred-Berchtold-Weg vielleicht kaum bewusst wahrnehmen. Dabei verbirgt sich hinter dem Namen eine außergewöhnliche Persönlichkeit, deren Lebensweg eng mit den dunkelsten Kapiteln der deutschen Geschichte verbunden ist.

Wegen seines Glaubens verfolgt

Alfred Berchtold wurde 1904 in Bayerisch Gmain geboren und entschied sich früh für den Priesterberuf. Gleichzeitig engagierte er sich in der katholischen Arbeiterbewegung und setzte sich für soziale Gerechtigkeit sowie die Rechte der Arbeitnehmer ein.
Seine christliche Überzeugung brachte ihn während der Zeit des Nationalsozialismus in Konflikt mit dem Regime. Am 2. Juli 1938 wurde er verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau gebracht. Später folgten die Konzentrationslager Buchenwald und erneut Dachau, wo er im sogenannten Pfarrerblock inhaftiert war. Erst am 26. April 1945 wurde er während eines Evakuierungsmarsches von amerikanischen Truppen befreit.

Seine Erlebnisse verarbeitete Berchtold später in Erinnerungsberichten. Sie zählen heute zu den wichtigen Zeitzeugnissen über die Verfolgung katholischer Geistlicher im Nationalsozialismus.

Neubeginn nach dem Krieg

Nach seiner Befreiung widmete sich Alfred Berchtold dem Wiederaufbau. Bereits 1945 übernahm er im Kloster Reisach bei Oberaudorf den Wiederaufbau einer Bildungsstätte der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB). Von dort aus entwickelte sich sein Wirken für die Erwachsenenbildung und den gesellschaftlichen Neuanfang in der Nachkriegszeit.
Später baute er das Katholische Sozialinstitut in Freising mit auf und leitete es über viele Jahre. Darüber hinaus gehörte er 1967 zu den Gründungsmitgliedern der Hanns-Seidel-Stiftung und war dort bis 1973 Vorstandsmitglied.

Warum ein Weg in Rosenheim?

Der Bezug zu Rosenheim ergibt sich aus seinem Wirken in der Region. Mit seiner Arbeit im Kloster Reisach prägte Alfred Berchtold den gesellschaftlichen Wiederaufbau im südöstlichen Oberbayern nachhaltig. Die Stadt Rosenheim würdigte dieses Engagement mit der Benennung des Alfred-Berchtold-Wegs im Stadtteil Westerndorf St. Peter.
Eine Besonderheit: Nach heutigem Kenntnisstand handelt es sich um die einzige Straße in Deutschland, die seinen Namen trägt.

Ein stilles Zeichen der Erinnerung

Der Alfred-Berchtold-Weg erinnert an einen Menschen, der trotz Verfolgung an seinen Überzeugungen festhielt und sich nach dem Ende der NS-Diktatur für Bildung, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzte.
Gerade weil sein Name heute vielen unbekannt ist, erfüllt der Straßenname seinen Zweck: Er bewahrt die Erinnerung an einen Mann, dessen Lebensgeschichte zeigt, wie wichtig Mut und Haltung in schwierigen Zeiten sein können – und dass Zivilcourage oft im Stillen beginnt.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto: ai generiert)

TSV 1860 Rosenheim startet mit Pokalsieg in die Saison

TSV 1860 Rosenheim startet mit Pokalsieg in die Saison

Rosenheim – Erfolgreicher Pflichtspielauftakt für die erste Mannschaft des TSV 1860 Rosenheim: Mit einem 2:1-Auswärtssieg beim FC Ismaning hat das Team den Einzug in die nächste Runde des Toto-Pokals geschafft.

Die Gastgeber erwischten den besseren Start und setzten die Rosenheimer in der Anfangsphase mit hohem Tempo unter Druck. Die erste Mannschaft des TSV 1860 überstand diese Phase ohne Gegentor und fand anschließend immer besser in die Partie.

Doppelschlag bringt Rosenheim in Führung

Kurz vor der Pause belohnte sich der TSV 1860 Rosenheim für eine konzentrierte Leistung. Zwei sehenswert herausgespielte Angriffe führten zur 2:0-Führung.
E. Muhameti brachte die Rosenheimer in der 37. Minute mit 1:0 in Führung. Sechs Minuten später erhöhte N. Markulin auf 2:0.
Noch vor dem Halbzeitpfiff gelang dem FC Ismaning allerdings der Anschlusstreffer. A. Cazorla verkürzte in der 45. Minute auf 1:2 und brachte die Gastgeber zurück ins Spiel.

