Ungewöhnlicher Start beim 1. Mai in Rosenheim – DGB-Demo und Maikundgebung mit kurzer Verzögerung

Ungewöhnlicher Start beim 1. Mai in Rosenheim – DGB-Demo und Maikundgebung mit kurzer Verzögerung

Rosenheim – Am heutigen 1. Mai, dem Tag der Arbeit, haben der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und weitere Gruppen in Rosenheim zu einer Demonstration und Maikundgebung aufgerufen. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte dabei der Auftakt: Anders als in den Vorjahren war zunächst kein Polizeifahrzeug zur Verkehrsabsicherung vor Ort. Nach einer Verzögerung setzten sich die Teilnehmer schließlich ohne Polizeigeleit in Bewegung und zogen durch die Innenstadt.

Tag der Arbeit 2026 in Rosenheim. Start vor dem Gewerkschaftshaus. Foto: Josefa Staudhammer

Start der Maikundgebung mit Demozug war vor dem Gewerkschaftshaus in der Rosenheimer Brixstraße. Fotos: Josefa Staudhammer

Das diesjährige Motto lautete: „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“. Start war um 10 Uhr am Gewerkschaftshaus in der Brixstraße in Rosenheim. Von dort aus sollte sich der Zug durch die Innenstadt bewegen.

Verzögerter Start ohne erkennbare Verkehrsabsicherung

Gleich zu Beginn kam es zu einer ungewöhnlichen Situation: Entgegen den Abläufen der vergangenen Jahre war zum Start kein Polizeifahrzeug zur Absicherung des Demozugs sichtbar. Gerade im Vergleich zu früheren 1.-Mai-Veranstaltungen mit teils deutlich stärkerem Polizeiaufgebot fiel dieser Umstand besonders auf.
Da die notwendige Verkehrsabsicherung zunächst fehlte, konnte sich der Demozug nicht wie geplant in Bewegung setzen. Die Organisatoren nahmen Rücksprache mit den zuständigen Stellen. Nach einer Wartezeit entschieden sich die Teilnehmer schließlich, den Zug dennoch zu starten – ohne erkennbares Polizeigeleit.

Im weiteren Verlauf bewegte sich die Demonstration geordnet durch die Innenstadt und mündete schließlich in die Maikundgebung vor dem Gewerkschaftshaus.

Breites Themenfeld  auf Bannern und Plakaten

IInhaltlich zeigte sich der 1. Mai in Rosenheim erneut vielfältig. Neben klassischen gewerkschaftlichen Forderungen wie dem Erhalt von Arbeitsplätzen, sozialer Sicherheit und stärkeren Arbeitnehmerrechten wurden auf Bannern und Plakaten auch weiter gefasste politische Themen sichtbar. Dabei geht die Entwicklung seit einigen Jahren zunehmend weg von rein gewerkschaftsbezogenen Arbeitsthemen hin zu grundsätzlicher Kritik am bestehenden politischen und gesellschaftlichen System.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Foto: Josefa Staudhammer)

Wirtshaus-Roas verwandelt Rosenheimer Innenstadt in große Tanz- und Musikbühne

Wirtshaus-Roas verwandelt Rosenheimer Innenstadt in große Tanz- und Musikbühne

Rosenheim Rosenheim hat die Walpurgisnacht am Donnerstagabend (30.4.2026) auf seine ganz eigene Art gefeiert – ohne Hexenspektakel, dafür mit Tracht, Musik und jeder Menge bayerischer Lebensfreude. Die „Rosenheimer Wirtshaus-Roas“ hat die Innenstadt erneut in eine große, lebendige Wirtshausbühne verwandelt, auf der sich Besucher von Lokal zu Lokal treiben lassen konnten.
Beste Stimmung draußen und drinnen bei der 6. Rosenheimer Wirthaus-Roas. Fotos: Innpuls.me

Schon ab 18 Uhr füllten sich Straßen, Plätze und Gastgärten. Das milde Frühlingswetter spielte dabei perfekt mit: vielerorts waren die Außenbereiche schnell belegt,

Mit Einbruch der Dunkelheit und sinkenden Temperaturen verlagerte sich das Geschehen zunehmend in die Wirtshäuser – doch die Stimmung blieb ungebrochen. Dirndl und Lederhosen prägten das Stadtbild, Musik lag überall in der Luft. Die sechste Auflage der Wirtshaus-Roas, die seit ihrer Premiere 2018 fest im Veranstaltungskalender verankert ist, brachte heuer mehr als 25 Lokale und Musikgruppen zusammen.

