Nach Biberbiss am Waldsee: Petition gegen Entnahme gestartet

Nach Biberbiss am Waldsee: Petition gegen Entnahme gestartet

Schechen / Landkreis Rosenheim – Nach dem Biss eines Bibers an einem Schwimmer im Waldsee bei Schechen (Landkreis Rosenheim) regt sich Widerstand gegen den Antrag der Gemeinde, das Tier entnehmen zu lassen. Eine auf Change.org gestartete Petition fordert, auf die Entnahme zu verzichten und stattdessen Maßnahmen für ein konfliktfreies Miteinander von Mensch und Biber umzusetzen. 593 Menschen haben die Petition inzwischen unterschrieben (Stand: Montag, 24. August). Sie wurde 356-mal geteilt.

Der Vorfall ereignete sich am Montag (17. August) gegen 7 Uhr. Ein Schwimmer war im Waldsee von einem Biber in die Hand gebissen worden und musste anschließend im Klinikum Rosenheim behandelt werden. Nach Angaben des Landratsamtes handelt es sich um den ersten bekannten Vorfall dieser Art im Landkreis Rosenheim (wir berichteten).
Noch am selben Tag wurde der Waldsee von Vertretern der Gemeinde Schechen und einem Biberberater begutachtet. Nach Einschätzung des Biberberaters könnte das Tier seine Biberburg oder seinen Nachwuchs verteidigt haben. Seit Mittwoch (19. August) weisen Hinweisschilder am Waldsee die Badegäste darauf hin, Abstand zu den Bibern und ihrer Burg zu halten.

Was mit „Entnahme“ gemeint ist

Die Gemeinde Schechen hat beim Landratsamt Rosenheim die Entnahme des Bibers beantragt. Hinter dem Begriff „Entnahme“ verbirgt sich in diesem Zusammenhang allerdings nicht einfach eine Umsiedlung des Tieres. Im Rahmen des bayerischen Bibermanagements bezeichnet eine genehmigte Entnahme die Tötung eines Bibers.

Dafür ist eine entsprechende naturschutzrechtliche Ausnahme erforderlich. Ob eine solche Ausnahme für den Biber am Waldsee erteilt wird, ist derzeit noch offen. Die untere Naturschutzbehörde prüft den Antrag. Weil der Waldsee im FFH-Gebiet „Innauen und Leitenwälder“ liegt, wird im weiteren Verfahren auch die höhere Naturschutzbehörde bei der Regierung von Oberbayern beteiligt.

Petition fordert Verzicht auf Entnahme

Die Initiatoren der Petition stellen die beantragte Tötung des Bibers infrage. Die Verletzung des Schwimmers müsse ernst genommen werden. Gleichzeitig müsse der Vorfall sachlich eingeordnet werden, bevor über die Entfernung des Tieres entschieden werde.
Ein Biber sei ein Wildtier und verteidige insbesondere seine Burg und seine Jungtiere. Nach Einschätzung der Initiatoren bestehe deshalb die Möglichkeit, dass das Tier auf eine unmittelbare Annäherung an seinen Rückzugsort oder seinen Nachwuchs reagiert habe.

Auch der Biberberater, der den Waldsee nach dem Vorfall gemeinsam mit Vertretern der Gemeinde begutachtete, hatte vermutet, dass der Biber seine Burg oder seinen Nachwuchs verteidigen wollte.
Aus Sicht der Petition sollte der Vorfall deshalb vor allem Anlass für bessere Aufklärung und Prävention sein. Die Verantwortung, ausreichend Abstand zu Wildtieren und ihren Rückzugsorten zu halten, liege beim Menschen.

Mehr Hinweise und Schutzbereiche gefordert

Die Petition stellt außerdem infrage, ob die Tötung eines einzelnen Bibers den Konflikt am Waldsee dauerhaft lösen würde. Der See biete geeignete Lebensbedingungen für Biber. Ein frei werdendes Revier könne deshalb grundsätzlich von einem anderen Biber besiedelt werden.
Gefordert werden deshalb unter anderem deutlichere Hinweise auf die Anwesenheit von Bibern, die Kennzeichnung beziehungsweise Absicherung sensibler Bereiche und eine verständliche Information der Badegäste über das Verhalten der Tiere.

Auch ein langfristiges Konzept für das Zusammenleben von Mensch und Biber am Waldsee wird gefordert. Je nach Situation könnten dabei räumliche oder zeitliche Schutzmaßnahmen sinnvoll sein.

Waldsee liegt in geschütztem Gebiet

In der Petition wird zudem auf die ökologische Bedeutung des Bibers und des Waldsees hingewiesen. Der Waldsee liegt im FFH-Gebiet „Innauen und Leitenwälder“ und damit in einem Gebiet des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000.
Nach Angaben des Landratsamtes dient das FFH-Gebiet als Wanderkorridor für Tier- und Pflanzenarten zwischen Alpen und Donau. Bei der Entscheidung über den Antrag der Gemeinde müssen deshalb sowohl die Sicherheit der Badegäste als auch der Schutz des Lebensraums berücksichtigt werden.

