Architekt einbezogen – drei Firmen kontaktiert
Dass es nun tatsächlich vorangehen kann, hängt auch mit einer wichtigen Entwicklung bei den bisherigen Planungen zusammen. Nachdem die ursprünglich beschlossene Lösung wegen urheberrechtlicher Fragen zunächst nicht umgesetzt werden konnte, wurde inzwischen erneut der Architekt einbezogen, der Mitte der 1980er Jahre den Entwurf für die heutige Gestaltung des Max-Josefs-Platzes erstellt hatte.
Nach Angaben von Oberbürgermeister Abuzar Erdogan verliefen die Gespräche mit ihm sehr konstruktiv. Auch gegen die nun vorgeschlagene Bearbeitung der Pflasteroberflächen habe er keine Einwände. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung wurden daraufhin die vier Varianten entwickelt.
Auch beim Tiefbauamt laufen bereits die Vorbereitungen. Erdogan berichtete im Stadtrat, dass bereits drei Firmen kontaktiert wurden, die ein entsprechendes Schleifverfahren anbieten. Damit wird aus dem seit Jahren diskutierten Thema nun ein konkretes Vorhaben, dessen Umsetzung vergleichsweise schnell möglich sein könnte.
Christkindlmarkt als Ziel?
Dr. Wolfgang Bergmüller, Fraktionsvorsitzender der CSU, begrüßte die Entwicklung. Der Antrag seiner Fraktion habe nun Bewegung in die Sache gebracht. „Wir sind alle zufrieden und begeistert“, sagte er. Als Vorteile des Verfahrens nannte Bergmüller „geringe Kosten und ansprechende Kosten“. Vor allem aber hofft er auf eine schnelle Umsetzung: „Es wäre schön, wenn wir das bis zum Christkindlmarkt hinbekommen und wenn das nicht klappt, dann bis Anfang des kommenden Jahres.“
Das Zeitfenster ist allerdings knapp. Ende August beginnt das Rosenheimer Herbstfest, außerdem stehen in den kommenden Monaten weitere größere Veranstaltungen auf dem Max-Josefs-Platz an. Danach ergibt sich möglicherweise ein kleines Zeitfenster für die Arbeiten. „Es wäre schön, wenn wir das kleine Zeitfenster nutzen könnten“, sagte Christine Degenhart von den Freien Wählern.
Auch die SPD begrüßt den eingeschlagenen Weg. „Wir sind sehr zufrieden mit dieser Lösung“, sagte Fraktionsvorsitzende Elisabeth Jordan. Zustimmung kam ebenso von den Grünen. „Jeder soll den Max-Josefs-Platz benutzen und genießen können“, sagte Anna Rutz. Auch sie hofft, dass eine Umsetzung bis zum Christkindlmarkt möglich ist.
Was jetzt noch geklärt werden muss
Nun geht es darum, welche der beiden Varianten technisch und organisatorisch am sinnvollsten umgesetzt werden kann. Offen ist außerdem, wie die Pflasterbearbeitung konkret erfolgt. Denkbar ist, dass die Steine ausgebaut, bearbeitet und wieder eingesetzt werden. Möglich wäre auch eine Oberflächenbearbeitung direkt im Bestand.
Das in Neumarkt in der Oberpfalz eingesetzte Verfahren zeigt, dass eine solche Bearbeitung grundsätzlich auch in Rosenheim möglich ist. Dort wurde von den vorhandenen Pflastersteinen eine Schicht von bis zu etwa zwei Zentimetern abgefräst. Übergänge zwischen bearbeiteten und nicht bearbeiteten Bereichen mussten anschließend höhenmäßig angepasst werden. Auch vorhandene Unebenheiten im Pflaster wurden vorab durch Neuverlegung ausgeglichen.
Die in der Verwaltungsvorlage genannten rund 200.000 Euro beziehen sich auf eine erste Schätzung für eine vollflächige Bearbeitung des gesamten Bereichs zwischen den Entwässerungsrinnen. Sie sind daher nicht als aktuelle Kostenschätzung für die nun favorisierten Varianten zu verstehen. Wie teuer die Maßnahme tatsächlich wird, hängt davon ab, welche Variante und welcher Umfang letztlich umgesetzt werden.
Eine vollständige Barrierefreiheit nach den geltenden Regeln der Technik wäre weiterhin nur mit einer grundlegenden Neuplanung des gesamten Platzes möglich. Die jetzt favorisierte Lösung ist dagegen als schneller Kompromiss gedacht.
Nach Jahren der Diskussion könnte damit nun tatsächlich Bewegung in die Sache kommen. Ob der Max-Josefs-Platz schon zum Christkindlmarkt besser begehbar ist, hängt davon ab, welche Variante die Verwaltung auswählt – und wie schnell sie anschließend umgesetzt werden kann.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)