Tony Cragg am Tegernsee: Kunst, die sich mit jedem Schritt verändert

Tony Cragg am Tegernsee: Kunst, die sich mit jedem Schritt verändert

Gmund am Tegernsee – Ein riesiger Tannenzapfen? Zwei ineinander verdrehte Körper? Oder doch etwas ganz anderes? Bei den Skulpturen von Tony Cragg lässt sich diese Frage nicht so einfach beantworten. Denn wer um seine Werke herumgeht, bekommt immer wieder einen neuen Eindruck. Noch bis zum 5. Oktober stehen fünf monumentale Arbeiten des britisch-deutschen Bildhauers an verschiedenen Orten rund um den Tegernsee – zwei davon bei Gut Kaltenbrunn in Gmund.

Kunstausstellung mit Werken von Tony Cragg rund um den Tegernsee. Fotos: Copyright Hendrik Heuser

Fünf monumentale Skulpturen von Tony Cragg kann man aktuell rund um den Tegernsee bewundern. Fotos: Copyright Hendrik Heuser

Gerade dort wird schnell deutlich, was diese Ausstellung im Freien so besonders macht. Die Skulpturen stehen nicht in einem neutralen Museumsraum. Dahinter liegen der See und die Berge, daneben Wiesen und Bäume. Licht, Wetter und die eigene Position verändern den Eindruck der Kunstwerke ständig.

Zwei Skulpturen bei Gut Kaltenbrunn

Bei Gut Kaltenbrunn treffen zwei sehr unterschiedliche Arbeiten aufeinander. „Tommy“ von 2013 ist rund 3,60 Meter hoch und aus grünem, glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigt. Die Form wirkt, als würden sich mehrere große Volumen übereinanderschieben und gleichzeitig in Bewegung geraten.

Kunstausstellung mit Werken von Tony Cragg rund um den Tegernsee. Fotos: Copyright Hendrik Heuser

Daneben liegt „Early Forms St. Gallen“ aus dem Jahr 1997. Die etwa 5,50 Meter lange, schwarz patinierte Bronzeskulptur gehört zu einer Werkgruppe, mit der sich Cragg seit den 1980er-Jahren beschäftigt. Ausgangspunkt sind dabei einfache Gegenstände wie Schalen und Gefäße. In seinen Skulpturen sind diese vertrauten Formen allerdings kaum noch als solche zu erkennen. Sie werden auseinandergezogen, verdreht und miteinander verbunden.
Das Spannende daran: Man muss die Skulpturen nicht auf eine bestimmte Weise betrachten. Ein paar Schritte zur Seite können reichen, damit aus einer kompakten Form plötzlich eine völlig andere Silhouette wird. Konturen verschieben sich, Zwischenräume werden sichtbar und manche Formen erinnern für einen Moment sogar an Gesichter oder Körper.

Ein Spaziergang mit fünf Stationen

Insgesamt sind fünf große Arbeiten von Tony Cragg rund um den Tegernsee aufgestellt. Neben den beiden Werken bei Gut Kaltenbrunn gehören „Points of View“, „Senders“ und „Ourea“ zur Ausstellung. Sie stehen in Tegernsee, Rottach-Egern und Bad Wiessee.

Kunstausstellung mit Werken von Tony Cragg rund um den Tegernsee. Fotos: Copyright Hendrik Heuser

Damit lässt sich die Ausstellung auch mit einem Spaziergang verbinden. Bei „Points of View“ beispielsweise wird die Umgebung selbst Teil des Kunstwerks: Die Oberfläche aus poliertem Edelstahl spiegelt Himmel, Landschaft und Betrachter. Je nach Standort und Licht entsteht ein anderes Bild.
Die Ausstellung „Tegernsee Art Masters – Seemeile Nr. 1: Elemente“ läuft noch bis zum 5. Oktober 2026.

Wer steckt hinter den ungewöhnlichen Formen?

Tony Cragg wurde 1949 in Liverpool geboren und lebt seit 1977 in Wuppertal. Der Bildhauer zählt zu den international bekannten Künstlern seiner Generation. Seine Arbeiten beschäftigen sich immer wieder mit der Frage, wie aus einem Material eine Form entsteht und wie sich unser Blick auf diese Form verändert.
Dabei interessiert Cragg nicht nur das fertige Ergebnis. Auch Naturformen, Bewegung und die Eigenschaften verschiedener Materialien spielen eine Rolle. Genau deshalb wirken seine Arbeiten häufig gleichzeitig künstlich und erstaunlich vertraut.