Musik, Menschen und volle Plätze

Besonders dicht gedrängt ging es am Ludwigsplatz zu, der sich in diesem Jahr als einer der Hotspots der Veranstaltung erwies.  Ein weiterer Publikumsmagnet war die Auerbräu-Festhalle auf der Loretowiese. Dort wurde bis in die späten Abendstunden ausgelassen gefeiert. Das musikalische Spektrum reichte von klassischen Wirtshausklängen bis hin zu moderner Partymusik.

Im Künstlerhof wurde der „Tanz in den Mai“ durch die „Innviertler Trachtler“ neu belebt. Dort stand nicht nur das Zuschauen, sondern vor allem das Mitmachen im Mittelpunkt. Besucher konnten einfache Volkstänze erlernen und direkt ausprobieren. Zusätzlich zeigten die Aktiven stündlich Schuhplattler sowie Volks- und Trachtentänze – ein Programm, das durchweg gut angenommen wurde.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos: Josefa Staudhammer)

1. Mai – zwischen Freinacht und historischem Kampftag

1. Mai – zwischen Freinacht und historischem Kampftag

Rosenheim / Bayern / Deutschland  – Heute ist der 1. Mai. Ein gesetzlicher Feiertag, der in Bayern für viele Menschen mit freiem Tag, Maibaum und politischen Kundgebungen verbunden ist. Doch bevor dieser Tag beginnt, liegt eine Nacht, die in der Region ihren ganz eigenen Charakter hat: die sogenannte Freinacht.

Der Übergang vom 30. April auf den 1. Mai ist traditionell alles andere als ruhig. In vielen Orten gehören kleine Streiche, Umstellungen oder harmlose Scherze seit Generationen dazu. Die Freinacht beschreibt dabei keinen offiziell geregelten Brauch, sondern eher eine gewachsene regionale Tradition – eine Nacht, in der ein gewisser Spielraum für Ausgelassenheit gesellschaftlich geduldet wird, solange keine Schäden entstehen.

Der Begriff selbst ist vergleichsweise jung. Er hat sich im süddeutschen Raum eingebürgert und steht im Kern für eine „freie Nacht“ im übertragenen Sinn. Historisch lässt sich die Freinacht nicht auf einen einzelnen Ursprung zurückführen, sondern sie ist das Ergebnis verschiedener Entwicklungen: alter Frühlingsbräuche, der Walpurgisnacht-Traditionen und späterer Jugendkulturen.

Freinacht: Zwischen Brauch und geduldeter Tradition

Die Walpurgisnacht, die ebenfalls in diese Zeit fällt, geht auf die heilige Walburga zurück und wurde im Volksglauben mit älteren Vorstellungen von Frühlingsritualen vermischt. In vielen Regionen spielte dabei das Vertreiben des Winters durch Lärm und Feuer eine Rolle – ein Motiv, das in abgeschwächter Form auch in heutigen Bräuchen wiederzufinden ist.

Die heutige Freinacht ist dagegen vor allem ein modernes Kulturphänomen. Jugendliche nutzen die Nacht rund um den 1. Mai traditionell für Streiche – vom Umstellen von Gegenständen bis hin zu harmlosen Scherzen im öffentlichen Raum. Entscheidend ist dabei weniger eine feste Regel als vielmehr eine gesellschaftliche Duldung, solange keine Schäden entstehen.

Damit unterscheidet sich die Freinacht deutlich von historischen Ritualen: Sie ist kein offiziell geregelter Feiertagsbestandteil und auch kein uralter Volksbrauch im engeren Sinn, sondern eine gewachsene lokale Praxis, die sich erst im Laufe des 20. Jahrhunderts stärker etabliert hat.