Die Petition fordert das Landratsamt Rosenheim und die Regierung von Oberbayern auf, von der Entnahme abzusehen und stattdessen gemeinsam mit Fachleuten nach Lösungen zu suchen. „Wir haben die Möglichkeit, unsere Nutzung an die Natur anzupassen. Diese Verantwortung sollten wir wahrnehmen“, heißt es abschließend in der Petition.

Hier geht es zur Petition: 

Die Zahl der Unterstützer kann sich laufend verändern. Zum Stand Montag (24. August) hatte die Petition 593 Unterschriften und war 356-mal geteilt.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Frühchenfest bei RoMed: Wiedersehen nach zehn Jahren

Frühchenfest bei RoMed: Wiedersehen nach zehn Jahren

Rosenheim – Vor zehn Jahren waren viele der Kinder noch so klein, dass sie in eine Handfläche passten. Beim Frühchenfest am RoMed Klinikum Rosenheim trafen sie nun wieder auf die Menschen, die sie und ihre Familien damals begleitet haben. Mehr als 250 ehemalige Frühgeborene, Eltern, Geschwister und Angehörige sowie Mitarbeitende des Perinatalzentrums kamen zu dem Fest.

Viele der ehemaligen Frühgeborenen wogen bei ihrer Geburt weniger als 1.250 Gramm und verbrachten Wochen oder Monate auf der neonatologischen Station. Beim Wiedersehen wurde gemeinsam gelacht, gespielt und erzählt.

Rund 2.000 Frühgeborene in zehn Jahren

Nach zehn Jahren Pause wurde mit dem Fest eine Tradition des RoMed Klinikums wieder aufgenommen. Für die Mitarbeitenden des Perinatalzentrums war es auch eine Gelegenheit zu sehen, wie sich die ehemaligen Patienten entwickelt haben.
„An unserem Perinatalzentrum geben wir rund um die Uhr alles dafür, unsere kleinsten Patientinnen und Patienten bestmöglich zu versorgen. Beim Frühchenfest erfahren wir, was aus diesen Kindern geworden ist und dürfen erleben, wie sehr sich dieser gemeinsame Einsatz gelohnt hat“, sagt PD Dr. Hendrik Jünger, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.

In den vergangenen zehn Jahren wurden nach Angaben der RoMed Kliniken rund 2.000 Frühgeborene am Perinatalzentrum in Rosenheim versorgt. Heute kommen dort jährlich etwa 200 Kinder vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt. Mehr als 30 von ihnen wiegen bei der Geburt weniger als 1.250 Gramm.

Das zertifizierte Perinatalzentrum hat sich in dieser Zeit weiterentwickelt. Gemessen an der Zahl der versorgten Frühgeborenen ist es heute nach Angaben der RoMed Kliniken das größte Level-1-Zentrum in Südostbayern.

Eltern werden stärker eingebunden

Auch bei der Versorgung hat sich in den vergangenen Jahren einiges verändert. Neue Konzepte sollen eine möglichst schonende Behandlung ermöglichen und gleichzeitig die Eltern eng einbinden. Dazu gehört unter anderem die Elternoase am Klinikum, die Müttern und Vätern während der Behandlung ihres Kindes Raum für Nähe bietet.
„Wenn ein Kind zu früh geboren wird, beginnt für die Eltern eine völlig unerwartete Zeit. Umso wichtiger ist es, dass Geburtshilfe und Kinderklinik von Anfang an eng zusammenarbeiten und die Familien gemeinsam begleiten“, sagt PD Dr. Andreas Schnelzer, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe.

Beim Frühchenfest konnten die Familien die damalige schwierige Zeit aus einer anderen Perspektive betrachten. Für viele verbindet sich die Erinnerung an die Frühgeburt inzwischen auch mit den positiven Erfahrungen und den Menschen, die sie damals begleitet haben. Für die Kinder gab es unter anderem eine Hüpfburg, Kinderschminken, ein Teddybärenkrankenhaus und eine Button-Maschine. Die Mitarbeitenden hatten außerdem einen „Lebensbaum“ gestaltet. An dessen Ästen standen die Namen und Geburtsgewichte ehemaliger Frühgeborener, ergänzt durch deren Fingerabdrücke.
Organisiert wurde das Fest von einem dreiköpfigen Team und zahlreichen weiteren Mitarbeitenden. Unterstützt wurde die Veranstaltung außerdem vom Förderverein der Kinderklinik Rosenheim und Unternehmen aus der Region.
(Quelle: Pressemitteilung RoMed Kliniken / Beitragsbild: Copyright Foto Berger)

Caritas lädt pflegende Angehörige zu Tagesausflug nach Tirol ein

Caritas lädt pflegende Angehörige zu Tagesausflug nach Tirol ein

Rosenheim – Die Fachstelle Pflegende Angehörige der Caritas Rosenheim organisiert am Donnerstag, 1. Oktober, einen Tagesausflug für pflegende Angehörige und Menschen mit Demenz. Ziel ist das Kaiserhaus in Brandenberg in Tirol. Von 10 bis 17 Uhr stehen Begegnung, Austausch und Erholung im Mittelpunkt.

