Neues Zentrum für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie in Prien gestartet

Neues Zentrum für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie in Prien gestartet

Prien / Landkreis Rosenheim – Die RoMed Klinik Prien hat ihr medizinisches Angebot im Bereich der orthopädischen Spezialversorgung erweitert. Mit PD Dr. Hubert Hörterer (unser Beitragsbild links), Privatdozent an der LMU München und ehemaligem Mannschaftsarzt des Deutschen Skiverbandes, wurde ein erfahrener Facharzt gewonnen. Gemeinsam mit Dr. Sebastian Altenberger (unser Beitragsbild rechts) leitet er das neu gegründete Zentrum für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie.

Ziel des Zentrums ist es, eine spezialisierte Versorgung für komplexe Erkrankungen und Verletzungen an Fuß und Sprunggelenk aufzubauen – sowohl für Patienten aus der Region als auch für den Leistungssport. Im Gespräch gibt PD Dr. Hörterer Einblick in das neue Zentrum:

„Der Fuß ist ein fein strukturiertes Meisterwerk“

Frage: Warum haben Sie sich auf Fuß- und Sprunggelenkchirurgie spezialisiert?
Antwort: Der Fuß ist ein fein strukturiertes Meisterwerk aus Knochen, Sehnen und Bändern – die Basis unserer Mobilität. Schmerzt er, leidet die Lebensqualität. Mich fasziniert, wie präzise Eingriffe an komplexen Strukturen große Auswirkungen auf Beweglichkeit und Schmerzfreiheit haben können. Mein Ziel: Menschen wieder sicher und mit Freude gehen lassen – im Alltag, beim Wandern oder im Sport.

Frage: Was hat Sie motiviert, nach Prien zu wechseln und gemeinsam mit Dr. Altenberger das Zentrum aufzubauen?
Antwort: Die Möglichkeit, in einer der schönsten Regionen, ein klar positioniertes, hochspezialisiertes Zentrum aufzubauen, hat mich überzeugt. Mit Dr. Altenberger verbindet mich die Vision, modernste Fuß- und Sprunggelenkchirurgie auf höchstem Niveau mit persönlicher Betreuung zu kombinieren. Prien bietet dafür ideale Voraussetzungen – strukturell wie menschlich.

Frage: Welche Rolle spielen Ihre Erfahrungen als Mannschaftsarzt des Deutschen Skiverbandes?
Antwort: Im Leistungssport zählen Präzision, schnelle Diagnostik und ein klar strukturierter Therapieplan. Diese Erfahrung hilft mir auch im Alltag: Jede Patientin und jeder Patient profitiert von einer individuellen, zielorientierten Behandlung – unabhängig davon, ob es um eine sportliche Rückkehr oder schmerzfreie Alltagsmobilität geht. Bestes Beispiel: Snowboarderin und Olympionikin Ramona Hofmeister. Wir haben sie in Prien nach modernster Technik operativ versorgt und dadurch konnte sie bei den Olympischen Winterspielen starten.

Frage: Wie definieren Sie in Ihrer Praxis „gelenkerhaltend“ und wann bevorzugen Sie rekonstruktive operative Verfahren?
Antwort: „Gelenkerhaltend“ bedeutet für mich, natürliche Strukturen so lange wie möglich zu bewahren. Bevor wir an Gelenkersatz oder Versteifung denken, korrigieren wir Fehlstellungen, rekonstruieren Sehnen und schützen, wo möglich, den Knorpel. Rekonstruktive Verfahren bevorzugen wir immer dann, wenn sie langfristig Stabilität, Schmerzfreiheit und Funktion sichern.

Behandlung auch bei Risikopatienten

Frage: Wie gehen Sie mit Risikopatienten wie Diabetiker oder Raucher um, die Fußprobleme haben?
Antwort: Gerade bei Risikopatienten ist eine sorgfältige Planung entscheidend. Wir beziehen internistische und diabetologische Expertise mit ein und optimieren – wenn möglich – vorab Stoffwechselwerte oder Gefäßsituation. Transparente Aufklärung und eine engmaschige Nachsorge sind Pflicht. So senken wir das Komplikationsrisiko und erhöhen die Chance auf ein gutes Ergebnis.

