Migranten zu Fuß auf Autobahn A 8 unterwegs

Migranten zu Fuß auf Autobahn A 8 unterwegs

Raubling / Landkreis Rosenheim – Fünf Migranten liefen am Dienstagmorgen (10.6.2025) zu Fuß auf der Autobahn A 8 in Höhe Raubling (Landkreis Rosenheim). Die Bundespolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Pressemitteilung im Wortlaut:
Die Bundespolizei hat nach einer Absetzung von illegal eingereisten Migranten am Dienstagmorgen (10. Juni) die Ermittlungen wegen Einschleusens von Ausländern aufgenommen. Fünf Afghanen waren zuvor von der Landespolizei an der A8 auf Höhe Raubling in Gewahrsam genommen worden, nachdem sie auf der Autobahn gelaufen waren.

Die durch einen Autofahrer alarmierten Beamten der Landespolizei brachten die mutmaßlich Geschleusten zu der für Schleusungsdelikte zuständigen Bundespolizeiinspektion in Rosenheim. Die Afghanen im Alter von 15 bis 25 Jahren gaben an, sie seien in Serbien von Schleusern in einen Lkw verfrachtet worden. Von dort seien sie ohne Zwischenstopp, auf der Ladefläche zwischen dicken Metallrohren, bis nach Deutschland gefahren. Für diesen Teilabschnitt der Schleusung hätten die „Organisatoren“ 800 Euro pro Person verlangt. Der genaue Hergang sowie Informationen zu den Hintermännern sind noch Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen konnten ein 15-jähriger und zwei 17-jährige Afghanen an das Jugendamt in Rosenheim übergeben werden. Die zwei 18- bzw. 25-Jährigen wurden an eine Aufnahmeeinrichtung in München weitergeleitet.
(Quelle: Pressemitteilung Bundespolizei / Beitragsbild: Symbolfoto re)

RoMed Kliniken: Pflege praxisnah gestalten mit Haltung, Herz und Hightech

RoMed Kliniken: Pflege praxisnah gestalten mit Haltung, Herz und Hightech

Rosenheim – Theorie und Praxis: Wo Pflege gelernt wird, zählt beides. Bei der Premiere des Rosenheimer Symposiums zur Praxisanleitung der RoMed Kliniken wurde deutlich, worauf es in der Ausbildung ankommt: nicht nur die Schulbank drücken, sondern auch auf Begleitung bei praktischen Einsätzen durch Lehrer.

Über 60 Praxisanleiter folgten der Einladung von Martina Rost, Leiterin der RoMed Fort- und Weiterbildung und Organisator Stefan Rotter, fachlicher Leiter der Praxisanleitung. Sie erwartete ein abwechslungsreiches Programm mit aktuellen Themen, fachlichem Austausch und viel Raum zum Netzwerken.

Praxisanleitung von hoher Relevanz für die Pflege

Von Erfahrung profitieren und dem Zeit- und Technikgeist folgen – das gilt auch für die Praxisanleitung in der Pflege. In seiner Rede betonte Hans Albert, Pflegedienstleiter des RoMed Klinikums Rosenheim, wie entscheiden eine gute Anleitung für den Verbleib junger Fachkräfte im Beruf sei. Sein Dank galt allen, die sich für die Ausbildung engagieren, ebenso wie den Organisatoren des Symposiums als einem Ort der Begegnung. Einen Impuls für den Tag setzte anschließend Martina Rost: „Fünf Aha-Erlebnisse und fünf neue Kontakte“ – so lautete das Tagesziel und zugleich der Ansporn, offen ins Gespräch zu gehen, zu reflektieren und dazuzulernen. Für viele Teilnehmer erwies sich das als leicht erfüllbar.

Was gute Anleitung heute ausmacht

Den Auftakt machte Stefan Brunner von der Technischen Hochschule Deggendorf und dort Leiter des Referats Praxislehre Pflege. Mit seinem wissenschaftlichen Blick beleuchtete er die Geschichte des Lehrens und Anleitens und die Entwicklungen über die Jahrzehnte. Humorvoll und teils provokant legte er dar, was einen guten Lehrer ausmacht. „Bilden und helfen“ statt „Erziehen und maßregeln“, so sein Plädoyer.

KI im Pflegealltag: Werkzeuge, die den Unterschied machen

Wie rasant sich die Gestaltung von Lehraufträgen in der Pflege verändert, machte auch Andreas Riederer deutlich – Master-Coach mit langjähriger Erfahrung als Fachpflegekraft in der Intensiv- und Anästhesiepflege. „ChatGPT ist für die Pflege gemacht“, so seine gute Nachricht. In der Praxisanleitung spiele KI eine immer größere Rolle in Kommunikation und Wissensvermittlung. Wie sich der Einsatz konkret gestalten lässt, zeigte eine Live-Demonstration anhand von Beispielen aus dem Publikum. Klar wurde dabei: Wer KI gezielt nutzt, schafft Freiräume, steigert die Effizienz und gewinnt neue Denkanstöße. Gleichzeitig braucht es neue Kompetenzen, um zur souveränen KI-Manager zu werden.
Ein weiteres Beispiel für den Einsatz digitaler Tools in der Praxisanleitung ist VAR Healthcare: Das evidenzbasierte System aus Norwegen spart Zeit, gibt Sicherheit und hält pflegerisches Wissen stets aktuell. Es bietet Handlungsempfehlungen, Literaturquellen und Wissenstests zu einer Vielzahl relevanter Themen. Bei RoMed ist VAR Healthcare seit 2023 im Einsatz – ein weiterer Beleg dafür, wie digitale Werkzeuge helfen, komplexe Anforderungen im Pflegealltag effizient zu meistern. Friederike Kayser-Büker, Leiterin der praktischen Ausbildung Pfege, und Felicitas Reitmeier von der Zentralen Praxisanleitung treiben das Projekt mit großem Engagement voran und gaben beim Symposium praxisnahe Einblicke.