Vom Kampftag der Arbeiterbewegung zum Feiertag

Kaum ist die Nacht vorbei, folgt der 1. Mai – der Tag der Arbeit. Ein gesetzlicher Feiertag, der seinen Ursprung in der internationalen Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts hat. Ausgangspunkt waren unter anderem die Streiks in den USA, insbesondere die Ereignisse rund um den Haymarket-Aufstand in Chicago im Jahr 1886, bei denen Arbeiter für den Achtstundentag demonstrierten.

In Deutschland wurde der 1. Mai ab 1890 zunehmend zum politischen Kampftag der Arbeiterbewegung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er in der Bundesrepublik offiziell als Feiertag eingeführt. Heute ist er in erster Linie ein gesetzlicher Feiertag mit Kundgebungen, politischen Reden und gesellschaftlichen Debatten – historisch aber eng verbunden mit der Entwicklung von Arbeitnehmerrechten.

Traditionen zwischen Maibaum und Moderne

In Bayern kommt eine weitere, sehr sichtbare Tradition hinzu: das Maibaumaufstellen. In vielen Orten der Region wird dieser Brauch bis heute gepflegt – oft mit großem gemeinschaftlichem Aufwand, Musik und Festbetrieb. Der Maibaum steht symbolisch für Handwerk, Zusammenhalt und den Beginn des Frühlings.

So verbinden sich in diesen beiden Tagen unterschiedliche Ebenen: die eher lockere Freinacht mit ihren regionalen Bräuchen, die historischen Wurzeln der Walpurgisnacht und der politisch geprägte 1. Mai. Gemeinsam bilden sie eine ungewöhnliche Abfolge im Kalender, die jedes Jahr aufs Neue zeigt, wie stark Tradition, Geschichte und Gegenwart ineinandergreifen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto ai generiert)

Innpuls-Tagebuch – Hinter den Schlagzeilen: Bahnhofsvorplatz: „Steinwüste“ und späte Einsichten

Innpuls-Tagebuch – Hinter den Schlagzeilen: Bahnhofsvorplatz: „Steinwüste“ und späte Einsichten

Rosenheim – Es gibt Fälle, da liegt zwischen Planung und Wirklichkeit mehr als nur ein kleiner Unterschied. Man sieht Entwürfe, hört Präsentationen, verfolgt Diskussionen – und glaubt zu wissen, wohin die Reise geht. Und dann steht man plötzlich davor. Und denkt sich: Wirklich?

Eintrag vom Freitag, 1. Mai 2026

Genau dieses Gefühl hatte ich schon öfter. Aber selten so deutlich wie bei der offiziellen Einweihung des Bahnhofsvorplatzes im Jahr 2024. Wenn ein zentraler Ort in einer Stadt neu gestaltet wird, dann ist das mehr als nur ein Bauprojekt. Es geht um Identität, um Atmosphäre – und um den ersten Eindruck, den Besucher bekommen.

Viel Stein, wenig Schatten

 Viel Grau. Viel Stein. Wenig Grün. Die Grünen sprachen bei der Einweihung von einer „Steinwüste“. Ich muss gestehen: Ich konnte den Begriff gut nachvollziehen. Das wenige Grün wirkt eher wie eingepfercht zwischen den großen, versiegelten Flächen. Ja, es gibt ein Wasserspiel – nett, gerade für Kinder im Sommer. Aber es bleibt ein kleines Detail.

Und dann diese Uhren-Skulptur. Ein Kunstwerk auf zwei Beinen – nur leider ohne klar erkennbare Uhrzeit. Ich erinnere mich noch, wie selbst die Bahn das Thema auf Social Media augenzwinkernd kommentierte und anbot, Rosenheim eine funktionierende Uhr zu spendieren. Ein Moment, der irgendwie bezeichnend war.

Neue Kritik, alte Fragen

Und jetzt – zwei Jahre später – wird die Kritik auch lauter aus den Reihen des Rosenheimer Stadtrats.  Im Stadtentwicklungs- und Baugenehmigungsausschuss wurde in dieser Woche über einen Antrag der SPD diskutiert: mehr Begrünung, mehr Schatten, mehr Aufenthaltsqualität. Der Platz heize sich stark auf und biete wenig Möglichkeiten zum Verweilen – ein Eindruck, den viele teilen.

