Karstadt, Rosenheim, 1996

Karstadt, Rosenheim, 1996

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1996. Auf der historischen Aufnahme ist das Rosenheimer Karstadt-Kaufhaus während des großen Umbaus zu sehen. Die Fassade ist bereits entfernt. Sichtbar ist der nackte Betonbau mit den markanten runden Öffnungen im oberen Bereich – ein Anblick, den viele Rosenheimer heute längst vergessen haben.

Als das Karstadt-Kaufhaus am 16. April 1970 an der Ecke Münchener Straße und Gillitzerstraße eröffnet wurde, entsprach der Bau ganz dem damaligen Zeitgeist. Der Münchner Architekt Paolo Nestler entwarf einen wuchtigen Bau im Stil des Brutalismus (einer Stilrichtung der Nachkriegsmoderne, die auf sichtbaren, unverkleideten Beton setzte) mit einer nahezu fensterlosen Waschbetonfassade. Die runden „Bullaugen“ im oberen Bereich dienten als Licht- und Belüftungsöffnungen und wurden zu einem markanten Merkmal des Gebäudes.
Doch über die Jahrzehnte wurde der Betonbau immer stärker kritisiert. Vielen Rosenheimern galt er als Fremdkörper im Stadtbild.

Aus dem „Betonklotz“ wurde ein modernes Kaufhaus

1994 entschied sich Karstadt schließlich zu einem grundlegenden Umbau. Die ungeliebte Waschbetonfassade sollte verschwinden und durch eine offene Glasfassade ersetzt werden. Das Foto zeigt genau diese spannende Übergangsphase.

Für das Großprojekt wurden auch die Nachbarhäuser in der Münchener Straße 6 und 8 abgebrochen. Ihre historischen Fassaden blieben jedoch aus Denkmalschutzgründen erhalten und wurden aufwendig restauriert. Wegen des schwierigen Baugrunds mit hohem Grundwasserstand galt das Vorhaben damals als eine der anspruchsvollsten innerstädtischen Baustellen Deutschlands.

Neueröffnung nach Millioneninvestition

Am 9. Juli 1997 wurde das neue Karstadt-Kaufhaus nach umfangreichen Umbauarbeiten wiedereröffnet. Rund 126 Millionen Mark investierte der Konzern in das Projekt. Die Verkaufsfläche wuchs auf mehr als 15.000 Quadratmeter und bot Platz für rund 500 Mitarbeiter.
Die historische Aufnahme zeigt damit einen besonderen Moment der Rosenheimer Stadtgeschichte: den Abschied von einem der umstrittensten Gebäude der Innenstadt und den Beginn eines völlig neuen Erscheinungsbildes, das viele bis heute mit Karstadt verbinden.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Artikel: Karin Wunsam)

 

Alkoholverbot an Bahnhöfen: Neue Regelung betrifft auch Rosenheim

Alkoholverbot an Bahnhöfen: Neue Regelung betrifft auch Rosenheim

Rosenheim – Ein Feierabendbier oder ein anderes alkoholisches Getränk beim Warten auf den Zug: Das wird am Rosenheimer Bahnhof künftig nicht mehr erlaubt sein. Die Deutsche Bahn führt ein bundesweites Alkoholkonsumverbot an allen Bahnhöfen ein. Die neue Regelung betrifft damit auch Rosenheim.

Die Deutsche Bahn will das Verbot schrittweise bis zum 15. Oktober 2026 an rund 5.400 Bahnhöfen in Deutschland umsetzen. Grundlage ist das Hausrecht der Bahn. Dafür werden die Hausordnungen der Bahnhöfe entsprechend angepasst.

Alkohol auf Bahnsteigen und in Bahnhofshallen verboten

Künftig ist der Konsum von Alkohol in den Bahnhöfen und auf den Bahnsteigen nicht mehr erlaubt. Ausgenommen bleibt die Bahnhofsgastronomie. Auch verschlossene Alkoholbehälter im Gepäck, die nicht für den unmittelbaren Konsum vor Ort bestimmt sind, bleiben erlaubt.
Die Deutsche Bahn begründet die Einführung mit dem Ziel, die Sicherheit für Reisende und Mitarbeitende zu erhöhen. „Dort, wo zu viel Alkohol fließt, nimmt die Gewalt zu. Deshalb handeln wir und führen ein bundesweites Alkoholkonsumverbot an unseren Bahnhöfen ein“, wird DB-Chefin Evelyn Palla in der Mitteilung der Deutschen Bahn zitiert. Nach Angaben der Deutschen Bahn soll das Verbot dazu beitragen, Konflikte zu reduzieren und die Aufenthaltsqualität an den Bahnhöfen zu verbessern.

Umsetzung auch am Rosenheimer Bahnhof

Eine eigene Regelung für den Rosenheimer Bahnhof nennt die Deutsche Bahn nicht. Da das Verbot jedoch für alle Bahnhöfe in Deutschland eingeführt wird, gilt die neue Regelung auch in Rosenheim.

Gerade bei größeren Veranstaltungen in der Stadt könnte die Änderung eine Rolle spielen. Zum Rosenheimer Herbstfest reisen jedes Jahr zahlreiche Besucher mit der Bahn an – und einige haben dabei auch gerne „vorgeglüht“.. Die neue Regelung betrifft dabei allerdings nicht den Alkoholkonsum während der Zugfahrt, sondern die Bahnhofsbereiche und Bahnsteige.

Platzverweise bei Verstößen möglich

Die Deutsche Bahn kündigt an, bei Verstößen gegen das Alkoholkonsumverbot zunächst mit Platzverweisen zu reagieren. Bei wiederholten Verstößen können Hausverbote ausgesprochen werden.
Die Deutsche Bahn hat nach eigenen Angaben bereits an rund 30 Bahnhöfen ein Alkoholkonsumverbot eingeführt. Dazu gehören unter anderem die Hauptbahnhöfe in Hamburg, Köln, München und Frankfurt. Bis Oktober 2026 soll die Regelung auf alle rund 5.400 Bahnhöfe in Deutschland ausgeweitet werden
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Info DB / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)

Zehn Jahre Fairtrade-Stadt: Rosenheim feiert Jubiläum am Ort der ersten Fairtrade-School

Zehn Jahre Fairtrade-Stadt: Rosenheim feiert Jubiläum am Ort der ersten Fairtrade-School

Rosenheim – Zehn Jahre Fairtrade-Stadt Rosenheim: Dieses Jubiläum wurde mit einem Festakt im Karolinen-Gymnasium gefeiert. Der Ort war bewusst gewählt, denn die Schule war 2016 die erste in Rosenheim, die als „Fairtrade-School“ ausgezeichnet wurde. Gleichzeitig steht fest: Rosenheim erfüllt weiterhin die Kriterien der internationalen Fairtrade-Towns-Kampagne und erhält erneut die Zertifizierung als Fairtrade-Stadt.