Ismaning erhöht Druck in Schlussphase

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich zunächst eine ausgeglichene Begegnung. Beide Mannschaften neutralisierten sich über weite Strecken.
In der Schlussphase erhöhte der FC Ismaning den Druck noch einmal deutlich. Die Defensive des TSV 1860 Rosenheim hielt jedoch stand, sodass die Führung bis zum Abpfiff Bestand hatte. Damit zog die erste Mannschaft des TSV 1860 Rosenheim mit einem 2:1-Erfolg beim FC Ismaning in die nächste Runde des Toto-Pokals ein.

Tore:
0:1 E. Muhameti (37.)
0:2 N. Markulin (43.)
1:2 A. Cazorla (45.)
(Quelle: Pressemitteilung TSV 1860 Rosenheim /  Beitragsbild: Copyright TSV 1860 Rosenheim)

 

Schweinehalter in Bayern unter Druck: Verbände werben für fairen Preisrahmen

Schweinehalter in Bayern unter Druck: Verbände werben für fairen Preisrahmen

Bayern –  Viele Schweinehalter in Bayern stehen aktuell wirtschaftlich unter Druck. Nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands sind die Preise für Schlachtschweine und Ferkel deutlich gesunken, während die Produktionskosten für die Betriebe hoch bleiben. Der Verband spricht von einer angespannten Situation und fordert schnelle Unterstützung.

Gleichzeitig wollen der Bayerische Bauernverband und der Fleischerverband Bayern die Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Metzgereien stärken. Ein freiwilliger Preisrahmen soll nach ihrer Vorstellung dazu beitragen, regionale Strukturen der Schweinehaltung und Verarbeitung zu erhalten.

Was bedeutet „Schweinekrise“?

Mit dem Begriff ist keine Tierseuche gemeint. Gemeint ist die wirtschaftlich schwierige Situation vieler Schweinehalter. Nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands reichen die aktuellen Erzeugerpreise für viele Betriebe nicht mehr aus, um die laufenden Kosten zu decken. Besonders betroffen seien Ferkelerzeuger und Schweinemäster.
Der Verband verweist außerdem darauf, dass einige Betriebe bereits geplante Investitionen zurückstellen würden – auch bei Vorhaben, für die staatliche Förderungen bewilligt wurden.

BBV fordert Unterstützung für Betriebe

Der Bayerische Bauernverband hatte deshalb zu einem Krisengespräch eingeladen. Daran nahmen nach Angaben des Verbands unter anderem Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber sowie Vertreter aus Erzeugung, Schlachtung, Metzgerhandwerk und Gastronomie teil.

Der BBV fordert unter anderem:

  • Zinszuschüsse bei Darlehen der Rentenbank,
  • steuerliche Hilfsmaßnahmen,
  • Abschlagszahlungen auf Direktzahlungen.

BBV-Präsident Günther Felßner fasste die Lage aus Sicht des Verbands so zusammen:

„Jetzt muss schnell gehandelt werden, sonst geht unseren Schweinehaltern die Luft aus. Hier steht die gesamte Wertschöpfungskette von bayerischem Schweinefleisch im Feuer!“

Branche sieht regionale Versorgung gefährdet

Nach Ansicht des Bayerischen Bauernverbands geht es nicht nur um einzelne Betriebe, sondern um die gesamte Kette von der Landwirtschaft bis zur Verarbeitung. Auch Themen wie Herkunft und Regionalität spielten beim Krisengespräch eine Rolle. Der BBV appellierte laut eigener Mitteilung an Handel, Verarbeitung und Gastronomie, stärker auf bayerisches Schweinefleisch zu setzen.
Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber habe laut BBV den akuten Handlungsbedarf betont. Aus ihrer Sicht brauche es unter anderem Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität der Betriebe, eine Stärkung des Absatzes von heimischem Schweinefleisch sowie weniger Bürokratie und mehr Planungssicherheit.