Wege in die Pflegezukunft

Die Gegebenheiten annehmen wie sie sind und aus dem weniger an Zeit und Personal mehr machen: Dafür plädiert Judith Hantl-Merget, Pflegedirektorin der RoMed Kliniken. Die Schnelllebigkeit der Veränderungen erfordere innovative Ansätze. „Aufgabenprofile und Rollenbilder werden sich gerade in der Pflege in den nächsten Jahren stark verändern“, so Hantl-Merget. „Deshalb ist es wichtig, neue Wege zu gehen und Mitarbeitende aktiv einzubinden – etwa durch Projektgruppen.“ Ein Beispiel: Bei RoMed kam ein humanoider Roboter aus dem Innolab der Stadt München zum Einsatz. Und an allen vier Standorten entlasten inzwischen aktive Exoskelette die Pflegekräfte bei körperlich herausfordernden Tätigkeiten.

Gemeinsam stark: Interdisziplinär denken und handeln

In ihrem Vortrag zu Stomatherapie und Kontinenzstörung lenkte Gabriele Gruber, fachliche Leitung der Stomatherapie den Fokus auf ein praktisches Anwendungsgebiet. Dabei plädierte sie für eine ganzheitliche Beratung und funktionierende Strukturen sowie eine interdisziplinäre Zusammenarbeit. Nur so könnten Patienten für die Selbstversorgung fit gemacht und ihre Lebensqualität verbessert werden.
Dass Gutes am besten gemeinsam entsteht, zeigt die Kooperation von RoMed mit der Technischen Hochschule Rosenheim. Gemeinsam bieten sie seit mehreren Jahren den Bachelorstudiengang Pflegewissenschaft an, eine siebensemestrige Kombination aus theoretischem Studium und praktischer Ausbildung. Zum Thema „Pflegende Zugehörige“ präsentierte Studiengangsleiterin Prof. Dr. Katharina Lüftl neueste Studienergebnisse. Rund 86 Prozent der sechs Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werden heute zu Hause versorgt. Die Hälfte davon von sogenannten pflegenden Zugehörigen, meist einer einzelnen Person im fortgeschrittenen Alter. Praxisnah, empathisch und mit der Einladung ans Plenum, eigene Erfahrungen mitzuteilen, gelang Lüftl ein Vortrag, an den viele der Anwesenden emotional anknüpfen konnten. Im Fokus: das Rollenverständnis pflegender Angehöriger, ihre Belastungen und die Frage, wie sich diesen entgegenwirken lässt.

Lernlust statt Lernlast

Trotz fortgeschrittener Stunde blieb die Energie im Raum spürbar, vielleicht dank Kaffee und Kuchen, sicher aber wegen Julian-Anselm Bayer. Der Leiter der P.E.G. Akademie München überzeugte mit einem dynamischen und humorvollen Abschlussvortrag. Seine klare Botschaft: Den komplexen Anforderungen in Beruf und Privatleben, dem Zeitdruck und der rasanten Digitalisierung mit einem aktiveren, motivierenden und flexibleren Lernen begegnen.
(Quelle: Pressemitteilung RoMed Kliniken / Beitragsbild: Hungrig auf Wissen – und Wissen macht hungrig. Martina Rost (li), Leiterin der RoMed Fort- und Weiterbildung und Stefan Rotter (re), Fachliche Leitung Praxisanleitung bei RoMed Fort- und Weiterbildung im Austausch anlässlich des 1. Rosenheimer Symposiums Praxisanleitung. Copyright RoMed Kliniken)

Stadtfest Rosenheim 2025 mit Musik, Genuss und Spaß

Stadtfest Rosenheim 2025 mit Musik, Genuss und Spaß

Rosenheim – Musik, Genuss und Spaß: Das Rosenheimer Stadtfest 2025 findet am 27. und 28. Juni in der Innenstadt statt. Veranstalter ist das City-Management Rosenheim gemeinsam mit der Stadt Rosenheim.

Nach der Eröffnung durch Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März am Freitag, 27. Juni um 17 Uhr sorgt Kult DJ George Townston auf dem Max-Josefs-Platz mit einer musikalischen Reise nach Ibiza für einen entspannten Start ins Stadtfestwochenende.