Die Auszeichnung ist kein Selbstläufer: Kommunen müssen regelmäßig nachweisen, dass sie die fünf Kriterien der Kampagne weiterhin erfüllen. Rosenheim trägt den Titel seit dem 30. September 2016 und wurde nun nach erfolgreicher Prüfung durch Fairtrade Deutschland erneut zertifiziert.

Festakt 10 Jahre Fairtrade-Stadt Rosenheim im Rosenheimer Karolinengymnasium. Fotos: Copyright Stadt Rosenheim
Rosenheims Oberbürgermeister Abuzar Erdogan blickte in seiner Rede auch zurück auf die Anfänge der Fairtrade-Stadt Rosenheim. Fotos: Copyright Stadt Rosenheim
Rückblick auf zehn Jahre Fairtrade-Stadt

Beim Festakt blickten die Beteiligten auf die Entwicklung seit der ersten Auszeichnung zurück. Rosenheims Oberbürgermeister Abuzar Erdogan betonte die Bedeutung des Jubiläums: „Zehn Jahre Fairtrade-Stadt – das ist ein starkes Zeichen dafür, wie fest der faire Handel in Rosenheim verankert ist. Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft arbeiten hier eng zusammen. Die Rezertifizierung ist für uns ein Ansporn, diesen Weg weiterzugehen, zum Beispiel mit neuen Projekten zur fairen öffentlichen Beschaffung und die Vertiefung der Zusammenarbeit mit unseren Schulen.“

Fünf Kriterien für die Auszeichnung

Der Titel „Fairtrade-Stadt“ wird nicht dauerhaft vergeben. Um die Auszeichnung zu behalten, müssen Kommunen regelmäßig nachweisen, dass sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören unter anderem ein Beschluss der Kommune zur Unterstützung des fairen Handels, eine Steuerungsgruppe, Angebote fair gehandelter Produkte in Geschäften und Gastronomie sowie Bildungsarbeit zum Thema fairer Handel.

In Rosenheim koordiniert die Steuerungsgruppe die Aktivitäten rund um das Thema. Bereits der Weg zur ersten Auszeichnung im Jahr 2016 war mit umfangreicher Vorbereitung und zahlreichen Diskussionen verbunden.

Projekte rund um fairen Handel

In den vergangenen zehn Jahren entstanden verschiedene Projekte. Dazu gehören unter anderem ein fairer Einkaufsführer, der Nachhaltigkeitspfad, die Faire Modenschau vor der Stadtbibliothek sowie eine faire Führung auf den Glockenturm der St.-Nikolaus-Kirche.

Auch die Schulen spielen eine wichtige Rolle. Das Karolinen-Gymnasium wurde 2016 als erste Fairtrade-School in Rosenheim ausgezeichnet. Inzwischen engagieren sich auch die Philipp-Neri-Schule und das Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium als Fairtrade-Schulen. Am Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium werden beispielsweise Themen wie nachhaltiger Konsum und „Fast Fashion“ im Unterricht aufgegriffen.
Ein weiteres Projekt richtet sich an Grundschüler: Bei einem Schokoladenprojekt beschäftigen sie sich mit den Produktionsbedingungen in Ländern des globalen Südens. Außerdem wurden Fairtrade-Sportbälle für Schulen und Vereine angeschafft.

Faire Mode als fester Bestandteil

Ein sichtbares Projekt im Stadtleben ist die Faire Modenschau vor der Stadtbibliothek am Salzstadel. Dabei werden faire und nachhaltig produzierte Kleidungsstücke präsentiert, häufig kombiniert mit Tanzauftritten.

Auch im Jubiläumsjahr gab es bereits eine Veranstaltung rund um den fairen Handel. Im Mai fand vor der Stadtbibliothek ein Markt mit Informations- und Mitmachaktionen statt, darunter auch die Faire Modenschau.

Seit 10 Jahren darf sich die Stadt Rosenheim Fairtrade-Stadt nennen. Gefeiert wurde jetzt mit einem Festakt im Rosenheimer Karolinengymnasium. Foto: Copyright Stadt Rosenheim
Eine Urkunde als „Geburtstagsgeschenke“. Die Freude über 10 Jahre Fairtrade-Stadt ist groß – auch bei Dr. Beate Burkl (dritte von links) die sich seit vielen Jahren dafür engagiert.
Dank an langjähriges Engagement

Beim Festakt würdigte Oberbürgermeister Erdogan auch das Engagement von Dr. Beate Burkl, die sich über viele Jahre für den Fairtrade-Verein eingesetzt habe. „Ein besonderer Dank gilt dabei Frau Dr. Beate Burkl, die sich über viele Jahre mit großem Engagement für den Fairtrade-Verein eingesetzt hat. Ihr Einsatz war maßgeblich dafür, dass wir das Fairtrade-Siegel erhalten konnten. Ohne sie wären zahlreiche Initiativen, die daraus hervorgegangen sind, nicht entstanden“, so Erdogan.

Rosenheim gehört inzwischen zu den 933 Fairtrade-Städten und Kommunen in Deutschland. Weltweit umfasst das Netzwerk mehr als 2.000 Kommunen in 36 Ländern.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Informationen: Stadt Rosenheim / Beitragsbild, Fotos: Stadt Rosenheim)

Tarifstreit in der Milchwirtschaft: NGG kündigt weitere Warnstreiks an

Tarifstreit in der Milchwirtschaft: NGG kündigt weitere Warnstreiks an

München / Bayern – Im Tarifstreit der bayerischen Milchwirtschaft drohen weitere Warnstreiks. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kündigt Arbeitsniederlegungen in Molkereien und Käsereien an. Hintergrund sind festgefahrene Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeberverband.

Betroffen sind rund 19.000 Beschäftigte in der bayerischen Milchwirtschaft. Nach Darstellung der NGG haben die Arbeitgeber in der dritten Verhandlungsrunde ihr bisheriges Angebot zurückgezogen. „Das ist eine Rolle rückwärts. Das ist beispiellos. Und das ist eine unglaubliche Provokation – eine knallharte Kampfansage“, sagt Mustafa Öz, Landesvorsitzender der NGG Bayern.