Frage: Welche rekonstruktiven Verfahren sind Ihre Spezialität und wie integrieren Sie innovative Techniken in Diagnostik und Therapie?
Antwort: Zu meinen Schwerpunkten zählen komplexe Rückfuß- und Vorfußkorrekturen, Band- und Knorpelrekonstruktionen am Sprunggelenk, gelenkerhaltende Umstellungsosteotomien, Revisionseingriffe nach Voroperationen sowie der endoprothetische Ersatz des Sprunggelenks. Diagnostisch setze ich auf moderne Bildgebung und präoperative 3D-Planung. Wenn möglich operiere ich minimalinvasiv, endoskopisch und nanoskopisch. Das schont Gewebe, senkt das Risiko von Wundheilungsstörungen und reduziert häufig die Nachbehandlungsdauer.

Modernste Implantate können zusätzlich das postoperative Ergebnis positiv beeinflussen. Entscheidend ist ein klarer Nutzen: Innovation kommt nur dort zum Einsatz, wo sie nachweislich einen Vorteil für Patientinnen und Patienten bietet.

Zusammenarbeit im Team

Frage: Wie stellen Sie die interdisziplinäre Versorgung sicher?
Antwort: Ein optimales Ergebnis entsteht im Team. Wir arbeiten eng mit Anästhesie, OP-Pflege, konservativer Orthopädie, hausärztlichen Praxen, Physiotherapie, Rehabilitation und – bei Bedarf – Diabetologie zusammen. So begleiten wir unsere Patientinnen und Patienten vom ersten Gespräch bis zur vollständigen Genesung.

Frage: Was sollten Patienten über das neue Zentrum wissen – und welchen praktischen Rat geben Sie Menschen mit Fuß- oder Sprunggelenksbeschwerden?
Antwort: Unser Zentrum steht für spezialisierte, individuelle und wissenschaftlich fundierte Behandlung. Wir nehmen uns Zeit für eine gründliche Diagnostik und entwickeln gemeinsam mit dem Patienten ein maßgeschneidertes Therapiekonzept. Die hohe Nachfrage aus der Region und von internationalen Patienten bestätigt unseren Ansatz.

Mein Rat: Warten Sie bei anhaltenden Beschwerden nicht zu lange. Frühzeitige Diagnostik eröffnet sehr häufig die Möglichkeit auf gelenkerhaltende Therapiestrategien – und hilft, langfristige Schäden zu vermeiden.
(Quelle: Pressemitteilung RoMed Kliniken / Beitragsbild: Copyright RoMed Kliniken)

Traktor überschlägt sich bei Probefahrt – 67-jähriger stirbt

Traktor überschlägt sich bei Probefahrt – 67-jähriger stirbt

Palling / Landkreis Traunstein – Bei Palling (Landkries Traunstein) ist es am Samstagnachmittag (18.4.2026)  zu einem schweren Unfall mit einem umgebauten Traktor gekommen. Ein 67-Jähriger erlag noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen.

Gegen 15.10 Uhr ereignete sich auf einer öffentlich zugänglichen Forststraße bei Unterhafing (Landkreis Traunstein) ein tödlicher Verkehrsunfall. Nach Angaben der Polizei war ein 67-jähriger Mann aus dem Gemeindebereich Palling mit einem für den Motorsport umgebauten sogenannten „Pulling-Traktor“ unterwegs.

Das Fahrzeug war laut Polizei nicht für den Straßenverkehr zugelassen und verfügte zudem weder über einen Überrollschutz noch über vergleichbare Sicherheitseinrichtungen. Der Mann befand sich nach bisherigen Erkenntnissen auf einer Probefahrt, als er aus bislang ungeklärter Ursache die Kontrolle über den Traktor verlor.