Wer die großen Skulpturen am Tegernsee betrachtet, kann deshalb durchaus den Eindruck bekommen, etwas Gewachsenes vor sich zu haben – obwohl eindeutig erkennbar ist, dass hier ein Künstler mit Material und Form gearbeitet hat.

Noch mehr von Tony Cragg im Museum

Wer wissen möchte, wie Cragg an solche Formen herangeht, kann anschließend noch ins Olaf Gulbransson Museum nach Tegernsee weitergehen. Dort ist seit dem 19. September die Sonderausstellung „Tony Cragg – Zeichnungen und Skulpturen“ zu sehen.
Gezeigt werden Zeichnungen, Aquarelle und kleinere Skulpturen. Die Auswahl der Arbeiten hat der Künstler selbst getroffen. Die Ausstellung läuft bis zum 14. Februar 2027 und ist von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

So gibt es am Tegernsee derzeit zwei ganz unterschiedliche Möglichkeiten, Tony Craggs Kunst zu begegnen: draußen in großem Maßstab zwischen See und Bergen – und drinnen mit Zeichnungen und kleineren Arbeiten, die einen anderen Blick auf den Künstler ermöglichen.
(Quelle: Artikel Karin Wunsam / Info Hendrik Heuser / Beitragsbild, Fotos: Hendrik Heuser)

Oldtimer, Motorräder und Gespanne starten in Aschau

Oldtimer, Motorräder und Gespanne starten in Aschau

Aschau / Landkreis Rosenheim – Am Sonntag, 27. September, wird es in Aschau wieder laut und nostalgisch: Der MSC Priental e.V. veranstaltet seine MSC-Priental-Classic. Bei der Oldtimer-Ausfahrt gehen historische und klassische Fahrzeuge, Youngtimer, Motorräder und Gespanne auf die Strecke.

Start ist um 10 Uhr am Parkplatz der Festhalle in Aschau. Die rund 150 Kilometer lange Strecke führt durch die Umgebung. Zugelassen sind Fahrzeuge bis Baujahr 1999. Die Teilnehmer starten in verschiedenen Klassen, die jeweils gewertet werden.
Für Zuschauer bietet sich damit die Gelegenheit, die unterschiedlichen Fahrzeuge beim Start in Aschau zu sehen. Anschließend geht es für die Teilnehmer auf die rund 150 Kilometer lange Ausfahrt.
Organisiert wird die Veranstaltung vom MSC Priental e.V.
(Quelle: Pressemitteilung Touristinfo Aschau im Chiemgau / Beitragsbild: Archiv Touristinfo Aschau im Chiemgau) 

Fußgängerin bei Unfall in Rosenheim schwer verletzt

Fußgängerin bei Unfall in Rosenheim schwer verletzt

Rosenheim – In der Wittelsbacher Straße in Rosenheim ist am Freitagnachmittag (18. September) eine 48-jährige Fußgängerin von einem Auto erfasst worden. Nach Angaben der Polizei wurde die Frau dabei schwer verletzt. Lebensgefahr bestehe nach derzeitigem Kenntnisstand nicht.

Der Unfall ereignete sich am 18. September gegen 12.45 Uhr auf Höhe des Finanzamtes. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei war ein 18-jähriger Mann aus Kolbermoor mit seinem Pkw auf der Wittelsbacher Straße in Richtung Hubertusstraße unterwegs. Gleichzeitig wollte die 48-jährige Frau aus Bulgarien die Straße joggend überqueren.
Dabei kam es aus bislang ungeklärter Ursache zum Zusammenstoß. Die Frau wurde nach Angaben der Polizei schwer verletzt und zur weiteren medizinischen Versorgung in das Klinikum Rosenheim gebracht. Nach derzeitigem Kenntnisstand bestehe keine Lebensgefahr.

Gutachten sollen Unfallhergang klären

Wie die Polizei weiter mitteilt, wurde der Pkw zur Klärung der Unfallursache sichergestellt. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim, soll zudem ein technisches und ein unfallanalytisches Gutachten erstellt werden.
Diese Untersuchungen sollen zur Klärung beitragen, wie es zu dem Zusammenstoß gekommen ist.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

MorgenINNPULS – Schon gewusst?

MorgenINNPULS – Schon gewusst?