Unterschiedliche Vorstellungen bei Löhnen und Entlastung

Nach Angaben der Gewerkschaft hatte der Arbeitgeberverband der bayerischen Ernährungswirtschaft zunächst zwei zusätzliche Entlastungstage in Aussicht gestellt, diese Zusage aber wieder zurückgenommen. „Das ist ein Schlag ins Gesicht. Die Verhandler des Arbeitgeberverbandes brüskieren damit die Beschäftigten der bayerischen Milchwirtschaft und diskreditieren das Arbeitgeberlager. Denn die wichtigste Währung am Tariftisch ist gegenseitiges Vertrauen. Genau das hat der Arbeitgeberverband jetzt aber aufs Spiel gesetzt“, sagt Öz.
Die NGG fordert in der aktuellen Tarifrunde ein Lohnplus von 4,1 Prozent für zwölf Monate. Für Auszubildende verlangt die Gewerkschaft 80 Euro mehr pro Monat sowie eine zusätzliche Zahlung im Umfang von fünf Arbeitstagen zur flexiblen Nutzung.

Die Arbeitgeber hätten zuletzt 2,1 Prozent für 13 Monate angeboten, teilt die NGG mit. Außerdem kritisiert die Gewerkschaft, dass die Arbeitgeber die Übernahme der Fahrkosten zur Berufsschule für Auszubildende nicht anpassen wollten. „Sie waren nicht einmal bereit, für ihre Auszubildenden die Übernahme der Fahrkosten zur Berufsschule anzupassen. Insgesamt sind die Arbeitgeber damit auf ihr Einstiegsangebot aus der ersten Verhandlungsrunde am 10.06.2026 zurückgefallen. Es ist eine Tarifverhandlung im Rückwärtsgang: Ein bislang einmaliger skurriler Prozess“, sagt Mustafa Öz.

NGG bereitet Warnstreiks vor

Die Gewerkschaft kündigt an, die Arbeitskampfmaßnahmen auszuweiten. Mustafa Öz spricht dabei von einem möglichen „Milch-Blackout“ in Bayern. „Die Produktion von Milchprodukten wird landesweit in mehreren Betrieben und vor allem auch für längere Zeit zum Stillstand kommen, als das bislang jemals bei Warnstreiks der Fall war. Bayern steht vor einem ‚Milch-Blackout‘“, sagt Öz.

Die NGG erklärt, in den kommenden Wochen seien ausgeweitete und flächendeckende Warnstreiks in der bayerischen Milchwirtschaft möglich.

Gewerkschaft verweist auf Belastung der Beschäftigten

Als Begründung für ihre Forderungen verweist die NGG auf die Arbeitsbedingungen in der Branche. Nach Einschätzung der Gewerkschaft sei die Menge der in Bayern verarbeiteten Milch gestiegen, während die Zahl der Beschäftigten in vielen Betrieben gleich geblieben oder gesunken sei.
„Die Tonnen an Milch, die in Bayern verarbeitet werden, werden mehr. Gleichzeitig bleibt die Zahl der Beschäftigten in den meisten Betrieben konstant oder sie sinkt sogar. Das bedeutet für die Beschäftigten mehr Arbeit – und das für viele frühmorgens, spätabends, nachts und auch am Wochenende. Denn die Michverarbeitung läuft im 24-Stunden-Schichtsystem“, sagt Mustafa Öz.

Die Gewerkschaft warnt außerdem vor einem zunehmenden Fachkräftemangel. Um Beschäftigte zu halten und neue Mitarbeiter zu gewinnen, seien aus Sicht der NGG bessere Lohnbedingungen notwendig.„Es ist höchste Zeit für den Arbeitgeberverband, zu überlegen, wie die Boomer, die in den kommenden Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden, ersetzt werden können. Ansonsten droht der Milchwirtschaft in Bayern ein erheblicher Fachkräftemangel. Um den zu verhindern, müssen jetzt Lohnanreize gesetzt werden“, so Öz.

Die NGG verweist zudem auf die wirtschaftliche Lage der Branche und erklärt, die Milchwirtschaft arbeite in Bayern profitabel. Der Lohnkostenanteil liege nach Angaben der Gewerkschaft im Durchschnitt bei sieben Prozent.

Arbeitgeber und Gewerkschaft weiter auseinander

Die NGG kritisiert, dass die Arbeitgeber auch nach mehreren Warnstreiks bislang nicht ausreichend auf die Forderungen eingegangen seien. „Es wird in den kommenden Wochen ausgeweitete und flächendeckende Warnstreiks in der Milchwirtschaft Bayerns geben“, kündigt Mustafa Öz an.’Die Gewerkschaft erklärt, die Streiks würden erst beendet, wenn die Arbeitgeber mit einem aus ihrer Sicht verbesserten Angebot an den Verhandlungstisch zurückkehren.
(Quelle: Pressemitteilung NGG Bayern / Bearbeitung: Karin Wunsam)

Neue E-Ladesäulen in Eggstätt in Betrieb

Neue E-Ladesäulen in Eggstätt in Betrieb

Eggstätt / Landkreis Rosenheim – In Eggstätt  (Landkreis Rosenheim) stehen künftig zwei weitere öffentliche Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge zur Verfügung. Die Gemeinde hat am Rathausplatz und am Hartseeparkplatz neue E-Ladesäulen in Betrieb genommen.

Am Hartseeparkplatz wurde die neue Ladesäule offiziell von Bürgermeister Christoph Kraus, Geschäftsleiter Johannes Halser und Thomas Paffenzeller, Referent für regionale Projekte bei Energie Südbayern GmbH, in Betrieb genommen. Auch am Rathausplatz können Elektrofahrzeuge nun geladen werden.
„Ich freue mich, dass wir endlich in die Umsetzung gekommen sind. E-Ladesäulen auf kommunalem Grund sind inzwischen Standard – wir werden je nach Bedarf eine Aufrüstung ansteuern.“, so Bürgermeister Kraus.

Am Rathausplatz stehen eine 50-Kilowatt-Schnellladesäule (Alpitronic Hypercharger 50) sowie eine Normalladesäule (Mennekes Amedio) zur Verfügung. Der Standort am Hartseeparkplatz wurde mit einer Normalladesäule (ebenfalls Mennekes Amedio) ausgestattet.
Am Hartsee wurde außerdem bereits die bauliche Voraussetzung für eine spätere Erweiterung um eine weitere Ladesäule mit zwei Ladeplätzen geschaffen.