Das Fahrzeug überschlug sich, der Fahrer wurde unter der Maschine eingeklemmt und erlitt dabei tödliche Verletzungen.
Bekannte des Mannes suchten ihn, nachdem er nach etwa 30 Minuten nicht wie vereinbart zurückkehrte, und entdeckten den verunglückten Traktor. Für den 67-Jährigen kam jede Hilfe zu spät.

Ein Fremdverschulden wird derzeit ausgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft Traunstein hat zur Klärung des Unfallhergangs ein technisches und unfallanalytisches Gutachten angeordnet. Der Traktor wurde sichergestellt und abgeschleppt. Der Sachschaden wird auf rund 5.000 Euro geschätzt.

Im Einsatz waren zahlreiche Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und das Kriseninterventionsteam zur Betreuung der Angehörigen.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd / Beitragsbild Symbolfoto re)

Rosenheim: Geldkassette aus Hofladen gestohlen

Rosenheim: Geldkassette aus Hofladen gestohlen

Rosenheim – Unbekannte Täter haben in Rosenheim eine Geldkassette aus einem Selbstbedienungs-Hofladen entwendet. Die Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung.

Wie die Polizei mitteilt, ereignete sich die Tat zwischen Freitagabend (17. April 2026, 22 Uhr) und Samstagmorgen (18. April 2026, 7.45 Uhr) in der Dorfstraße. Der oder die Täter betraten den Verkaufsraum, in dem ein 35-jähriger Besitzer überwiegend landwirtschaftliche Eigenprodukte zur Selbstbedienung anbietet.

Die Bezahlung erfolgt dort üblicherweise über eine Geldkassette. Diese war laut Polizei fest auf einer Platte verschraubt – wurde jedoch dennoch samt Bargeldinhalt entwendet.
Die genaue Höhe des Schadens ist derzeit noch unklar und wird im Rahmen der Ermittlungen wegen eines besonders schweren Falls des Diebstahls ermittelt.

Zeugen, die im Tatzeitraum verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich unter Telefon 08031/200-2200 bei der Polizei Rosenheim zu melden.

Bitte kurzen 

Radsturz eskaliert: Helfer geschlagen, Polizisten verletzt

Radsturz eskaliert: Helfer geschlagen, Polizisten verletzt

Rosenheim – Ein Fahrradsturz in Rosenheim endet mit Gewalt: Ein 36-Jähriger greift zunächst einen Helfer an und wird später auch gegenüber der Polizei massiv aggressiv. Mehrere Beteiligte werden verletzt.

Am Freitagabend (17.4.2026) fuhr ein 36-jähriger Mann aus Raubling mit seinem Fahrrad die Weinstraße in Rosenheim entlang, als er plötzlich stürzte. Nach Angaben der Polizei blieb er zunächst kurz liegen, stand dann aber wieder auf. Ein 58-jähriger Passant aus Rosenheim bot dem Gestürzten Hilfe an.
Darauf reagierte der 36-Jährige laut Polizei sofort aggressiv: Er schrie den Helfer an und schlug ihm unvermittelt mit der Faust ins Gesicht. Der 58-Jährige erlitt Prellungen und Rötungen im Gesichtsbereich, eine medizinische Versorgung vor Ort war nicht erforderlich.

Aggressiv auch gegenüber der Polizei

Die alarmierten Einsatzkräfte trafen den Mann wenig später am Boden sitzend an. Ein Atemalkoholtest ergab laut Polizei einen Wert von rund drei Promille. Während der weiteren Maßnahmen zeigte sich der 36-Jährige zunehmend aggressiv und gewaltbereit.