Samstag, 19. September – Guten Morgen!

Wusstest Du, dass Ameisen ihre Wege untereinander durch chemische Duftspuren markieren?
Andere Ameisen können diesen Spuren folgen und dadurch entstehen mit der Zeit stark genutzte Straßen.
Es braucht dafür keinen einzelnen Anführer, der den Weg vorgibt.

Manchmal braucht es keinen, der den Weg vorgibt – Ordnung entsteht ganz von selbst.

Wir wünschen Dir einen spannenden Start in den Tag! 🌞
(Quelle: Artikel Josefa Staudhammer / Beitragsbild: re)

Seit 20 Jahren beraten AktivSenioren Rosenheimer Existenzgründer

Seit 20 Jahren beraten AktivSenioren Rosenheimer Existenzgründer

Rosenheim – Seit 20 Jahren unterstützen die AktivSenioren Bayern Existenzgründer in Rosenheim. Einmal im Monat stehen die ehrenamtlichen Berater im Auftrag der Wirtschaftsförderung der Stadt für Fragen rund um die Gründung eines Unternehmens zur Verfügung. Bei einem Besuch im Rathaus berichteten sie Oberbürgermeister Abuzar Erdogan von ihrer langjährigen Tätigkeit.

Die Berater bringen dabei ihre beruflichen Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen ein und geben diese an Menschen weiter, die den Schritt in die Selbstständigkeit planen. Die Beratung ist Teil des Angebots der städtischen Wirtschaftsförderung.

Erfahrung aus der Praxis

Seit zwei Jahrzehnten besteht die Zusammenarbeit zwischen den AktivSenioren Bayern und der Wirtschaftsförderung der Stadt Rosenheim. Bei ihrem Termin mit Erdogan blickten die Berater auf diese Zeit zurück und berichteten aus ihrer Tätigkeit.
Zum Beratungsteam gehören Ewald Fischer, Peter Kissel und Manfred Kehr. Die Stadt würdigte bei dem Termin insbesondere den ehrenamtlichen Einsatz der Berater und deren langjährige Unterstützung von Existenzgründern. Die Beratung findet einmal im Monat statt.
(Quelle: Pressemitteilung Stadt Rosenheim / Beitragsbild: Stadt Rosenheim)

Jahresempfang der Diakonie in Bad Aibling: Wie viel Verantwortung fürs Gemeinwohl ist freiwillig?

Jahresempfang der Diakonie in Bad Aibling: Wie viel Verantwortung fürs Gemeinwohl ist freiwillig?

Bad Aibling / Landkreis Rosenheim – Wie gewinnt man Menschen dafür, Verantwortung für das Gemeinwohl zu übernehmen – und wo beginnt dabei die Pflicht? Über diese Frage diskutierten rund 150 Gäste beim gemeinsamen Jahresempfang der Bezirksstelle der Diakonie Bayern in Rosenheim und des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Rosenheim in Bad Aibling (Landkreis Rosenheim). Auch die aktuelle Debatte über Wehrpflicht und Gesellschaftsjahr wurde dabei thematisiert.

Moderiert wurde die Gesprächsrunde von Dekanin Dagmar Häfner-Becker und Dr. Andreas Dexheimer, Vorstand und Sprecher der Geschäftsleitung der Diakonie Rosenheim. Landrat Otto Lederer betonte in seinem Grußwort, dass vieles, was die Gesellschaft zusammenhalte, in Vereinen, Kirchen, sozialen Einrichtungen, bei Feuerwehren und Hilfsorganisationen sowie im persönlichen Umfeld geschehe. Dieses Engagement könne der Staat weder verordnen noch ersetzen. Gleichzeitig sprach er sich dafür aus, neben der Förderung freiwilligen Engagements auch über Pflichten gegenüber dem Gemeinwesen zu diskutieren.

Selbstwirksamkeit statt Pflicht

Prof. Dr. Christian Albrecht, Professor für Praktische Theologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, stellte die Frage, wie Verantwortungsbereitschaft entsteht. Menschen müssten früh erfahren können, dass sie selbst etwas bewirken können. Kindergarten und Schule könnten dafür wichtige Voraussetzungen schaffen. Ebenso wichtig sei, dass Menschen ihr Engagement als sinnvoll empfänden. „Wir müssen den Menschen nicht nur fragen: Was kannst du tun? Sondern vielmehr: Wer willst du eigentlich sein?“, sagte Albrecht.