Eine Übersicht über öffentliche Ladesäulen in Bayern sowie Informationen zum aktuellen Status der Ladepunkte bietet der Ladeatlas Bayern. Dort können Nutzer unter anderem sehen, ob ein Ladepunkt frei, belegt oder defekt ist.
(Quelle: Gemeinde Eggstätt / Beitragsbild: Gemeinde Eggstätt)

Kulturstrand Rosenheim startet wieder am Innspitz

Kulturstrand Rosenheim startet wieder am Innspitz

Rosenheim – Musik unter freiem Himmel gibt es auch in diesem Sommer wieder am Rosenheimer Innspitz. Vom 30. Juli bis zum 22. August lädt der Kulturstrand Rosenheim zu insgesamt zwölf Konzertabenden mit unterschiedlichen Musikrichtungen ein. Der Eintritt ist frei.

Initiiert vom Kulturamt der Stadt Rosenheim, findet der Kulturstrand jeweils von Donnerstag bis Samstag statt. Die Konzerte beginnen um 18 Uhr, das Gelände öffnet bereits um 17 Uhr.

Von Rock und Soul bis Liedermacher und Volksmusik

Das Programm ist auch 2026 breit gefächert. Zum Auftakt spielt das Toby Heinz Trio akustische Versionen bekannter Rock-, Pop- und Soulklassiker. Danach folgen unter anderem Leo Meixner mit einer Verbindung aus Volksmusik und Liedermacherkunst sowie Folxklub mit einer Mischung aus traditionellen Einflüssen und modernen Elementen.

Weitere Programmpunkte sind Groove-Pop mit JB’S FIRST, ein Liedermacherprogramm des jannemacher Trios sowie Soul- und Jazzmusik von SoulSofa. Strawanza bringt tanzbare Musik auf die Bühne, Taxi YéYé steht für eingängige Popstücke. Außerdem treten Endton mit Vero Reiser, die Jugendband Los Colitas, das Susi Weiss Trio und zum Abschluss die HulaBoys mit Rock’n’Roll-Elementen auf.

Nachwuchstalente bekommen Bühnenzeit

Ein Schwerpunkt des Kulturstrands liegt auch in diesem Jahr auf der Förderung junger Musiker aus der Region.
Mit Sevi & Juli, dem Duo Schroeder & Dunker sowie Theo Horbaschek erhalten drei Nachwuchsacts die Möglichkeit, im Vorprogramm etablierter Bands aufzutreten. Die jungen Musiker waren Teilnehmer des diesjährigen Jugendmusikpreises und bekommen damit Gelegenheit, Bühnenerfahrung vor einem größeren Publikum zu sammeln.
(Quelle: Pressemitteilung der Stadt Rosenheim / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)

Das Programm im Überblick
  • Donnerstag, 30. Juli: Toby Heinz Trio
  • Freitag, 31. Juli: Leo Meixner
  • Samstag, 1. August: Folxklub
  • Donnerstag, 6. August: JB’S FIRST
  • Freitag, 7. August: Susi Weiss Trio
  • Samstag, 8. August: jannemacher Trio
  • Donnerstag, 13. August: SoulSofa
  • Freitag, 14. August: Strawanza
  • Samstag, 15. August: Taxi YéYé
  • Donnerstag, 20. August: Endton Band mit Vero Reiser
  • Freitag, 21. August: Los Colitas
  • Samstag, 22. August: HulaBoys

Alle Konzerte finden am Innspitz statt. Beginn ist jeweils um 18 Uhr, der Eintritt ist kostenlos.

Vor der Sitzung: Wie gut ist Rosenheim auf Starkregen vorbereitet?

Vor der Sitzung: Wie gut ist Rosenheim auf Starkregen vorbereitet?

Rosenheim – Starkregen, mögliche Überflutungsgefahren und die Zukunft der Abwasserentsorgung: Im Werkausschuss der Stadtentwässerung Rosenheim stehen am Mittwoch, 22. Juli, mehrere Themen auf der Tagesordnung, die wichtige Fragen zur Infrastruktur der Stadt betreffen. Besonders interessant dürften die Ergebnisse der Starkregenhinweiskarte für den Südosten und Südwesten Rosenheims sowie die Inbetriebnahme der neuen Abwasserleitung aus Raubling sein.

Der Werkausschuss der Stadtentwässerung tagt am morgigen Mittwoch. Die Sitzung ist öffentlich. Wie immer stehen mehrere Punkte auf der Tagesordnung. Zwei Themen könnten dabei für viele Bürger besonders interessant sein.

Starkregen: Welche Bereiche sind besonders gefährdet?

Starkregenereignisse können innerhalb kurzer Zeit große Wassermengen bringen und auch dort für Überschwemmungen sorgen, wo kein Fluss oder Bach in der Nähe ist. Um besser einschätzen zu können, welche Bereiche im Stadtgebiet besonders betroffen sein könnten, erarbeitet die Stadt Rosenheim derzeit eine Starkregenhinweiskarte.
Bereits im Juni 2025 hatte die Stadt über die laufenden Arbeiten informiert. Die Karte soll zeigen, wo bei außergewöhnlichen oder extremen Niederschlagsereignissen Wasser abfließen kann, welche Fließwege entstehen und welche Überflutungstiefen möglich sind.
Nun werden im Werkausschuss die Ergebnisse für die Bereiche Süd-Ost und Süd-West vorgestellt. Dabei geht es um die Frage: Welche Gefahren ergeben sich in diesen Stadtteilen bei starken Regenfällen und welche Erkenntnisse können daraus für den Schutz von Gebäuden und Grundstücken gewonnen werden?

Die Starkregenhinweiskarte soll Bürgern, Immobilieneigentümern und Bauplanern helfen, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und Schutzmaßnahmen zu treffen.

Abwasser aus Raubling: Rosenheimer Kläranlage übernimmt weitere Aufgaben

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung betrifft die Zusammenarbeit zwischen Rosenheim und Raubling. Die Gemeinde Raubling leitet ihr Schmutzwasser künftig direkt zur Kläranlage der Stadt Rosenheim.

Hintergrund ist die alte Kläranlage in Pfraundorf, die nach rund 30 Jahren Betrieb technisch an ihre Grenzen gekommen war. Nach längeren politischen und wirtschaftlichen Überlegungen entschied sich die Gemeinde für eine Kooperation mit Rosenheim statt für einen Neubau der eigenen Anlage.
Dafür wurde eine rund drei Kilometer lange Abwasserdruckleitung zwischen Raubling und Rosenheim gebaut. Die neue Pumpstation in Pfraundorf ging im April 2026 in Betrieb.