Als ihm Handfesseln angelegt werden sollten, trat er laut Polizei mit den Füßen gegen einen 27-jährigen Beamten und biss einer 21-jährigen Beamtin in die Beine. Dabei habe er die Einsatzkräfte massiv beleidigt und bedroht. Wörtlich fielen laut Polizeibericht unter anderem Beleidigungen wie: „Fick dich, Motherfucker, Arschloch, Scheiß Wichser, fickt´s Euch alle“ sowie Drohungen wie: „Ich bring Euch um und erschieß Euch alle“.

Die beiden verletzten Polizeibeamten mussten ambulant behandelt werden. Die Beamtin ist aufgrund der Bissverletzungen derzeit nicht dienstfähig.

Ermittlungen eingeleitet

Der 36-Jährige wurde in Gewahrsam genommen. Auch während des Transports und im Zellenbereich setzte er laut Polizei seine verbalen Ausfälle fort. Teile des Einsatzes wurden mit einer Bodycam dokumentiert.

Gegen den Mann wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung, Trunkenheit im Verkehr, tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte sowie Beleidigung und Bedrohung eingeleitet.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

MorgenINNPULS – Schon gewusst?

MorgenINNPULS – Schon gewusst?

Sonntag, 19. April – Guten Morgen!

Wusstest Du, dass Du rund 20.000 Mal am Tag atmest – ganz automatisch, ohne darüber nachzudenken? Und dennoch kannst Du Deinen Atem jederzeit bewusst steuern.
Er beeinflusst Deine Ruhe, Deinen Fokus und Dein Wohlbefinden.
Atmung ist ein Schlüssel zu mehr Ausgeglichenheit.

Vielleicht nimmst Du heute einen tiefen, bewussten Atemzug.

Wir wünschen Dir einen ruhigen Start in den Tag! 🌞
(Quelle: Artikel Josefa Staudhammer / Beitragsbild: Copyright Josefa Staudhammer)

U19 des TSV 1860 Rosenheim gewinnt 4:1 gegen Stätzling

U19 des TSV 1860 Rosenheim gewinnt 4:1 gegen Stätzling

Rosenheim – Die U19 des TSV 1860 Rosenheim hat  jüngst ihr Heimspiel gegen den FC Stätzling mit 4:1 gewonnen. Nach einer torlosen ersten Halbzeit fiel die Entscheidung in der zweiten Hälfte, in der die Rosenheimer deutlich effektiver vor dem Tor auftraten.

In den ersten 45 Minuten tat sich die Mannschaft noch schwer, klare Chancen blieben ungenutzt, sodass es mit 0:0 in die Pause ging.
Kurz nach dem Seitenwechsel fiel die Führung: Florian Hierl eroberte den Ball, über Ricardo Merati gelangte dieser zu Tobias Bensch, der aus rund zehn Metern zum 1:0 traf (50.). Nur wenige Minuten später erhöhte Rosenheim auf 2:0: Eine Flanke von Felix Jahn fand Aini Merepeza, der per Kopf aus kurzer Distanz erfolgreich war (58.).

In der Folge sorgten Ricardo Merati (73.) und erneut Florian Hierl (91.) für die weiteren Treffer der Gastgeber. Den Gästen aus Stätzling gelang zwischenzeitlich der Anschlusstreffer durch Kastner (79.).

Tore: 1:0 Bensch (50.), 2:0 Merepeza (58.), 3:0 Merati (73.), 3:1 Kastner (79.), 4:1 Hierl (91.)
(Quelle: Pressemitteilung TSV 1860 Rosenheim / Beitragsbild: TSV 1860 Rosenheim)

Dauerkartenstart bei den Starbulls Rosenheim – Preise bleiben stabil

Dauerkartenstart bei den Starbulls Rosenheim – Preise bleiben stabil

Rosenheim – Die neue Eishockey-Saison wirft ihre Schatten voraus – und im Rosenheimer Eisstadion  steigt bereits jetzt die Vorfreude auf viele emotionale Spiele. Die Starbulls Rosenheim starten am 4. Mai 2026 um 9:00 Uhr den Verkauf der Dauerkarten für die Spielzeit 2026/27.