Freiwilliger Preisrahmen für Landwirte und Metzger

Parallel zur politischen Diskussion werben der Bayerische Bauernverband und der Fleischerverband Bayern für mehr Verlässlichkeit zwischen Landwirten und Metzgereien.
Die beiden Verbände empfehlen Handwerksmetzgereien, mit ihren Vertragslandwirten für das Jahr 2026 eine freiwillige Preisuntergrenze von 1,60 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht zu vereinbaren.
Für den Fall einer späteren Markterholung empfehlen sie außerdem, im Rahmen individueller Vereinbarungen einen Orientierungswert von 2,20 Euro je Kilogramm als mögliche Preisobergrenze anzustreben.

Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um eine feste Vorgabe. Der Preiskorridor sei laut Verbänden lediglich ein Appell an die Fairness und eine Empfehlung für mögliche Vereinbarungen zwischen den jeweiligen Betrieben.

„Wir stehen zu unseren Landwirten“

Der Landesinnungsmeister des bayerischen Metzgerhandwerks, Konrad Ammon, erklärt:

„Wir stehen zu unseren Landwirten. Deswegen empfehlen wir auch eine absolute Preisuntergrenze von 1,60 Euro. Viele Betriebe haben uns bereits signalisiert, ohnehin schon eine Untergrenze mit ihrem Landwirt vereinbart zu haben. Wir können allerdings nur an Fairness appellieren. Die Entscheidung treffen immer beide Partner vor Ort. Aber eine gute Partnerschaft ist keine Einbahnstraße. Deswegen ist uns auch das klare Bekenntnis der Landwirte wichtig, die gegenseitige Bedeutung, die Unterstützung des Metzgerhandwerks und den fairen Preiskorridor auch im Falle von steigenden Preisen zu einem späteren Zeitpunkt nicht zu vergessen.“
(Quelle: Pressemitteilungen BBV / Beitragsbild: Symbolfoto: re)

Heuballenpresse gerät in Brand – Feuer greift auf Feld über

Heuballenpresse gerät in Brand – Feuer greift auf Feld über

Feldkirchen – Westerham – Ein Brand an einer Heuballenpresse hat am Mittwochnachmittag (22.7.2026)  im Gemeindegebiet Feldkirchen-Westerham (Landkreis Rosenheim) einen größeren Feuerwehreinsatz ausgelöst. Rund 1,5 Hektar Feldfläche wurden durch die Flammen beschädigt.

Nach Angaben der Polizei war eine Landwirtin gegen 16.35 Uhr südlich der Kreisstraße zwischen Vagen und Feldolling mit einem Traktor und einer angehängten Rundballenpresse auf einem Feld beschäftigt, als die Maschine in Brand geriet.

Funken entzündet Stroh in der Presse

Vermutlich löste ein Stein innerhalb der Presse einen Funken aus, der das Stroh entzündete. Die Landwirtin konnte nach Angaben der Polizei noch rechtzeitig die Zugmaschine abkoppeln und sich mit Abstand in Sicherheit bringen. Ein Kollege alarmierte währenddessen die Feuerwehr.
Trotz des schnellen Eingreifens breitete sich das Feuer auf die angrenzende Stoppelwiese aus. Durch den ungünstig stehenden Wind wurden die Flammen weiter angefacht. Insgesamt verbrannten rund 1,5 Hektar Feldfläche.

Die Feuerwehren aus Feldkirchen-Westerham, Feldolling und Vagen waren mit insgesamt 55 Einsatzkräften und elf Fahrzeugen im Einsatz. Sie konnten den Brand an der Maschine und auf dem Feld unter Kontrolle bringen.
Verletzt wurde niemand. An der Heuballenpresse entstand nach Angaben der Polizei ein Sachschaden von rund 20.000 Euro. Die Kreisstraße zwischen Vagen und Feldolling musste bis etwa 18.15 Uhr vollständig gesperrt werden.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Pkw-Dichte: Landkreis Rosenheim deutlich vor der Stadt

Pkw-Dichte: Landkreis Rosenheim deutlich vor der Stadt

Rosenheim – Im Landkreis Rosenheim gibt es deutlich mehr zugelassene Pkw pro Einwohner als in der Stadt Rosenheim. Neue Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik zeigen ein klares Stadt-Land-Gefälle: Während der Landkreis bei der Pkw-Dichte insgesamt über dem bayerischen Durchschnitt liegt, bleibt die Stadt Rosenheim darunter.