Für Raubling bedeutet die Zusammenarbeit eine langfristige Lösung für die Abwasserentsorgung. Rosenheim übernimmt damit neben den eigenen Abwässern auch weiterhin Aufgaben für mehrere Umlandgemeinden. Im Ausschuss geht es nun um die Bekanntgabe der  Inbetriebnahme.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)

Buchtipp: „Bitter – das neue Süß“: Wie heimische Kräuter Körper und Geist bereichern

Buchtipp: „Bitter – das neue Süß“: Wie heimische Kräuter Körper und Geist bereichern

Rosenheim – Bitterstoffe galten lange Zeit als unerwünschter Geschmack und wurden aus vielen Obst- und Gemüsesorten regelrecht herausgezüchtet. Mit ihrem Buch „Bitter – das neue Süß. Leber und Seele regenerieren“ lädt die österreichische Kräuterexpertin Margot Fuchs dazu ein, diese fast vergessenen Pflanzenstoffe neu zu entdecken. Entstanden ist ein ebenso informatives wie liebevoll gestaltetes Sachbuch, das wissenschaftliche Erkenntnisse, traditionelles Kräuterwissen und zahlreiche praktische Tipps miteinander verbindet.

Cover. Foto: re

Das Buchcover. Foto: re

Margot Fuchs lebt im Bregenzerwald in Vorarlberg, den sie als ihren persönlichen Kraftort und wichtigste Inspirationsquelle beschreibt. Nach 18 Jahren in der Gastronomie entschied sie sich für einen neuen Weg und widmet sich seither mit großer Leidenschaft der Kräuterheilkunde. Sie ist diplomierte Kräuterexpertin der Vereinigung FNL (Freunde Naturgemäßer Lebensweise), zertifizierte Knospenexpertin, Buchautorin und Referentin. Seit vielen Jahren vermittelt sie ihr Wissen in Seminaren und stellt hochwertige Kräuterprodukte her.

Eine faszinierende Idee als Ausgangspunkt

Bereits im Vorwort nimmt Margot Fuchs ihre Leser mit auf ihre persönliche Reise. Auslöser war ein Zeitungsartikel über eine alte Vorstellung der Volksheilkunde: die Idee, dass die Natur dem Menschen genau die Pflanzen zur Verfügung stellt, die er gerade braucht. Diese als Signaturenlehre oder Resonanzprinzip bekannte Denkweise hat eine lange Tradition und zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch.
Auch wenn diese Sichtweise wissenschaftlich nicht belegt ist, regt sie zum Nachdenken an. Margot Fuchs versteht sie vor allem als Einladung, die Natur vor der eigenen Haustür wieder bewusster wahrzunehmen. Tatsächlich lässt sich aus ökologischer Sicht nachvollziehen, dass Pflanzen auf bestimmte Boden- und Umweltbedingungen reagieren – auch wenn sie natürlich nicht mit einer gezielten Absicht wachsen.

Bitterstoffe neu entdecken

Im Mittelpunkt des Buches stehen jedoch die Bitterstoffe selbst. Margot Fuchs beschreibt, welche Bedeutung sie nach ihrer Auffassung für das Wohlbefinden haben und wie sie sich unkompliziert in den Alltag integrieren lassen.

Dabei greift sie auch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse auf.  Bitterstoffe regen unter anderem die Bildung von Speichel sowie Verdauungssäften an und unterstützen dadurch die Verdauung. Darüber hinaus beschreibt die Autorin, welche positiven Auswirkungen Bitterstoffe ihrer Ansicht nach auf Stoffwechsel, Leber und das allgemeine Wohlbefinden haben können.

Vom Kräuterwissen bis zur eigenen Hausapotheke

Besonders gelungen ist der hohe Praxisbezug. Das Buch stellt zahlreiche heimische Wildkräuter wie Löwenzahn, Schafgarbe, Wegwarte oder Brennnessel vor und erklärt, wann sie gesammelt werden können und wie sie sich verwenden lassen.
Zu jeder Pflanze gibt es eine übersichtliche Zusammenfassung mit Anwendungsgebieten, Inhaltsstoffen, verwendeten Pflanzenteilen und praktischen Einsatzmöglichkeiten. Ergänzt werden die Pflanzenporträts durch zahlreiche Rezepte sowie Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Tees, Tinkturen, Oxymel und weitere Kräuterzubereitungen. Auch Themen wie Räuchern mit Pflanzen oder Rituale zur bewussten Entschleunigung finden ihren Platz.

Leidenschaft, die ansteckt

Schon nach wenigen Seiten wird deutlich, mit wie viel Herzblut Margot Fuchs dieses Buch geschrieben hat. Ihre Begeisterung für heimische Kräuter ist in jeder Zeile spürbar und überträgt sich schnell auf den Leser. Statt trockenem Fachwissen erwartet den Leser ein leicht verständlich geschriebenes Buch, das neugierig macht und Lust darauf weckt, den eigenen Garten oder die Natur mit offenen Augen zu erkunden.              Hinzu kommt die liebevolle Gestaltung. Zahlreiche Fotos lockern den Text auf und machen das Buch zu einem Begleiter für alle, die sich intensiver mit heimischen Heilpflanzen beschäftigen möchten.

Natürlich bewegt sich Margot Fuchs bei einigen Themen auch im Bereich der Erfahrungsheilkunde. Nicht jede ihrer Sichtweisen lässt sich wissenschaftlich eindeutig belegen. Das schmälert jedoch den Gesamteindruck kaum. Denn das Buch erhebt nicht den Anspruch eines medizinischen Fachwerks, sondern versteht sich als Einladung, traditionelle Kräuterkunde mit modernen Erkenntnissen zu verbinden und dabei die Natur wieder bewusster wahrzunehmen.
Wer sich für Heilpflanzen interessiert oder einfach neugierig ist, welche Schätze direkt vor der eigenen Haustür wachsen, findet in „Bitter – das neue Süß“ einen inspirierenden Begleiter mit vielen praktischen Anregungen.
(Quelle: Artikel Karin Wunsam / Beitragsbild: Hintergrund: re – eingeblockt Cover: Freya Verlag / Foto: Cover: Freya Verlag)

Bitter – das neue Süß. Leber und Seele regenerieren
Margot Fuchs
Freya Verlag
ISBN: 978-3-99025-533-9
24,90 Euro

Frisch aus dem Innpuls-Garten: So reich fällt unsere Ernte heuer aus

Frisch aus dem Innpuls-Garten: So reich fällt unsere Ernte heuer aus

Rosenheim – Drei Körbe voller frischem Gemüse – so sieht die bisherige Bilanz in unserem Innpuls-Garten aus. Zucchini, Auberginen, Gurken, Petersilie und Bohnen wachsen heuer besonders üppig. Warum viele Hobbygärtner derzeit ebenfalls Grund zur Freude haben, weshalb die Landwirtschaft dennoch mit Sorgen auf die Ernte blickt – und warum sich ausgerechnet Zucchini sogar zu leckeren Brownies verarbeiten lassen, darüber berichten wir in diesem Beitrag.