Pflegende Angehörige übernehmen häufig über längere Zeit einen großen Teil der Versorgung und Organisation im Alltag. Besonders die Betreuung von Menschen mit Demenz kann mit besonderen Herausforderungen verbunden sein. Der Ausflug soll deshalb Gelegenheit bieten, gemeinsam einen Tag außerhalb des Pflegealltags zu verbringen.
Begleitet wird die Veranstaltung von Rosa Schnitzenbaumer von der Fachstelle Pflegende Angehörige. Für Menschen mit Demenz ist auf Wunsch eine Betreuung durch geschulte ehrenamtliche Alltagsbegleiterinnen möglich. Angehörige können sich währenddessen mit anderen Menschen in ähnlichen Lebenssituationen austauschen.

Busfahrt ist kostenfrei

„Viele pflegende Angehörige tragen über Jahre hinweg eine große Verantwortung. Gleichzeitig erleben sie häufig Isolation und permanente Belastung. Solche Angebote schaffen Raum zum Durchatmen, Kraftschöpfen und zur Begegnung mit Menschen, die ihre Situation verstehen“, so Rosa Schnitzenbaumer.

Die Busfahrt ist dank der Förderung durch die Bentzinger Stiftung der Stiftungsverwaltung Stadt Rosenheim kostenfrei. Die Kosten für die Einkehr vor Ort müssen die Teilnehmenden selbst übernehmen.

Anmeldungen sind bis Samstag, 19. September, bei Rosa Schnitzenbaumer von der Fachstelle Pflegende Angehörige unter Telefon 08031/203723 oder per E-Mail an rosa.schnitzenbaumer@caritasmuenchen.org möglich.
(Quelle: Pressemitteilung Caritas / Beitragsbild: Copyright Caritas, Rosa Schnitzenbaumer)

Motorradfahrer bei Kreuzstraße lebensgefährlich verletzt

Motorradfahrer bei Kreuzstraße lebensgefährlich verletzt

Valley / Landkreis Miesbach – Ein 65-jähriger Motorradfahrer ist am Sonntagnachmittag (23. August) bei einem Unfall am Bahnhof Kreuzstraße, einem Ortsteil der Gemeinde Valley,  lebensgefährlich verletzt worden. Der Mann verlor beim Überqueren der Bahngleise die Kontrolle über sein Motorrad und prallte gegen eine Stützmauer.

Der 65-Jährige aus Ismaning war gegen 13.40 Uhr auf der Kreisstraße MB 3 von Sollach kommend in Richtung Bahnübergang unterwegs. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei fuhr er dabei mit nicht angepasster Geschwindigkeit.
Beim Überqueren der Bahngleise schaukelte sich das Motorrad auf. Der Fahrer verlor die Kontrolle, geriet nach rechts und kollidierte mit einem Bordstein. Anschließend prallte das Motorrad mitsamt Fahrer gegen eine Stützmauer und kam auf der Fahrbahn zum Liegen.

Der 65-Jährige erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Er wurde zunächst vom Rettungsdienst und einem Notarzt versorgt und anschließend mit einem Rettungshubschrauber in eine Münchner Klinik geflogen.

Polizei lässt Unfall untersuchen

Nach Angaben der Polizei war kein anderer Verkehrsteilnehmer an dem Unfall beteiligt. Die Staatsanwaltschaft München ordnete dennoch ein unfallanalytisches Gutachten an.
Im Einsatz waren die Freiwillige Feuerwehr Hohendilching, die Autobahnpolizei Holzkirchen sowie eine Streife der Bundespolizei München. Die Polizeiinspektion Holzkirchen übernahm die weiteren Ermittlungen.
Die Kreisstraße MB 3 war wegen der Unfallaufnahme bis etwa 16 Uhr gesperrt und anschließend wieder befahrbar.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Holzkirchen / Beitragsbild: Symbolfoto re)

18-jährige prallt bei Soyen mit Motorrad gegen Baum

18-jährige prallt bei Soyen mit Motorrad gegen Baum

Soyen / Landkreis Rosenheim – Eine Motorradfahrt endete am Sonntagvormittag (23. August) für eine 18-Jährige mit schweren Verletzungen. Die junge Frau war mit einer Gruppe unterwegs, als sie auf der Verbindungsstraße zwischen Soyen und Strohreit die Kontrolle über ihr Motorrad verlor.