Zunächst beginnt die Verlängerung bestehender Dauerkarten sowie der freie Verkauf der Stehplatz-Dauerkarten. Wer bereits eine Dauerkarte besitzt, hat bis einschließlich 17. Mai 2026 Zeit, seinen Platz für die kommende Saison zu sichern. Nicht verlängerte Sitzplätze gehen – sofern verfügbar – ab 18. Mai um 9:00 Uhr in den freien Verkauf.

Preise bleiben bestehen

Ein wichtiges Signal an die Fans: Die Starbulls halten an den bisherigen Preisen fest. Sowohl die Dauerkartenpreise als auch die Einzelspielpreise bleiben unverändert.

Die Dauerkarte umfasst wie gewohnt alle Testspiele, die Heimspiele der Hauptrunde sowie mögliche Pre-Playoffs und das Playoff-Viertelfinale. Damit sind Fans von Beginn an bis in die entscheidende Saisonphase live dabei.

Für spätere Playoff-Runden gibt es ebenfalls eine Lösung: Ab dem Halbfinale können Dauerkartenplätze über den Reservix-Kundenaccount tageweise verlängert werden – zu den Konditionen der Hauptrunde. Zudem steht ein offizieller Ticketzweitmarkt zur Verfügung, über den nicht genutzte Plätze weitergegeben werden können.

Der Verkauf erfolgt ausschließlich online über den Ticketshop der Starbulls. Neu in dieser Saison: Die Dauerkarten werden nur noch digital als mobile Tickets angeboten, Plastikkarten entfallen. Zudem sind die Spiele der DNL-Mannschaft nach der Ausgliederung des Spielbetriebs nicht mehr enthalten, Dauerkarteninhaber erhalten hierfür jedoch ermäßigten Eintritt.
(Quelle: Pressemitteilung Starbulls Rosenheim / Beitragsbild: Copyright Christoph Sinzinger)

Bayern mit Potenzial für Wasserstoffspeicher

Bayern mit Potenzial für Wasserstoffspeicher

München / Bayern – Südbayern könnte künftig eine deutlich größere Rolle bei der Speicherung von Wasserstoff spielen als bislang angenommen. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie der Technischen Universität München (TUM) in Kooperation mit der Montanuniversität Leoben (MUL), die im Auftrag des Bayerischen Wirtschaftsministeriums erstellt wurde. Im Fokus steht dabei die Frage, wo überschüssige Energie aus erneuerbaren Quellen künftig gespeichert werden kann – ein zentraler Baustein für die Energiewende.

Damit erneuerbare Energien zuverlässig genutzt werden können, muss Strom zeitweise gespeichert werden. Ein Ansatz ist die Umwandlung in Wasserstoff, der wiederum in großen Mengen zwischengespeichert und bedarfsgerecht genutzt werden muss. Als besonders geeignet gelten dafür geologische Speicher im Untergrund.

Bayern setzt auf bestehende Erdgas-Speicher

Die nun vorgelegten Zwischenergebnisse des bis 2027 laufenden Projekts „SpeicherCHeck“ zeigen: Auch Bayern verfügt über geeignete geologische Formationen. Im Mittelpunkt stehen dabei ehemalige Öl- und Gaslagerstätten sowie bestehende Erdgas-Porenspeicher.

(Anmerkung der Redaktion: Eine Salzkaverne ist ein unterirdischer Hohlraum, der entsteht, wenn Salzlagerstätten mit Wasser ausgespült werden. Diese künstlichen Hohlräume werden anschließend oft zur Speicherung von Gasen wie Erdgas oder Wasserstoff genutzt.)

Besonders geeignet sind laut Studie die bestehenden Erdgas-Porenspeicher im bayerischen Alpenvorland, etwa in Bierwang und Inzenham. Diese Speicher liegen in porösen Gesteinsschichten tief unter der Erde und wurden bislang zur Zwischenlagerung von Erdgas genutzt. Ein Vorteil: Die notwendige Infrastruktur ist dort bereits weitgehend vorhanden.