Pfarrer Jochen Bernhard, Militärdekan am Evangelischen Militärpfarramt Neubiberg und an der Universität der Bundeswehr München, sagte: „Verantwortung heißt für mich, aufeinander bezogen zu bleiben, einander wahrzunehmen und daraus dann auch die Konsequenzen abzuleiten“. Zugleich verwies er darauf, dass sich die Formen des Engagements veränderten. Langfristige ehrenamtliche Bindungen würden seltener, während projektbezogenes Engagement an Bedeutung gewinnen könne.

Wehrpflicht und Gesellschaftsjahr

Kritisch betrachteten die Gesprächsteilnehmer eine Vermischung der Debatten über Wehrpflicht und Gesellschaftsjahr mit dem aktuellen Personalmangel bei Bundeswehr und sozialen Einrichtungen.

Albrecht formulierte dazu: „Wenn man ein Stück weit ehrlich ist, dann führen wir diese Diskussion ja heute unter dem Aspekt, dass Personal fehlt – das Personal in der Bundeswehr fehlt, dass es im sozialen Bereich Lücken gibt.“ Er stellte deshalb die Frage, ob es nicht ein „Etikettenschwindel“ sei, die Debatte nachträglich mit Begriffen wie Sinnhaftigkeit und gesellschaftlichem Engagement zu versehen.
Auch Dexheimer sprach sich gegen eine einseitige Verpflichtung junger Menschen aus: „Verantwortung fürs Gemeinwesen ist unverzichtbar, aber sie darf nicht einseitig per Pflicht auf junge Menschen abgewälzt werden“. Wer über eine Dienstpflicht spreche, müsse klären, wofür sie gelten solle und warum sie gerecht sei. „Und wir müssen auch über generationengerechte Verantwortung im gesamten Lebenslauf reden. Aus diakonischer Sicht gilt: Engagement stärken ja, aber keinen Pflichtdienst als Reparaturbetrieb für Lücken im Sozialstaat.“

Zum Abschluss ging es um die Frage, wie unterschiedliche gesellschaftliche Positionen miteinander im Gespräch bleiben können. Häfner-Becker sagte: „Aus christlicher Perspektive gilt es, sich für Frieden zu engagieren. Das geht nicht über Abgrenzung. Vielmehr gilt es, sich gegenseitig zuzuhören, andere Meinungen zuzulassen und nicht pauschal zu urteilen oder zu verurteilen.“ Dafür brauche es Räume in Form von Gebäuden und in Form der Freiheit der Gedanken. 

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion wurde der Jahresempfang mit Essen und Getränken fortgesetzt.
(Quelle: Pressemitteilung Diakonie Rosenheim / Beitragsbild: Copyright Lena Erhard-Diakonie Rosenheim)

Wo heute Studenten wohnen, blühte einst ein Klostergarten

Wo heute Studenten wohnen, blühte einst ein Klostergarten

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in die Zeit um 1920. Auf der historischen Aufnahme sehen wir das Rosenheimer Kapuzinerkloster – allerdings nicht so, wie viele es heute kennen. Im Mittelpunkt steht diesmal nicht das Gebäude, sondern der großzügige Garten mit einem Springbrunnen, einer hohen Wasserfontäne und üppiger Blütenpracht. Im Hintergrund sind mehrere Menschen bei der Gartenarbeit zu erkennen.

Der Garten des Kapuzinerklosters war damals offenbar eine Welt für sich. Rund um den Brunnen erstrecken sich gepflegte Beete, dazwischen blüht es dicht und üppig. Weiter hinten sind Mönche bei der Arbeit zu sehen. Ein ganz anderes Bild als heute: Das ehemalige Klosterareal ist inzwischen zum Wohnheim für Studenten geworden.

Ein Kloster mit wechselvoller Geschichte

Die Geschichte der Kapuziner in Rosenheim reicht allerdings noch viel weiter zurück. Das erste Rosenheimer Kapuzinerkloster entstand bereits 1606. Es befand sich dort, wo später die Saline und heute das Kultur- und Kongresszentrum stehen. Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1803 aufgehoben und in den folgenden Jahren abgerissen. Auf dem Gelände entstand später die Rosenheimer Saline.
1853 wurde die Wiedererrichtung des Kapuzinerklosters beschlossen. Die Stadt stellte dem Orden das Gelände rund um die Sebastianskapelle zur Verfügung. 1856 wurde die umgebaute Kapelle eingeweiht. Weil sie für die wachsende Zahl der Gläubigen bald zu klein war, wurde die Klosterkirche später deutlich erweitert.