Gegen 11 Uhr fuhr die 18-Jährige gemeinsam mit drei weiteren Motorradfahrern in Richtung Soyen. Auf Höhe des Ortsteils Maierhof kam sie, nach den Angaben der Polizeiinspektion Wasserburg, aus bislang unbekannter Ursache von der Fahrbahn ab.
Das Motorrad prallte gegen einen neben der Straße stehenden Baum. Die 18-Jährige wurde dabei schwer verletzt und mit einem Rettungshubschrauber in ein Klinikum gebracht.
Die Freiwillige Feuerwehr Soyen unterstützte den Einsatz von Rettungsdienst und Polizei.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Wasserburg / Beitragsbild: Symbolfoto re)

LBV appelliert: „Bergseen sind keine Freizeitparks“

LBV appelliert: „Bergseen sind keine Freizeitparks“

Allgäu / Bayern – Bergseen wie der Schrecksee und die Gaisalpseen ziehen im Sommer viele Besucher an. Bilder und Videos in sozialen Medien haben die Bekanntheit einzelner Ziele zusätzlich gesteigert. Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) sieht dadurch sensible Lebensräume zunehmend unter Druck und appelliert an Besucher, Rücksicht auf Natur und Tiere zu nehmen.

„Soziale Medien können Menschen für unsere beeindruckende Bergnatur begeistern. Wenn aber immer mehr Menschen für dasselbe Fotomotiv denselben sensiblen Ort aufsuchen, braucht es umso mehr Rücksicht“, erklärt LBV-Gebietsbetreuer Felix Steinmeyer. Viele Bergseen der Allgäuer Hochalpen liegen in einer Landschaft, in der Pflanzen und Tiere unter besonderen Bedingungen leben. Die Gewässer und angrenzenden Alpweiden sind laut LBV häufig nährstoffarm. Gerade dadurch könnten sich dort spezialisierte Arten behaupten.

Trampelpfade und Müll belasten die Natur

Nach Angaben des Naturschutzverbands entstehen an stark besuchten Orten neben den eigentlichen Wegen immer wieder Trampelpfade. Pflanzen würden niedergetreten und Wildtiere zögen sich aus stark genutzten Bereichen zurück. Auch zurückgelassene Essensreste und Abfälle seien ein Problem. „Eine einzelne Person hinterlässt vielleicht kaum sichtbare Spuren. Wenn aber jeden Tag Hunderte denselben Weg abkürzen oder am selben Ufer sitzen, wird daraus schnell ein echtes Problem“, erklärt Steinmeyer.

Der LBV-Gebietsbetreuer erinnert deshalb an eine einfache Regel: „Am Berg gilt deshalb eine einfache Regel: Was ich hinauftrage, nehme ich auch wieder mit hinunter. Das gilt vom Müsliriegelpapier bis zum Taschentuch“, sagt Steinmeyer.

LBV rät vom Baden in Bergseen ab

Auch das Baden in Bergseen sieht der LBV kritisch. Nach Angaben des Verbands können unter anderem Rückstände von Sonnenschutzmitteln ins Wasser gelangen. Bestimmte chemische UV-Filter könnten Wasserorganismen beeinträchtigen. Beim Ein- und Aussteigen würden zudem empfindliche Uferbereiche belastet. „Ein Bergsee ist kein Schwimmbad. Wer sich abkühlen möchte, sollte für den Badetag ein dafür geeignetes Gewässer wählen. Es gibt auch im Allgäu genügend natürliche Seen und Baggerseen, an denen eine Abkühlung ohne Schaden für die Natur möglich ist“, so Steinmeyer.

Der Verband nennt vier Regeln, die Besucher beachten sollten: nicht am Bergsee zelten oder übernachten, den eigenen Müll vollständig wieder mitnehmen, auf den vorhandenen Wegen bleiben und keine Drohne einsetzen.

LBV fordert auch Behörden zum Handeln auf

Der Naturschutzverband sieht nicht nur die Besucher in der Verantwortung. Auch die zuständigen Behörden müssten bei stark überlasteten Orten konsequent handeln. Kontrollen, eine klare Besucherlenkung und gut sichtbare Hinweise auf geltende Regeln könnten nach Ansicht des LBV dazu beitragen, besonders sensible Bereiche zu schützen. „Für ein schönes Bergerlebnis braucht es weder ein Zelt direkt am See noch eine Drohne über dem Wasser. Das beste Erinnerungsfoto entsteht dort, wo für das Bild keine Natur zu Schaden kommt“, betont Steinmeyer. Und er ergänzt: „Wir wollen, dass Menschen unsere Bergnatur erleben können. Aber dort, wo der Besucherdruck so groß wird, dass Schutzregeln regelmäßig missachtet und Lebensräume geschädigt werden, müssen die zuständigen Stellen handeln“, mahnt der LBV-Gebietsbetreuer.

Nach Ansicht des LBV betreffen die Auswirkungen des Besucherdrucks nicht nur Schrecksee und Gaisalpseen, sondern auch andere sensible Bergseen und alpine Lebensräume in Bayern.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Mehrere Fahrräder bei Wendelsteinrundfahrt gestohlen

Mehrere Fahrräder bei Wendelsteinrundfahrt gestohlen

Bad Feilnbach  / Landkreis Rosenheim – Im Zusammenhang mit der Wendelsteinrundfahrt am vergangenen Wochenende sind im südlichen Landkreis Rosenheim mehrere hochwertige Fahrräder gestohlen worden. Die Polizei prüft, ob die Taten von einem oder mehreren bislang unbekannten Tätern begangen wurden, und bittet um Zeugenhinweise.