Zucchini-Brownie neben gelber Zucchini auf Holztisch. Foto: Josefa Staudhammer

Zucchini in Kuchen – geht das? Ja, es gibt sogar viele leckere Kuchenrezepte mit diesem Gemüse – wie Zucchini-Brownie. Rezept findet Ihr weiter unten im Artikel. Foto: Josefa Staudhammer

Der Gang in den Garten gehört derzeit fast schon zur täglichen Routine. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht wieder eine Zucchini erntereif ist oder Bohnen gepflückt werden können. Auch die Auberginen entwickeln sich heuer prächtig und die Petersilie wächst so üppig, dass sie regelmäßig frisch in der Küche landet.

Mit unserer Freude über die Ernte dürften wir nicht allein sein. Gemüse aus dem eigenen Garten erfreut sich seit Jahren wachsender Beliebtheit. Nach Angaben der Bayerischen Gartenakademie bleibt die Tomate die unangefochtene Königin des Gemüsebeets. Direkt dahinter folgt die Zucchini, die wegen ihrer unkomplizierten Art und ihrer oft reichen Erträge in vielen Hobbygärten nicht fehlen darf.

Bayerns Gärten werden bunter

Wie die Bayerische Gartenakademie beobachtet, hat sich in den vergangenen Jahren einiges verändert. Stand früher vor allem die Selbstversorgung mit klassischem Gemüse im Mittelpunkt, wächst heute die Lust auf neue Sorten und außergewöhnliche Kulturen. Neben unterschiedlichen Bohnenarten finden sich immer häufiger Chili, Paprika oder sogar Wassermelonen in den Gärten. Verantwortlich dafür sind nicht nur die Freude am Ausprobieren, sondern auch die zunehmend warmen Sommer. Selbst alte Gemüsesorten erleben eine Renaissance – etwa bunte Möhren, gelbe oder geringelte Rote Bete oder historische Tomatensorten mit ungewöhnlichen Farben und Formen.

Auf den Feldern sieht die Lage oft anders aus

Während viele Hobbygärtner heuer zufrieden auf ihre Beete blicken, fällt die Bilanz der Landwirtschaft deutlich verhaltener aus. Der Bayerische Bauernverband rechnet für das Erntejahr 2026 vielerorts bestenfalls mit einer durchschnittlichen Ernte. Besonders Weizen und Raps litten unter der langen Trockenheit und den hohen Temperaturen. Je nach Region seien die Unterschiede sogar zwischen benachbarten Feldern groß. 

Für uns heißt es dagegen zumindest momentan: Die Erntekörbe füllen sich fast täglich. Und ganz ehrlich – wenn gleich mehrere Zucchini gleichzeitig reif werden, stellt sich irgendwann nicht mehr die Frage, ob es Zucchini gibt, sondern nur noch in welcher Form sie heute auf den Teller kommen.

Rezepttipp: Saftige Zucchini-Brownies

Zutaten

  • 120 g Zartbitterschokolade
  • 100 g Butter
  • 200 g Zucchini
  • 2 Eier
  • 100 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 100 g gemahlene Mandeln
  • 60 g Weizenmehl
  • 4 EL Backkakao
  • 2 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 70 g Schokotropfen

Zubereitung

Den Backofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Backform einfetten und leicht mit Mehl bestäuben.

Die Zartbitterschokolade grob zerkleinern und zusammen mit der Butter bei niedriger Hitze schmelzen. Anschließend etwas abkühlen lassen.

Die Zucchini waschen, trocken tupfen und grob raspeln.

Eier, Zucker und Vanillezucker einige Minuten schaumig schlagen, bis die Masse hell und cremig ist.

In einer zweiten Schüssel die gemahlenen Mandeln mit Mehl, Backkakao, Backpulver und einer Prise Salz vermischen. Die trockenen Zutaten zur Eiermasse geben und kurz unterrühren.

Nun die abgekühlte Schokoladen-Butter-Mischung einarbeiten. Zum Schluss die geraspelten Zucchini unterheben, bis ein gleichmäßiger, leicht zähflüssiger Teig entsteht.

Den Teig in die vorbereitete Backform füllen und die Schokotropfen darüberstreuen. Die Brownies etwa 25 bis 30 Minuten backen. Anschließend vollständig auskühlen lassen und in Stücke schneiden.

Tipp: Die Zucchini macht die Brownies besonders saftig – geschmacklich tritt das Gemüse dabei kaum in Erscheinung.

Passend dazu haben wir heute noch einen Rezepttipp für saftige Zucchini-Brownies – vielleicht ist das ja auch eine Idee für Eure nächste Ernte.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Eduard Staudhammer / Foto: Josefa Staudhammer)

Gervais, Rosenheim, ca. 1950

Gervais, Rosenheim, ca. 1950

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1950. Auf der historischen Aufnahme sehen wir zwei Fahrzeuge mit dem Schriftzug der Rosenheimer Gervais AG.

Die beiden Autos erzählen von einer Zeit, in der das Rosenheimer Traditionsunternehmen gerade einen großen Aufschwung erlebte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war das Werk in der Schönfeldstraße wieder vollständig in die Gervais AG integriert worden und entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem wichtigen Arbeitgeber und Milchverarbeiter der Region.

Gegründet worden war der Rosenheimer Standort bereits 1930. Die deutsche Gervais AG, die ursprünglich 1920 in Köln entstanden war, hatte damals wegen der Weltwirtschaftskrise den Import von Frischkäse aus Frankreich einstellen müssen. Um weiterhin produzieren zu können, übernahm das Unternehmen eine verschuldete Genossenschaftsmolkerei in Rosenheim. Ausschlaggebend für den Standort war unter anderem das große Milcheinzugsgebiet rund um die Stadt.

Vom kleinen Anfang zum Großbetrieb

Die Entwicklung war rasant: Während 1930 rund 500 Milchbauern etwa drei Millionen Liter Milch pro Jahr lieferten, stieg die verarbeitete Milchmenge bis 1949 auf rund 68.000 Liter täglich. In Spitzenzeiten waren es sogar mehr als 100.000 Liter am Tag.
Die Nachkriegszeit brachte eine kuriose Besonderheit mit sich: Im Rosenheimer Werk entstand zeitweise sogar die „Original Gervais Brennerei und Likörfabrik Rosenheim“. Aus dem bei der Milchverarbeitung anfallenden Milchzucker wurde Alkohol gewonnen, der unter anderem zu Likören wie „Old Bobby dry“ oder „Edelkirsch“ verarbeitet wurde.