Auch der große Garten gehörte zum Klosterleben. Klöster waren traditionell auf ein gewisses Maß an Selbstversorgung angewiesen. Im Rosenheimer Klostergarten wurden unter anderem Obst und Gemüse angebaut. Noch Jahrzehnte später erinnern sich Berichte an die weitläufigen Außenanlagen und an die Nutzung des Gartens.

Ein Garten in schwierigen Zeiten

Die Aufnahme dürfte aus einer Zeit stammen, in der das Kloster nicht nur ein religiöser Ort, sondern auch eine wichtige Anlaufstelle für Menschen in Not war. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden an der Klosterpforte nach Angaben des Stadtarchivs täglich bis zu 200 Bedürftige gespeist.
Vor diesem Hintergrund bekommt die Gartenarbeit auf unserem historischen Foto noch einmal eine besondere Bedeutung. Was heute wie eine idyllische Gartenansicht wirkt, war für die Bewohner des Klosters auch Teil des alltäglichen Lebens und der Versorgung.

Und dann ist da noch dieser Brunnen. Mitten in der Gartenanlage steht das Becken mit seiner hohen Wasserfontäne. Ein Detail, das auf einer solchen historischen Aufnahme leicht zum eigentlichen Blickfang wird – gerade weil von diesem Wasserspiel heute nichts mehr zu sehen ist.

Vom Kloster zum Studentenwohnheim

Die Kapuziner blieben mehr als 160 Jahre an diesem Ort. Nach einem stetigen Rückgang der Zahl neuer Ordensmitglieder wurde der Konvent schließlich 2017 geschlossen. Das historische Areal wurde danach umgebaut und neu genutzt.
Heute befindet sich dort das Studierendenwohnheim St. Sebastian. 2023 wurde die Umgestaltung des ehemaligen Klosterareals abgeschlossen. Rund 60 Studierende finden dort Wohnraum.
Vom einstigen Garten ist ein Teil erhalten geblieben. Der Springbrunnen mit seiner Wasserfontäne aber gehört längst der Vergangenheit an.

Und genau deshalb lohnt sich bei diesem alten Foto der zweite Blick: Nicht nur das Kloster selbst hat sich verändert. Auch der große Garten erzählt von einer Zeit, in der mitten am Rosenheimer Stadtrand Gemüsebeete, Blumen und ein prächtiger Springbrunnen zum Alltag eines Kapuzinerklosters gehörten.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Artikel: Karin Wunsam)

Rollerfahrer bei Unfall in Gmund schwer verletzt

Rollerfahrer bei Unfall in Gmund schwer verletzt

Gmund am Tegernsee – Ein ausgefallene Ampel, zwei Fahrzeuge und ein schwer verletzter Rollerfahrer: An der Kreuzung Kreuzstraße in Gmund ist es am Donnerstagmorgen (17. September)  zu einem Verkehrsunfall gekommen. Nach Angaben der Polizeiinspektion Bad Wiessee wurde dabei ein 35-Jähriger schwer verletzt.

Der 35-jährige Holzkirchner war nach Polizeiangaben mit seinem Leichtkraftrad auf der Bundesstraße von Holzkirchen kommend in Richtung Gmund am Tegernsee unterwegs. Gleichzeitig befuhr ein 64-jähriger Irschenberger mit seinem Auto die Bundesstraße von Miesbach in Richtung Waakirchen.
An der Kreuzung Kreuzstraße war die Ampelanlage nach Angaben der Polizei aus bislang ungeklärter Ursache ausgefallen. Im Kreuzungsbereich kam es zum Zusammenstoß. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei übersah der Autofahrer den vorfahrtsberechtigten Rollerfahrer.

Durch die Wucht des Aufpralls wurde der 35-Jährige laut Polizei mehrere Meter über die Fahrbahn geschleudert und dabei schwer verletzt. Nach der Erstversorgung durch den Rettungsdienst wurde er mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen.
Während der Unfallaufnahme übernahm die Feuerwehr die Verkehrslenkung. Dadurch konnte der sich zurückstauende Berufsverkehr an der Unfallstelle geregelt werden.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Musik für die Nothilfe in Nepal: Benefizkonzert in der Wasserburger Christuskirche

Musik für die Nothilfe in Nepal: Benefizkonzert in der Wasserburger Christuskirche

Wasserburg / Landkreis Rosenheim – Musik für einen guten Zweck gibt es am Freitag, 25. September, in der Wasserburger Christuskirche. Zahlreiche Musiker und Chöre gestalten einen Benefizabend zugunsten der Opfer der Flutkatastrophe in Nepal. Beginn ist um 19 Uhr.