Auch der Salzstadel beginnt bereits ab 17:30 Uhr mit einer „Alternative Area“. Los geht es mit Folk-Punk und „SÆTAS“ gefolgt von One-Man-Blues mit „Wanted Wolf“. Blues und Rock’n’Roll erwartet die Zuhörer anschließend bei „Yes Ma’am!“. Der Abend endet mit „Angry Zeta“ und einer kraftvollen Mischung aus Folk, Punk und Bluegrass.
Der Salinplatz lädt ab 12 Uhr mit der Partnerstadt Lazise zum zweitägigen Weinfest bei italienischem Flair ein. Die „Roberta-Band“ sorgt hier ab 18 Uhr für Stimmung. Soulliebhaber kommen ab 19:30 Uhr am Ludwigsplatz mit der leichtfüßigen Musik der Band „Soul Sofa“ auf ihre Kosten.

Parkfest für Kinder und Jugendliche im Salingarten

Am Samstag, 28. Juni., weitet sich das Fest dann auf viele weitere Straßen und Plätze in der Innenstadt aus. Der Rosenheimer Stadtjugendring veranstaltet im Salingarten ab 11 Uhr sein Parkfest und zahlreiche Kinder- und Jugendverbände bieten ein buntes Programm. Zudem gibt es kreative und sportliche Mitmachaktionen für Kinder und Jugendliche jeden Alters.
Der Max-Josefs-Platz steht ab 10.45 Uhr im Zeichen von bayerisch-traditioneller Unterhaltung regionaler Gruppen und Auftritten örtlicher Tanzschulen und -vereine. Danach heißt es ab 17  Uhr „Studio on Stage“ mit dem „Jazzkollektiv München & Bad Aibling“. Mitmachen ist erwünscht und Einsteiger sind willkommen.
Zum  Abschluss spielt ab 20 Uhr „Just Duty Free“ Coversongs aus Rock und Pop für das Stadtfestpublikum.
Gute-Laune-Musik für jeden Geschmack spielen am Ludwigsplatz ab 15.40 Uhr die Musiker von „Sundowner“, „A Taste of Funky Reflection“, „Salome Fur“ und „Men oft he YEAH!“.
Sportlich wird es ab 13 Uhr in der gesperrten Kaiserstraße. Das Team „Bananenflanke“ wird erstmalig mit einem mobilen Fußballfeld am Stadtfest teilnehmen und freut sich über zahlreiche Zuschauer.
Am Salzstadel musizieren ab 13 Uhr die Jugend-Stadtkapelle und die Musikschlümpfe. Um 16 Uhr folgt ein himmeblabla Live-Podcast mit Stargast „Meister Eder“ Florian Brückner. Am Abend legt ab 18 Uhr DJ H. Musicbox ganz nach den Wünschen seiner Gäste von Disco Fox über Latein bis Linedance auf und es kann das Tanzbein geschwungen werden.

Das Esbaumviertelfest bietet ab 10  Uhr kulinarische Leckereien neben musikalischer Unterhaltung.
Autofahrer können bis zu einer Stunde kostenfrei in den Städtischen Parkhäusern parken. Um einen möglichst autofreien Stadtfestbereich zu realisieren, werden ab Freitag, 17 Uhr die Ruedorfferstraße, die Kaiserstraße vom Kreisel bis zur Ruedorfferstraße, sowie ein Teil der Adlzreiterstraße gesperrt.
(Quelle: Pressemitteilung City-Management Rosenheim / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)

Feuer beschädigt mehrere Einfamilienhäuser in Oberbergkirchen

Feuer beschädigt mehrere Einfamilienhäuser in Oberbergkirchen

Oberbergkirchen / Landkreis Mühldorf am Inn – Am frühen Donnerstagmorgen (12.6.2025) beschädigte ein ausgebrochenes Feuer vier Einfamilienhäuser in Oberbergkirchen (Landkreis Mühldorf). Drei <Personen wurden leicht verletzt. 

Die Pressemitteilung im Wortlaut:
Am Donnerstag (12. Juni 2025), gegen 1.45 Uhr, ging bei der Integrierten Leitstelle Traunstein die Mitteilung über den Brand einer Garage in Oberbergkirchen ein. Die sofort alarmierten regionalen Feuerwehren stellten nach deren Ankunft fest, dass das Feuer bereits auf das an die Garage angebaute Einfamilienhaus übergegriffen hatte. Trotz dem raschen und professionellen Eingreifen der Einsatzkräfte breiteten sich die Flammen auf drei weitere benachbarte Objekte aus. Nach mehrstündigen Löscharbeiten konnte der Brand abgelöscht werden.
Nach derzeitigen Erkenntnissen wurden im Zuge der Löscharbeiten drei Helfer der Feuerwehr leicht verletzt. Die Bewohner der betroffenen Wohnanwesen konnten ihr „zu Hause“ eigenständig und nach derzeitigen Erkenntnissen unverletzt verlassen. Drei der vier beschädigten Objekte sind derzeit nicht bewohnbar. Der entstandene Sachschaden wird auf einen niedrigen siebenstelligen Euro-Betrag geschätzt.

Die ersten Maßnahmen vor Ort erfolgten durch die örtlich zuständige Polizeiinspektion Mühldorf am Inn. Noch in der Nacht übernahmen Beamte des Kriminaldauerdienstes der Kriminalpolizeiinspektion Traunstein die weiteren Ermittlungen in dieser Sache. Diese werden nun von den Brandfahndern des zuständigen Fachkommissariats 1 der Kriminalpolizeistation Mühldorf am Inn fortgesetzt. Unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein ist nun unter anderem die Brandursache Gegenstand der kriminalpolizeilichen Untersuchungen.