Das gesamte Speicherpotenzial der untersuchten bayerischen Lagerstätten wird in der Studie auf 12,6 bis 25,2 Terawattstunden (TWh) geschätzt. Zum Vergleich: Die Kapazität der norddeutschen Salzkavernen wird laut Nationalem Wasserstoffrat auf rund 33 TWh beziffert.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Süddeutschland ebenfalls sehr gute Voraussetzungen für die geologische Wasserstoffspeicherung besitzt“, sagt Michael Drews, Professor für Geothermal Technologies an der TUM. Nach seiner Einschätzung könnten die vorhandenen Porenspeicher einen wichtigen Beitrag zur Diversifizierung der Speicherstandorte und zur Versorgungssicherheit einer künftigen Wasserstoffwirtschaft leisten.

Auch Professor David Misch von der Montanuniversität Leoben bewertet die Zusammenarbeit positiv: Die Projektbeteiligung sei „im Sinne der grenzübergreifenden Bemühungen zur Weiterentwicklung dringend benötigter Speicherkapazitäten äußerst wertvoll“ und liefere wichtige Grundlagen auch für andere Anwendungen geologischer Speicher.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hebt die strategische Bedeutung hervor: Die bestehenden Erdgasspeicher in Bayern hätten erhebliches Potenzial, künftig auch Wasserstoff aufzunehmen. Sie müssten daher erhalten bleiben – zunächst für die Erdgasversorgung und in der Transformationsphase zunehmend für Wasserstoff.
(Quelle: Technische Universität München (TUM) / Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)

Erstnachweis der Bulldoggfledermaus im Nationalpark Berchtesgaden

Erstnachweis der Bulldoggfledermaus im Nationalpark Berchtesgaden

Berchtesgaden – Im Nationalpark Berchtesgaden ist Fachleuten ein bemerkenswerter Fund gelungen, der so nicht erwartet wurde: Nahe des Seeleinsees im Stiergraben tauchte erstmals die Europäische Bulldoggfledermaus (Tadarida teniotis) auf. Was als geplante Untersuchung von schwärmenden Fledermäusen an einem Höhleneingang begann, entwickelte sich zu einem echten Überraschungsmoment für die beteiligten Mitarbeiter des Nationalparks Berchtesgaden, des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) und des Vereins für Höhlenkunde München e.V.. Mit diesem Nachweis steigt die Zahl der im Nationalpark bekannten Fledermausarten auf 16. Der Fund gilt zugleich als eine der seltenen Beobachtungen dieser Art in Bayern überhaupt.

Die Bulldoggfledermaus gilt in Bayern als ausgesprochene Seltenheit und wird nur in Ausnahmefällen beobachtet. Sie jagt in großer Höhe und bleibt dadurch normalerweise unentdeckt.
„Eigentlich war ein Netzfang von schwärmenden Fledermäusen an einem Höhleneingang geplant, stattdessen gelang uns dieser Zufallsfund!“, berichtet Dr. Gertrud Keim vom Verein für Höhlenkunde München e.V.. Der Fund könnte ein Hinweis auf eine nordwärts gerichtete Ausbreitung dieser wärmeliebenden Art sein.

So wurden die Forscher auf die Fledermaus aufmerksam

Auch die Ortung des Tieres war besonders:
„Die Bulldoggfledermaus fliegt meist sehr hoch. Wir konnten sie an einer Felswand stehend wahrnehmen, da sie mit ihren Echoortungsrufen von 10–14 kHz im menschlich gut hörbaren Bereich liegen. Dadurch wurden wir auf sie aufmerksam.“ erläutert Dr. Hanna Kastein vom Nationalpark Berchtesgaden.

Bayernweit handelt es sich erst um den vierten Nachweis dieser Art. Nach dem Erstnachweis 2007 im Landkreis Starnberg wurden nur zwei weitere Zufallsfunde in Landshut und bei Kempten dokumentiert.