E-Bike im Wert von 7.000 Euro gestohlen

Am Samstag (22. August 2026) stellte ein Teilnehmer gegen 13 Uhr sein E-Bike in Bad Feilnbach an einem Laternenmast ab und sicherte es gegen Diebstahl. Rund eine Stunde später war das Fahrrad verschwunden. Es handelt sich um ein E-Bike der Marke Canyon im Wert von etwa 7.000 Euro.
Gegen 15 Uhr parkte ein weiterer Teilnehmer seinen VW-Transporter auf einer Wiese im Bereich Gottschalling in Bad Feilnbach. Im Fahrzeug befanden sich zwei Rennräder. Nach rund 30 Minuten stellten die Besitzer fest, dass beide Fahrräder gestohlen worden waren.

Dabei handelt es sich um ein Pinarello Dogma F im Wert von etwa 12.000 Euro und ein Orbea Orca M30i im Wert von rund 2.500 Euro.

Rennrad aus Auto in Oberaudorf gestohlen

Ein weiterer Fall ereignete sich zwischen Samstagabend gegen 21 Uhr und Sonntagmorgen gegen 5.50 Uhr auf einem Parkplatz gegenüber des Gasthofs Seebacher an der Kufsteiner Straße in Oberaudorf.
Unbekannte schlugen die hintere Seitenscheibe eines Toyota Auris ein und stahlen ein im Kofferraum liegendes Rennrad der Marke Orbea Orca im Zeitwert von etwa 4.000 Euro. Außerdem wurde ein Fahrradhelm der Marke Specialized im Wert von rund 200 Euro entwendet.

Polizei sucht Zeugen

Nach Angaben der Polizei stehen die drei Fälle möglicherweise im Zusammenhang mit der Wendelsteinrundfahrt. Aufgrund der zahlreichen hochwertigen Fahrräder, die sich während der Veranstaltung in Bad Feilnbach und Umgebung befanden, wird geprüft, ob ein oder mehrere Täter für die Diebstähle verantwortlich sind.
Die Polizei bittet Teilnehmer und Besucher der Wendelsteinrundfahrt, die in Bad Feilnbach, Oberaudorf oder Umgebung verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben, sich zu melden. Von Interesse sind insbesondere Beobachtungen von Personen, die Fahrräder beobachtet, transportiert oder verladen haben, sowie verdächtige Fahrzeuge im Umfeld der Tatorte.
Hinweise nimmt die zuständige Polizeidienststelle entgegen.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Brannenburg / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Leiche auf Parkplatz an der B307 bei Lenggries gefunden

Leiche auf Parkplatz an der B307 bei Lenggries gefunden

Update 27.8. 2026: Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd hat eine neue Polizeimeldung herausgegeben. Hier der Wortlaut:

Nachdem am frühen Sonntagmorgen, den 23. August 2026, auf einem Parkplatz an der B307 bei Lenggries eine unbekannte männliche Leiche gefunden wurde, konnte nun die Identität des Toten geklärt werden. Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauern indes weiter an. Die Kriminalpolizei bittet weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung.

Wie bereits berichtet, wurde am Sonntag (23. August 2026), gegen 1.25 Uhr, der Fund einer Leiche auf einem Parkplatz an der B307 bei Lenggries bekannt.

Im Rahmen der am 23. August 2026 im Institut für Rechtsmedizin erfolgten gerichtsmedizinische Untersuchung konnten keinerlei Anzeichen für einen gewaltsamen Tod des Mannes festgestellt werden.

UPDATE:

Den Ermittlern der Kriminalpolizei ist es gelungen, die Identität des Toten zu klären.

Durch die Zusammenarbeit mit rumänischen Behörden konnten mittels eines Abgleichs von Fingerabdrücken und Lichtbildern in den polizeilichen Datenbanken eindeutige Übereinstimmungen erzielt werden.

Der Verstorbene ist demnach ein 64-jähriger Mann rumänischer Staatsangehörigkeit, der keinen Wohnsitz in Bayern angemeldet hatte.

Die Ermittlungen und Untersuchungen zu den Hintergründen dauern unvermindert an.

Die Polizei bittet die Bevölkerung zur Aufklärung des Sachverhalts weiterhin um sachdienliche Hinweise:

  • Wer hat in der Nacht von Samstag, den 22. August 2026, auf Sonntag, den 23. August 2026, bis etwa 1.25 Uhr Beobachtungen im Bereich der B307 zwischen Fall und der Abzweigung zur B13 gemacht?
  • Wer kann sonstige Angaben machen, die zur Aufklärung des Sachverhalts beitragen könnten?