In Zusammenarbeit mit Spezialkräften des Fachkommissariats für Spurensicherung sowie Sachverständigen des Bayerischen Landeskriminalamtes folgen nun zeitnah weitere Ermittlungen am Brandort. Hinweise auf ein vorsätzliches Brandstiftungsdelikt liegen derzeit nicht vor. Die Ermittlungen in dieser Sache dauern an.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Sonnwend-Musikantentreffen in Bad Aibling

Sonnwend-Musikantentreffen in Bad Aibling

Bad Aibling / Landkreis Rosenheim – Highlight im Rahmen der „Volksmusik im Brunnenhof“-Reihe in Bad Aibling. Am Donnerstag, 26. Juni, von 19 bis 21:30 Uhr spielen die Ebrachtaler Tanzlmusi, die Geschwister Vordermayer und die Sundergauer Geigenmusi gemeinsam beim Sonnwend-Musikantentreffen.

Vor genau 40 Jahren ist die Ebrachtaler Tanzlmusi das erste Mal aufgetreten. Aus Ebersberg stammend, treten sie heute noch nahezu in Originalbesetzung auf. In ihrem Repertoire befinden sich Eigenkompositionen von Peter Reichert und Stücke aus Bayern und Österreich. Mit viel Herzblut leben die Musikanten zeitlose Volksmusik.
Geprägt durch Brauchtum und Musik in der Familie sind die Geschwister Benedikt, Regina und Martin schon in jungen Jahren zum mehrstimmigen Singen und Musizieren gekommen. Da alle mehrere Instrumente spielen gestalten die Geschwister Vordermayer ihr Liedeinspiel, meistens mit Ziach und Harfe selber. 
Die Sundergauer Geigenmusi ist in Oberbayern in den Landkreisen Ebersberg und Rosenheim beheimatet. Die Gruppe stellt sich zusammen aus Lisi Herzog aus Willing bei Bad Aibling (1. Geige), Kathi Stümpfig aus Bolkam bei Hohenthann (2. Geige), Fini Messerer aus Antholing (Hackbrett) und Barbara Neuner aus Stroblberg (Kontrabass). Begleitet werden sie von Johanna Wirl aus Berbling an der Harfe.
Als Sprecher leitet Peter Reichert von der Ebrachtaler Tanzlmusi durch den Abend. Der Eintritt ist, Spenden sind erbeten.
Musiziert wird draußen im Brunnenhof, die Plätze sind überdacht. Bei schlechtem Wetter und kühlen Temperaturen wird im Restaurant des Kurhauses gespielt. Mehr Infos und das gesamte Sommerprogramm sind auch online unter www.bad-aibling.de/kultur-events zu finden.
(Quelle: Pressemitteilung AIB-KUR GmbH & Co. KG / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Rosenheimer Wirtschaft fordert Augenmaß bei Gewerbesteuerhebesätzen

Rosenheimer Wirtschaft fordert Augenmaß bei Gewerbesteuerhebesätzen

Rosenheim – Klamme Kassen sorgen für einen Negativrekord in Oberbayern: So viele oberbayerische Kommunen wie noch nie haben im vergangenen Jahr ihre Gewerbesteuerhebesätze erhöht – auch im Landkreis Rosenheim sind sechs Kommunen diesen Schritt gegangen. Während die Stadt Rosenheim bei ihrem langjährigen Hebesatz von 400 Prozent blieb, erhöhten unter anderem Bad Aibling, Kolbermoor und Neubeuern ihre Gewerbesteuerhebesätze auf jeweils 400 Prozent – die höchsten Werte im Landkreis. Das zeigt eine jüngste Auswertung der IHK für München und Oberbayern. Mit 300 Prozent erhoben Amerang, Rohrdorf und Tuntenhausen den niedrigsten Gewerbesteuerhebesatz im Landkreis.

Angesichts der zunehmenden finanziellen Engpässe bei zeitgleich weiter steigenden Kosten und Ausgaben der Städte und Gemeinden hatte die IHK bereits befürchtet, dass auch in der Region die Hebesätze steigen könnten. Andreas Bensegger, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Rosenheim, fordert daher Augenmaß. „Dass der Großteil der Gemeinden und Städte angesichts ihrer finanziellen Lage unter Druck steht, ist nachvollziehbar. Die Haushaltslöcher dürfen aber nicht auf dem Rücken der heimischen Unternehmen gestopft werden“, sagt Bensegger.