Zum Stichtag 1. Januar 2026 kamen im Landkreis Rosenheim 694,1 Pkw je 1.000 Einwohner. In der Stadt Rosenheim lag die Pkw-Dichte insgesamt bei 555,3 Pkw je 1.000 Einwohner. Damit kommen im Landkreis rechnerisch rund 139 Fahrzeuge mehr je 1.000 Einwohner auf die Bevölkerung als in der Stadt.

Kurz erklärt: Was bedeutet Pkw-Dichte?

Die Pkw-Dichte zeigt, wie viele Personenkraftwagen auf 1.000 Einwohner kommen. Ein Wert von 639 bedeutet beispielsweise: In Bayern gibt es rechnerisch 639 Pkw je 1.000 Einwohner.
Bei der Pkw-Dichte insgesamt werden alle zugelassenen Pkw berücksichtigt. Dazu zählen neben privaten Fahrzeugen auch beispielsweise Firmen- und Dienstwagen.
Die private Pkw-Dichte betrachtet dagegen nur Fahrzeuge, die auf Privatpersonen zugelassen sind. Sie zeigt damit genauer, wie viele Autos den Einwohnern privat zur Verfügung stehen.

Landkreis über Bayern-Durchschnitt

Bayernweit lag die Pkw-Dichte insgesamt zum Jahresbeginn 2026 bei 639 Fahrzeugen je 1.000 Einwohner. Damit liegt der Freistaat weiterhin deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 593 Pkw je 1.000 Einwohner.

Der Landkreis Rosenheim liegt mit 694,1 Pkw je 1.000 Einwohner über diesem Wert. Die Stadt Rosenheim kommt mit 555,3 Pkw je 1.000 Einwohner dagegen auf einen deutlich niedrigeren Wert.

Auch bei privaten Pkw zeigt sich der Unterschied

Nicht nur bei der Gesamtzahl der zugelassenen Fahrzeuge gibt es Unterschiede. Auch bei den privaten Pkw liegt der Landkreis deutlich vor der Stadt:

  • Landkreis Rosenheim: 624,1 private Pkw je 1.000 Einwohner
  • Stadt Rosenheim: 467,4 private Pkw je 1.000 Einwohner

Der Abstand beträgt hier rund 157 private Fahrzeuge je 1.000 Einwohner.

Warum auf dem Land mehr Autos vorhanden sind

Die Unterschiede zwischen Stadt und Landkreis entsprechen dem Muster, das auch das Bayerische Landesamt für Statistik beschreibt: In ländlichen Regionen ist die Pkw-Dichte häufig höher als in Städten.
Ein Grund dafür sind längere Wege zur Arbeit und eine geringere Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Während in Städten viele Wege auch mit Bus, Bahn, Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt werden können, sind Menschen in ländlicheren Regionen häufiger auf ein eigenes Fahrzeug angewiesen.

Ingolstadt mit höchster Pkw-Dichte

Bayernweit weist die Stadt Ingolstadt mit 738 Pkw je 1.000 Einwohner die höchste Pkw-Dichte insgesamt auf. Bei den Landkreisen liegen Dingolfing-Landau (733), Rottal-Inn (731) und Cham (728) an der Spitze.

Die niedrigsten Werte unter den bayerischen Städten haben Nürnberg mit 468 und Augsburg mit 472 Pkw je 1.000 Einwohner.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Kontrollen im Rosenheimer Atrium: Marihuana und verbotenes Messer sichergestellt

Kontrollen im Rosenheimer Atrium: Marihuana und verbotenes Messer sichergestellt

Rosenheim – Eine Polizeikontrolle im Rosenheimer Atrium hat am Mittwochabend (22.7.2026)  für zwei junge Menschen Konsequenzen. Nach Angaben der Polizei stellten die Beamten dabei sowohl eine geringe Menge Marihuana als auch ein Einhandmesser sicher.

Die Kontrolle fand gegen 18.30 Uhr im Bereich des Atriums an der Münchener Straße statt. Nach Angaben der Polizei wurde bei einer 15-Jährigen aus Stephanskirchen eine geringe Menge Marihuana gefunden. Die Beamten stellten die Betäubungsmittel sicher und informierten die Erziehungsberechtigten.