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Wasserburg lädt zu dem Konzert in die Christuskirche in der Surauerstraße 5 ein. Auf dem Programm stehen unterschiedliche musikalische Stilrichtungen – von Worldmusic über Chorgesang bis zu regionaler Musik.
Mit dabei sind Musiker von GAYA, Phillip Stegmüller, Bell Cantánima, Flora Music, die Singing Hearts, die Turmsänger sowie der Gospelchor Amerang.

Damit wird der Abend musikalisch abwechslungsreich. Gleichzeitig steht ein konkreter Anlass hinter dem Konzert: Mit den Einnahmen sollen Menschen unterstützt werden, die von der Flutkatastrophe in Nepal betroffen sind.

Spenden für die Nepalhilfe

Die gesamten gesammelten Bar-Spenden des Abends gehen nach Angaben der Veranstalter direkt an die Sano Madad Nepalhilfe und sollen dort für die Nothilfe im Katastrophengebiet eingesetzt werden.
Das Benefizkonzert beginnt am Freitag, 25. September 2026, um 19 Uhr in der Christuskirche, Surauerstraße 5, 83512 Wasserburg am Inn.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Seniorenbetreuung auf dem Bauernhof: Einblicke in das Konzept „Auszeithof“

Seniorenbetreuung auf dem Bauernhof: Einblicke in das Konzept „Auszeithof“

Wackersberg / Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen – Wenn der Bauernhof zum Auszeitort wird: In Wackersberg gibt es am 25. September Einblicke in das Konzept „Auszeithof“. Dabei geht es um Betreuungsangebote für Senioren und Menschen mit Demenz.

Wie können landwirtschaftliche Betriebe stundenweise Betreuungsangebote für Senioren und Menschen mit Demenz anbieten? Dazu lädt das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen am Freitag, 25. September, von 14 bis 16.30 Uhr zu einem Informations- und Erfahrungsaustausch auf den Betrieb Neubauer von Ursula Fiechtner in Wackersberg (Rothenrain 159 a) ein.
Vorgestellt wird das Konzept der sogenannten „Auszeithöfe“. Neben Informationen zu Rahmenbedingungen, Ablauf und

Unterstützungsangeboten gibt es einen Praxisbericht von Ursula Fiechtner, die seit vier Jahren Auszeithof-Bäuerin ist, sowie eine anschließende Hofführung.
Referentin ist außerdem Rebecca Willmann von der Koordinierungsstelle Auszeithöfe der Hochschule Kempten.

Die Teilnahme kostet 15 Euro inklusive Kaffee, Kuchen und Kaltgetränken. Anmeldung bis 22. September unter www.aelf-hk.bayern.de möglich.
(Quelle: Pressemitteilung Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Holzkirchen / Beitragsbild: Senioren auf einem Auszeithof Copyright Rebecca Willmann (Koordinierungsstelle Auszeithöfe der Hochschule Kempten))

„Traumland“: Der zweite Blick auf die schönsten Orte der Welt

„Traumland“: Der zweite Blick auf die schönsten Orte der Welt

Rottach-Egern / Landkreis Miesbach – Venedig, der Markusplatz, Menschen zwischen Cafés und historischen Gebäuden – und als Gegenpol die Leonhardifahrt in Kreuth: Die aktuelle Ausstellung „Traumland“ von Ekaterina Zacharova in der HypoVereinsbank Rottach-Egern führt an Orte, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Gemeinsam ist ihnen ihre Anziehungskraft. Doch die Gemälde erzählen auch davon, was passiert, wenn aus Sehnsuchtsorten viel besuchte Ziele werden.

Kunstausstellung mit Werken von Ekaterina Zacherova in der HypoVereinsbank Rottach-Egern. Fotos: Copyright Hendrik Heuser

Die Ausstellung „Traumland“ führt nicht nur in die Ferne. Fotos: Copyright Hendrik Heuser

Wer die Bilder von Ekaterina Zacharova betrachtet, sollte ihnen etwas Zeit geben. Auf den ersten Blick wirken die großformatigen Ölgemälde oft wie lebendige Momentaufnahmen. Menschen schlendern über Plätze, sitzen in Cafés, Kellner tragen Tabletts durch das Gewimmel. Doch je länger man hinschaut, desto mehr Details tauchen auf.