Dr. Simon Ripperger vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ordnet den Fund ein: „Eigentlich ist die Art im Mittelmeerraum und Nordafrika zuhause. Es ist aber gut vorstellbar, dass sich diese schnellfliegende und hochmobile Art auch aufgrund des Klimawandels langsam nach Norden ausbreitet. Bei Zirl gelang 2010 der Erstnachweis der Art in Österreich und auch der letztjährige Fund im Ostallgäu deutet darauf hin, dass Einzeltiere immer wieder Erkundungsflüge nördlich der Alpen machen.“

Die Bulldoggfledermaus jagt vor allem in großen Höhen nach Insekten, insbesondere Nachtfaltern, und fliegt dabei sehr schnell. Dadurch wird sie bei klassischen Netzfängen nur selten erfasst. „Wir freuen uns über diesen seltenen Nachweis und sind gespannt, ob uns auch an anderen Stellen in den Alpen weitere Nachweise gelingen“, so Dr. Simon Ripperger weiter.
(Quelle: Pressemitteilung Bayerisches Landesamt für Umwelt / Nationalpark Berchtesgaden / Beitragsbild: Copyright Dr. Christian Dietz)

Ruedorfferstraße, Rosenheim, 1994

Ruedorfferstraße, Rosenheim, 1994

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1994. Auf der historischen Aufnahme zu sehen ist die ehemalige Buchhandlung Paintner in der Ruedorfferstraße in Rosenheim. 

Im Jahr 2010 wurde die traditionsreiche Rosenheimer Buchhandlung geschlossen. Eine gute Adresse war der kleine Inhabergeführte Laden vor allem, wenn man religiöse Werke oder Kartenmaterial suchte. Paintner zählte zu den ältesten Buchhandlungen in der Stadt. 
Das Gebäude wurde in den vergangenen Jahren umfangreich saniert und aufgestockt. Heute ist dort unter anderem wieder im Erdgeschoss das ebenfalls traditionsreiche Fachgeschäft Kerschbaumer stationiert. 
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Bildtext: Karin Wunsam)

Katzenkrallen: Warum Samtpfoten scharfe Werkzeuge haben

Katzenkrallen: Warum Samtpfoten scharfe Werkzeuge haben

Rosenheim / Bayern / Deutschland –  Katzen wirken oft weich und harmlos – ihre Krallen erzählen aber eine ganz andere Geschichte. Sie sind Werkzeug, Kommunikationsmittel und Pflegehelfer zugleich. Doch wann brauchen Katzen eigentlich Unterstützung bei der Krallenpflege?

Katzen werden gern als Samtpfoten bezeichnet. Dabei wird oft vergessen, dass an diesen Pfoten hochfunktionale Werkzeuge stecken: die Krallen. Sie sind für Katzen im Alltag unverzichtbar – beim Klettern, Spielen oder auch zur Kommunikation. Der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) erklärt, warum die Krallen so wichtig sind und wann Halter eingreifen sollten.

„Katzen nutzen ihre Krallen zum Klettern und Festhalten, beim Spielen, Markieren, Verteidigen und natürlich auch, um sich zu kratzen, wenn es juckt. Außerdem helfen sie bei der Fellpflege, um lose Haare zu entfernen“, beschreibt Dr. Katja Oelmann, Tierärztin und Inhaberin einer Praxis für Katzen- und Verhaltensmedizin, den vielfältigen Nutzen der Krallen im Katzenalltag. „Im Gegensatz zum Hund sind Katzen in der Lage, ihre Krallen in Hauttaschen zurückzuziehen – dafür sind Bänder verantwortlich. Das ermöglicht das Schleichen auf leisen Pfoten, hilft aber auch dabei, sehr feinmotorisch zu arbeiten.“

Gleichgewicht zwischen Wachstum und Abnutzung

Katzenkrallen bestehen aus Horn und wachsen ständig nach. Gleichzeitig werden sie durch das Kratzen regelmäßig abgenutzt. Bei gesunden Tieren bleibt so ein natürliches Gleichgewicht erhalten. Wichtig ist deshalb vor allem bei Wohnungskatzen, dass geeignete Kratzmöglichkeiten vorhanden sind.