„Jegliche Steuererhöhung kommt zur Unzeit“

Im Jahr 2024 betrug der durchschnittliche Gewerbesteuerhebesatz im Landkreis Rosenheim 342 Prozent und entspricht damit dem oberbayerischen Durchschnitt.
Gesetzlich ist den Gemeinden bundesweit ein Mindesthebesatz von 200 Prozent vorgeschrieben, den die neue Bundesregierung laut ihrem Koalitionsvertrag auf 280 Prozent erhöhen will. „Jegliche Steuererhöhung kommt zur Unzeit. Unsere heimische Wirtschaft steckt noch immer in der Dauerstagnation fest, die Investitionsbereitschaft liegt nahe dem Nullpunkt. Energie- und Arbeitskosten sind im internationalen Vergleich an der oberen Grenze, Deutschland ist schon jetzt für Unternehmen ein Hochsteuerland und die Flut an Bürokratie schlichtweg erdrückend. Wenn Kommunen in dieser für alle Seiten herausfordernden Zeit ihre Gewerbesteuerhebesätze nach oben schrauben, verschärft das die wirtschaftliche Lage. Ihre Liquidität brauchen die Unternehmen für Zukunftsinvestitionen und Innovationen, was die neue Bundesregierung erkannt hat und deshalb Entlastungen auf den Weg bringen will“, so Bensegger.
Der Regionalausschussvorsitzende macht deutlich: „Junge Firmen, Gründerinnen und Gründer ebenso wie die alteingesessenen Unternehmen brauchen Rückenwind und keinen Gegenwind durch höhere Steuern – ansonsten suchen sie sich für ihre weitere Entwicklung einen anderen Standort. Das dürfen wir nicht riskieren.“

Insgesamt nahm die Stadt Rosenheim im vergangenen Jahr über die Gewerbesteuer rund 57 Millionen Euro ein, wegen der wirtschaftlichen Flaute etwa sieben Millionen Euro weniger im Jahr 2023. Die Kommunen im Landkreis Rosenheim erhielten in Summe rund 200 Millionen Euro an Gewerbesteuer und damit genauso viele Einnahmen wie 2023. Von der angegebenen Summe müssen die Kommunen eine Gewerbesteuerumlage an Bund und Länder abführen, im vergangenen Jahr waren das für die Stadt Rosenheim etwa fünf Millionen Euro und für die Landkreiskommunen 21 Millionen Euro. Die Netto Gewerbesteuereinnahmen (nach Abzug der Umlage) standen 2024 für etwas weniger als die Hälfte der städtischen Steuereinahmen und für 45 Prozent auf Landkreisebene.

In vielen Kommunen spielen bei den aktuellen Diskussionen über höhere Gewerbesteuern die steigenden Kreisumlagen eine große Rolle. Über die Kreisumlage werden die Kommunen an den Ausgaben ihrer Landkreise beteiligt, die keine eigenen Steuereinnahmen haben. Die Kreisumlagen sind in den vergangenen Jahren oftmals deutlich angestiegen, unter anderem durch höhere Kosten für Krankenhäuser, in der Kinder- und Jugendhilfe sowie für die Unterbringung und Integration von Geflüchteten.
Grundlage der IHK-Auswertung sind die Daten zu den Gewerbesteuerhebesätzen und Gemeindefinanzen, die regelmäßig vom Bayerischen Landesamt für Statistik veröffentlicht werden.

Mehr Wildnis wagen: Naturgärten können der Trockenheit trotzen

Mehr Wildnis wagen: Naturgärten können der Trockenheit trotzen

Hilpoltstein / Bayern – Trockenheit hat Folgen für Gärten: ausgedörrte Böden, braune Rasenflächen, überhitzte Schotterflächen. Damit Gärtner in den kommenden Sommermonaten nicht auf staubtrockenen Rasen oder verdorrte Pflanzen schauen, gibt der LBV praktische Tipps für blühende, klimaresiliente Gärten. 

„Mit einem naturnahen Garten schaffen wir nicht nur ein grünes Refugium für uns selbst, sondern auch lebenswichtige Trittstein-Biotope für viele Tierarten. Diese nutzen Gärten als Zwischenstation zum nächsten größeren Lebensraum“, erklärt LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson. „So entsteht ein Netzwerk aus Rückzugsräumen, das die Artenvielfalt stärkt – und wir Menschen profitieren an heißen Tagen von einer kühlen, grünen Oase.“
Ein zentraler Aspekt klimaangepassten Gärtnerns ist der Schutz des Bodens vor dem Austrocknen. Leider sieht man in privaten Gärten häufig immer noch kurz geschorenen Zierrasen. „Kurzer Rasen trocknet im Sommer rasch aus und erfordert viel Bewässerung“, sagt die LBV-Biologin. „Wesentlich nachhaltiger ist es, den Rasen höher stehen zu lassen oder – noch besser – eine artenreiche Blühwiese zuzulassen.“ Diese benötigt nur in geringem Maß Wasser. Das Grün schützt den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung, der so besser die Feuchtigkeit speichern kann.

Schottergärten verschärfen Hitzestress

Manche Hausbesitzer entscheiden sich dafür, einen Schottergarten anzulegen, der größtenteils aus Steinen und Kies besteht, oft sogar ohne Pflanzen. Der LBV warnt hier, denn diese kahle Gartengestaltung besteht nicht in Zeiten von Hitze, Trockenheit und plötzlichen Starkregenereignissen. „Der Schotter heizt sich im Sommer stark auf, Wasser kann nur sehr schwer versickern und der Boden wird verdichtet und langfristig zerstört. Insekten, Vögel und andere Gartentiere finden in diesen Steinwüsten weder Nahrung noch Lebensraum“, mahnt Angelika Nelson. Auch sind Schottergärten nicht so pflegeleicht, wie viele hoffen, denn sie müssen regelmäßig von Algen und Pflanzenaufwuchs befreit und gereinigt werden.