Was genau auf dem historischen Foto im Hintergrund zu sehen ist, gibt uns etwas Rätsel auf. Wer dazu Infos hat, gerne unter dem Foto kommentieren. Die Umgebung wirkt wie ein Teil der damaligen Nachkriegsstadt. Sicher ist dagegen: Die Fahrzeuge mit dem Gervais-Schriftzug waren damals sichtbare Zeichen eines Unternehmens, das fest zum Rosenheimer Stadtbild gehörte.

Gervais, Danone und das Ende einer Ära

1967 fusionierte Gervais mit dem französischen Milchkonzern Danone. In Rosenheim wurden später bekannte Produkte hergestellt – darunter ab 1964 Hüttenkäse, ab 1973 Obstgarten und ab den 1980er-Jahren auch die beliebten Fruchtzwerge.

Nach mehr als 90 Jahren endete die Geschichte des Gervais-Danone-Werks in Rosenheim. Im August 2021 wurde der Standort wegen gesunkener Auslastung geschlossen. Das Gelände blieb der Lebensmittelbranche jedoch erhalten: Das Münchner Familienunternehmen A. Saumweber GmbH übernahm das Areal und produziert dort heute unter anderem Butterschmalz und körnigen Frischkäse.
Das historische Foto erinnert damit an eine Zeit, in der der Name Gervais untrennbar mit Rosenheim verbunden war.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Bildtext: Karin Wunsam)

Immer mehr Müll an Rosenheims Wertstoffinseln: Bußgelder sollen deutlich steigen

Immer mehr Müll an Rosenheims Wertstoffinseln: Bußgelder sollen deutlich steigen

Rosenheim – Alte Möbel, Restmüll, Sperrmüll oder andere Abfälle neben den Containern: Die Vermüllung an Rosenheims Wertstoffinseln nimmt zu. Die Stadt verzeichnet deutlich mehr Beschwerden und will künftig konsequenter gegen illegale Ablagerungen vorgehen. Besonders bei größeren Mengen könnte es künftig deutlich teurer werden.

Im gesamten Stadtgebiet gibt es 75 Wertstoffinseln für Glas, Papier und Leichtverpackungen. Die Container werden regelmäßig geleert, an stark frequentierten Standorten erfolgt die Reinigung nach Angaben der Stadt sogar an jedem Werktag. Trotzdem werden dort zunehmend Abfälle abgestellt, die nicht in die Sammelstellen gehören.
Als Beispiel nennt die CSU-Stadtratsfraktion, die einen Antrag zur Eindämmung der Vermüllung eingebracht hatte, die Wertstoffsammelstelle in der Stemplingerstraße. Dort seien Ende Mai rund 45 Kilogramm Tomatendosen abgestellt worden, die vermutlich einen gewerblichen Hintergrund gehabt hätten. Anfang Juni habe ein Bürger erneut auf Ablagerungen an derselben Stelle hingewiesen.

Beschwerden steigen deutlich

Auch die Stadt Rosenheim stellt eine zunehmende Vermüllung an den Wertstoffinseln fest. Da Hinweise über verschiedene Wege eingehen – etwa per E-Mail, Telefon, Schreiben oder persönliche Vorsprachen – wird die Zahl der Beschwerden geschätzt.
Im Jahr 2025 gingen laut Verwaltung rund 700 Beschwerden ein. Für das laufende Jahr rechnet die Stadt mit einer deutlichen Steigerung auf etwa 1.100 Meldungen.
Für die Stadt bedeutet das zusätzlichen Aufwand: Illegale Ablagerungen müssen entfernt, entsorgt und bearbeitet werden. Neben den höheren Entsorgungskosten entsteht auch zusätzlicher Verwaltungsaufwand. Das Problem betrifft dabei nicht nur Rosenheim. Nach Angaben der Verwaltung beobachten auch andere Kommunen eine Zunahme illegaler Ablagerungen an Wertstoffsammelstellen.

Detektei und Videoüberwachung liefern zahlreiche Verstöße

Dass die Stadt bereits gegen das Problem vorgeht, zeigen die Zahlen der seit Ende 2025 eingesetzten Detektei. Zwischen November 2025 und Juni 2026 gab es an 48 Einsatztagen mit rund 200 Stunden Aufwand insgesamt 184 Feststellungen.
Besonders im Fokus stand dabei unter anderem die Wertstoffinsel am Kaufland an der Äußeren Münchener Straße. In 167 Fällen wurden laut Stadt Bußgelder bis zu 320 Euro ausgesprochen. Die Verstöße betrafen überwiegend Rest- und Sperrmüllablagerungen. Häufig seien dabei Verursacher aus dem Landkreis Rosenheim festgestellt worden.
Auch die Videoüberwachung an der Wertstoffinsel Hochfellnstraße/ESV-Gelände bleibt ein Bestandteil der Kontrollen. Sie besteht bereits seit 2017. Im Jahr 2025 wurden dort rund 135 Verstöße geahndet, im laufenden Jahr bislang 59 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.
Eine flächendeckende Videoüberwachung aller Wertstoffinseln sei laut Verwaltung aus datenschutzrechtlichen und technischen Gründen nicht möglich. Außerdem sei die Auswertung der Aufnahmen mit erheblichem Aufwand verbunden.

Bei größeren Ablagerungen drohen künftig höhere Bußgelder

Im Ausschuss für Umwelt, Energie und Klimaschutz ging es deshalb auch um die Frage, ob die bisherigen Sanktionen noch ausreichen. Die Stadträte stimmten mehrheitlich der geplanten Vorgehensweise mit konsequenterer Ahndung von Verstößen und einer Ausweitung der Überwachung zu.
Besonders bei größeren illegalen Ablagerungen sollen die möglichen Bußgelder künftig deutlich steigen.

Nach dem Beschlussvorschlag sind folgende Staffelungen vorgesehen: Für das Einwerfen außerhalb der offiziellen Einwurfzeiten sollen weiterhin 35 Euro fällig werden.
Wer haushaltsübliche Mengen neben den Containern ablagert, soll künftig beim ersten Verstoß 50 Euro und beim zweiten Verstoß 100 Euro zahlen.
Deutlich höher fallen die vorgesehenen Beträge bei nicht haushaltsüblichen Mengen aus. Hier sollen künftig bereits beim ersten Verstoß 500 Euro und bei einem zweiten Verstoß 2.500 Euro möglich sein.

CSU-Fraktionsvorsitzender Dr. Wolfgang Bergmüller plädierte dafür, den vorhandenen Bußgeldrahmen bei besonders schweren Fällen konsequent auszuschöpfen. „Die Bußgelder müssen höher werden, damit die Leute merken, dass so was nicht geht“, sagte Bergmüller.