Hinweise nimmt die Kriminalpolizeiinspektion Weilheim unter der Telefonnummer 0881/6400 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.


Update 24.8.2026: Nach dem Fund einer männlichen Leiche auf einem Parkplatz an der B307 bei Lenggries gibt es, so das Polizeipräsidium Oberbayern, nach der Obduktion keine Hinweise auf einen gewaltsamen Tod. Die Identität des Mannes ist weiterhin unklar. Die Kriminalpolizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung.

Wie bereits berichtet, war die Leiche am frühen Sonntagmorgen (23. August) gegen 1.25 Uhr auf einem Parkplatz an der B307 entdeckt worden. Die Ermittlungen werden inzwischen vom Fachkommissariat 1 der Kriminalpolizeiinspektion Weilheim geführt.

Keine Hinweise auf Gewalteinwirkung

Eine von der Staatsanwaltschaft München II angeordnete gerichtsmedizinische Untersuchung wurde am Sonntag gegen Mittag durchgeführt. Nach bisherigem Ermittlungsstand gibt es keine Hinweise auf einen gewaltsamen Tod. Das Alter des Mannes wird auf 60 bis 80 Jahre geschätzt.
Die Ermittlungen zur Identität des Toten und zu den Umständen des Fundes dauern an.

Polizei bittet um Hinweise

Die Kriminalpolizei fragt:

  • Wer hat in der Nacht von Samstag (22. August) auf Sonntag (23. August) bis etwa 1.25 Uhr Beobachtungen im Bereich der B307 zwischen Fall und der Abzweigung zur B13 gemacht?
  • Wer kann Hinweise zur Identität eines möglicherweise vermissten Mannes im Alter zwischen 60 und 80 Jahren geben?
  • Wer kann sonstige Angaben machen, die zur Klärung des Sachverhalts beitragen können?

Hinweise nimmt die Kriminalpolizeiinspektion Weilheim unter 0881/6400 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Ausgangsmeldung:

 

Lenggries / Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen – Auf einem Parkplatz an der B307 bei Lenggries ist in der Nacht zum Sonntag (23. August 2026) eine männliche Leiche gefunden worden. Die Kriminalpolizei Weilheim ermittelt zu Identität und Todesumständen. Zeitweise kann es deshalb zu vollständigen Sperrungen der B307 kommen.

Polizei sperrt Fundort ab

Die Polizei wurde nach eigenen Angaben gegen 1.25 Uhr über den Leichenfund informiert. Einsatzkräfte der Polizeiinspektion Bad Tölz bestätigten den Fund, sperrten den Parkplatz weiträumig ab und sicherten den Bereich.
Noch in der Nacht übernahm der Kriminaldauerdienst der Kriminalpolizeiinspektion Weilheim die Ermittlungen vor Ort. Diese werden nun vom Fachkommissariat 1 der Kriminalpolizeiinspektion Weilheim unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II fortgeführt.

Unter anderem soll die Identität des Mannes geklärt werden. Auch die Umstände seines Todes sind Gegenstand der Ermittlungen.

B307 zeitweise komplett gesperrt

Wegen der polizeilichen Maßnahmen am Fundort kann die B307 in diesem Bereich bis auf Weiteres zeitweise vollständig gesperrt werden. Die Polizei bittet Verkehrsteilnehmer, den Bereich zu meiden und weiträumig zu umfahren. Weitere Angaben will die Polizei machen, sobald neue Erkenntnisse vorliegen.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Salzstadel, Rosenheim, 1980er

Salzstadel, Rosenheim, 1980er

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in die 1980er Jahre. Das historische Foto zeigt den Rosenheimer Salzstadel zu einer Zeit, als der zentrale Platz noch ganz anders aussah als heute: Eine durchgehende Asphaltfläche, dicht an dicht geparkte Autos und eine kleine Schar Tauben, die auf dem Boden nach ein paar Körnchen suchte.

Autos statt Aufenthaltsbereich

Wer die heutige Gestaltung des Salzstadels kennt, dürfte den Platz auf der Aufnahme kaum wiedererkennen. In den 1980er Jahren wurde hier noch ganz selbstverständlich geparkt. Zu sehen sind zahlreiche Autos, die auch einen kleinen Einblick in den damaligen Straßenverkehr geben. Die Fahrzeugmodelle und ihre kantigen Formen lassen die Zeit inzwischen selbst schon historisch wirken.
Auch die Tauben gehörten auch damals schon zum Stadtbild. Auf dem Foto sind mehrere Tiere auf der Asphaltfläche unterwegs – vermutlich auf der Suche nach etwas Essbarem.
Der Salzstadel blieb noch viele Jahre ein Parkplatz. Erst 2009 endete diese Ära. Im Zuge der Neugestaltung wurde der Platz autofrei und zu einem Bereich für Fußgänger und Veranstaltungen umgebaut.