Wasser gezielt und sparsam einsetzen

Gerade in Dürrezeiten ist eine angepasste Bewässerung entscheidend. Am effektivsten ist es, in den kühleren Morgen- oder Abendstunden gezielt und wurzelnah zu gießen, lieber selten und ausgiebig als häufig und oberflächlich. Regenwasser aus Tonnen oder Zisternen zu nutzen, spart nicht nur Trinkwasser, sondern schont auch den Geldbeutel. Wasser lässt sich auch zur Kühlung nutzen: Ein Gartenteich verdunstet Feuchtigkeit und senkt die Umgebungstemperatur – idealerweise liegt er an einem halbschattigen, ebenen Platz. „Ein Teich ist bei Igeln, Vögeln und Libellen sehr beliebt. Wichtig sind flache Uferzonen, damit die Tiere zum Trinken leicht ans Wasser gelangen können, ohne hineinzufallen“, sagt die LBV-Biologin.

Pflegeleichte Pflanzenvielfalt

Heimische, insektenfreundliche Stauden sind unverzichtbar im klimarobusten Naturgarten. Sie sehen nicht nur hübsch aus und benötigen wenig Pflege, sondern bieten auch wertvollen Pollen und Nektar für Schmetterlinge, Wildbienen und andere Insekten. „Mit Arten wie Natternkopf, Wiesen-Flockenblume und Wiesensalbei spart man sich das Gießen und Düngen, denn viele dieser standorttypischen Pflanzen kommen mit trockenen, nährstoffarmen Böden gut zurecht. Nur bei großer Hitze ist zusätzliches Gießen nötig“, rät Nelson.

Für Schattenplätze sorgen

Naturnahe Gärten spenden nicht nur Menschen, sondern auch Tieren und Pflanzen wertvollen Schatten. „Damit sich die Pflanzen im Garten gegenseitig etwas beschatten, sollte man diese gestaffelt nach Wuchshöhe platzieren. Als größte Pflanzen eignen sich Gehölze, wie der Sommerwärme liebende Feldahorn. Vor die Bäume werden Sträucher wie Kornelkirsche und Holunder gesetzt. Die niedrigste Stufe bilden heimische Stauden wie Schafgarbe oder Fetthenne“, so ein weiterer Tipp der LBV-Biologin. Alle Pflanzen erhalten so Sonne, aber keiner wird es zu warm. Ein Bonuspunkt: Insekten und Vögel finden darin Futter sowie Unterschlupf.
Weitere Tipps für den klimarobusten Naturgarten gibt es unter www.lbv.de/garten-im-klimawandel.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Flüchtlingsunterkunft Rott am Inn: BI lädt prominente Politiker zur „Erfahrungssimulation“ ein

Flüchtlingsunterkunft Rott am Inn: BI lädt prominente Politiker zur „Erfahrungssimulation“ ein

Rott am Inn / Landkreis Rosenheim – Der Eilantrag der Gemeinde Rott am Inn (Landkreis Rosenheim) gegen die geplante Sammelunterkunft für 270 Geflüchtete im Gewerbegebiet Eckfeld wurde abgelehnt. Die Bürgerinitiative (BI) „Rott Rot(t)iert“ reagiert auf diese Nachricht nun mit einem besonderen Einfall: Sie lädt prominente Politiker zu einer 24-stündigen „Erfahrungssimulation“. 

„Wir bedauern dieses Urteil zutiefst“, erklärt ein Sprecher der Bürgerinitiative in einer Pressemitteilung. Es lasse außer Acht, dass eine derart große Unterkunft die Kapazitäten der Gemeinde bei Weitem überfordere – sowohl infrastrukturell als auch sozial. Rott am Inn sei weder mit dem nötigen Wohnraum noch mit ausreichender medizinischer oder sozialer Infrastruktur ausgestattet, um eine so hohe Zahl an Schutzsuchenden verantwortungsvoll aufnehmen zu können.
Die Bürgerinitiative ist überzeugt: „Würde ein Vor-Ort-Termin mit Entscheidungsträgern stattfinden, können die konkreten Sorgen der Bürger – von Sicherheitsaspekten über Verkehrsprobleme bis hin zu integrationspolitischen Fragen nachvollziehbar und sichtbar gemacht werden“.

BI lädt zur „Erfahrungssimulation“ ein

In diesem Sinne entstand nun die Idee für eine besondere Initiative: „Am 28. Juni 2025 laden wir prominente Persönlichkeiten aus lokaler, Landes- und Bundespolitik zu einem 24-stündigen Ehrfahrungssimulation ein, um die Belastungen und Herausforderungen, denen Schutzsuchende ausgesetzt sind, erfahrbar zu machen“; heißt es in einer weiteren Pressemitteilung Ministerpräsident Markus Söder und die beiden Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig und Martin Huber (alle CSU) habe man bereits persönlich zur Teilnahme einladen“: 