Verstoß gegen das Waffengesetz

Außerdem kontrollierten die Einsatzkräfte einen 19-jährigen Rosenheimer. Bei ihm fanden sie ein Einhandmesser, das er nach den geltenden Vorschriften nicht mit sich führen durfte. Das Messer wurde sichergestellt.
Gegen den 19-Jährigen leitete die Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz ein.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)

Rosenheimer Keferwald als Freizeitort? Bundespolizei lehnt Öffnung des Geländes ab

Rosenheimer Keferwald als Freizeitort? Bundespolizei lehnt Öffnung des Geländes ab

Rosenheim – Für viele Rosenheimer ist der Keferwald seit jeher mehr als nur ein Stück Wald: Er steht für Natur, Bewegung und Erholung. Einst zog der Trimm-Dich-Pfad viele Sportler in das Gebiet, später gab es immer wieder Ideen, den Bereich wieder stärker für Freizeitaktivitäten zu nutzen. Die Hoffnung, dafür auch das von der Bundespolizei genutzte Gelände westlich der Pürstlingstraße öffnen zu können, erfüllt sich aktuell aber nicht.

Wie die Stadtverwaltung in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses mitteilte, lehnt die Bundespolizei eine Öffnung des Geländes für die Öffentlichkeit derzeit ab. Auch ein Verkauf der Flächen ist aktuell nicht vorgesehen.

Weiterer Lesestoff passend zum Thema: 

SPD wollte Freizeitnutzung im Keferwald stärken

Die Rosenheimer SPD-Stadtratsfraktion hatte im Herbst 2024 vorgeschlagen, das Areal langfristig als öffentlich zugänglichen Erholungsraum weiterzuentwickeln. Dabei sollte auch geprüft werden, ob der historische Ferdinand-Schlögl-Weg wiederhergestellt werden kann.

Der Wunsch nach einer stärkeren Nutzung des Keferwalds für Freizeit und Sport reicht allerdings weiter zurück. Im August 1978 wurde dort ein drei Kilometer langer Trimm-Dich-Pfad mit zehn Stationen eröffnet. Über viele Jahre war die Strecke ein beliebter Treffpunkt für Sportler.
Eine Wiederbelebung des ursprünglichen Pfades scheiterte später an rechtlichen Fragen rund um verschiedene Grundstücke. Dabei betrafen die damaligen Probleme nicht das Gelände der Bundespolizei, sondern andere angrenzende private Flächen. Trotzdem blieb der Keferwald in der Stadtpolitik immer wieder Thema, wenn es um Naherholung und Freizeitmöglichkeiten ging.

Bundespolizei nutzt Gelände weiterhin

Eigentümerin der Flächen westlich der Pürstlingstraße ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Genutzt wird das Gelände von der Bundespolizeiabteilung Deggendorf.

Nach Angaben der Stadt liegt inzwischen eine schriftliche Stellungnahme der Bundespolizei vor. Darin wird mitgeteilt, dass das Gelände weiterhin für die eigenen Zwecke genutzt werde. Eine Beendigung des Mietverhältnisses sei nicht geplant. Einer Öffnung des Areals für die Öffentlichkeit werde nicht zugestimmt.
Von Seiten der BImA gibt es derzeit keine Pläne für einen Verkauf oder eine Öffnung des Geländes. Die Flächen sind langfristig vermietet. Sollte das Mietverhältnis irgendwann enden, müsste zunächst geprüft werden, ob weiterhin ein Bedarf des Bundes besteht. Erst danach könnten die Grundstücke möglicherweise anderen Interessenten, etwa Kommunen, angeboten werden.

Rosenheims Oberbürgermeister Abuzar Erdogan erklärte in der Sitzung dazu, dass es bei vergleichbaren Bundesflächen derzeit ähnliche Herausforderungen gebe. Aufgrund der veränderten sicherheitspolitischen Lage werde bei Flächen des Bundes stärker geprüft, ob diese künftig für eigene staatliche Aufgaben benötigt werden könnten.

Wald bleibt wichtiger Ausgleichsraum

Bei den betroffenen Grundstücken handelt es sich überwiegend um Waldflächen. Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass diese bereits heute eine wichtige Funktion für Rosenheim erfüllen – unter anderem als Schutzwald für Immissionen, Lärm und das lokale Klima – aber aus dem Wunsch, dieses Areal für die Öffentlichkeit erlebbarer zu machen, wird nach aktuellem Stand vorerst nichts. 
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)