Die Bibliothek kam schon früher

Eine wichtige Veränderung hatte es allerdings bereits einige Jahre zuvor gegeben. Die Stadtbibliothek zog 1996 an den Salzstadel. Zuvor war sie am Ludwigsplatz untergebracht. Im Juli 1996 wurde der neue Standort eröffnet.
Heute prägt die Stadtbibliothek den Salzstadel ebenso wie die offene Fläche davor. Dort finden unter anderem im Sommer Veranstaltungen, Lesungen und Kulturangebote statt.
Beim Blick auf das historische Foto wird damit besonders deutlich, wie sehr sich der Salzstadel innerhalb weniger Jahrzehnte verändert hat: Aus einem von Autos dominierten Parkplatz wurde ein zentraler Treffpunkt mitten in der Rosenheimer Innenstadt.

Erkennt Ihr noch weitere Details auf unserem historischen Foto? Und wer erinnert sich an die Zeit, als am Salzstadel noch Autos parkten?
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Innpuls.me / Artikel: Karin Wunsam)

Linienbus fährt auf Pkw auf: Drei Verletzte auf der B307

Linienbus fährt auf Pkw auf: Drei Verletzte auf der B307

Miesbach – Bei einem Verkehrsunfall auf der B307 in Miesbach sind am Samstag, 22. August, drei Menschen verletzt worden. Nach Angaben der Polizeiinspektion Miesbach fuhr ein Linienbus gegen 11.20 Uhr auf einen Pkw auf.

Der 36-jährige Busfahrer aus Valley habe den vor ihm fahrenden Pkw übersehen, der verkehrsbedingt abbremsen musste. Der 25-jährige Fahrer des Autos aus Hausham wurde bei dem Unfall in seinem Fahrzeug eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden.

Zwei Fahrgäste verletzt

Im Linienbus befanden sich laut Polizei neben dem Fahrer neun Fahrgäste. Zwei von ihnen sowie der Pkw-Fahrer wurden verletzt und zur ärztlichen Abklärung in umliegende Krankenhäuser gebracht. Auch der Busfahrer wurde verletzt und begab sich zur Behandlung in ärztliche Betreuung.
Die B307 musste nach dem Unfall für etwa 30 Minuten in beide Richtungen gesperrt werden. Während der Bergung des total beschädigten Pkw wurde der Verkehr anschließend abwechselnd an der Unfallstelle vorbeigeführt.

Den Gesamtsachschaden schätzt die Polizei auf rund 20.000 Euro. Nach etwa zwei Stunden war die B307 wieder uneingeschränkt befahrbar
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Miesbach / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Ein Denkmal für Rosenheims Berge: Der Felsenbrunnen

Ein Denkmal für Rosenheims Berge: Der Felsenbrunnen

Rosenheim – Die Nähe zu den Bergen spielt im Freizeitverhalten vieler Rosenheimer eine wichtige Rolle. Schon vor mehr als 100 Jahren wurde diese Verbundenheit mit den Alpen mitten in der Stadt sichtbar gemacht – mit dem Felsenbrunnen an der Ecke Prinzregentenstraße/Stollstraße.

Errichtet wurde der sogenannte „Alpine Brunnen“ im Jahr 1908 vom damaligen Rosenheimer Stadtgärtner Karl Stange. Der aus Württemberg stammende Stange war seit 1893 für die städtischen Anlagen verantwortlich. Mit dem Felsenarrangement  aus natürlichen Bruchsteinen sollte die Nähe Rosenheims zu den Bergen sichtbar gemacht werden.

Früher mit Wasserfall und Beleuchtung

Der Brunnen sah ursprünglich deutlich spektakulärer aus als heute. Zwischen den aufgeschichteten Natursteinen floss Wasser über einen kleinen Wasserfall. Außerdem war die Anlage beleuchtet. Der Brunnen lag damals am Beginn des noch offen verlaufenden Stadtbachs.
Direkt daneben befand sich die Stollschule. Für deren Schüler war der Felsenbrunnen offenbar nicht nur ein Schmuckstück, sondern auch ein beliebtes Kletterobjekt. Das Stadtarchiv Rosenheim berichtet von Kindern, die auf den Felsen herumkletterten.

Im Laufe der Jahrzehnte veränderte sich das Umfeld stark. Die Stollschule wurde 1985 abgerissen, ein früheres Eckhaus an der Prinzregenten- und Stollstraße bereits 1973. Auch der Brunnen selbst blieb nicht unverändert.

Mehrmals stand der Brunnen vor dem Aus

Sein Erhalt war keineswegs selbstverständlich. Anfang der 1960er Jahre gab es Überlegungen, den Felsenbrunnen zugunsten eines Verkehrspavillons zu beseitigen. Der Stadtrat griff die Pläne auf, umgesetzt wurden sie jedoch nicht.