Und so soll der Selbstversuch aussehen: Die Entscheidungsträger sollen zu sechst in einem Raum von nur 11 Quadratmetern für 24 Stunden verweilen. „Eine symbolische Nachbildung der beengten Verhältnisse, unter denen Schutzsuchende in der geplanten Unterkunft leben sollen“, so die BI. Ziel dieses „Ehrfahrungssimulation“ sei es, den Verantwortlichen unmittelbar erfahrbar zu machen, was es bedeutet wochen- oder monatelang unter solchen Bedingungen zu leben.
(Quelle: Pressemitteilung Bürgerinitiative Rott Rot(tiert) / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Musikfrühschoppen am Grünen Markt in Rosenheim

Musikfrühschoppen am Grünen Markt in Rosenheim

Rosenheim – Am grünen Markt in Rosenheim wird es musikalisch. Am kommenden Samstag, 14. Juni spielt auf dem Ludwigsplatz ab 9 Uhr das „Kaltmühl Duo“ und umrahmt das Marktgeschehen.

Am großen Grünen Markt werden Schmankerl aus der Region wie Käse, Obst, Gemüse, Wurst, Geflügel oder Teigwaren verkauft. Viele Fieranten bieten auch unentgeltliche Kostproben an. Alle Standbetreiber und das komplette Warenangebot sind auf der Homepage www.markt-rosenheim.de zu finden. Der Markt hat von 7:30 bis 14 Uhr geöffnet.
Marktnahe Parkplätze gibt es im Parkhaus P7 „Altstadt Ost“ in der Schmucken, nur wenige Minuten vom Ludwigsplatz entfernt.
(Quelle: Pressemitteilung Stadt Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Autofahrer macht es Dieb leicht: Handy und Schlüssel gestohlen

Autofahrer macht es Dieb leicht: Handy und Schlüssel gestohlen

Rosenheim – Ein Autofahrer machte es einem Dieb am Mittwochvormittag (11.6.2025) leicht: Er lud sein Handy mit Ladekabel im Pkw auf, ließ zur Stromversorgung den Motor laufen – und verließ sein Fahrzeug.

Bei dem Autofahrer handelte es sich um einen 56-jährigen Münchner. Er stellte seinen Pkw auf einem Firmenparkplatz in der Gießereistraße ab. Nachdem er nach ca. 15 Minuten zu seinem Auto zurückkam, waren sowohl Zündschlüssel als auch Handy verschwunden.
Wiederum rund 15 Minuten später erreichte die Polizei ein Notruf aus der Tegernseer Straße. Dort randalierte ein Mann in einer Autovermietung. Als die Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, war der Betreffende schon verschwunden – aber der Autoschlüssel des 56-jährigen Münchners lag auf dem Boden. Bei dem Randalierer handelte es sich offensichtlich um den Dieb, der zuvor Schlüssel und Handy aus dem Pkw in der Gießereistraße gestohlen hatte. Das Handy blieb aber verschwunden.
So wird der Täter beschrieben: ca. 180 cm groß, ca. 20 Jahre alt, schlank, dunkle Hautfarbe, dunkle lockige Haare. Bekleidet war er mit einem grauen Jogginganzug und Turnschuhe der Marke Nike. Die Polizei ermittelt wegen Diebstahls. 
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Guten Morgen

Guten Morgen

Namenstag haben: Florinda. Guido, Leo, Mercedes,

3 bekannte Geburtstagskinder:

Wolfgang Herrndorf (1965 – war ein deutscher Schriftsteller , der mit seinem Jugend- und Abenteuerroman „Tschick“ einen literarischen Roadmovie schuf und seinen größten Erfolg hatte.)

Hannelore Kraft (1961 –  ist eine deutsche Politikerin der SPD, die als Ministerpräsidentin das Land Nordrhein-Westfalen regierte und die erste Präsidentin des Bundesrates in der deutschen Geschichte war.)

– Nora Tschirner (1981 – ist eine deutsche Schauspielerin.)
(Quelle: geboren.am)

3 Ereignisse der Geschichte:

  • 1909: In Konkurrenz zum Bund der Landwirte wird in Berlin der Hansabund für Gewerbe, Handel und Industrie gegründet.
  • 1988: In der eigens dafür errichteten Starlighthalle in Bochum findet die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals Starlight Express von Andrew Lloyd Webber statt. Es wird in der Folge das weltweit erfolgreichste Musical an einem festen Standort.
  • 1942: Anne Frank schreibt in einem Versteck in einem Amsterdamer Hinterhof einen ersten Eintrag in ihr Tagebuch.
    (Quelle: wikipedia.org / Beitragsbild: Josefa Staudhammer)
Faszinierende Insektenvielfalt im Rainer Wald: Über 1.000 Arten gefunden

Faszinierende Insektenvielfalt im Rainer Wald: Über 1.000 Arten gefunden

Hilpoltstein / Bayern – Jetzt ausgewertete Kartierungsergebnisse aus 2023 zeigen beeindruckende Insektenbestände im Schutzgebiet: Über 1.000 Insektenarten tummeln sich im Rainer Wald (Landkreis Straubing-Bogen), darunter fast 100 Arten, die in Bayern auf der Roten Liste stehen.