Auch aus anderen Fraktionen kommen inzwischen ähnliche Stimmen. Der Vorschlag, wieder Bäume zu pflanzen – dort, wo früher einmal ein gewachsener Baumbestand für Schatten gesorgt hat – wirkt dabei fast wie eine Rolle rückwärts. Eine, die Geld kostet – und den alten Bestand trotzdem nicht zurückbringt.

Ntürlich verändern sich Städte. Anforderungen wandeln sich, Prioritäten auch. Dass Themen wie Hitzeschutz und Flächenversiegelung heute stärker im Fokus stehen als noch vor einigen Jahren, ist unbestritten. Aber trotzdem bleibt diese Frage: Hätte man es nicht schon bei den Planungen sehen können?

Erinnerung an früher

Für unsere Rubrik mit den historischen Fotos scrolle ich mich regelmäßig durch alte Aufnahmen – und stoße dabei auch immer wieder auf den Bahnhofsvorplatz früherer Zeiten. Nicht, dass früher alles besser gewesen wäre. Aber es gab gewachsene Strukturen. Bäume. Schatten. Leben.

Beim Vergleich mit heute kommt bei mir ein leises Gefühl von Wehmut auf. Nicht aus Nostalgie, sondern weil man sich fragt, ob man gerade an dieser Stelle vielleicht zu viel von dem aufgegeben hat, was eigentlich gut funktioniert hat.

Zwischen Gestaltung und Schutzrecht

Und dann ist da noch ein zweiter Punkt, der diese Woche für Diskussionen gesorgt hat: das Urheberrecht. Denn genau das setzt den aktuellen Überlegungen zur Umgestaltung des Rosenheimer Bahnhofsvorplatzes enge Grenzen. Der ursprüngliche Entwurf stammt aus einem Wettbewerb – und ist urheberrechtlich geschützt.

Das bedeutet: Größere Änderungen am Gesamtbild sind nicht ohne Weiteres möglich, weil sie die gestalterische Idee des Urhebers beeinträchtigen könnten.

Ich finde diesen Gedanken grundsätzlich richtig. Kreative Leistungen verdienen Schutz. Gleichzeitig entsteht aber ein Spannungsfeld: Öffentliche Räume müssen sich weiterentwickeln können. Sie müssen auf neue Anforderungen reagieren – sei es beim Klimaschutz, bei der Aufenthaltsqualität oder bei der Barrierefreiheit, wie aktuell auch beim Max-Josefs-Platz zu sehen ist.

Wichtig ist dabei: Das Urheberrecht bedeutet nicht, dass Architekten automatisch wieder beauftragt werden müssen. Aber es kann dazu führen, dass jede Veränderung abgestimmt werden muss und nicht jede Anpassung ohne Weiteres möglich ist. Für Städte wird das schnell zu einer praktischen Hürde, wenn Entwicklungen eigentlich schnelles Handeln erfordern.

Was bleibt, ist die Frage nach dem Weg

Am Ende bleibt für mich vor allem dieser Eindruck: Zwischen Planung, Realität und späterer Korrektur liegt manchmal ein erstaunlich kurzer Zeitraum. Und vielleicht auch die Erkenntnis, dass es sich lohnt, schon am Anfang genauer hinzuschauen – nicht nur auf die Idee, sondern auch auf das, was sie später im Alltag bedeutet.

Liebe Grüße aus der Redaktion
Karin

MorgenINNPULS – Schon gewusst?

MorgenINNPULS – Schon gewusst?

Freitag, 1. Mai – Guten Morgen!

Wusstest Du, dass WLAN-Signale elektromagnetische Wellen sind – ähnlich wie Licht?
Sie werden nur auf einer anderen Frequenz übertragen.
Unsichtbar, aber ständig um uns herum.

Vielleicht wirst Du heute achtsamer für Dinge, die Du nicht sehen kannst.

Wir wünschen Dir einen vernetzten Start in den Tag! 🌞
(Quelle: Artikel Josefa Staudhammer / Beitragsbild: re)