„Katzen wetzen ihre Krallen zum Beispiel gern auch nach einem ausgiebigen Schläfchen. Hierbei strecken sie die Vorderbeine und lockern und dehnen ihre Bänder und die Schultermuskulatur. Das hilft, geschmeidig zu bleiben“, erklärt die Expertin. „Es kann außerdem Stress abbauen oder im häuslichen Umfeld ein Ruf nach der Aufmerksamkeit der Halter sein.“

Draußen übernehmen Kratzspuren zusätzlich eine kommunikative Funktion: Sie dienen als Markierungen für andere Katzen und können durch Duftstoffe ergänzt werden. So entsteht eine Art „Nachrichtensystem“, ohne direkten Kontakt.

Wann Katzen Unterstützung brauchen

Grundsätzlich kümmern sich Katzen selbst um ihre Krallenpflege. Es gibt aber Situationen, in denen Unterstützung nötig wird – etwa im Alter oder bei Erkrankungen.

„Wenn die Krallen zu lang werden, kann es sein, dass eine Katze etwa am Teppich oder an anderen Textilien hängenbleibt. Die Krallen können auch in die Ballenhaut einwachsen. Die Verletzungsgefahr steigt ebenfalls: Das Tier kann sich eine Kralle ausreißen, sich selbst bei der Pflege kratzen oder die Kralle kann splittern“, fasst Dr. Oelmann zusammen.

Ein möglicher Hinweis auf zu lange Krallen ist ein leichtes Klickern beim Laufen auf hartem Boden. Regelmäßige Kontrolle hilft außerdem, Verletzungen oder Entzündungen frühzeitig zu erkennen.

Krallen richtig kürzen – nur mit Vorsicht

Beim Kürzen der Krallen gilt besondere Sorgfalt. Tierärzte oder Katzenfriseure können die richtige Technik zeigen.

„Eine wichtige Voraussetzung ist hier, dass die Katzen bestenfalls schon im jungen Alter lernen, an den empfindlichen Pfoten berührt zu werden. Mit vielen Leckerlis und anderen Belohnungen kann man die Krallen durch leichten Druck auf Ballen und Zehen nach vorne verlagern. Man sollte dabei unbedingt darauf achten, dass das Tier keine Anzeichen von Panik zeigt. Im Zweifel lieber eine Pause einlegen“, sagt die Tierärztin.

Wichtig ist außerdem das richtige Werkzeug: Eine spezielle Krallenschere aus dem Fachhandel ist Pflicht, da sie die Kralle sauber schneidet, ohne sie zu quetschen.

„Wie viel man kürzt, hängt auch ein bisschen vom Aktivitätslevel ab: Wenn die Katze noch viel klettert, sollte man eher nur die Spitzen und dafür regelmäßig kürzen. Liegt die alte Katze hauptsächlich nur noch, kann auch etwas mehr gekürzt werden. Niemals sollte man allerdings bis in die Lederhaut abschneiden und die Katze so verletzen. Ein Tierarzt kann genau zeigen, welche Länge gut geeignet ist. Im Zweifel aber lieber zu wenig abschneiden und dafür häufiger kürzen als zu viel“, so das Fazit von Dr. Oelmann.

Katzenkrallen sind also weit mehr als nur „scharfe Spitzen an der Pfote“ – sie sind ein zentrales Werkzeug im Leben der Tiere. Wer ihre Funktion versteht und regelmäßig kontrolliert, sorgt dafür, dass die Samtpfote gesund und beweglich bleibt.
(Quelle: Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) / Beitragsbild: Symbolfoto re)