Metallisch grün, blau und rot schillernd, mit zwei Flügelpaaren und großen Facettenaugen präsentieren sich die Edelsteine unter den Insekten im Rainer Wald : Eine Vielfalt an Goldwespen, darunter zahlreiche gefährdete Arten, konnte der LBV auf den Lichtungen mitten im Rainer Wald feststellen.
Seit 2009 befindet sich das Waldstück im Donautal zwischen Straubing und Regensburg im Besitz des LBV und ist mit rund 250 Hektar das größte LBV-Schutzgebiet. „Der Rainer Wald ist ein Paradebeispiel, wie wirkungsvoll der Kauf von Naturschutzflächen für die Artenvielfalt, insbesondere die Insektenvielfalt sein kann“, sagt Dr. Christian Stierstorfer, LBV-Waldexperte.
Mit seinem Reichtum an stark unterschiedlichen Lebensräumen und seiner Jahrhunderte langen Biotoptradition gilt der Rainer Wald als Naturjuwel. So gibt es neben sumpfigen Wäldern auch trockene Sand- und Kiesbereiche sowie hochwertige Alteichenbestände. Lichtungen und Feuchtwiesen bieten Raum für zahlreiche heimische Kräuter, wie Weiße Taubnessel, Teufelskralle oder Sumpf-Helmkraut. Diese vielfältige Landschaft bietet Lebensraum für zahlreiche Insektenarten, die Pflanzenvielfalt schafft ein breites Nahrungsangebot.

Vorkommen seltener und gefährdeter Insektenarten

Im Rainer Wald konnten die Artenschützer des LBV im Rahmen eines Insekten-Monitorings 2023 eine faszinierende Vielfalt an Insekten feststellen: Mindestens 1.035 Insektenarten tummeln sich im Rainer Wald. Die Wissenschaftler gehen noch von viel höheren Artvorkommen aus, die bei umfangreicheren Kartierungen und erweiterten Fangmethoden entdeckt werden könnten. „Arten wie der stark gefährdete Schaufelkäfer sind in Bayern eine Seltenheit. Als sogenannte Urwaldreliktart weist sein Vorkommen im Schutzgebiet darauf hin, dass der Wald seit langer Zeit zumindest in Teilen in einem naturnahen Zustand ist“, erklärt die LBV-Insektenexpertin Tarja Richter. Für seine Entwicklung ist der Schaufelkäfer auf bodennahe tote Baumstämme angewiesen. Diese findet er in naturbelassenen Wäldern. „Wir entdeckten sogar den Blattkäfer Longitarsus fulgens, der in Bayern als ausgestorben gilt“, ergänzt Richter.
Neben Arten, die sich im feuchten Totholz wohlfühlen, kommen im Rainer Wald auch viele wärmeliebende Insektenarten offener Lebensräume, wie Goldwespen, vor. Goldwespen leben parasitisch, viele von ihnen entwickeln sich in den Nestern verschiedener Wespen oder Wildbienen. „Die Goldwespe Chrysis leachii parasitiert beispielsweise bei bestimmten Grabwespen, das bedeutet die Goldwespenlarve frisst zunächst die Wirtslarve oder das Ei, um sich anschließend vom Futtervorrat zu ernähren“, berichtet die LBV-Biologin. „Diese Goldwespenart gilt in Bayern als stark gefährdet. Im Rainer Wald schaffen sandige Hänge und warme Bereiche mit Blütenangebot ideale Lebensbedingungen für die seltene Art.“

Flächenankauf ermöglicht Artenvielfalt

„Die Vielfalt an Lebensräumen innerhalb des Schutzgebietes gilt es zu erhalten“, betont der LBV-Waldexperte Dr. Christian Stierstorfer. „Früher wurden Auwälder, wie der Rainer Wald, regelmäßig von Flüssen überschwemmt. Dabei entstanden Lichtungen und Rohböden, die als Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere dienen. Heute stellen wir diese Prozesse durch unsere Biotoppflege, wie etwa das Baggern von Tümpeln und Aufschütten des Aushubmaterials nach.“ Das Vorkommen vieler seltener Arten macht den Wald unersetzlich für Bayerns Natur. 

Hintergrundinformationen Rainer Wald

Der Rainer Wald liegt im Vogelschutz- und FFH-Gebiet und wurde sukzessive zwischen 2005 und 2009 mit über 240 Hektar fast vollständig vom LBV erworben. Gefördert wurden die Flächenankäufe sowie Kartierungs- und Pflegemaßnahmen vom Europäischen Landwirtschaftsfonds, dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, dem Bayerischen Naturschutzfonds und der Regierung von Niederbayern. Mit seinen naturschutzfachlich hochwertigen Beständen an Alteichen und Sumpfwäldern ist er ein wertvolles Waldrelikt im ansonsten waldarmen Dungau. Um darüber die ökologische Vielfalt im Schutzgebiet aufzuwerten, wurden im Rahmen eines Projektes mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) bestehende Fichtenforste schonend in naturnahe Laubwälder umgewandelt, seltene Baumarten und Stauden gefördert und der Wasserhaushalt der Sumpfwälder renaturiert. Im Rahmen von jährlichen, von der Regierung von Niederbayern geförderten Landschaftspflegeprojekten werden diese Maßnahmen fortgesetzt und erweitert.
Weitere Informationen unter: www.lbv.de/rainer-wald
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)