Zacharova arbeitet mit kräftigen, pastosen Pinselstrichen. Die Farbe liegt teilweise regelrecht plastisch auf der Leinwand. Aus der Entfernung entsteht daraus eine stimmige Szene, aus der Nähe zerfällt sie in einzelne Farbflächen, Lichtreflexe und kleine Beobachtungen. Eine Mimik, ein Schatten, ein architektonisches Detail – vieles erschließt sich erst beim zweiten oder dritten Blick.

Zwischen Venedig und dem Tegernseer Tal

In der Ausstellung stehen zwei Welten besonders deutlich nebeneinander. Ein Schwerpunkt liegt auf sommerlichen Szenen aus Venedig. Der Markusplatz wird zum Schauplatz eines geschäftigen Treibens, Menschen begegnen sich, sitzen in Cafés oder ziehen durch die Stadt.

Doch „Traumland“ meint nicht einfach schöne Urlaubsbilder. Im Mittelpunkt steht nach Angaben zur Ausstellung die Frage, was mit den schönsten Sehnsuchtsorten der Erde passiert, wenn ihre Attraktivität gleichzeitig zu einer Belastung wird. Massentourismus kann demnach nicht nur Landschaften und Orte verändern, sondern auch das Leben der Menschen, die dort zu Hause sind, und gewachsene Traditionen verdrängen.

Einen bewussten Gegenpol dazu bildet die Kreuther Leonhardifahrt. Hier zeigt Zacharova eine gewachsene regionale Tradition und damit ein Stück Identität aus ihrer heutigen Heimat am Tegernsee.

Viele kleine Geschichten auf einer Leinwand

Die Wirkung der Bilder entsteht dabei nicht zuletzt durch ihre Dichte. Fast könnte man sich in den Gemälden verlieren. Je länger der Blick auf einer Szene bleibt, desto mehr gibt es zu entdecken.

Diese besondere Bildsprache passt zum Thema der Ausstellung: Wo viele Menschen gleichzeitig unterwegs sind, entsteht Bewegung, Begegnung und manchmal auch eine gewisse Unübersichtlichkeit. Zacharovas Malweise fängt diese Dynamik mit zahlreichen einzelnen Pinselstrichen und kräftigen Farben ein.

Ekaterina Zacharova stammt ursprünglich aus Moskau. Sie studierte an der renommierten Surikow-Kunsthochschule in Moskau und lebt und arbeitet seit rund 30 Jahren in Gmund am Tegernsee. In der Region ist sie keine Unbekannte: Auch in Rosenheim waren ihre Arbeiten in der Vergangenheit bereits mehrfach bei Ausstellungen zu sehen.

„Traumland“ ist noch bis zum 27. November 2026 in der HypoVereinsbank, Nördliche Hauptstraße 17 in Rottach-Egern, zu sehen. Die Ausstellung kann während der regulären Öffnungszeiten der Bank besucht werden.
(Quelle: Artikel Karin Wunsam / Info: Hendrik Heuser / Beitragsbild, Fotos: Copyright  Hendrik Heuser)

Wartungsarbeiten: Schlosstunnel in Ruhpolding wird gesperrt

Wartungsarbeiten: Schlosstunnel in Ruhpolding wird gesperrt

Ruhpolding / Landkreis Traunstein – Der Schlosstunnel in Ruhpolding wird am Montag, 21. September, und Dienstag, 22. September, jeweils von etwa 8 bis 17 Uhr für den Verkehr gesperrt. Grund sind turnusmäßige Reinigungs- und Wartungsarbeiten.

Während der Sperrung werden unter anderem die Tunnelwände, Verkehrszeichen und Entwässerungsanlagen gereinigt. Zudem steht die Wartung der Tunneltechnik auf dem Programm.
Nach Angaben des Staatlichen Bauamts Traunstein sind die Arbeiten notwendig, um den sicheren Betrieb des Tunnels zu gewährleisten. Eine Umleitung ist ausgeschildert.
(Quelle: Pressemitteilung Staatliches Bauamt Traunstein / Beitragsbild: Symbolfoto re)