Stadt setzt weiter auf Kontrollen und Information

Neben der Verschärfung der Bußgelder soll auch die Kontrolle ausgeweitet werden. Die Verwaltung plant, den Einsatz der Detektei an den derzeit rund zehn Problemstandorten fortzuführen und auszubauen.
Zusätzlich sollen neue Schilder mit leicht verständlichen Piktogrammen auf die richtige Nutzung der Wertstoffinseln und die Überwachung hinweisen. Auch die Abfallberatung und eine Social-Media-Kampagne sollen künftig stärker für eine korrekte Entsorgung sensibilisieren.

Ob die höheren Bußgelder Wirkung zeigen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Klar ist bereits jetzt: Die Vermüllung der Wertstoffinseln beschäftigt die Stadt weiter – und dürfte auch künftig immer wieder Thema in den politischen Gremien bleiben.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)

Rosenheims Eschen unter Druck: Warum 22 Bäume weichen müssen

Rosenheims Eschen unter Druck: Warum 22 Bäume weichen müssen

Rosenheim – 58 Bäume stehen in Rosenheim auf der Liste der geplanten Fällungen für 2026. Doch eine Zahl fällt besonders auf: 22 davon sind Eschen. Dahinter steckt nicht nur eine Frage der Verkehrssicherheit, sondern auch die Zukunft einer Baumart, die seit Jahren mit einer gefährlichen Pilzkrankheit kämpft.

Im Ausschuss für Umwelt, Energie und Klimaschutz wurde über geplante Baumfällungen, Pflegemaßnahmen und Ersatzpflanzungen auf städtischen Flächen informiert. Die Maßnahmen sollen voraussichtlich ab September 2026 beginnen. Ersatzpflanzungen sind – abhängig von der Witterung – für Herbst/Winter 2026/2027 vorgesehen.
Die angekündigten Maßnahmen betreffen ausschließlich städtische Bäume auf öffentlichen Flächen. Private Grundstücke sind davon nicht betroffen.

22 Eschen auf der Fällliste

Von den insgesamt 58 Bäumen, die in der Sitzungsvorlage aufgeführt sind, handelt es sich bei 22 um Eschen. Diese Zahl war Anlass für Innpuls.me, bei der Stadt Rosenheim zur aktuellen Situation dieser Baumart im Stadtgebiet nachzufragen.

Das Eschentriebsterben ist seit Jahren ein europaweites Problem. Verursacht wird die Baumkrankheit durch den Pilz Hymenoscyphus fraxineus. Er befällt zunächst Blätter und Triebe. Bei fortschreitendem Befall können Äste absterben und weitere Schäden entstehen, die auch die Stand- und Bruchsicherheit eines Baumes beeinflussen können.

Die Stadt Rosenheim weist darauf hin, dass das Eschentriebsterben kein spezielles Rosenheimer Problem sei, sondern zahlreiche Regionen betrifft. Eschen werden nach Angaben der Stadt aber nicht allein aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu dieser Baumart gefällt. Entscheidend sei die individuelle Bewertung des Baumes sowie dessen Stand- und Verkehrssicherheit.

Keine eigene Statistik zu Rosenheims Eschen

Wie viele Eschen aktuell im Rosenheimer Stadtgebiet stehen, kann die Stadt nicht beziffern. Eine entsprechende Übersicht gibt es nach Angaben der Verwaltung nicht. Auch die Zahl der in den vergangenen Jahren gefällten Eschen wird nicht separat erfasst.
Für die Bewertung eines Baumes sei vor allem dessen Vitalität ausschlaggebend. Besondere Bewertungsmaßstäbe aufgrund des Eschentriebsterbens gebe es nach Angaben der Stadt nicht.

Die Situation zeigt dabei einen schwierigen Zielkonflikt: Einerseits müssen Städte die Sicherheit von Menschen im öffentlichen Raum gewährleisten. Andererseits gehört die Esche zu den ökologisch besonders wertvollen heimischen Baumarten. Mit ihren großen Kronen spendet sie Schatten, kann zur Abkühlung im Stadtgebiet beitragen und bietet zahlreichen Insekten, Vögeln und anderen Tieren Lebensraum. Wissenschaftliche Untersuchungen gehen davon aus, dass mehrere hundert Tier- und Pflanzenarten direkt oder indirekt von der Esche profitieren.
Verschwindet die Baumart großflächig, können auch Lebensräume und Nahrungsgrundlagen für spezialisierte Arten verloren gehen.

Hoffnung durch widerstandsfähige Bäume

Die Zukunft der Esche beschäftigt auch die Forschung. Dabei richten sich die Hoffnungen auf einzelne Bäume, die trotz des Pilzbefalls gesund bleiben. Diese widerstandsfähigeren Exemplare könnten langfristig helfen, die Baumart zu erhalten. Wissenschaftler suchen deshalb gezielt nach solchen sogenannten Plusbäumen. Aus ihnen sollen Erkenntnisse gewonnen und langfristig widerstandsfähigere Eschenbestände aufgebaut werden.

Auch die Stadt Rosenheim verweist auf diese Möglichkeit. Man hoffe, dass einzelne Eschen Resistenzen gegen den Pilz entwickeln oder diese durch gezielte Selektion erreicht werden können.
Ein eigenes Erhaltungsprogramm für Eschen gibt es aber nach Angaben der Stadt derzeit nicht. Bei Ersatzpflanzungen setzt die Stadt auf andere Baumarten, die sich aus ihrer Sicht besonders für das Stadtklima eignen.

Streitpunkt Ersatzpflanzungen

Als Ersatz für zu fällende Eschen sind unter anderem Hainbuchen der Sorte Carpinus betulus ‚Frans Fontaine‘ vorgesehen. Die schmal wachsende Form der heimischen Hainbuche eignet sich besonders für Standorte mit begrenztem Platzangebot.
Genau diese Ersatzpflanzung sprach in der Ausschusssitzung AfD-Stadtrat Bernhard Bonneberg an. Er gab zu bedenken, dass die neuen Bäume langfristig nicht die gleiche Dimension wie eine Esche erreichen würden. „Die Esche zählt mit bis zu 40 Metern zu den höchsten heimischen Laubbäumen in ganz Europa. Langfristig wäre es schön, wenn wir auch noch so hohe Bäume in der Stadt haben, aber Hainbuchen erreichen nur eine Höhe von 20 bis 25 Metern“, sagte Bonneberg.

Die Diskussion um die 22 Eschen zeigt damit ein größeres Thema: Es geht nicht nur um einzelne Baumfällungen, sondern auch um die Frage, welche Baumarten künftig das Rosenheimer Stadtbild prägen werden.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)