Auch 2002 stand der Brunnen erneut zur Diskussion. Damals wurde vorgeschlagen, das inzwischen stark veränderte Ensemble zu entfernen. Der Bauausschuss entschied sich dagegen. Dabei spielten offenbar auch die Erinnerungen vieler Rosenheimer eine Rolle, die den Felsenbrunnen aus ihrer Kindheit kannten.
Später wurde die Anlage saniert, sodass wieder Wasser fließen konnte.

Heute noch Trinkwasserbrunnen

Wer heute am Felsenbrunnen vorbeikommt, denkt vermutlich nicht sofort daran, dass die Anlage weiterhin eine praktische Funktion erfüllt: Der Felsenbrunnen ist ein öffentlicher Trinkwasserbrunnen.
Aus dem einstigen „Alpinen Brunnen“ ist damit ein Stück Rosenheimer Stadtgeschichte geworden. Die ursprüngliche Idee, mit den Felsen die Nähe zu den Alpen sichtbar zu machen, ist noch heute erkennbar.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: re)

Einsiedelei von Väterchen Timofej in Denkmalliste aufgenommen

Einsiedelei von Väterchen Timofej in Denkmalliste aufgenommen

München – Die Einsiedelei und der Garten von Väterchen Timofej und seiner Partnerin Natascha Dankow sind in die Bayerische Denkmalliste aufgenommen worden. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) sieht in dem Ensemble ein bedeutendes Zeugnis der Münchner Nachkriegsgeschichte.

Die Anlage entstand ab den 1950er Jahren am Rand eines Trümmerschuttbergs. Timofej Prochorow, 1894 im damaligen Zarenreich Russland geboren, kam 1952 nach München. Gemeinsam mit Natascha Dankow errichtete er zunächst einfache Wohnbaracken und später eine Kapelle. Ab 1957 entstand die Ost-West-Friedenskirche.

Historische Aufnahme von Väterchen Timofej und seiner Partnerin Natascha Dankow. Foto: Copyright Ost-West-Friedensgarten e.V.

Historische Aufnahme von Väterchen Timofej und seiner Partnerin Natascha Dankow. Foto: Copyright Ost-West-Friedensgarten e.V.

Die Holzkirche brannte in der Nacht zum 11. Juni 2023 vollständig ab. Die Polizei schloss damals ein vorsätzliches Branddelikt zunächst nicht aus, ein Tatverdacht ergab sich bei den Kontrollen im Umfeld der Kirche jedoch nicht. Nach Angaben des Vereins Ost-West-Friedensgarten soll die Kirche wieder aufgebaut werden.

Blick in das Museum in der ehemaligen Wohnbaracke. Foto: Copyright Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

Blick in das Museum in der ehemaligen Wohnbaracke. Foto: Copyright Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

Zeugnis der Nachkriegszeit

Nach Einschätzung des BLfD dokumentiert die Anlage die Wohnungsnot der Nachkriegszeit sowie die Lebensbedingungen von Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach München kamen. Die beiden Wohnbaracken vermitteln einen Eindruck von den einfachen Unterkünften dieser Zeit.
Die ursprüngliche Anlage war über Jahrzehnte ohne reguläre Baugenehmigungen entstanden. 1957 verfügte die Münchner Lokalbaukommission zunächst eine Baueinstellung für eine weitere Wohnbaracke. Diese wurde später zurückgenommen, die Bauaktivitäten anschließend geduldet. Erst 2014 erhielten die Gebäude nachträglich eine Baugenehmigung.

Die Kapelle, ausgekleidet mit Silberpapier. Foto: Copyright Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

Die Kapelle, ausgekleidet mit Silberpapier. Foto: Copyright Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

Erhalt liegt nun im öffentlichen Interesse

Mit Schreiben vom 29. Juni 2026 wurden Einsiedelei und Garten offiziell in die Bayerische Denkmalliste aufgenommen. Nach Angaben des BLfD gibt es in Bayern keine vergleichbare Anlage dieser Art.

BLfD-Generalkonservator Mathias Pfeil bezeichnete den Ost-West-Friedensgarten als „gallisches Dorf“ im Herzen Münchens. Er verwies auf die Geschichte der Nachkriegszeit und die Bedeutung der Anlage als erhaltenes Zeitzeugnis. Auch Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause hob die historische Bedeutung des Ortes hervor. Die Eintragung als Baudenkmal würdige neben der Geschichte und Architektur auch das Engagement der Menschen, die sich über Jahrzehnte für den Erhalt eingesetzt hätten.

Christian Ude, Oberbürgermeister a. D. und Schriftführer des Vereins Ost-West-Friedensgarten, bezeichnete die Aufnahme als Anerkennung eines besonderen historischen Ortes.

Die Michaelskapelle mit ihrer mit Silberpapier ausgekleideten Decke ist bis heute erhalten. Die 2023 abgebrannte Ost-West-Friedenskirche gehört dagegen nicht mehr zum erhaltenen Baubestand (wir berichteten).
(Quelle: Pressemitteilung Bayerisches Landesamt für Denkmalschutz / Beitragsbild: Copyright Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege / Fotos: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Ost-West-Friedensgarten und Christina Greifenstein)